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Autor Thema: ExoMars-Rover Rosalind Franklin  (Gelesen 217587 mal)

Offline vv

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #500 am: 27. November 2016, 10:46:01 »
Hallo astroman,
im Begriff "trafficability" verweise ich an Dimitrios S. Apostolopoulos "Analytical Configuration
of Wheeled Robotic Locomotion". Also: "Trafficability, which is a robot’s ability to traverse soft soils or hard ground without loss
of traction."
Den Begriff "Geländegängigkeit" würde ich eher  für allgemeine Fahreigenschaften eines Rovers wie zum Beispiel "cross-country ability" anwenden, der zusammen "trafficability" und "terreinability" charakterisiert.
Gruß
vv

Offline HausD

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #501 am: 27. November 2016, 11:34:30 »
... Den Begriff "Geländegängigkeit" würde ich eher  für allgemeine Fahreigenschaften eines Rovers wie zum Beispiel "cross-country ability" anwenden, der zusammen "trafficability" und "terreinability" charakterisiert. ... 
terreinability  =besser : terrainability vom französischen verenglisht
 
trafficability  ist  bei dictionary :
1.
Der Zustand des Bodens oder Geländes im Hinblick auf seine Überfahrt, wie von Menschen, Fahrzeugen oder Maschinen.
2.
Die Fähigkeit, über ein Terrain zu manövrieren.

HausD

Offline vv

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #502 am: 27. November 2016, 12:31:51 »

terreinability  =besser : terrainability vom französischen verenglisht
HausD
Selbsverständlich "terrainability",  es ist Schreibfehler.
Bei Apostolopoulos: "Terrainability, which captures a robot’s ability to negotiate terrain irregularities."

Offline Rücksturz

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #503 am: 27. November 2016, 14:46:41 »
Ich antworte hier mal auf den Beitrag im Thread Ministerratskonferenz:
UK wird vertreten durch Wissenschaftsminister Jo Johnson.
Für Exomars werden 400 Mio $ gesucht.
Auf die ursprünglich vorgesehene autonome Navigation des Rovers wird verzichtet.
http://www.bbc.com/news/science-environment-38108858
Meiner Meinung nach ist fehlende autonome Navigation ein KO-Kriterium für ExoMars. Ohne das ist es die 400Mio extra einfach nicht wert, wenn man bedenkt, dass der Rover auch nur eine relativ kurze Zeit überleben wird. Entweder man hat ein dauerhaft funktionierendes Thermalkonzept oder autonome Navigation, sonst wird man sich maximal ein paar hundert Meter fortbewegen. Damit erreicht man niemals interessante Gebiete und die Bodenproben dürften sich auch nicht allzusehr unterscheiden. Dann lieber die Landeplattform umdesignen, alle wissenschaftlichen Instrumente da drauf und sich den Rover sparen! Ist zumindest meine Meinung. Wie seht ihr das?

Ich sehe ein Fehlen der autonomen Navigation nicht als KO-Kriterium, wenn nur auf die Implementation der Software verzichtet wird. Solange alle Hardware-Voraussetzungen (Sensoren, CPU, Speicherplatz etc.) erhalten bleiben und ein entsprechendes Softwareupdate später noch möglich bleibt, kann man auch erst mal ohne autonome Navigation starten.
Das funktioniert(e) bei MER und Curiosity auch.
Falls der Rover ankommt, ein Erfolg wird und seine Primärmission ohne größere Ausfälle übersteht, könnte die autonome Navigation im Rahmen einer Missionsverlängerung finanziert und eingespielt werden.

Was ich in dem zitierten Post nicht verstehe, ist die prognostizierte kurze Lebenszeit des Rovers. Es gibt eine Primärmission mit überschaubaren 218 Sol, aber gibt es technische Gründe dass dieser Europäer deutlich früher schlapp macht als die NASA-Rover?
Was hat es mit dem Verweis auf das Thermalkonzept auf sich?
Gibt es da gravierende technische Nachteile gegenüber den MER?

Viele Grüße
Rücksturz

Offline Terminus

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #504 am: 27. November 2016, 16:49:53 »
Falls der Rover ankommt, ein Erfolg wird und seine Primärmission ohne größere Ausfälle übersteht, könnte die autonome Navigation im Rahmen einer Missionsverlängerung finanziert und eingespielt werden.

Guter Punkt.

Zitat
Was ich in dem zitierten Post nicht verstehe, ist die prognostizierte kurze Lebenszeit des Rovers. Es gibt eine Primärmission mit überschaubaren 218 Sol, aber gibt es technische Gründe dass dieser Europäer deutlich früher schlapp macht als die NASA-Rover?

Das hab ich auch nicht verstanden. Ich nehme mal an bzw. hoffe mal, dass hiermit nur das oft gesehene Prozedere gemeint ist, erstmal eine Primärmission anzusetzen, für die die Hersteller eine Garantie für 100%iges Funktionieren geben, und nach der man dann relativ wahrscheinlich noch eine erweiterte Mission anschließen kann, so lange nur keine zentralen Systeme schon defekt sind (und natürlich noch genug Geld für den irdischen Teil der Mission da ist...).

GerdW

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #505 am: 27. November 2016, 17:03:31 »
Tass schreibt am 21.11.:

Zitat
MOSCOW, November 21. /TASS/. Russia’s Lavochkin Company will complete fabrication of a lander module with a platform for the second stage of Exomars space mission scheduled to 2020, a source in the space industry told TASS on Monday.

"The unit consists of two components - flying and landing modules. It is intended to complete production of the unit and the landing platform nine months’ prior to launching the second Exomars mission, that is, in 2019," the source said.

Lavochkin has already started fabrication of the unit and the platform, the source said. "Their comprehensive tests will be carried in Europe," he added.

More:
http://tass.com/science/913766

Lawotschkin soll bereits mit dem Bau der ExoMars-Module begonnen haben. ( Antriebsmodul ? und Landemodul )
9 Monate vor dem Start (also 2019) muss alles fertig sein. Getestet wird dann in "Europa".

GerdW > Ein Wunder, daß sie überhaupt bauen (können), die ausbleibenden Gelder für die Arianespace-Fregat`s  hinterlassen bestimmt ein grosses Loch in der Werkskasse.  :-\  <

Offline stillesWasser

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #506 am: 27. November 2016, 17:05:26 »
Mhm ich war mir sicher, dass das hier mal diskutiert wurde. Ich habs jetzt aber nicht mehr wieder gefunden, gut möglich, dass ich mich doch irre.

Ich dachte, dass die kurze Missionsdauer dadurch bedingt ist, dass man kein vollständig funktionierendes Thermalsystem hat, weshalb der Rover langsam auskühlen wird, und das daher auch die autonome Navigation nötig ist, um die Missionshziele in der Zeitzu erreichen... Und dann wäre eine Verlängerung der Mission unwahrscheinlich

Aber ich bin jetzt fast den ganzen Thread durchgegangen und hab nix davon gelesen, möglich dass ichs in meinem Kopf falsch gespeichert hab
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline Schillrich

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #507 am: 27. November 2016, 17:20:55 »
...
das oft gesehene Prozedere gemeint ist, erstmal eine Primärmission anzusetzen, für die die Hersteller eine Garantie für 100%iges Funktionieren geben, und nach ...


