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Autor Thema: Raumfahrtjournalismus  (Gelesen 3793 mal)

Offline hesaenger

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Raumfahrtjournalismus
« am: 31. März 2009, 10:57:03 »
Dwayne A. Day hat in The Space Review anlässlich der Entlassung mehrerer bekannter Raumfahrtjournalisten aus verschiedenen Medien eine interessante Debatte ob der Zukunft des Raumfahrtjournalismus ausgelöst.
http://thespacereview.com/article/1338/1
Keith Cowing von Nasa Watch hat das Thema kritisch aufgenommen. http://www.nasawatch.com/archives/2009/03/space_reporting.html
Möglicherweise sieht er hier aber auch nur seine eigene Kompetenz angegriffen. Es bleibt aber die Frage: Wie geht es mit der Raumfahrtberichterstattung weiter? Wir wissen, dass die offiziellen Pressestellen meist ein sehr subjektives Bild zeichnen. Reicht es schon, wenn die Themen in Blogs und Foren disskutiert werden oder sollten sich darüber hinaus noch professionelle Medien damit befassen?
« Letzte Änderung: 31. März 2009, 11:45:30 von hesaenger »
HES

Offline tobi

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #1 am: 31. März 2009, 11:54:41 »
Hallo,

Pressemitteilungen sind immer subjektiv.

Ich denke, dass professionelle Berichterstattung von Journalisten, die von Raumfahrt ein wenig Ahnung haben, notwendig ist. Die meisten Wissenschaftsjournalisten bei diversen Fernsehsendern und Zeitungen haben nämlich diese allzu oft nicht.

Es bleibt natürlich die Frage, was ein professioneller Raumfahrtjournalist überhaupt ist. Muss er zum Beispiel bei einer Zeitung etc.. fest angestellt sein? Hier auf Raumfahrer.net arbeiten alle Redakteure unentgeltlich und trotzdem ist die Qualität höher als bei den meisten anderen deutsprachigen Medien, wie ZDF, SpiegelOnline etc...

Natürlich haben wir oft nicht die finanziellen Mittel die Redakteure zu Pressekonferenzen zu schicken und dort Informationen aus erster Hand zu bekommen. Ab und zu fährt jemand auf eigene Kosten zu einer ESA/DLR Pressekonferenz, aber sonst müssen wir uns immer auf andere Sekundärquellen im Internet verlassen.

Das ist natürlich dann der Vorteil von Publikationen, wie FlightInternational, die es sich leisten können ihre Journalisten um die Welt zu schicken.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

H.J.Kemm

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #2 am: 31. März 2009, 12:03:37 »
Moin,

aif dem Raumfahrer.net Treff in Berlin hatten wir verabschiedet, dass Jörg und ich uns um die *schreibende Kunst* kümmern sollten.

Ich hatte damals ca. 30 Redaktionen angeschrieben und sie darüber informiert, dass, wenn sie über Raumfahrt bzw. Astronomie schreiben wollen, mit uns Kontakt aufnehmen können. Wir würden ihnen gern helfen.

Es kamen leider keine Reaktionen.

Bei der Buran Anlandung in Speyer hatte ich sehr auffällig unser Raumfahrer.net Emblem auf meiner Jacke und da bin ich angesprochen worden. Zwar wurde mir gesagt, dass man sich melden würde, aber bis jetzt hat sich da auch nichts getan.

Hoffen wir mal, dass sich noch was tut; bzw. ich könnte diese Aktion ja noch einmal starten.

Bisher haben wir bei einem Bericht in N24 mitgewirkt.

Jerry

Offline hesaenger

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #3 am: 01. April 2009, 19:51:42 »
Richtig. Es gibt noch eine Menge in Speyer zu tun. Wir sind dabei.
HES

Offline hesaenger

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #4 am: 03. April 2009, 04:46:43 »
Hallo,

es geht öfters die Klage um, dass die Raumfahrt im englischen- oder französischen Sprachraum einen größeren Stellenwert hat, dass sich Deutschland, aus welchen Gründen auch immer, zu wenig engagiert. Genau so ist eigentlich bekannt, dass die Veröffentlichung eines Buches über Raumfahrt in deutscher Sprache eher um der Sache willen geschieht, während man mit einem englischsprachigen Buch auch Geld verdienen kann. Jetzt gab es gerade in den USA eine heftige Diskussion über die Zukunft des Raumfahrtjournalismus. Vergessen wir nicht, auch für einen von Braun war das Thema so wichtig, dass er es selbst mehrfach angestoßen hat. Also hatte ich versucht das Thema auch hier anzusprechen. Das Ergebnis sind zwei Antworten, eine schon an der Grenze des off topic. Hat unsere Politik recht? Brauchen wir, wollen wir scheinbar in Deutschland keine Raumfahrt mehr. Ist es indirekt auch unser eigenes Interesse, dass sich die Zahl der Raumfahrtbeschäftigten in 15 Jahren mehr als halbiert hat?
HES

