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Autor Thema: Andromeda-Galaxie (M 31)  (Gelesen 42977 mal)

websquid

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #50 am: 01. Dezember 2010, 18:06:17 »
Im Swift-Artikel steht, dass es direkt im Kern fast keine jungen Sterne gibt. Der sogenannte „Ring of Fire“ liegt weiter außen, der aus den jungen Sternen besteht. Er wird verursacht durch Gezeiteneffekte, die umlaufende Satellitengalaxien im Medium von M31 auslösen. Ich vermute mal, dass der Wikipedia-Artikel in der Hinsicht einfach mies formuliert ist, da ich beim Suchen keine ernstzunehmende Quelle finde, in der das steht.

mfg websquid

Offline rene.eichler2

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #51 am: 01. Dezember 2010, 18:35:47 »
Danke websquid

Dachte schon ich muss mein Weltbild zu Galaxien neu überdenken.

Liebe Grüße
"Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn wissen ist begrenzt." Albert Einstein

"Es ist Alles möglich im Universum, Hauptsache es ist genügend unvernünftig." Nils Bohr

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Offline Kreuzberga

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #52 am: 09. Januar 2011, 18:56:16 »
Die ESA-Weltraumteleskope Herschel und XMM-Newton haben M 31 gemeinsam unter die Lupe genommen. Herausgekommen ist dabei dieses Bild:


(Für großes Bild klicken)

Infrarotstrahlung (Herschel) ist im Bild orange dargestellt und Röntgenstrahlung (XMM-Newton) in blau. Die fünf orangenen konzentrischen Ringe repräsentieren Sternentstehungsgebiete - kalte Staub- und Gaswolken, die Herschel besonders gut beobachten kann. Aufgeheizt werden sie von jungen Sernen. Die blauen Bereiche stehen dagegen für Sterne an oder nach ihrem Lebensende. M 31 verfügt über weit mehr als doppelt so viele Sterne wie unsere Milchstrasse, nämlich rund eine Billion.

Hier nochmal die Einzelbilder im Vergleich:


Die Herschel-Bilder sind die genauesten die bisher von M 31 in diesem Wellenlängenbereich verfügbar sind. Sie wurden während der Weihnachtszeit letztes Jahr aufgenommen, ebenso wie die Vergleichsbilder von XMM-Newton. Beobachtungen wie diese können vom Boden aus schlichtweg nicht vorgenommen werden.

Mehr: http://www.esa.int/SPECIALS/Herschel/SEMY1K0SDIG_0.html

Offline Kreuzberga

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #53 am: 27. April 2011, 16:49:20 »
Die ESA hat eine nette kleine Animation zu M31 zusammengestellt: http://www.esa.int/esaCP/SEM5IUYGRMG_index_0.html

Man sieht dort übereinandergelegt Aufnahmen von XMM-Newton (UV und Röntgen), Herschel (Infrarot), Planck (Mikrowellen) und terrestrischen Teleskopen (Sichtbar). Besonders schön finde ich die XMM-Newton Aufnahmen des galaktischen Zentrums unserer Nachbargalaxie über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

rm39

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #54 am: 02. Mai 2011, 16:04:42 »
Der gleiche Artikel mit Film ist heute im deutschsprachigem Teil des ESA-Portals erschienen.
Hier zum Nachlesen:

Der bunte Rock der Andromeda

Offline klausd

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #55 am: 01. Juni 2012, 16:15:50 »

Jetzt ist es also sicher: Milchstraße steht Kollision mit Andromeda bevor. Mehr dazu in unserem Portal: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/01062012160902.shtml

Das dort eingebettete, übersetzte Video stelle ich auch mal hier mit rein.


Andromeda - Milchstraße kollidieren

Gruß, Klaus

Offline Olli

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #56 am: 01. Juni 2012, 18:58:56 »
Passend dazu gibt es eine Reihe an berechneten Bildern, wie die Kollision von der Erde aussehen würde / könnte.