100% Garantie für die Primärmission? Da würde niemand liefern, zumal weil bei Wissenschaftsmissionen immer neue Technologie an Bord ist und man mit neuen Methoden über die bisherigen Grenzen hinaus geht. Man fliegt ja nie die gleiche Mission nochmal. Wer will da 100% garantieren?
Bei Wissenschaftsmissionen liegen Zuverlässigkeitsforderungen bei 80%-90% ... für die Primärmission. Alles danach ist "on top".
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline Terminus

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #508 am: 27. November 2016, 19:41:20 »
Ah ok, dass es da eine Grenze gibt, wusste ich nicht - woher auch.^^

Wie ist das eigentlich: Eine Garantie ist ja auch mit möglichen Regressforderungen verbunden? Aber wie definiert man dann das Eintreten des Regressfalls? Bei 100% ist es ja einfach - alles muss funktionieren, hehe. Aber wie definiert man eine "Zuverlässigkeitsgrenze von 80-90%"? Wann kann die ESA von einem Hersteller dann Regress fordern und wann nicht?

Offline Schillrich

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #509 am: 27. November 2016, 20:25:46 »
Hallo Terminus,

bei den Begriffen habe ich auch gezögert und ein Missverständnis vermutet.

Garantien gibt hier keiner. Und es fordert auch niemand einen Regress. Es wird eine theoretische technische Zuverlässigkeit in das System designt ... und gut ist. Ab Start (=gewolltes Abheben) geht das Risiko auf die Agentur über. Wenn dann etwas schief geht, ist das vertraglich und finanziell praktisch irrelevant. Regress gibt es da nicht. Was will man mit dem Geld auch machen?

Umgekehrt, wenn die Industrie für diese Missionen (jedes mal fliegt praktisch ein Prototyp, aber operationell) in Regress genommen werden kann, würde sie wohl nicht mehr anbieten. Das Risiko ist zu hoch (betriebswirtschaftlich). Deswegen tragen die Agenturen das, um der Wissenschaft willen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Online -eumel-

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #510 am: 28. November 2016, 00:06:11 »
Zitat
Was ich in dem zitierten Post nicht verstehe, ist die prognostizierte kurze Lebenszeit des Rovers. Es gibt eine Primärmission mit überschaubaren 218 Sol, aber gibt es technische Gründe dass dieser Europäer deutlich früher schlapp macht als die NASA-Rover?

Das hab ich auch nicht verstanden. Ich nehme mal an bzw. hoffe mal, dass hiermit nur das oft gesehene Prozedere gemeint ist, erstmal eine Primärmission anzusetzen, für die die Hersteller eine Garantie für 100%iges Funktionieren geben, und nach der man dann relativ wahrscheinlich noch eine erweiterte Mission anschließen kann, so lange nur keine zentralen Systeme schon defekt sind (und natürlich noch genug Geld für den irdischen Teil der Mission da ist...).

Für europäische Missionen scheint das Herbeiführen eines frühen Endes der Mission das Wichtigste zu sein.

Mit Grausen erinnere ich mich an das Ende der Rosetta Mission,
wo ein völlig intaktes Raumfahrzeug schnell und gründlich zerstört wurde,
weil ein möglicherweise schlechter Plan das vorsah.
Für einen spektakulären Kamikaze-Flug verzichtete man gern auf wissenschaftliche Erkenntnisse,
wie die Erforschung des Kometen aus nächster Nähe.
Darüber bin ich immernoch zutiefst enttäuscht. >:(

Das müssen wir wohl auch beim EXOMARS Rover befürchten.
Vielleicht stellt man gleich nach Ankunft auf dem Mars den Wecker auf das geplante Missions-Ende ein,
zudem dann der Bordcomputer Selbstmord begeht.
Weil man keinen Kometen zur Hand hat, worauf man den Rover crashen kann,
wird man ihn wohl gegen eine Wand fahren oder in eine tiefe Schlucht stürzen.
Oder man sprengt ihn mit einer kleinen Sprengladung in die Luft - Hauptsache nach Plan!