Offline tobi

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #5 am: 03. April 2009, 09:48:55 »
Jetzt gab es gerade in den USA eine heftige Diskussion über die Zukunft des Raumfahrtjournalismus. Vergessen wir nicht, auch für einen von Braun war das Thema so wichtig, dass er es selbst mehrfach angestoßen hat. Also hatte ich versucht das Thema auch hier anzusprechen. Das Ergebnis sind zwei Antworten, eine schon an der Grenze des off topic. Hat unsere Politik recht? Brauchen wir, wollen wir scheinbar in Deutschland keine Raumfahrt mehr. Ist es indirekt auch unser eigenes Interesse, dass sich die Zahl der Raumfahrtbeschäftigten in 15 Jahren mehr als halbiert hat?


Das sich die meisten nur für das SpaceShuttle & ISS interessieren ist eine Berichterstattung neben NASA TV offenbar unnötig. Die europäische (ganz zu schweigen von der deutschen Raumfahrt) Raumfahrt verblasst gegenüber dem Shuttle völlig. Jeder kennt das Shuttle, wer kennt die Ariane 5?
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline Schillrich

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #6 am: 03. April 2009, 11:30:39 »
Raumfahrt besteht doch nicht nur aus den Trägern. Aber wer in der Öffentlichkeit kennt schon die interessanten Missionen? Da fällt schon hier bei uns das Interesse merklich ab.
\\   //    Grüße
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Offline tobi

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #7 am: 03. April 2009, 11:44:17 »
Genialer Beitrag Daniel.  ;D

Zitat
Aber wer in der Öffentlichkeit kennt schon die interessanten Missionen? Da fällt schon hier bei uns das Interesse merklich ab.

Ich frage mich auch, warum sich die Leute so wenig für die interessanten Projekte interessieren und alle so uninteressante Projekte wie..... verfolgen. ;D
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline Schillrich

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #8 am: 03. April 2009, 11:49:29 »
Gut, man muss sagen, dass vielleicht/wahrscheinlich schon eine Reihe Leute bei den Missionen mitlesen. Wir haben hier ja wirklich eine Menge stiller Leser und Gäste. Die Missionen bieten manchmal wenig Diskussionsstoff ... da gibt es andere hitzigere Themen, auch hier bei uns.
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Offline James

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #9 am: 03. April 2009, 12:05:12 »
Hallo Leute

...wer kennt die Ariane 5?
Starker Tobak, na ja, kann ich nur sagen.

Also ich würde mal behaupten, so gut wie jeder in diesem Forum kennt NATÜRLICH die Ariane5.
Und das Interesse an den Geschehnissen in Kourou und um die Ariane ist ganz sicher vorhanden.
Ich strapaziere das ja nicht gerne, aber in diesem Fall ist mal wieder die Öffentlichkeitsarbeit der europäischen Raumfahrt zu erwähnen.
Wenn sich jemand über Belange der US-Amerikanischen Raumfahrt informieren möchte, finden sich im Netz eine große Anzahl von unterschiedlichen Seiten die dieses Thema behandeln. Informationen zu erhalten ist verhältnißmäßig gut möglich. Auf "europäischer" Seite sieht es viel schlechter aus. Ab und zu mal ein Mission-Update auf Arianespace, bei Problemen keine Berichte. Es entsteht kein tieferer Einblick in die Systeme der Ariane (beim Shuttle kennt man bald jedes Ventil wenn mal so ein Bereich im Zentrum des Interesses ist). Weiters gibt es zum Arianesystem kaum unabhängige Seiten, kein nasaspaceflight und ähnliche.
Was passierte mit Martin Ransoms Seite "go-Ariane", eine Seite die immer sehr aktuell, wesentlich aktueller als arianespace berichtet hatte? Die damaligen letzten Meldungen der Seite hatten bei mir den Eindruck erweckt, er hätte Probleme bekommen, weil er ZUVIEL veröffentlicht hätte. Aber genau das wollen wir ja. Bemängeln wir nun das sich zuwenig Leute für die Belange der europäischen Raumfahrt interessieren, und werden gleichzeitig Leute die sich darum bemühen aus dem Weg geräumt? Sicherlich habe ich da zu wenig Einblick, aber für mich entstand dieser Eindruck.
JA, wir brauchen Leute die sich um Öffentlichkeitsarbeit kümmern. Und man muß sie auch lassen und sie auch mit Informationen versorgen.
Was ich mir oft wünsche, ist, das die Leute die sich für Raumfahrt interessieren, NICHT ein technisches Studium im Bereich der Raumfahrt beginnen. Ich denke es gibt viele gute Techniker. Dringenderer Bedarf liegt wo anders:
Leute engagiert euch in der Journalistik und in der Politik. DA brauchen wir noch dringend Leute die von Raumfahrt
eine Ahnung und dafür ein Herz haben.
Mittlerweile nutzen auch schon Personen aus dem journalistischem Bereich dieses Forum. Das sehe ich als gute Entwicklung.

