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Autor Thema: Raumfahrt Filme und Dokumentationen  (Gelesen 328225 mal)

Offline F-D-R

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Re: Raumfahrt Filme und Dokumentationen
« Antwort #1325 am: 09. November 2018, 10:59:26 »
Sehenswert auf alle Fälle. Keine Frage.
..... eigentlich ein Muß.
Aber man bekommt nicht das, was man vielleicht erwartet.
Ich werde dazu was schreiben. - Aber nicht zwischen Tür und Angel.

Offline wernher66

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Re: Raumfahrt Filme und Dokumentationen
« Antwort #1326 am: 10. November 2018, 06:35:16 »
So, ich habe mir "Aufbruch zum Mond" in einem nicht ganz so riesigen Kinosaal mit immerhin rund 20 Personen angesehen.
Ich kann alles nur bestätigen, was F-D-R schon  gesagt hat und ich freue mich schon auf seine Rezension.
Mein Fazit: sehenswert !
Sehr tiefgründig, der Mensch Armstrong und die Menschen in seiner Nähe stehen im Mittelpunkt. Das Leben mit seinen Höhen und den manchmal kaum zu ertragenden
Tiefen steht im Mittelpunkt. Armstrong ist kein Strahle-Mann und das ist gut so. Kein amerikanisches Heldenepos, aber zwischen den Zeilen begreift man, warum er für
diesen einzigartigen Flug die richtige Wahl war.
Dennoch, die Mondlandung ist sehr schön und spannend umgesetzt. Das trifft auch für alle anderen Szenen zu, die man als Raumfahrtfan sehen möchte (Ritt auf der
X-15, Test des LLTV, Gemini VIII ). Wie immer findet man kleine Fehler, aber das ist doch normal und unvermeidbar.
Einzig Buzz Aldrin wird vielleicht nicht ganz so zufrieden sein, wenn er diesen Film sehen sollte.
Ich sage: guckt ihn Euch an, ertragt die Länge, in der Summe ist es ein schöner Film.

Nachtrag:
Nicht-Raumfahrtfans werden Schwierigkeiten haben zu begreifen, was sie da gerade sehen. Viele Szenen und die handelnden Personen erschließen sich nur richtig, wenn man gut
weiß, um was es gerade geht. Das setzt der Film voraus. Ist aber für uns Raumfahrtfans kein Problem, für alle anderen wahrscheinlich schon.

Online Axel_F

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Re: Raumfahrt Filme und Dokumentationen
« Antwort #1327 am: 14. November 2018, 00:39:20 »
Ich war gestern ebenfalls zu "Aufbruch zum Mond" im Kino und bin schwer enttäuscht. Einen so depressiven Film hab ich lange nicht gesehen.  :-\

Aber vielleicht hätte der Name des Hauptdarstellers eine Vorwarnung gegeben (Blade Runner 2049, Driver, ...). Falls es sich um Raumfahrtszenen handelt sind diese im Flug meist verwackelt, die Schalter abgenutzt (als wären sie schon tausendmal verwendet) und die Raumfahrzeuge Klapperkisten. Während man bei Apollo 13 ("der erfolgreichste Fehlschlag aller Zeiten") mit einem guten stolzen Gefühl den Kinosaal verlassen hat, kommt der historischen Flug von Apollo 11 in diesem Film wie ein totaler (menschlicher) Fehlschlag vor. Es ist ein Biopic über Neil Armstrong - aber wie er im Film dargestellt wird, habe ich ihn in keiner Videoaufnahme (Interviews, Anhörungen vor dem Kongress, Archivaufnahmen) wahrgenommen. 

!!! Achtung Spoiler !!!
Man fragt sich im Film warum hat Neil diese Laufbahn eingeschlagen? Hätte man nicht am Anfang seine Leidenschaft (er war ein sehr junger Pilot) vom Fliegen zeigen sollen? Man kommt an den Charakter nicht ran. Keine Stimmung wo man sagen würde - ich will Astronaut werden - wir wollen raus ins Unbekannte. Brauchte Neil nur Arbeit und ist ausversehen da reingerutscht?? Dafür Gesichtsaufnahmen das man die Nasenhaare zählen kann... Es wird eine hartherzige Ehe dargestellt. Armstrong war aber einer der wenigen Astronauten der sich nicht kurz nach seinem Flug zum Mond scheiden lassen hat (erst 1994). Man hangelt sich im Film von Fehlschlag zu Fehlschlag. Es werden keine Erfolge gefeiert - sondern nur als Randnotiz dargestellt, dass es dieser Erfolg die Situation um Armstrong eher kritischer macht. Man hätte auch mal altes Filmmaterial zeigen können und die Verbesserungen und Erfolge zeigen können um auch die Stimmung zu heben. Aber ständig - auch die Darstellung auf dem Mond - wird auf die Sinnlosigkeit der Mission hingewiesen. Das Untereinander der Astronauten (was man von Right Stuff bzw. Apollo 13 kennt) kommt gar nicht auf. Aldrin und Collins sind wie ausgeblendet.

Eventuell sollte man den Titel wirklich "First Man" oder "Erster Mensch" in Deutschland nennen und damit unterstreichen, dass es sich um ein Biographiefilm im Drama-Stil handelt. Eine positive Aufbruchstimmung - so wie es der deutsche Titel "Aufbruch zum Mond" suggeriert - kommt nicht auf.


