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Autor Thema: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung  (Gelesen 40874 mal)

Offline Schillrich

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #100 am: 21. Juni 2017, 23:15:57 »
Die ganzen Solarmodule sind mir auch aufgefallen, und alle mit Klappmechanismen, die bei Manövern wieder ein- und ausgeklappen.

Offenbar versorgt der Orbiter nicht den Lander. Deshalb muss der Lander seine Panele schon nach dem Abflug von der Erde ausklappen und bei Manövern wieder ein klappen ... und zur Landung wieder ausklappen.
Und dann hat die Startstufe auch noch eigene Panele, die nach dem Rückstart von der Oberfläche ausklappen, bis man dockt und die Probe zum Orbiter übergibt.

So viele Mechanismen ... man sollte meinen, das ginge reduziert.
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Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #101 am: 22. Juni 2017, 11:05:49 »
Die Gesamtmission CE 5 wird ist ja wieder mehrphasig aufgebaut.
Ich weiß nicht ob es schon Angaben für die Zeitdauer zwischen Start und geplanter Landung gibt (hat das schon jemand gelesen?), nehme aber an, dass das wieder so im 1 bis 2 Wochenbereich liegt.
Wenn man Analogien zu CE 3 in den Überlegungen heranzieht, so ist ja ein relativ langer Zeitraum vom Start – bis Einschwenken in die Mondumlaufbahn – Bahnvermessung und Korrektur – bis zur Landung vergangen.
Da die Landestufe ähnlich CE 3 ist bzw. technisch auf dieser aufbaut, wäre eine ähnliche Missions- und Bahnmanöverplanung (hat so schon mal funktioniert…) zu erwarten.
D.h. die  3 einzelnen Missionsmodule (Mondorbiter, Landestufe und Rückstartstufe) sind erst mal relativ lange mit Elektroenergie zu versorgen und entsprechend ihrer nachfolgenden Verwendung durchaus sinnvoll „alleine“ eine längere Zeit funktionsfähig zu halten.

Der Mondorbiter muss ja die gesamte Zeit bis zur Rückkehr in den Erdorbit funktionieren. Da sind dann ggf. Reserven mit eingeplant, wenn die Mondorbit-Kopplung mehrere Versuche benötigt.

Bei der Landestufe gehe ich davon aus, dass hier auch nach der Bodenprobenprimärmission eine Folgenutzung mit anderen wissenschaftlichen Experimenten vorgesehen ist. Die Gesamtfläche der Solarpanele sieht etwas größer als bei CE3 aus. Ob das am hohen Strombedarf beim Bohren liegt oder auf einen höheren Strombedarf bei der Langzeitnutzung hinweist?- „Spekulation“…

Die Rückstartstufe wird im Falle von Problemen bei der Mondorbit-Kopplung auch einen längeren Zeitraum elektrische Versorgungssicherheit benötigen. Danach wäre wieder die Frage, ob es auch eine Sekundärnutzung gibt, wenn da einmal ein System im Mondorbit fliegt. Von CE5T1 „hört“ man ja leider fast Nichts mehr. Da müsste ja auch noch was im Mondorbit fliegen. Mit den Bahndaten können die Chinesischen Wissenschaftler ja eigene Rückschlüsse auf die Mascon Wirkungen ziehen. Zu CE4 habe ich gelesen, dass im Mondorbit 2 kleine Satelliten ausgesetzt werden sollen – da sind die entsprechenden „aktuellen“ Messergebnisse sicher auch sehr hilfreich deren Bahn optimal zu planen.

Zum Aus- und Einklappen:
Ja, da ist Einiges in Bewegung..
Gegenüber der CE3 Mission hat die Landestufe sogar 2teilige Klapppanele. Die Motor/Getriebeeinheit sieht hier vergleichbar zu CE3 aus. Auf den Bildern, die Yutu am 2. Mondtag vom Lander gemacht hat, kann man auch erkennen, daß die Solarpanele bewegt/nachgeführt wurden. In Animationen der CE3 Mission kann man auch sehen, wie vor der Mondnacht am Lander Solarpanel zuklappt und die schräge Abstrahlfläche darunter bedeckt.
D.h. die Antriebe sind grundsätzlich für eine Mehrfachbewegung ausgelegt.

Für den Mondorbiter und die Rückstartstufe sind dann wahrscheinlich die „einfachen Federschnappmechanismen“ im Einsatz. Da sind ja grundsätzlich bewährte Lösungen.

D.h. die komplexe Lösung ist an der Landestufe und dafür scheint es nachvollziebare Gründe zu geben.

dksk



Offline wernher66

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #102 am: 03. Juli 2017, 11:50:16 »
Nach dem Fehlstart der CZ-5 Y2 am 2.7.2017 wird es wohl höchstwahrscheinlich in diesem Jahr keine CE-5 Mondmission geben.

Offline rok

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #103 am: 03. Juli 2017, 19:17:45 »
.....

Für den Mondorbiter und die Rückstartstufe sind dann wahrscheinlich die „einfachen Federschnappmechanismen“ im Einsatz. Da sind ja grundsätzlich bewährte Lösungen.

D.h. die komplexe Lösung ist an der Landestufe und dafür scheint es nachvollziebare Gründe zu geben.

dksk


Ja, nur für den Lander ist eine Vielfach-Klapp-Lösung vorgesehen. Auch beim Start der Aufstiegstufe vom Mond werden die Module des Landers vorübergehend ein- und gleich danach wieder ausgeklappt, um die Energieversorgung für die weiteren Aktivitäten zu sichern.

Robert

Offline Schillrich

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #104 am: 12. Juli 2017, 07:35:39 »
HausD hatte ja schon ein Bild der Landestelle gezeigt, wie sie im Juni vorgestellt wurde. Konkret soll es in die Ebene Oceanus Procellarum auf der nördlichen Hemisphäre gehen , in die Nähe (oder auf? ... wohl unwahrscheinlich) den Mons Rümker. Mons Rümker ragt bis zu 1100m über die Ebene auf.

Mons Rümker, wie die Crew von Apollo 15 ihn sah:

Bild: NASA
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Offline Terminus

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #105 am: 12. Juli 2017, 07:42:47 »
Hier noch das Bild (Direktlink zu Commons - k.A., ob das so zulässig ist.) :)


Bild: NASA

Offline DF2MZ

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #106 am: 15. September 2017, 16:55:26 »
Von CE5T1 „hört“ man ja leider fast Nichts mehr. Da müsste ja auch noch was im Mondorbit fliegen.

Chang'e 5T1 ist im Mondorbit und sendet zuverlässig abwechselnd auf den beiden S-Band Frequenzen 2210.800 MHz und 2234.500 MHz. Zeitweise sind schwache Seitenbänder sichtbar, die darauf hindeuten, dass Daten übetragen werden.
Zuletzt habe ich die Sonde heute gegen Mittag 'gehört'.

Gruß
Edgar

Offline tobi

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #107 am: 04. Oktober 2017, 22:27:39 »
Mögliches Datum zum Start

Auf der GLEX 2017 (Global Space Exploration Conference) wurde vom Direktor des CNSA Chinas für den Start von Chang’e 5 Ende November diesen Jahres genannt, es könnte der 30.November sein.

Gruß, HausD

Zitat
The investigation into a Long March 5 failure July 2 will keep China’s Chang’e 5 lunar sample return mission from launching next month as intended, according to Tian Yulong, secretary general of the China National Space Administration.

https://spaceflightnow.com/2017/10/04/china-resumes-launch-campaigns-after-string-of-failures-but-delays-lunar-mission/

Der Start von Chang'e 5 verschiebt sich, da die Untersuchung des Langer Marsch 5 Unglücks noch nicht abgeschlossen ist.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline dksk

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #108 am: 30. Juni 2018, 12:19:51 »
Technische Zusatzausrüstung für Probenbohrung – Bodenradar „LUNAR REGOLITH PENETRATING RADAR“

Um die geplante Probenbohrung bis ca. 2 m Tiefe optimal zu gestalten und auf die örtlichen Gegebenheiten im Rahmen des Bohrvorgangs reagieren zu können, ist das Landegestell von Chang’e-5 neben dem Bohrsystem mit einem Bodenradarsystem ausgestattet.