Die Bilderfolge ist zeitlich kodiert:
    erste Reihe, links: heutige Ansicht
    erste Reihe, rechts: In 2 Milliarden Jahren ist Andromeda sichtbar größer.
    zweite Reihe, links: In 3,75 Milliarden Jahren füllt Andromeda einen Großteil des Sichtfelds aus.
    zweite Reihe, rechts: In 3,85 Milliarden Jahren sind am ganzen Himmel neue Sternformationen zu beobachten.
    dritte Reihe, links: In 3,9 Milliarden Jahren, die Sternentstehung geht weiter.
    dritte Reihe, rechts: In 4 Milliarden Jahren wird Andromeda gestreckt, die Milchstrasse hingegen zusammengedrückt.
    vierte Reihe, links: In 5,1 Milliarden Jahren beginnen die Kerne der Milchstrasse und von Andromeda zu verschmelzen
    vierte Reihe, rechts: In 7 Milliarden Jahren hat sich eine große elliptische Galaxien gebildet, deren heller Kern den Nachthimmel dominiert.



Klick auf's Bild für eine größere Ansicht

Quelle: NASA.gov

Was für ein Anblick das ist... wie die Entdeckung des Himmels von uns Menschen wohl abgelaufen wäre, wenn wir heute bereits auf eine riesigen Galaxienbulge schauen würden?
Einmal mitfliegen - was gäb' es Schöneres? Nichts!

astronom25

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #57 am: 03. Juni 2012, 11:35:53 »
Das ist einfach faszinierend,was da wohl in ca. 4 Milliarden Jahren uns bevorsteht!  8)

Aber wer weiss ob es dort noch Menschen gibt und unsere Sonne dürfte auch die meiste
Energie aufgebraucht haben...........
So oder so man kann es eventuell nur erahnen.

Offline GdZ

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #58 am: 03. Juni 2012, 19:02:30 »
Es ist immer schön zu lesen, wenn es überall heist: "Es steht kurz bevor" ;D.
Wenn man sich vor Augen stellt, dass das Universum erst seit 13,7 Mrd. existiert und in 4 Mrd. Jahre (so ungefär ab Heute ;D), die Milchs.trasse -und die Andromeda-Galaxie kollidieren.

Und ich hoffe es, dass die Menschheit bis dahin existiert. Nur leider sieht es zuzeit nicht gut aus!!! >:( :'(
"Albert Einstein sagte mal, dass zwei Dinge unendlich sind, das Universum und die menschliche Dummheit. Das Stimmt nicht ganz, es gibt noch ein weiteres:"die menschliche Phantasie".
GdZ

Offline Ruhri

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #59 am: 03. Juni 2012, 23:04:56 »
Und woher beziehst du diese tiefschürfende Erkenntnis?   >:(

Nein, behalt es für dich, denn es ist unter Garantie wieder so eine Esoterikseite.   :-X

Tja, mal rein wisseschaftlich betrachtet: Wann wird die Erde gleich noch einmal unbewohnbar auf Grund der stärkeren Sonneneinstrahlung (im Prozess hin zum Roten Riesen)? Ungefähr eine Milliarde Jahre, oder? So gesehen werden wir tatsächlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr hier sein, um diesen Anblick selbst zu genießen.

Offline Liftboy

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #60 am: 04. Juni 2012, 07:20:40 »
Gleiches hab ich mir auch gedacht, als ich das Briefing zu dem Thema gesehen habe. Aber der beteiligte Wissenschaftler sah das nicht so dramatisch, und meinte, dass wir in 1 Mrd Jahre (überlegt euch mal, wieviel Zeit das ist^^), falls wir dann noch existieren und nicht aus irgendeinem anderen Grund von der Bildfläche verschwunden sind, durchaus mit der erhöhten Strahlung klar kommen könnten. Entweder wir kühlen die Erde oder große Teile, oder wir setzen uns einfach weiter Richtung äußeres Sonnensystem ab.
Wenn wir in 1 Mrd Jahre noch als Menschheit, oder deren Nachkommen existieren, dann haben wir glaube ich genug Probleme bewältigt um auch dieses bewältigen zu können ^^

Wie auch immer, mehr als rumspekulieren kann man dabei eh nicht, ich würde es aber jemandem wünschen, den Nachthimmel sehen zu können, bis zu der Zeit, bis es dann eine große Eliptische Galaxie ist. Die sieht als Nachthimmel irgendwie langweilig aus :P