Nur gut, dass Opportunity, Spirit und Curiosity keine Europäer sind! 8)
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 27. Dezember 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Rücksturz

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #511 am: 28. November 2016, 07:08:17 »
Hallo eumel,

so negativ würde ich das nicht sehen.
Ich habe gestern noch einmal die Projektseiten des ExoMars-Rovers auf der ESA-Website überflogen und keine Hinweise auf eine gezielt verkürzte Lebensdauer gefunden.
Allerdings habe ich auch die 218 Tage Primärlebensdauer als Zahl nicht gesehen.
Das wichtigste ist, aus meiner Sicht, dass jetzt erst mal die Finanzierungslücke geschlossen wird.
Sonst brauchen wir uns über die Zeit auf dem Mars keine Gedanken machen.

Viele Grüße
Rücksturz

Offline dksk

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #512 am: 28. November 2016, 09:26:02 »
...
Oder man sprengt ihn mit einer kleinen Sprengladung in die Luft - Hauptsache nach Plan!
...

Da heute ein variabler schulfreier Tag ist, hat sich klein dksk das hier auch mal mit angesehen.
Trockener Kommentar: "Dazu fällt mir nur Vogonium ein. Das funktioniert ja wie bei den Vogonen, da wird auch nur mit Antrag und nach Plan gesprengt".

dksk

Offline Lumpi

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #513 am: 28. November 2016, 16:55:59 »
Allerdings habe ich auch die 218 Tage Primärlebensdauer als Zahl nicht gesehen.

218 Marstage  (ca. 224 Erdentage) bei 2 km Fahrstrecke sind wohl geplant.
Zitat
Zahlreiche Ziele liegen entlang einer zwei Kilometer langen Traverse, was der Strecke entspricht, die der Rover während der 218 Marstage (jeweils 24 Stunden und 37 Minuten) dauernden Mission zurücklegen soll.
http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/Landestelle_fuer_ExoMars_2018_vorgeschlagen/(print)
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Zyklotrop

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #514 am: 28. November 2016, 18:44:18 »
Bzgl. der Dauer der Primärmission: Hierbei handelt es sich um die angestrebte Lebensdauer, die zur Erfüllung der vorgesehenen wissenschaftl. Mindestziele erreicht werden soll. Zusätzlich gibt es den administrativ-fiskalischen Aspekt der Einplanung von erforderlichen Finanzmittel. Und nein, das läuft bei jeder Weltraumagentur ziemlich gleich. Um die 218 Sol richtig einzuordnen: Die Dauer der Primärmission von Spirit/Opportunity lag bei 90 Sol, bei Mars Express (um ein Raumfahrzeug der ESA anzuführen) 668 Sol. Insofern sind die 218 Sol für eine solarbetriebene Rover-Erstmission sogar recht ambitioniert. Was ich von bestimmten polemischen Äußerungen halte, sag ich mal besser nicht  ::)   
"That's not an astronaut, it's a TV comedian. And he was just using space travel as a metaphor for beating his wife!"

Offline stonemoma

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #515 am: 29. November 2016, 00:08:32 »
Wo steht, daß das Wheel-Walking auch noch nach dem verlassen der Landeplatform noch geht?

Der große Vorteil des  Autonomenfahren ist das man weniger Bilder machen muß. Das spart Downlink von dem ExoMars nicht so reichlich hat wie Curiosity. Das Rovermodel in Stevenage fährt auf jedenfall autonom über den Mars-yard, also geht's nur noch um den Einbau des Systems und nicht um eine Entwicklung. Ich verstehe auch nicht warum man es nicht einfach einbaut, aber vielleicht kommts ja noch wenn genügend Geld zusammen kommt. 

Die Primärmission beinhaltet alle wiisenschaftlichen Messungen von 3 Bohrstellen die man braucht um sagen zu können: man war erfolgreich.
Nur wenn man am Ende der Primärmission noch arbeitet kann man einen Hacken hinter die Mission machen und sagen: Super alle Requirements erfüllt.

Wenn ich 10000 Tage Primärmission vorsehe, muß ich die komplet planen und im Planspiel auch finanziert habe das macht niemand (Das geht dann Scheibchenweise weiter , siehe Marsexpress.) Sollte dann doch was vorher schief gehen muß man sagen es war nur teilweise erfolgreich, das macht keiner freiwillig.