Es ist ja so, dass die Bohrvorrichtung dort bohren muss, wo sie durch das Landegestell hingelangt ist. Die Bohrvorrichtung ist fest mit dem Landegestell verbunden und hat keine sichtbare Positionsverstellvorrichtung.
Natürlich ist das Bohrsystem mit ausreichend Leistung versehen um da mit widrigen Bodenverhältnissen zurecht zu kommen.
Aber wenn man weiß was einen erwartet, kann man oft die vorhandenen Systeme besser einsetzen. D.h. Schlagleistung dort wo sie gebraucht wird und Bohr/Schneidleistung, wo Material schnellen Vortrieb ermöglicht.
Je besser und direkter das „Freischneiden“ des den Bohrkern umgebenden Materials gelingt, umso weniger ist das Kernmaterial gegenüber seiner Originallage verändert.
Zum Vergleich: die Luna-24 Mondprobensonde hatte auch eine vergleichbare Bohrvorrichtung bis ca. 2 m Tiefe, bei der eine einfache Leistungsregelung, je nach „Schwergängigkeit“ bei der Bohrung möglich war. Da gab es nur die vorhergehenden Abschätzungen und Test und dann musste das System vor Ort da „durch“.
Mit entsprechend passender Vorbereitung und einem günstigen Landeort hat das damals auch gut funktioniert. Aber bei der Vorgängermission, Luna-20, die ein deutlich einfacheres und kürzeres Bohrsystem einsetzte, gab es beim Bohren deutliche Probleme, die zur vorzeitigen Beendigung und damit geringerer Probengewinnung als geplant, führten.

Gerade bei sehr schlechten Bedingungen vor Ort kann die Radaranalyse auch eine zusätzlicher Interpretation der Ergebnisse und ggf. einen qualifizierten Abbruch ermöglichen, wobei noch ein Maximum an Ergebnissen erzielt werden könnte.

Daher, kommt bei Chang’e-5 vor dem Beginn des Bohrvorgangs ein Bodenradar zum Einsatz und der nachfolgende Bohr- und Probenentnahmeprozess kann somit den vor Ort herrschenden Bedingungen optimal angepasst werden.

Bodentest Setup:
Um das Gesamtsystem Lander,Radar; Boden und Problemkörper zu testen wurde ein entsprechender Aufbau vorbereitet und damit die Radarergebnisse ermittelt und mit den Erwartungshaltungen gegenübergestellt.

Ein Testbecken von 7 m x3 m x 2,5 m wurde mit Lunar Regulith Smulationsstoff und entsprechenden Probenkörpern, wie Basaltbrocken, Metallkugeln und Granitplatten präpariert.

Der Testaufbau und die Probenschichtung sind in den folgenden Bildern dargestellt.


-


Bildquelle und Dokumentenlink:
https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2018/pdf/1778.pdf

Das „ LUNAR REGOLITH PENETRATING RADAR“ System hat insgesamt 12 Antennen, die zum Teil unsymmetrisch neben dem Bohrsystem angebracht sind.
Im folgenden Bild kann man die Anordnung erkennen.



Bildquelle und Dokumentenlink:
https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2017/pdf/3002.pdf


dksk

Offline RonB

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Re: Chang’e 5 - Mondlander und Probenrückführung
« Antwort #109 am: 17. Januar 2020, 17:42:41 »
Noch in diesem Jahr ist der Start von Chang'e 5 geplant. Es wird erwartet, dass die Sonde in 22 bis 23 Tagen zum Mond fliegt und im nordwestlichen Teil des Mondsturmozeans landet. Nach der Entnahme von Proben zündet und startet die Rückkehrkapsel auf der Mondoberfläche und kehrt schließlich zur Erde zurück.
Es wird gehofft mehr als 1 kg, vielleicht 2 kg oder mehr entnehmen zu können. Möglicherweise kehrt die Kapsel mit einer Probe mit einem Gewicht von bis zu 4 kg zur Erde zurück.

http://www.spaceflightfans.cn/68613.html#more-68613
Es recht zu machen Jedermann ist eine Kunst die keiner kann.

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