Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 7

21. Oktober 2020, 01:01:18
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unsere neue Tasse zu SpaceX - Beyond Frontiers im Raumcon-Shop
   Erweiterte Suche

Autor Thema: Strahlenschutz  (Gelesen 45482 mal)

Offline Volker

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 965
    • Webseite
Re: Strahlenschutz
« Antwort #100 am: 07. Januar 2015, 16:27:17 »
Hallo,

Habe schon gepostet, Quelle ist das Fachblatt "Science“ und die Daten von Mars Science Laborator. 

Na, in dem Science Artikel von Zeitlin et al. (Deine Quelle ist wohl eher der Spiegel Online Artikel, oder?) steht aber eben auch, dass die kosmische Strahlung konstant ist und sich die Dosis bei einem Mars-Return Flug auf etwa 600 mSv belaeuft. Die Strahlungsdosis die man von der Sonne erhaelt haengt aber sehr stark von der Sonnenaktivitaet ab. Die war waehrend der Messung vom Mars Science Laboratory aber eher normal, und selbst hier gab es schon einige Strahlungsausbrüche (siehe Abb. 1 in dem Artikel).
Richtig ist, dass die hochenergetische kosmische Strahlung sehr schwer abzuschirmen ist, richtig ist aber auch, dass die Teilchenstrahlung der Sonne eben nicht vorhersagbar ist und daher schnell zu einer Katastrophe führen kann. Die 600 mSv von der hochenergetischen kosmischen Strahlung hingegen sind ziemlich konstant -- und eventuell vertretbar wenn man bedenkt dass das Strahlenlimit bei 600 - 1200 mSv liegt (Cucinotta, Chappell, Updates to astronaut radiation limits: Radiation risks for never-smokers. Radiat. Res. 176, 102 (2011)).

Gruss,
Volker
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Offline Bitmurks

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 37
Re: Strahlenschutz
« Antwort #101 am: 01. April 2016, 21:53:30 »
(Beitrag wurde hierher verschoben von http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14152.new;topicseen#new - da hier der Zusammenhang fehlt, habe ich die Fragen ergänzt.)

Frage zur Machbarkeit eines Strahlenschutzes durch die Nutzung von Mond/Mars oder Kometen-Material
für ein Habitat oder eine länger bewohnbare Station in einer Umlaufbahn oder in einem Lagrange Punkt.
Könnte man sich das Material von der Oberfläche des Mondes, des Mars oder eines Asteroiden holen ?
Mich würde interessieren, ob Überlegungen/Konzepte zu diesen Punkten bestehen.

In einem Spiegel Artikel stand. Man bräuchte etwa 4m Mars Gestein um einen vergleichbaren Strahlenschutz wie durch die Erdatmosphäre zu erhalten.
Wenn man schaut, wieviel Dreck hier auf der Erde bei Bauvorhaben rumchauffiert wird.. ist die Frage vielleicht gar nicht so abwegig, unter der Voraussetzung man entwickelt effiziente, wiederverwendbare Antriebe. Wie sähe das für den Mars (Frage-1) aus, wie für den Mond (Frage-2) ?

Und Asteroiden verschieben und nutzen zu können, wäre ja aus anderen Gründen ebenfalls interessant.
Könnte man Asteroiden Material zum gewünschten Ort bringen und zu meterdickem Strahlenschutz verarbeiten (Frage-3) ?
« Letzte Änderung: 03. April 2016, 21:04:13 von Bitmurks »
Zwischen binär Null und binär Eins gibt es manches worüber man sich wundern kann ;-)

Offline Klakow

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 6111
Re: Strahlenschutz
« Antwort #102 am: 01. April 2016, 23:25:21 »
Den Beitrag habe ich hierher Verschoben:.....

Beim Mond bieten sich da tiefe Krater am Südpol an, da scheint nie die Sonne hin, also sollte der gefährliche Partikelwind da kaum noch eine Rolle spielen und damit geht die Strahlenbelastung natürlich auch in den Keller. Andere stellare Quellen quellen sind vielleicht dadurch abschirmbar  indem man genau überlegt an welcher Kraterseite bestimmte Himmelsregionen mit hoher Strahlenbelastung nicht von der Station aus sichtbar sind.
Das selbe findet man auf dem Mars, z.B. in der Caldera von einem der hohen Vulkane, nur widerspricht die wohl den Basisbedürfnissen für einen geeigneten Habitatort z.B. nach leicht zugänglichen Wasservorkommen.
Eigentlich ist ein Strahlenschutz auf dem Mars an günstigem Ort eh recht leicht zu erreichen indem man die Kuppel aus zwei Schichten baut und den Zwischenraum mit Wasser füllt.
Sowas darf auch leicht mehr als einen Meter dick werden. Das einzige Problem ist das die Außenhülle sehr UV Beständig sein muss.
Alternativ könnte ich mir außen auch eine Glas- oder eine kristalline (Koch)salz Schicht vorstellen. Diese Schicht müsste nicht druckdicht sein, nur die Zwischenschicht soweit schützen, dass sie dauerhaft dicht bleibt.
Leider bräuchte man ca. 10m Wassermantel, damit der Oberteil der Kuppel nahezu ohne Zugbelastungen bei 380mbar auskommen könnte.
Die Zahlen die ich gefunden habe, würde ca. 22% vom Licht durchkommen, also bei der Entfernung vom Mars zur Sonne ca. 10%.
Vermutlich reicht das nicht damit Pflanzen sehr gut wachsen können, aber es wäre für unsere Augen doch sehr hell.
Das tolle an so einer Lösung ist, dass sehr große von direktem Sonnenlicht und unter Druck stehende Räume realisierbar sind.
Da dort ein extrem hoher Schutz vor Strahlung besteht, könnte man sich beliebig lange darin aufhalten.

Sowas geht auf dem Mond vermutlich nicht zu realisieren, was aber nicht bedeutet das es dort keine sinnvollen Missionen gibt.

Tags: