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Autor Thema: Das RKK-Konzept  (Gelesen 2399 mal)

H.J.Kemm

  • Gast
Das RKK-Konzept
« am: 21. April 2006, 08:38:06 »
Moin,

unter RIA Novosti habe ich einen interessanten Artikel gefunden, aus dem ich nachfolgende Zeilen kopiert habe.
(Ich mache das deshalb, weil ich festgestellt habe, dass nicht alle Links über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben).

Im ersten Abschnitt ist die Langzeitplanung von ROSKOSMOS zu lesen, hier im Forum unter *ROSKOSMOS Pläne bis 2015* wiedergegeben. Im folgenden zweiten Teil kommt RKK zu Wort, mit einem völlig anderen Langzeitkonzept:

Mitte April stellte die Führung der Korporation Energija (RKK) eine Konzeption zum Programm der Entwicklung der bemannten Raumfahrt in Russland in den nächsten 25 Jahren vor.

In dem Dokument ist vorgesehen, dass die erste Etappe des bemannten Mondprogramms unter Einsatz der Raumschiffe Sojus, der Trägerraketen Sojus-FG und Proton sowie der Beschleunigungsblöcke des Typs DM verwirklicht wird. "Das russische Segment der Internationalen Raumstation soll dabei als Montageplatz für einen Interorbitalkomplex vor seinem Mondflug genutzt werden. Dieses Herangehen wird es schon in der nächsten Zeit ermöglichen, die Landung der ersten Expeditionen auf dem Mond zu vorzunehmen", wurde bei der RRK Energija unterstrichen.

In der zweiten Etappe des Mondprogramms soll ein ständiges wieder verwendbares Mondtransportsystem entwickelt werden. Diesem System werden bemannte Raumschiffe auf der Basis der künftigen Raumfähre Clipper und Interorbitalschlepper mit Flüssigkeitsstrahltriebwerken für die Organisation der Flüge von bemannten Raumschiffen zwischen einer erdnahen und einer mondnahen Orbitalstation angehören. Es ist geplant, für den Transport von großen Gütern Schlepper mit Elektrostrahltriebwerken und großflächigen Sonnenbatterien einzusetzen. In dieser Etappe soll auch eine ständige Mondorbitalstation mit einem wieder verwendbaren Start- und Landemondmodul gebaut werden.

In der dritten Etappe soll auf dem Mond ein ständiger Stützpunkt eingerichtet werden, von dem die industrielle Erschließung des Erdsatelliten beginnen wird.

Mit dem Mondprogramm ist auch das Marsprogramm eng verbunden.

"Bei der Entwicklung des Marskomplexes nutzen wir zum Teil im Laufe von Jahrzehnten ausgearbeitete Technologien. Unter anderem Elektrostrahltriebwerke, die bereits auf Nachrichtensatelliten installiert werden. Die großen Sonnenbatterien wurden auf dem Orbitalkomplex Mir vervollkommnet", sagte Energija-Leiter Nikolai Sewastjanow.

Der neue Marskomplex mit einem großen Vorrat an Xenon-Treibstoff wird bemannte Expeditionen zum Mars bringen können, unterstrich der Energija-Chef.

Sewastjanow hob jedoch hervor, dass es notwendig sei, auch neue Elemente zu entwickeln: ein Start- und Landemodul für die Marsoberfläche. Er teilte mit, dass das Programm zur Marserschließung in drei Etappen umgesetzt werde: Erprobung des Komplexes bei einem Mondflug, ein bemannter Flug zum Mars, aber ohne Landung der Besatzung auf seiner Oberfläche, dann die Landung von Menschen auf dem Mars. Die Elemente des Komplexes sollen bis 2010 von Trägerraketen Sojus-FG und Proton und danach von modernisierten Trägerraketen Sojus-2 und neuen Trägerraketen Angara auf Umlaufbahnen gebracht werden.

Den Bau des Orbitalkomplexes werden bis zum Jahr 2015 die bemannten Raumschiffe Sojus und die Raumtransporter Progress bedienen. Ab 2015 soll das Clipper-System in Betrieb genommen werden.

Die erste Marsexpedition plant die RKK Energija in den 2020er - 2030er Jahren.



Jerry
« Letzte Änderung: 22. April 2006, 10:02:36 von H.J.Kemm »

Bricktop

  • Gast
Re: Das Energija-Konzept
« Antwort #1 am: 21. April 2006, 12:55:28 »
Es stellt sich nur eine Frage: wer soll das bezahlen?

