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Autor Thema: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher  (Gelesen 99346 mal)

Hansjuergen

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #25 am: 17. Dezember 2008, 18:28:24 »
Hallo Timo!

Danke,das nennt man dann "24Std-Service" ;D , denke aber das dies dem Thema zuträglich ist und so die Information betreff Schwarzen Löcher kompakt.

Hansjürgen

spacetime

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #26 am: 24. März 2005, 21:10:43 »
Was entscheidet eigentlich die Richtung der rotation von schwarzen Löchern? Ist das Zufall oder was spielt dabei eine Rolle, in welche Richtung sich zum Beispiel unsere Galaxie dreht. Die Galaxie M33 dreht sich z.B. im Uhrzeigersinn.

Danke schon mal für Anwort und Diskussionsbereitschaft.  ;)
« Letzte Änderung: 17. Dezember 2008, 14:22:03 von Kreuzberga »

Marc-Andre

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #27 am: 24. April 2005, 12:04:14 »
Ich lese grade das Buch 'Eine kurze Geschichte der Zeit' von Stephen Hawking. Das Buch ist ja ziemlich bekannt.
Im Kapitel 'Ursprung und Schicksal des Universums' steht folgendes:
Zitat
In seiner Gesamtheit setzte das Universum seine Ausdehnung und Abkühlung fort, doch in Regionen, deren Dichte etwas über dem Durchschnitt lag, wurde die Expansion durch zusätzliche Gravitationskräfte verlangsamt. Das brachte schließlich die Expansion in einigen Regionen zum Stillstand und leitete eine erneute Zusammenziehung ein. Die Gravitationskräfte der Materie außerhalb der zusammenstürzenden Regionen können diese in eine leichte Rotationsbewegung versetzt haben. Je mehr sich die zusammenstürzenden Regionen verdichteten, desto schneller mußte ihre Rotation werden....
Das handelt jetzt über das Entstehen von Galaxien. Aber das Grundprinzip dürfte ja auch auf Sonnen etc. gelten, aus was auch immer Schwarze Löcher entstehen mögen (es gibt ja unterschiedliche Entstehungsarten von Schwarzen Löchern)


MfG

Marc-André


P.S.:
Zitat
Die Galaxie M33 dreht sich z.B. im Uhrzeigersinn.
Dann guck mal von unten ;)
« Letzte Änderung: 24. April 2005, 12:04:56 von Marc-Andre »

Offline Volker

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #28 am: 25. Juli 2005, 22:55:18 »
Die Rotationsachse der Galaxie muss nicht mit der Rotationsachse des Schwarzen Lochs uebereinstimmen. Es sieht in den meisten Faellen so aus, als ob die Akkretionsscheibe um das Schwarze Loch sich also nicht nach der der Muttergalaxie ausrichtet. Die Rotationsachse des schwarzen Lochs kann man in einigen Faellen aus Radiobeobachtungen des Materiejets ermitteln, der senkrecht zur Akkretionsscheibe des Schwarzen Lochs ausgestossen wird.

Bei stellaren Schwarzen Loechern ist die Rotation zumeist die gleiche wie die des massiven Vorgaengersterns (wegen der Drehimpulserhaltung), solange die Explosion (Supernova) einigermassen symmetrisch war.
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Hansjuergen

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #29 am: 23. Januar 2009, 00:23:58 »
Schwarze Löcher unter falschem Verdacht

Aktive Galaxienkerne, also massereiche Schwarze Löcher im Zentrum von Galaxien, die so viel Material verschlingen, dass sie hell leuchten, standen lange Zeit im Verdacht, für das Ende der Sternentstehung in ihrer jeweiligen Wirtsgalaxie verantwortlich zu sein. Eine Untersuchung eines internationalen Astronomenteams hat sie allerdings jetzt von diesem Vorwurf freigesprochen.
Weiter hier: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/01/0901-029.shtml

Hansjürgen

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #30 am: 22. Februar 2009, 21:07:09 »
Binäre Quasare?

Astronomen haben in den riesigen Datenmengen der Sloan Digital Sky Survey (SDSS) einen möglichen Kandidaten für ein Doppelsystem bestehend aus zwei supermassiven Schwarzen Löchern gefunden.

Die Spektra, die die Astronomen in der Datenbank fanden, deuteten auf die Überlagerung gleich zweier Aktiver Galaktischer Nuklei (AGN) hin. Durch die Betrachtung der Rotverschiebung konnten die relative Geschwindigkeit der beiden Objekte ermittelt werden. Die beste Schätzung geht von einer Masse von 20 Millionen Sonnenmassen für das eine Schwarze Loch und 800 Millionen Sonnenmassen für das andere aus. Sie liegen ca. ein Drittel Lichtjahr voneinander entfernt und umrunden sich circa einmal alle hundert Jahre.

Noch muss allerdings bestätigt werden, dass es die beiden wirklich umeinander kreisen und es sich nicht um eine Überlagerung mit einem weiter entfernten Hintergrundobjekt handelt.

Sollte es sich tatsächlich um ein binäres System handel, wäre es ein interessantes Untersuchungsobjekt für LISA. Die beiden Objekte würden aufeinander zuspiralen und zwar dank des Energieverlustes durch Gravitationswellen. Diese wären allerdings zu schwach für LISA, sodass man auf eine Kollision der beiden Schwergewichte hoffen müsste. Ob und wann diese passiert ist weitgehend unklar - es könnte sich durchaus noch um ein paar Milliarden Jahre handeln.