Offline Gertrud

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #61 am: 29. Januar 2013, 19:53:43 »
Hallo Zusammen,
Zwei neue Ansichten auf die Andromeda -Galaxie
Die Andromeda-Galaxie (Messier 31)  liegt 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt, und ist die nächstgelegene große Galaxie zu unserer eigenen Milchstraße und ist damit ein ideales natürliches Labor zum Studium der Sternentstehung und Galaxienentwicklung.
Jüngste Untersuchungen zufolge kann Andromeda, wenn dunklen Materie enthalten ist, eine Gesamtmasse wie die Masse unserer Milchstraße haben. Das Herschel Space Observatory sieht die längeren Wellenlänge des infraroten Spektrums aus der Galaxie und enthüllt die  Ringe von sehr kühlem Staub. Diese Wellenlängen des Lichts umfassen 250 bis 500 Mikrometer, die ein Viertel bis zur Hälfte eines Millimeters groß sind. Durch Herschel können die Astronomen Staubwolken bei Temperaturen von nur wenigen zehn Grad über dem absoluten Nullpunkt (0 K,  −273,15 °C ) sehen. Diese Wolken sind dunkel und undurchsichtig bei kürzeren Wellenlängen.Mit Herschel sind auch die Speichen von Staub zwischen den konzentrischen Ringen sichtbar. Die Farben in diesem Bild wurden erweitert um die kleinen Unterschiede in den Wellenlängen wiederzugeben. Aber sie spiegeln eine echte Veränderung der Daten wieder. Die sehr kalten Wolken sind am hellsten in den längsten Wellenlängen und sind im Bild rot gefärbt, während die wärmeren einen Blaustich annehmen.
Neue Sterne werden in der zentralen, belebten Nabe und in den Ringen der ganzen Galaxie in den staubigen Knoten geboren.
Zusammen mit den Daten von anderen Observatorien zeigen sich auch andere Eigenschaften des Staubes an und beeinflussen die Infrarot-Farbe des Bildes. Eine Verklumpung der Staubkörner oder ein eisiges Wachstum umhüllt die Körner und scheinen in den Außenbezirken der Galaxie zu den subtilen Farbvariationen beitragen.Diese Beobachtungen wurden durch Herschels  Spectral and Photometric Imaging Receiver (SPIRE) gemacht
Die Bunten Ringe von Andromeda
Credit: ESA/NASA/JPL-Caltech/NHSC
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA16681

Die kühle Andromeda
Das neue Bild von Herschel zeigt in dem Fern-Infrarot-Licht rot gefärbt sehr kalten Staub vermischt mit Gas, nur ein paar Dutzend Grad über dem absoluten Nullpunkt in der Milchstraße. Die blauen, wärmere Regionen, wie in der zentralen Bulge ist die Heimat der ältesten Sterne.Die komplizierte Struktur der insgesamten 200.000-Lichtjahr-weiten Galaxie zeigt Stern-Bildungszonen in den mindestens fünf konzentrischen Ringen, die durchsetzt mit den dunklen Lücken sind, in denen keine Sternbildung vorhanden ist.
Credit:ESA/Herschel/PACS & SPIRE Consortium, O. Krause, HSC, H. Linz
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA16682
http://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/details.php?id=PIA16682

Mit den besten Grüßen
Gertrud
« Letzte Änderung: 29. Januar 2013, 23:38:38 von Gertrud »
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Gertrud

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #62 am: 23. März 2017, 18:14:45 »
Hallo Zusammen,

Der nächstliegende Nachbar der Milchstraße, die Andromeda Galaxy, verfügt über eine dominierende Quelle mit hochenergetische Röntgenemissionen, aber die Identität war bis jetzt geheimnisvoll.
Wie in einer neuen Studie berichtet wird, hat die NuSTAR (Nuclear Spectroscopic Telescope Array) Mission ein Objekt, das für diese hochenergetische Strahlung verantwortlich ist, festgestellt.
Das Objekt,Swift J0042.6 + 4112, ist ein möglicher Pulsar, der dichte Rest eines toten Sterns, der hochmagnetisiert ist und spint. Diese Interpretation beruht auf die Emission in hochenergetischen Röntgenstrahlen, die NuSTAR messen kann. Es ist wahrscheinlich in einem binären System, in dem Material von einem stellaren Begleiter auf den Pulsar gezogen wird, das Material heizt sich auf und erzeugt die hochenergetische Strahlung.
Das Spektrum des Objekts ähnelt den bekannten Pulsaren in der Milchstraße.