Viele Grüße, James


Offline tobi

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #10 am: 03. April 2009, 12:21:04 »

JA, wir brauchen Leute die sich um Öffentlichkeitarbeit kümmern. Und man muß sie auch lassen und sie auch mit Informationen versorgen.
Was ich mir oft wünsche, ist, das die Leute die sich für Raumfahrt interessieren, NICHT ein technisches Studium im Bereich der Raumfahrt beginnen. Ich denke es gibt viele gute Techniker.
Leute engagiert euch in der Journalistik und in der Politik. DA brauchen wir noch dringend Leute die von Raumfahrt
eine Ahnung und ein Herz dafür haben.
Mittlerweile nutzen auch schon Personen aus dem journalistischem Bereich dieses Forum. Das sehe ich als gute Entwicklung.

Journalisten und Politiker mit einem Interesse für Raumfahrt brauchen wir natürlich auch. Allerdings gibt es ja aktuell einen großen Mangel an Ingenieuren in Deutschland. Natürlich weiß ich nicht in wiefern dieser Mangel auch auf die Raumfahrt zutrifft.
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Offline fion1

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #11 am: 03. April 2009, 13:51:54 »
Ganz provokant gesagt, macht es meiner Meinung nach den Anschein also ob die Raumfahrtindustrie kein Interesse an dem "Volk" hat und nicht anders herum.
Nicht jeder der sich für Raumfahrt interessiert hat auch zwangsläufig ein Studium oder eine gewisse Vorbildung aus den Bereichen. Es gibt sicher genug Menschen (mich eingeschlossen) die einfach fasziniert von der Technik und den Errungenschaften sind. Ich schau mir gerne Berichte, multimediale Beiträge oder einfach in den Himmel. Dabei geht es mir nicht darum alles bis ins letzte Detail und mit der aufgeblähtesten Formel erklärt zu bekommen. Da finde ich übrigens dieses Forum als einen sehr guten Mix, wo das meiste auch für Leihen wie mich sehr gut erklärt wird.
Und was ist mit unseren Raumfahrtprogrammen? Ab und an mal eine kleine Nachricht, viel zu wenig bewegte Bilder. Bei ESA Nachrichten macht sicht meist keiner mal die Mühe diese mindestens ins Deutsche zu übersetzen. Das halte ich für ein Land welches viele Millionen, indirekt aus unserer Tasche bezahlt, schlicht für unverständlich.
Wir sollten uns da mehr die NASA als Maßstab nehmen.

Ute

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #12 am: 03. April 2009, 19:53:59 »
Wahrnehmungsfaktor der Raumfahrt, Beispiel ISS
Dreh- und Angelpunkt ist die Wahrnehmung der ISS in breiten Bevölkerungskreisen. Nach unabhängigen Befragungen tendiert sie gegen 0.
Von 1.000 Befragten in ganz Deutschland hatten 12 % schon einmal etwas davon gehört. 3% wussten dass es sich um eine Raumstation handelt. Davon glaubten die meisten (73%) allerdings, dass es  um eine russische Station geht. Lediglich 1,56% wussten dass es sich bei der ISS um ein Internationales Gemeinschaftsprojekt handelt.
Erschreckend sehen die Zahlen bei Schülern aus. Bekanntheitsgrad bei Realschülern: 0,2%, Gymnasiasten: 2,8%.

Medienfaktor
Die Berichterstattung sowohl in den Print- als auch elektronischen Medien erfolgt immer dann, wenn spektakuläre Ereignisse im Sinne von Pannen anstehen (98,92%).
Fragt man beispielsweise bei den öffentlich rechtlichen Sender (ARD, ZDF) nach, kommt zur Antwort: Geben Sie uns ein Konzept, das tragfähig  für wenigstens 30% unserer Zuschauer ist!

Offline Schillrich

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #13 am: 03. April 2009, 20:08:27 »
Hallo Ute,

danke für diese konkreten Zahlen. Woher stammen die?

Bei der erwähnten Bedeutung der Raumfahrt für die Medien ist es kein Wunder, dass die Raumfahrtenthusiasten zu anderen Informationsquellen ausweichen. Den verlorenen Boden (nicht nur in diesem Bereich) können/wollen die klassischen Medien nicht gut machen.
\\   //    Grüße
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Offline alswieich

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  • Peter Ruppert ≡ alswieich
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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #14 am: 03. April 2009, 20:22:46 »
Mahlzeit!


Ein Grund mehr für mich auch weiterhin keine Massenmedien zu "konsumieren". Es ist ja nicht nur bei Raumfahrtthemen so.

Seit Anfang der 90-er Jahre lese ich keine Zeitungen mehr (mehrmals beim Lügen erwischt).
Seit der Abschaltung des Digitalen Satellitenradios (1999) höre ich kein Radio mehr.
Seit Frühjahr 2003 kein Fernsehen mehr (sehr auffällige Kriegspropaganda FÜR den Irak-Krieg).

Für diesen toxischen Dreck gibt es von mir also schon lange kein Geld mehr. Ich bin außerhalb der Reichweite der Meinungsmacher und von diesen nicht mehr manipulierbar. Ich vermisse nichts und bin froh besonders die Droge TV losgeworden zu sein.
Was mich allerdings etwas verwundert: Wieso ist der Film "V wie Vendetta" in Deutschland noch nicht verboten? Und ganz aktuell: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30064/1.html. Und die Massenmeinungsmacher mischen wieder fleißig mit...
>:( :(


Gruß
Peter

Ute

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #15 am: 03. April 2009, 20:39:26 »
Hi,
die Zahlen stammen von einer Befragung, die das Magazin Raumfahrt Concret 2005 zusammen mit einem Radiosender durchgeführt hat.
Ist zwar schon bisschen her, aber ich denke, daran wird sich nicht viel geändert haben

Offline hesaenger

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #16 am: 04. April 2009, 07:46:52 »
Guten Morgen,

um es noch einmal zu hinterfragen. Dwayne A. Day befürchtet ob des Abbaus professioneller Raumfahrtberichterstattung, dass die Arbeit der Industrie und Agenturen nicht mehr ausreichend hinterfragt würde, dass man dort künftig also eher unkontrolliert vor sich hinwursteln könnte. Keith Cowing hält diese Einstellung für elitäres Denken. Entsprechende Funktionen könnten auch von Blogs und Foren erfüllt werden.

Selber habe ich während meiner Arbeit für die Industrie die Erfahrung gemacht, dass man am liebsten jeder Konfrontation aus dem Weg geht um in Ruhe Arbeiten zu können. Man pflegt zwar die Pressekontakte gut um sich entsprechend präsentieren zu können und engagiert sich sonst hauptsächlich bei Fachevents wie Messen und Ausstellungen. Die Raumfahrtagenturen haben ein ähnliches Pflichtprogramm.

Also noch einmal zur Frage. Braucht es in der Raumfahrt Fachberichterstattung oder genügt die Diskussion in Foren und Blogs?
HES

Offline Kreuzberga

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Re: Raumfahrtjournalismus
« Antwort #17 am: 04. April 2009, 10:53:33 »
Also noch einmal zur Frage. Braucht es in der Raumfahrt Fachberichterstattung oder genügt die Diskussion in Foren und Blogs?

Natürlich braucht es in der Raumfahrtpolitik kritische und professionelle Fachberichterstattung!

Ich würde die kontrollierende Funktion der etablierten Medien zwar nicht überschätzen. Trotzdem erfüllen Fachjournalisten viele wichtige Aufgaben. Es kommt doch schließlich auch niemand auf die Idee zu behaupten, man bräuchte z.B. in der Wirtschaftspolitik keine Journalisten mehr, weil sich die Leute doch selbstständig in Foren informieren könnten.

Auch wenn sich die klassischen Medien in einer schwierigen Umbruchsituation befinden, spricht nichts dafür, die kritische, professionelle und umfassende Berichterstattung weiter herunterzufahren. Dass die klassischen Medien eine solche Berichterstattung durch Fachjournalisten mit ihren besonderen Kontakten zu Politik und Wirtschaft ermöglichen können, ist doch im Moment deren größtes Kapital. Dort zu sparen, erscheint hochgradig kurzsichtig.   

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