« Letzte Änderung: 13. Oktober 2008, 06:55:14 von MSSpace »

rolli

  • Gast
Re: Das RKK-Konzept
« Antwort #2 am: 22. April 2006, 11:45:35 »
Hallo Jerry

Ich finde ja all diese Pläne auch toll, aber dann sowas:

Zitat
ein bemannter Flug zum Mars, aber ohne Landung der Besatzung auf seiner Oberfläche,

Das ist nun einfach kompleter Unsinn. Wieso soll wohl eine Crew diesen langen Weg zum Mars und zurück machen ohne zu landen?
Beim Mond ist das kein Problem: Siehe Apollo 8, beim Mars gibt das absolut keinen Sinn. Sämtliche gewünschten Daten werden und können von unbemannten Sonden mit einem Bruchteil der Kosten eines bemannten Raumflug realisiert werden.
Bei allem Respekt: Das ist einfach nur Blabla.

Ich bin ja mal gespannt, wieviel von diesen hochfliegenden Träumen jemals realisiert werden... [smiley=happy.gif]


« Letzte Änderung: 22. April 2006, 11:46:51 von rolli »

titow

  • Gast
Re: Das RKK-Konzept
« Antwort #3 am: 22. April 2006, 14:01:45 »
Zitat
Hallo Jerry

Ich finde ja all diese Pläne auch toll, aber dann sowas:

Zitat
ein bemannter Flug zum Mars, aber ohne Landung der Besatzung auf seiner Oberfläche,

Das ist nun einfach kompleter Unsinn. Wieso soll wohl eine Crew diesen langen Weg zum Mars und zurück machen ohne zu landen? (...) Das ist einfach nur Blabla.


Hört, hört - das Orakel von rolli hat wieder gesprochen und allen russichen Raumfahrtexperten mit grandiosen Argumenten ihre Unwissenheit und langjährigen Erfahrungen im Bereich der Langzeitflüge ad absurdum geführt: "Das ist einfach nur Blabla." Also das sollte doch jeden Raumfahrtexperten von Baikonur bis Housten überzeugen.

Ja, welchen Sinn sollte es wohl haben, einen bemannten Marsflug zu starten ohne auf demselben auch gleich zu landen? Könnte es sein, bei solch einem langandauernden Flug erst einmal zu testen, wie sich die Dauer eines solchen Unternehmens sowohl auf die Psyche als auch auf die Physis eines Menschen auswirkt? Könnte es sein, daß die Ergebnisse eines solchen praktischen Experiments zeigen sollen, ob der Mensch nach einem solchen langen und für ihn ungewöhnlichen Raumflug überhaupt noch in der Lage ist, das komplizierte Manöver einer planetaren Landung mit anschließend zu bewältigenden Arbeiten und Experimenten auszuführen? Könnte es sein, daß sich dabei herrausstellt, das eine oder andere Faktum nicht berücksichtigt zu haben, das zum Scheitern eines solchen Vorhabens führt? Könnte es sein, daß die Erfahrungen, die bei solch einem langen Flug gesammelt werden, dazu dienen könnten, sowohl medizinisch als auch technisch beim zweiten Anlauf auf unbekannte Faktoren besser reagieren zu können? Selbst der erste bemannte Mondflug mußte noch ohne eine Landung auskommen; da wäre es ja geradezu abenteuerlich, einen bemannten Marsflug gleich mit anschließender Landung zu starten. Mag sein, daß man das in den Strategie-Etagen der NASA ganz anders sieht, da in "Gottes eigenem Land" ja nichts unmöglich sein soll. Hollywod macht´s ja vor. Doch die Russen waren schon immer gut beraten gewesen, den ersten Schritt vor dem zweiten zu gehen.

Ja, rolli, du hast wieder einmal auf beeindruckende und bestechende Art und Weise uns allen vor Augen geführt, warum solch ein Vorhaben "kompletter Unsinn" ist: "...einfach nur Blabla." Weiter so; vieleicht bringst Du es ja noch mal zum Raumfahrtberater. Experten wie Dich braucht die Welt.

Deine Beweisführung war mal wieder argumentativ und analytisch. Was wohl der "weise" Albert dazu sagt? :-/ Blabla.

Vollkommen "überzeugt" grüßt TITOW. :-[
« Letzte Änderung: 22. April 2006, 15:40:31 von titow »

Offline tobi

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Re: Das RKK-Konzept
« Antwort #4 am: 22. April 2006, 16:06:40 »
Zum Thema:
Die psycholgischen Schwierigkeiten sind natürlich ein Problem. Allerdings würde sich die Stimmung durch eine Landung auf dem Mars sicherlich verbessern, da man auf dem Mars nich so eingeengt ist. Man kann tagsüber herumlaufen und ein bischen zeit für sich haben. Außerdem hat der Mars Gravitation, der Körper würde wieder anfangen Muskeln aufzubauen. Außerdem müsste man soviel ich weiß bei einem direkten Rückflug ein Swing-By Manöver bei der Venus machen und der Rückweg wäre somit wesentlich länger. Durch den nahen Vorbeiflug an der Venus würde man der Sonne sehr nahe kommen, was sicherlich nicht gesundheitsförderlich ist. Die technischen Hürden können fast alle unbemannt getestet werden. Deswegen bin ich der Meinung, dass man beim ersten bemannten Marsflug auch gleich landen sollte.
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2008, 06:54:57 von MSSpace »
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Buran-Pilot

  • Gast
Re: Das RKK-Konzept
« Antwort #5 am: 22. April 2006, 21:22:28 »
schöne sache... aber man muss eben sagen dass die russen den mars plan seit den 60ern rumliegen haben, er wird ständig dem jeweiligen stand der technik angepasst. Aber bis jetzt ganb es nie etwas handfestes.

Übrigens denke ich, die erste russiche Mars-Mission wird wohl ein erneuter unbemannter versuch sein, auf Phobos zu landen. Und es gab ja noch die Venera(Venus) pläne... sollte also keine finanzspritze kommen (also wenn sich die russiche wirtschaft nicht noch schneller entwickelt), wird wohl kaum was aus der sache.

Man muss der wahrheit ins auge sehen: ideen sind immer da gewesen, und schainbar ist (noch!) know-how vorhanden, aber die sache ist absolut nicht finanzierbar. Es sei denn RKK Energija bzw. Roskosmos finanzieren sich selbt, also durch den YAMAL satelliten, vielleicht auch an anteilen an GLONAS, oder duch Touristeneinnahmen von Kliper... aber vom staat ist nur wenig zu erwarten (es sei den man wollte es den Amis doch nochmal zeigen  :-?)

Offline Marauder

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Re: Das RKK-Konzept
« Antwort #6 am: 22. April 2006, 23:54:32 »
Die Friedhöfe der Raumfahrtnationen sind voll von tollen Visionen, Ideen und Projekten. Ich wünsche den Russen allen erdenklichen Erfolg, aber, mit Verlaub, ich glaub' es erst, wenn das Projekt wirklich umgesetzt wird. Ich wäre schon zufrieden, wenn wenigstens Kliper ein Erfolg wird.
« Letzte Änderung: 22. April 2006, 23:57:45 von Marauder »

Lunik

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Re: Das RKK-Konzept
« Antwort #7 am: 03. Mai 2006, 22:30:21 »
Nun, das liebe Geld sehe ich auch als Stolperstein. Das kann aber auch ein Vorteil sein, da sich Russland mal wieder auf die sinnvolleren Projekte konzentrieren wird. Allerdings habe ich auch bei den Marsplänen der NASA eine gewisse Restskepsis. Was wird aus den Marsplänen der NASA, wenn George Bush nicht mehr Präsident ist? Die Unzuverlässigkeit und Wechselhaftigkeit ist ja bekannt...

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Das RKK-Konzept
« Antwort #8 am: 19. Mai 2006, 10:59:16 »
Moin,

eine interessante Überlegung kommt jetzt wieder von RKK-Energija (teilweise zitiert aus RIA Novosti):

Der Chef der Korporation, Nikolai Sewastjanow, teilte jetzt in Berlin mit.


Zitat
"Wir sind jetzt an die Entwicklung eines Systems herangegangen, das es ermöglichen soll, beim Ausfall von Flügen amerikanischer Shuttles bis zu 500 Kilogramm Güter in der Landekapsel eines bemannten Sojus-Raumschiffes von der ISS zur Erde zurückzubefördern", sagte Sewastjanow.

Die russischen Raumtransporter vom Typ Progress, die jetzt zum Transport von Gütern zur Raumstation genutzt würden, könnten im Unterschied zu den Shuttles, deren Flüge bis zum Jahr 2010 völlig eingestellt werden sollen, keine Güter von der ISS zurückbringen, sagte der Energija-Chef.

Ihm zufolge soll es der Rücktransport von Gütern mit russischen Sojus-Raumschiffen Russland gestatten, eine teilweise Unabhängigkeit von den amerikanischen NASA-Partnern zu erreichen.

Wie Sewastjanow mitteilte, werden ab dem Jahr 2009, noch bevor die Shuttle-Flüge zur ISS eingestellt werden, nach einem Vertrag mit der NASA sechsköpfige Besatzungen mit russischen Sojus-Raumschiffen zur ISS befördert und dann zur Erde zurückgebracht.

"Nach dem mit der NASA erzielten Abkommen werden amerikanische Astronauten ebenfalls nur mit russischen Sojus-Raumschiffen auf finanzieller Grundlage zur ISS gebracht", sagte Sewastjanow.


Jerry

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