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Autor Thema: Europa Lander  (Gelesen 1588 mal)

Offline tul

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Europa Lander
« am: 25. April 2009, 05:07:44 »
Es gab Anfang des Jahres eine Konferenz zum Thema Europa Lander, wo Russland sein Konzept vorgestellt hat.

http://arc.iki.rssi.ru/conf/2009elw/presentations/presentations_pdf/session2/martynov_ELW.pdf

Die Mission soll im Jahre 2017 gestartet werden und nach einmal Schwung holen an der Erde im Jahre 2019 schließlich 2022 am Jupiter ankommen. Eintritt in die Europa Umlaufbahn wäre dann Januar bis März 2024. Die Höhe beträgt 100 km. Die Landung würe dann im März erfolgen, d.h. man hat ungefähr  2 Monate Zeit eine Landestelle auszuwählen.
Gesamtgewicht liegt bei 6,36 Tonnen, wovon knappe 4 auf den Treibstoff entfallen, verteilt auf mehrere Module.  70 Kilo auf dem Lander stehen für wissenschaftliche Instrumente zur Verfügung. Stromquelle sind zwei RTGs.

Weitere Vorschläge für Lander und Penetratoren für Europa:

http://futureplanets.blogspot.com/2009/04/europa-hard-landers-and-penetrators.html

(Sorry gerade leider nicht mehr Zeit)



Offline Schillrich

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Re: Europa Lander
« Antwort #1 am: 25. April 2009, 08:18:39 »
Guten Morgen,

kommt ja zur rechten Zeit während Europa und USA auch in die Richtung planen. Interessant ist noch, dass für den Flug im inneren Sonnensystem ein elektrischer Antrieb vorgesehen ist. Außerdem soll der ziemlich große Lander mit RTGs betrieben werden und länger im Einsatz sein.
Aber auch hier wird es, wie bei Fobos-Grunt, Skeptiker geben, ob die russische Raumfahrt so eine Mission auf die Beine stellen kann, und ich gehöre mit dazu:
  • Hat Russland heutzutage Erfahrung mit und eine Produktion von RTGs?
  • Hat Russland Erfahrung mit elektrischen Antrieben in der Raumfahrt?
Die Mission zeichnet sich durch Neuland und Risiken aus. Damit wird sie auch teuer. Wenn man dann sieht wie Fobos-Grunt "gehandelt" wurde, kann auch das hier nicht gut gehen. Es bringt ja nichts aus politischer Seite Erfolg und Zeitplan öffentlich vorzuschreiben und gleichzeitig Probleme unter Verschluss zu halten (Fobos-Grunt).

Ich glaube eher, dass Russland als Partner beim amerikanisch-europäischen Konzept mitmachen möchte und sich mit diesem Konzept interessant machen möchte.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

knt

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Re: Europa Lander
« Antwort #2 am: 25. April 2009, 13:29:05 »
Hat Russland heutzutage Erfahrung mit und eine Produktion von RTGs?
Zu dieser Frage habe ich folgende Quellen gefunden:
A survey of current Russian RTG capabilities - American Institute of Aeronautics and Astronautics, 1994

Darin heißt es u.a.
Zitat
The Russian space history of RTGs is not very
cxtcnsivc. This is duc to the fact that Russians
depended on thcrmionic reactors for powering
their satellites. The first space RTGs were
launched in 1964. They supplied 20 We and
were fuckd with Po 210. In 1969, two lunar
rovers - Lunoehod were launched powered by 800
W~ Po 210 RTGs. In 1978, Po 210 RTGs that
supplied 40 We, 600 W~, were built, tested and
never launched.

Auch Mars 96 war mit 2 RGT's ausgestattet.

Zitat
Hat Russland Erfahrung mit elektrischen Antrieben in der Raumfahrt?
Zu dieser Frage habe ich folgende Quelle gefunden:
Electric Propulsion for Inter-Orbital Vehicles

Darin heißt es u.a.
Zitat
0The Russians have for at least 10 years been extensively using an electric propulsion technique called a "plasma thruster" which they have begun to market overseas. This thruster has been used on close to a hundred Russian military satellites, but is relatively unknown in the West.

Zitat
Ich glaube eher, dass Russland als Partner beim amerikanisch-europäischen Konzept mitmachen möchte und sich mit diesem Konzept interessant machen möchte.
Einer Zusammenarbeit mit der ESA stehen viele russische Raumfahrtleute zur Zeit - du weißt ja warum - skeptisch gegenüber.

Offline Schillrich

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Re: Europa Lander
« Antwort #3 am: 25. April 2009, 13:53:07 »
Interessante Quellen, danke.

Trotzdem dürfte Russland so eine Mission nicht alleine durchführen können, bzw. wenn sie es versuchen, ist das Risiko sehr hoch. Daher glaube ich schon, dass der Weg zu einer Partnerschaft führen würde. Europa konnte/könnte sein Jupiter-Konzept auch kaum alleine auf den Weg bringen und hat sich mit den Amerikanern zusammen getan.

Zitat
Einer Zusammenarbeit mit der ESA stehen viele russische Raumfahrtleute zur Zeit - du weißt ja warum - skeptisch gegenüber.
Die Zusammenarbeit für eine wissenschaftliche Mission darf man auch nicht vergleichen mit den Entwicklungen für ein Raumschiffprogramm (darauf beziehst du dich, oder?), wo es auch um Unabhängigkeit, Prestige un Technologietransfer geht. Außerdem dürfte dann genauso auch Europa skeptisch gegenüber Kooperationen mit Russland sein. Jede Medaille hat ja zwei Seiten.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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knt

  • Gast
Re: Europa Lander
« Antwort #4 am: 25. April 2009, 14:34:19 »
Trotzdem dürfte Russland so eine Mission nicht alleine durchführen können...
Ja, ein waschechter Skeptiker - es gibt immer noch ein "trotzdem"... :)

Zitat
Außerdem dürfte dann genauso auch Europa skeptisch gegenüber Kooperationen mit Russland sein. Jede Medaille hat ja zwei Seiten.
Mindestens zwei! Unabhängigkeit, Prestige und Technologietransfer sind aber bei wissenschaftlichen Planeten-Missionen durchaus ein entscheidender Faktor. Ob ein russischer oder französicher Wissenschaftler Leben auf dem Mars (zum Beispiel) entdeckt spielt für die jeweiligen Nationalisten eine bedeutende Rolle. Mir ist das schnuppe - du weißt ich bin der letzte der einer internationalen Zusammenarbeit im Wege stehen würde.

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