Online -eumel-

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #516 am: 29. November 2016, 10:30:02 »
@stonemoma:
Danke. Das ist doch mal eine verständlicher Erklärung.

Hoffentlich bemüht man sich auch um eine Verlängerung,
wenn zum Missions-Ende der Rover noch intakt ist und weitere Forschung betrieben werden kann.
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 27. Dezember 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Presto

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #517 am: 29. November 2016, 12:44:59 »
Im Gegensatz zu der in diesem Forum vorherrschenden Auffassung bin ich der Meinung, dass der für 2020 geplante zweite Teil der ExoMars-Mission nicht durchgeführt werden sollte.

Der Versuch der ESA, den ersten Teil der ExoMars-Mission zu einem "96-prozentigen Erfolg" zu erklären, weil man ja die Daten aus dem Landeversuch habe, ist geradezu absurd. Mit dem Lander Schiaparelli sollte kein "experimenteller Landeversuch" unternommen werden mit dem Ziel, im Hinblick auf künftige Landeversuche "dazuzulernen". Vielmehr wurde Schiaparelli ausdrücklich als "Demonstrator" bezeichnet, dessen Aufgabe es war, im Hinblick auf den anspruchsvollen und teuren zweiten Teil der ExoMars-Mission nachzuweisen, dass die ESA zu einer kontrollierten weichen Landung auf dem Mars imstande sei.

Tatsächlich hat Schiaparelli etwas demonstriert – nämlich dass die ESA 40 Jahre (!), nachdem die NASA die beiden Viking-Sonden weich auf dem Mars gelandet und erfolgreich betrieben hat, immer noch nicht imstande ist, es der NASA gleich zu tun. Es ist völlig offen, ob Schiaparelli weich gelandet wäre und man von der Marsoberfläche hätte Daten empfangen können, wenn der festgestellte Softwarefehler nicht aufgetreten wäre. Daher ist es reine Augenwischerei, wenn die ESA darauf hinweist, dass man ja die Daten habe und der Landeversuch mit Schiaparelli deshalb ein ganz überwiegender Erfolg sei. Im Hinblick auf den Trace Gas Orbiter ist der erste Teil der ExoMars-Mission bis jetzt ein 50-prozentiger Erfolg. Die Bruchlandung von Schiaparelli ist dagegen ein Desaster, zumal schon beim 2003 unternommenen ersten ESA-Versuch einer Marslandung kein Funkkontakt zum damaligen Lander "Beagle 2" hergestellt werden konnte.

Vor diesem Hintergrund wäre es meiner Meinung nach unverantwortlich, für den geplanten zweiten Teil der ExoMars-Mission Steuergelder in Milliardenhöhe auszugeben. Dieses Projekt sollte gestoppt werden.

Offline vv

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #518 am: 29. November 2016, 13:56:35 »
Wo steht, daß das Wheel-Walking auch noch nach dem verlassen der Landeplatform noch geht?

Wozu braucht man den Wheel-Walking Modus auf der Landeplatform?
Den Wheel-Walking Modus braucht man wenn Rover im lockeren Boden, zum Beispiel in einer Düne, stecken geblieben.
"All wheels can be individually pivoted to adjust the Rover height and angle with respect to the local surface, and to create a sort of walking ability, particularly useful in soft, non-cohesive soils like dunes. In addition, inclinometers and gyroscopes are used to enhance the motion control robustness."
http://exploration.esa.int/mars/45084-exomars-rover/


Offline vv

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #519 am: 29. November 2016, 14:23:26 »
Allerdings habe ich auch die 218 Tage Primärlebensdauer als Zahl nicht gesehen.