Ein Teil der Andromeda-Galaxie (Messier 31) wurde 2016 mit hochenergetische Röntgenstrahlen von dem Nuclear Spectroscope Telescope Array (NuSTAR) dargestellt. Das Hintergrundbild von Andromeda wurde von dem Galaxy Evolution Explorer (GALEX) in ultraviolettem Licht aufgenommen.
Credit: NASA/JPL-Caltech/GSFC
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20061

Jetzt erfolgte eine Auswertung weiteren Forschungen.
Es wird angenommen, dass es einen möglichen Pulsar in der Andromeda Galaxy gibt. Der mögliche Pulsar wurde mit dem Nuclear Spectroscope Telescope Array (NuSTAR) identifiziert. Dieser Pulsar ist mit den hohen Energien heller als die gesamte Schwarze Loch-Population der Andromeda-Galaxy.
Das Röntgenlicht von NuSTAR zeigt den Pulsar-Kandidaten in blau.
Das Hintergrundbild von Andromeda wurde von dem Galaxy Evolution Explorer (GALEX)  in ultraviolettem Licht aufgenommen.
Image Credit: NASA/JPL-Caltech/GSFC/JHU
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20970
https://www.nasa.gov/feature/jpl/andromedas-bright-x-ray-mystery-solved-by-nustar

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Edit: Schreibfehler berichtigt, Gertrud
« Letzte Änderung: 24. März 2017, 11:18:45 von Gertrud »
die Erklärung zu meinem Avatar:
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Offline Duncan Idaho

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #63 am: 16. Februar 2018, 17:45:23 »
Animation über die Verschmelzung von Milchstasse und Andromedagalaxie.
Das gefällt mir, eine Berechnung anhand der "gewogenen" Massen der Galaxie.


"Menschen können visionär sein, wenn wir uns dafür entscheiden. Diese Forscher wogen die Andromeda-Galaxie und aktualisierten die Vorhersage dessen, was passieren wird, wenn sie in 5 Milliarden Jahren mit unserer Galaxie kollidiert."
https://twitter.com/coreyspowell/status/964211201994608640

Das ist der Link zu ICAR:
https://www.icrar.org/cosmic-collision/
#I NEVER WANT TO HOLD/SCRUB AGAIN.

Offline aasgeir

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #64 am: 11. Februar 2019, 11:31:09 »
Neue Messungen von GAIA deuten darauf hin, dass die Kollision/das Verschmelzen unserer Galaxis mit der Andromeda-Galaxis nicht, wie bisher angenommen, in 3,9 Milliarden Jahren stattfinden wird, sondern etwa 600 Millionen Jahre später, also in 4,5 Milliarden Jahren. Es gibt auch neue Modellrechnungen zur Dynamik dieses Vorgangs,
unter:
 https://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Gaia/Gaia_clocks_new_speeds_for_Milky_Way-Andromeda_collision

https://twitter.com/esascience/status/1093558684834283520

Offline sven

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #65 am: 06. März 2019, 12:32:34 »
Die Andromeda_Galaxie hat neuesten Erkenntnissen zufolge die gleiche Größe /das gleiche Gewicht wie die Milchstraße. Gemessen wurde das anhand der Fluchtgeschwindigkeit. Auch wird der Anteil an dunkler Materie als geringer eingeschätzt, als bisher angenommen.
Damit ändern sich die kosmologischen Modelle über die Kräfteverhältnisse innerhalb der lokalen Gruppe und auch die Prognosen der Kollision beider Galaxien.
https://www.space.com/39751-andromeda-galaxy-not-bigger-than-milky-way.html

Offline Prodatron

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #66 am: 06. März 2019, 14:24:00 »
Die Andromeda_Galaxie hat neuesten Erkenntnissen zufolge die gleiche Größe /das gleiche Gewicht wie die Milchstraße.
Interessant ist dann, warum das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Andromeda Galaxie dann mit dem Faktor 24 soviel größer (100mio Sonnenmassen) als das der Milchstraße ist (4,2mio Sonnenmassen)?