Da schaue ich mir lieber nochmal "Stoff aus dem Helden sind", "Marsianer", "Apollo 13", "Spacewalker" oder "Last Man on the Moon" an. 8)

Aber das depressive hat anscheind gerade für Raumfahrtfilme Mode (war bei der Mars-Serie von National Geographics ebenfalls), sollte man eher mal für die US-Kriegsfilme umsetzen - da will bestimmt keiner mehr Soldat in der Armee werden :D

Ich fand den Film absolut nicht sehenswert.  >:(

Ich bin gespannt auf FDRs Review.

Nachtrag: Hier mal Armstrongs einziger Talk-Show-Auftritt (hat ansonsten nur Interviews ohne Publikum gegeben) - und das noch im deutschsprachigen Raum (!) im Hangar von Red Bull in Salzburg, wo man sieht wie Armstrong wirklich war:

https://www.youtube.com/watch?v=iHk0ga56qtw
Übrigens sehenswert da auch noch Leonow und Reiter anwesend sind.
« Letzte Änderung: 14. November 2018, 10:27:29 von Axel_F »
"Denn ein Schiff erschaffen heißt nicht die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen." (Antoine de Saint-Exupéry)

Offline F-D-R

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Re: Raumfahrt Filme und Dokumentationen
« Antwort #1328 am: 14. November 2018, 16:27:31 »
Hallo Axel,
nach dem Du nun mindestens der Zweite bist, der auf die Portalrezension wartet ...
... ich finde einfach nicht die Zeit, es fertig zu stellen ...
Aber vorab.... Es wird kein Verriss ... ! Ich finde den Film auf seine Art sehenswert, wenn auch (leider) nur für ein eingeschränktes Publikum. 

Ach ja... Der Auftritt im Hanger-7 bei Servus-TV ... . So sollten wir ihn in Erinnerung behalten.
Danke für den Link.

Offline DerRecken

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Re: Raumfahrt Filme und Dokumentationen
« Antwort #1329 am: 14. November 2018, 21:08:09 »
Ich hab mir den Film am Sonntag im Kino angeschaut und bin nicht begeistert.

Als History-Film ist er mir nicht detailliert genug. Als Beispiel die Apollo 1 Katastrophe hat keine Konsequenzen und es wird zu wenig von der Entwicklung des Apollo und Gemini-Programm gezeigt.
Als Familien-Drama fehlte es mir an Drama. Von Neil gab es immer nur eine Reaktion und die war schweigen oder "ausweichen". Keine Charakter-Entwicklung, kein Drama was sich zuspitzt.

Ich würde den Film 6,8-7,2 von 10 Punkten geben. Und alles mit 6 ist für mich ein "Kaugummi-Film", den kau ich nicht ein 2. mal durch.


Offline Nakova

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Re: Raumfahrt Filme und Dokumentationen
« Antwort #1330 am: 15. November 2018, 12:06:00 »
Ja, dann möchte ich - mal zur Erfrischung - wieder eine Bresche schlagen:

Das Erste was mir auffiel war ebenfalls die manchmal "verwackelte Kamera" - von der ich ebenfalls kein Fan bin. Und auch die "abgenutzten Schalter" sind mir merkwürdig aufgefallen. Das wars aber auch schon an negativen Aspekten.
Denn zum einen spiegelt der Film die 'Alles oder Nichts'-Mentalität wieder, welche ich mir durchaus für jene Generation auch so vorstellen kann. Außerdem wird das daraus resultierende Waagnis auch gut dargestellt, welches an Wahnsinn grenzt, wenn man die beschränkten technischen Möglichkeiten dieser Zeit betrachtet. Und dann noch vor dem Hintergrund, dass nur im begrenztem Umfang vorher geprobt und getestet wurde.
Des weiteren, fand ich gut [aber das ist ggf. Geschmakssache] das der Film nicht im 3D produziert wurde, denn nur so konnte man orginale Clipsequnezen von damals bestmöglich implementieren (ander Seits wäre man mitten im Film von 3D in 2D hin und zurück gezerrt worden).
Posetiv zu erwähnen ist auch, die stimmige Filmmusik, welche zum großen Teil mit einem Theremin begeleitet oder solo eingespielt wurde. Dem Instrument, von welchem Armstrong sehr angetan war. Und irgendwie hat jenes Instrument ja sowieso einen 50er & 60er SiFi-Bezug.
Fazit und meine Meinung: Bei aller Fazination für die Raumfahrt - unter den damals gegebenen Umständen, wäre ich da nirgendwo eingestiegen. DAS hat mir der Film grandios vor Augen geführt! Insofern, ist das Waagnis - ich sage bewusst nicht Leistung* - von Armstrong, für mich, noch um so heldenhafter für die Raumfahrtgeschichte!

*Ich unterscheide an dieser Stelle insofern, als das ich das Wort "Waagnis" in dem Kontext, als das größere Subjektiv als "Leistung" ansehe. Es enthält nämlich für mich, das enorme Risiko und den Waagmut von Armstrong und seinen Kollegen, zusätzlich zu seiner "Leistung" des Trainings und mußevoll darauf Hinarbeitens.
Als er die Himmel bereitete, war ich da; als er einen Kreis [hebr. "chug" was zudem Kugel bedeutet] über der Fläche der Wassertiefe festsetzte ... (im 10 Jahrhunderd v.Chr. von Salomo verfasst)

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