218 Marstage  (ca. 224 Erdentage) bei 2 km Fahrstrecke sind wohl geplant.
Zitat
Zahlreiche Ziele liegen entlang einer zwei Kilometer langen Traverse, was der Strecke entspricht, die der Rover während der 218 Marstage (jeweils 24 Stunden und 37 Minuten) dauernden Mission zurücklegen soll.
http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/Landestelle_fuer_ExoMars_2018_vorgeschlagen/(print)
Es gibt widersprüchliche Angaben zu Dauern der geplanten ExoMars Mission.
Hier, zum Beispiel, steht 180 Mars Tage.
"Throughout its nominal 180-sol mission, the ExoMars Rover will be able to perform 6 Experiment Cycles (each involving the acquisition and analysis of a surface and a subsurface sample at an individual site); and 2 Vertical Surveys (each vertical survey consists of obtaining and analysing five subsurface samples at 50 cm depth increments, from 0 to 200 cm, to study variations with depth at one location)."
http://exploration.esa.int/mars/45082-rover-scientific-objectives/
Letztes Update 04 March 2016

Bayerwaldler

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #520 am: 29. November 2016, 14:33:48 »
Mal was Anderes: Der TGO hat seine Instrumente erfolgreich getestet. Das ist doch mal einen Applaus wert!

http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/ExoMars/First_views_of_Mars_show_potential_for_ESA_s_new_orbiter

Gerade das CaSSIS-Imaging System sollte uns eine Fülle "Pretty Pictures" liefern!

@Moderatoren: Vielleicht sollte man dem TGO und seinen Instrumenten einen eigenen Thread spendieren. Dieser hier ist doch zu politisch mit dem ganzen Rover-Kram.

Offline stillesWasser

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #521 am: 29. November 2016, 14:43:20 »
Das hier ist doch schon der Rover Thread. TGO und EDM haben zusammen einen eigenen  ;)
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline cullyn

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #522 am: 29. November 2016, 14:59:33 »
Was ich in dem zitierten Post nicht verstehe, ist die prognostizierte kurze Lebenszeit des Rovers. Es gibt eine Primärmission mit überschaubaren 218 Sol, aber gibt es technische Gründe dass dieser Europäer deutlich früher schlapp macht als die NASA-Rover?

Ich habe mal auf halbem Ohr mitbekommen, das für Exomars Bauteile alle mehr abkönnen müssen, als der übliche MIL-Bereich was die Umweltbedingungen angeht.
In vielen Fällen habe ich das Gefühl (kann ich nicht mit Zahlen hinterlegen), dass in Europa pessimistischer gerechnet wird als in den USA üblich was die Haltbarkeit der Bauteile unter extremen Umweltbedingungen angeht.

Das kann eine Erklärung sein, kann aber auch andere Gründe haben. Schon wenn das Thermalsystem schlechter ist in dem Sinn, dass der Rover ausgeprägtere Temperaturzyklen erlebt (Sei es zwischen Volllast und Teillast, sei es zwischen Sonne und Schatten,...), wird die Lebensdauer leiden.

Und gemessen an Spirit lebt er ja auf dem Papier länger, als Spirit auf dem Papier leben musste. Es wird ja keiner so designen, das am 229. Tag der Rover explodiert. Aber alle Analysen werden 228 Tage (plus Übliche Sicherheitsmargen) abdecken, und danach muss er nicht mehr tun.

Offline Nitro

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #523 am: 29. November 2016, 15:13:38 »
@Moderatoren: Vielleicht sollte man dem TGO und seinen Instrumenten einen eigenen Thread spendieren. Dieser hier ist doch zu politisch mit dem ganzen Rover-Kram.

Wer suchet der findet: ;)

https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=8764.0
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Bayerwaldler

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #524 am: 29. November 2016, 15:13:59 »
Das hier ist doch schon der Rover Thread. TGO und EDM haben zusammen einen eigenen  ;)
Das passt aber auch nicht recht zusammen! Ein eigener Thread nur für TGO und seine Instrumente.

Edit: Ich seh gerade, Calapine ist mir zuvor gekommen. Ich werde meinen Beitrag da nochmal posten!

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