Offline Pham

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #67 am: 06. März 2019, 16:38:26 »
Die Andromeda_Galaxie hat neuesten Erkenntnissen zufolge die gleiche Größe /das gleiche Gewicht wie die Milchstraße.
Interessant ist dann, warum das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Andromeda Galaxie dann mit dem Faktor 24 soviel größer (100mio Sonnenmassen) als das der Milchstraße ist (4,2mio Sonnenmassen)?
Interessant ist in dem Zusammenhang ob es überhaupt eine kausale Korrelation zwischen der Größe (Masse) einer Galaxie und dem zentralen schwarzen Loch gibt. Es existieren ja Galaxien ohne zentrales, supermassives schwarzes Loch.

Fraglich ob es auch den umgekehrten Fall gibt: ein isoliertes, supermassives schwarzes Loch ohne umgebende Galaxie (oder etwas, dass man so nennen könnte).
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Prodatron

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #68 am: 06. März 2019, 17:02:46 »
Interessant ist in dem Zusammenhang ob es überhaupt eine kausale Korrelation zwischen der Größe (Masse) einer Galaxie und dem zentralen schwarzen Loch gibt. Es existieren ja Galaxien ohne zentrales, supermassives schwarzes Loch.
Wurden solche ohne jemals nachgewiesen? Mittlerweile geht man doch eher davon aus, daß jede Galaxie ein supermassives schwarzes Loch im Zentrum hat?
https://de.wikipedia.org/wiki/Galaxie#Entstehung_und_Entwicklung
Zitat von: Wikipedia
Neueste Studien gehen davon aus, dass sich im Zentrum jeder Galaxie ein supermassereiches schwarzes Loch befindet, das signifikant an der Entstehung der Galaxie beteiligt war. So entstanden Galaxien aus riesigen Gaswolken (Wasserstoff), deren Zentren zu supermassereichen schwarzen Löchern kollabieren. Diese wiederum heizten das umliegende Gas so weit auf, dass sich durch Verdichtung Sterne und letztendlich Planeten bildeten. Die Größe der Galaxien und deren Zentren (supermassereiche schwarze Löcher) stehen in direktem Zusammenhang: je größer eine Galaxie, desto größer das Zentrum.
Ich meine mich an einen Vortrag vor ca. einem Jahr zu erinnern, auf dem gesagt wurde, daß die Größe des zentralen SL direkt mit der Größe der Galaxy (oder war es deren Bulge?) korreliert.
Im Falle von Milchstraße und Andromeda scheint das dann aber nicht mehr zu stimmen.


Fraglich ob es auch den umgekehrten Fall gibt: ein isoliertes, supermassives schwarzes Loch ohne umgebende Galaxie (oder etwas, dass man so nennen könnte).
Kann mir sowas nur vorstellen, wenn durch eine Kollision mit einer größeren Galaxie der kleineren die meisten Sterne entrissen wurde und nur etwas vom Kern übrigbleibt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch#Supermassereiche_Schwarze_L%C3%B6cher
Zitat von: Wikipedia
Supermassereiche Schwarze Löcher wurden auch in (ultrakompakten) Zwerggalaxien gefunden (zuerst 2014 in M60-UCD 1), was darauf hinweist, dass diese als „normale“ Galaxien entstanden, denen durch Kollisionen mit größeren Galaxien ein Großteil der Sterne entrissen wurde.

Letzteres könnte vielleicht die unterschiedlich großen SLs in gleich großen Galaxien erklären. Z.B. könnte die Milchstraße in der Vergangenheit einer kleineren Galaxie bei einer Streif-Kollision die meisten Sterne entrissen zu haben, das Zentrum ist aber als ultrakompakte Zwerggalaxie "entkommen" und wurde später von der Andromeda-Galaxie eingefangen, in der es mit deren SL verschmolzen ist. Grundsätzlich sinken supermassereiche SLs ja durch Wechselwirkung mit den Sternen immer in das Zentrum einer Galaxie.

Offline Pham

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #69 am: 06. März 2019, 17:15:24 »
Interessant ist in dem Zusammenhang ob es überhaupt eine kausale Korrelation zwischen der Größe (Masse) einer Galaxie und dem zentralen schwarzen Loch gibt. Es existieren ja Galaxien ohne zentrales, supermassives schwarzes Loch.
Wurden solche ohne jemals nachgewiesen? Mittlerweile geht man doch eher davon aus, daß jede Galaxie ein supermassives schwarzes Loch im Zentrum hat?
https://de.wikipedia.org/wiki/Galaxie#Entstehung_und_Entwicklung
Zitat von: Wikipedia
Neueste Studien gehen davon aus, dass sich im Zentrum jeder Galaxie ein supermassereiches schwarzes Loch befindet, das signifikant an der Entstehung der Galaxie beteiligt war. So entstanden Galaxien aus riesigen Gaswolken (Wasserstoff), deren Zentren zu supermassereichen schwarzen Löchern kollabieren. Diese wiederum heizten das umliegende Gas so weit auf, dass sich durch Verdichtung Sterne und letztendlich Planeten bildeten. Die Größe der Galaxien und deren Zentren (supermassereiche schwarze Löcher) stehen in direktem Zusammenhang: je größer eine Galaxie, desto größer das Zentrum.
Ich meine mich an einen Vortrag vor ca. einem Jahr zu erinnern, auf dem gesagt wurde, daß die Größe des zentralen SL direkt mit der Größe der Galaxy (oder war es deren Bulge?) korreliert.
Im Falle von Milchstraße und Andromeda scheint das dann aber nicht mehr zu stimmen.


Fraglich ob es auch den umgekehrten Fall gibt: ein isoliertes, supermassives schwarzes Loch ohne umgebende Galaxie (oder etwas, dass man so nennen könnte).
Kann mir sowas nur vorstellen, wenn durch eine Kollision mit einer größeren Galaxie der kleineren die meisten Sterne entrissen wurde und nur etwas vom Kern übrigbleibt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch#Supermassereiche_Schwarze_L%C3%B6cher
Zitat von: Wikipedia
Supermassereiche Schwarze Löcher wurden auch in (ultrakompakten) Zwerggalaxien gefunden (zuerst 2014 in M60-UCD 1), was darauf hinweist, dass diese als „normale“ Galaxien entstanden, denen durch Kollisionen mit größeren Galaxien ein Großteil der Sterne entrissen wurde.

Letzteres könnte vielleicht die unterschiedlich großen SLs in gleich großen Galaxien erklären. Z.B. könnte die Milchstraße in der Vergangenheit einer kleineren Galaxie bei einer Streif-Kollision die meisten Sterne entrissen zu haben, das Zentrum ist aber als ultrakompakte Zwerggalaxie "entkommen" und wurde später von der Andromeda-Galaxie eingefangen, in der es mit deren SL verschmolzen ist. Grundsätzlich sinken supermassereiche SLs ja durch Wechselwirkung mit den Sternen immer in das Zentrum einer Galaxie.
Ein Beispiel, dass ich gerade präsent habe:
Die Galaxie M87 hat etwa die 10fache Masse unserer Galaxie. Deren zentrales schwarzes Loch hat eine Masse von ca. 6Mia. Sonnenmassen. Also dem 1.000fachen der Masse von SgrA*, des schwarzen Lochs der Milchstraße.
Das heißt nicht, dass es keine Korrelation gibt, aber wenn dann ist sie nicht linear.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Volker

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #70 am: 07. März 2019, 13:42:18 »
Hallo,

Fraglich ob es auch den umgekehrten Fall gibt: ein isoliertes, supermassives schwarzes Loch ohne umgebende Galaxie (oder etwas, dass man so nennen könnte).

In den 1990ern gab es einige Fälle, die auf "nackte" supermassive Schwarze Löcher (SMBH), also SMBH die sich nicht in einer Galaxie befinden, hinzuweisen schienen (z.B. Bahcall et al. 1994 oder auch Magain et al. 2005). Mit besseren Beobachtungsmöglichkeiten hat man aber bei den Kandidaten eine Galaxie nachweisen können (z.B. Jahnke et al. 2009). Häufig ist es schwierig, die Galaxie zu beobachten, wenn das SMBH aktiv ist, also Materie hineinfällt und der aktive Galaxienkern sehr hell wird. Also, bisher sind keine "nackten" SMBH beobachtet worden.
 
Die Galaxie M87 hat etwa die 10fache Masse unserer Galaxie. Deren zentrales schwarzes Loch hat eine Masse von ca. 6Mia. Sonnenmassen. Also dem 1.000fachen der Masse von SgrA*, des schwarzen Lochs der Milchstraße.
Das heißt nicht, dass es keine Korrelation gibt, aber wenn dann ist sie nicht linear.

Das Verhältnis zwischen Galaxien-bulge (also, dem inneren Teil der Galaxie, der ungefähr kugelfoermig ist) und der Masse des SMBH ist linear -- aber es gibt eine sehr grosse Streuung um diese lineare Korrelation (Baldassare et al. 2015). Dazu kommt, dass das Massenverhältnis sich auf langen Zeitskalen geändert hat. In den letzten Milliarden Jahren scheinen die SMBHs langsamer gewachsen zu sein als die Galaxien in denen sie sich befinden. Ausserdem scheint das Verhältnis auch von der Masse des SMBH abzuhängen: für kleine SMBH ist das Verhältnis größer (M-bulge-Galaxie / M-SMBH ~ 300) als für massereiche SMBH (M-bulge-Galaxie / M-SMBH ~ 40) (siehe Trakhtenbrot et al. 2011). Mehr dazu in gängigen Lehrbüchern...

Gruß
Volker
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Offline Pham

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #71 am: 08. März 2019, 06:30:36 »
Hallo,

Fraglich ob es auch den umgekehrten Fall gibt: ein isoliertes, supermassives schwarzes Loch ohne umgebende Galaxie (oder etwas, dass man so nennen könnte).

In den 1990ern gab es einige Fälle, die auf "nackte" supermassive Schwarze Löcher (SMBH), also SMBH die sich nicht in einer Galaxie befinden, hinzuweisen schienen (z.B. Bahcall et al. 1994 oder auch Magain et al. 2005). Mit besseren Beobachtungsmöglichkeiten hat man aber bei den Kandidaten eine Galaxie nachweisen können (z.B. Jahnke et al. 2009). Häufig ist es schwierig, die Galaxie zu beobachten, wenn das SMBH aktiv ist, also Materie hineinfällt und der aktive Galaxienkern sehr hell wird. Also, bisher sind keine "nackten" SMBH beobachtet worden.
 
Die Galaxie M87 hat etwa die 10fache Masse unserer Galaxie. Deren zentrales schwarzes Loch hat eine Masse von ca. 6Mia. Sonnenmassen. Also dem 1.000fachen der Masse von SgrA*, des schwarzen Lochs der Milchstraße.
Das heißt nicht, dass es keine Korrelation gibt, aber wenn dann ist sie nicht linear.

Das Verhältnis zwischen Galaxien-bulge (also, dem inneren Teil der Galaxie, der ungefähr kugelfoermig ist) und der Masse des SMBH ist linear -- aber es gibt eine sehr grosse Streuung um diese lineare Korrelation (Baldassare et al. 2015). Dazu kommt, dass das Massenverhältnis sich auf langen Zeitskalen geändert hat. In den letzten Milliarden Jahren scheinen die SMBHs langsamer gewachsen zu sein als die Galaxien in denen sie sich befinden. Ausserdem scheint das Verhältnis auch von der Masse des SMBH abzuhängen: für kleine SMBH ist das Verhältnis größer (M-bulge-Galaxie / M-SMBH ~ 300) als für massereiche SMBH (M-bulge-Galaxie / M-SMBH ~ 40) (siehe Trakhtenbrot et al. 2011). Mehr dazu in gängigen Lehrbüchern...

Gruß
Volker
Hallo Volker,

vielen Dank für die Darstellung  :) ( ... und die Werbung in eigener Sache  ;) )
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Offline einsteinturm

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Re: Andromeda-Galaxie (M 31)
« Antwort #72 am: 15. Mai 2019, 16:35:56 »
Bestehen denn Aussichten auch das SL im Zentrum von M31 direkt zu beobachten a la M87?
Oder vielleicht bei M33?

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