Hier sieht man ein schönes Bild, das auf den Daten von NASAs Supercomputer Columbia basiert, welcher die Entstehung von Gravitationswellen bei einem binären Schwarzen Loch simulierte:

NASA

http://www.skyandtelescope.com/news/38573822.html
http://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/0901/0901.3779.pdf
« Letzte Änderung: 22. Februar 2009, 21:11:23 von Kreuzberga »

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #31 am: 07. März 2009, 21:37:42 »
Im Portal gibt es jetzt auch einen Artikel zu dem oben angesprochenen Phänomen: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/06032009160935.shtml

In der Presse gab es mal wieder höchst unterschiedliche Angaben zur Masse des schwereren Schwarzen Lochs. Viele Quellen berichteten von 50 Millionen Sonnenmassen, andere von 800 Millionen und wieder andere von fast einer Milliarde, wobei letzteres wahrscheinlich die 800 Millionen mit einer gewissen Fehlertoleranz meint.

Alles in allem aber mal wieder ein tolles Forschungsergebnis, welches durch den riesigen Datensatz der Sloan Digital Sky Survey möglich wurde.

H.J.Kemm

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #32 am: 18. März 2009, 07:10:45 »
Moin,

passend zu Rollis Beitrag # 20 hier im Titel >>>


Bild: NGC 6240 / Composit Spitzer-Hubble

Die beiden verschmelzenden Galaxien, die jetzt den Titel NGC 6240 tragen, mit ihren grossen *schwarzen Löchern*.

Aufgenommen von *Spitzer* > rot und von *Hubble* > grün und blau.

Jerry 
« Letzte Änderung: 19. März 2009, 00:21:14 von Kreuzberga »

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #33 am: 21. März 2009, 04:33:22 »
Astronomen haben im Rahmen einer konzertierten Beobachtungekampagne eine Aktive Galaxie, welche zugleich auch ein Blazar (Siehe Raumcon-Lexikon) ist, zum ersten Mal simultan in den Frequenzbereichen Gamma, Röntgen und Sichtbar beobachtet. Zum Einsatz kamen dabei das Large Area Telescope (LAT) auf dem im letzten Jahr gestarteten Gammastrahlen-Weltraumteleskop Fermi, sowie das High Energy Stereoscopic System (HESS), ein Anordnung von Teleskopen in Namibia. Weitere Beobachtungen wurden mit dem Rossi X-Ray Timing Explorer (RXTE) der NASA und dem Swift Gammastrahlen-Weltraumteleskop ebenfalls von der NASA durchgeführt.

Beobachtungsobjekt war die 1,5 Milliarden Lichtjahre entfernte  Aktive Galaxie PKS 2155-304 im Sternbild des Südlichen Fisches (Piscis Austrinus).

Das überraschende Ergebnis der multispekralen Beobachtungen war, dass die Emissionen des Blazars, der sich gerade in einer seiner Ruhephasen befand, sich nicht so verhalten, wie bisher gedacht. Ist der Blazar aktiv, also dann, wenn große Strahlungsausbrüche zu verzeichnen sind, verlaufen die Röntgen- und Gamma-Emissionen synchron miteinander. Nun, in der weniger aktiven Periode, synchronisierten sich die Emissionen im Gammabereich mit denen im Optischen (Sichtbaren), während die Röntgen-Emissionen konstant blieben.

Eine Erklärung dafür haben die Astronomen bisher nicht. Aber die neuen Ergebnisse könnten erste Hinweise darauf liefern, wie Blazare (und damit auch Quasare und AGNs) allgemein funktionieren und wodurch genau die Jets verursacht werden. Genau das ist bis heute nämlich ebenfalls noch nicht vollständig verstanden.


Bild: NASA

http://www.astronomynow.com/090320Armadaoftelescopescaptureblazartogether.html

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #34 am: 15. April 2009, 14:16:37 »
Mit dem Hubble-Weltraumteleskop wurde 7 Jahre lang die elliptische Galaxie M87 beobachtet. Das besondere Interesse galt dem AGN, den Prozessen um das supermassive Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie. Dieses produziert, wie das bei den meisten AGN der Fall ist, Jets aus hochenergetischen, geladenen Partikeln (Siehe auch oben). Das Besondere in diesem Fall ist, dass innerhalb des Jets ein flare entstanden ist, der zeitweilig heller wurde als die Akkretionsscheibe um das Schwarze Loch selbst. Sehen kann man das auf dieser Zeitreihe:


NASA/ Hubble

Wie man auf dem Bild vom Mai 2005 sieht, ist der "Knoten" im Jet deutlich heller als der galaktische Kern selbst.
Wie es genau zu diesem flare-Ereignis kommt, ist bisher noch ungeklärt. Die einfachste Erklärung wäre, dass der Teilchenstrom auf eine Barriere aus Gas und/ oder Staub stößt und diesem Unmengen an Energie zuführt.

Um das Phänomen besser zu verstehen, will man die Anomalie, genannt HST-1 noch länger und mit weiteren Teleskopen beobachten. Wirklich interessant wäre es natürlich, weitere vergleichbare Fälle zu finden.

Eventuell kann das geplante Radio-Weltraumteleskop Radio-Astron, dessen Start für den Herbst geplant ist, genauere Beobachtungen machen. Durch Interferometrie (VLBI) wird es mit diesem internationalen Teleskop möglich sein, im Radiospektrum Auflösungen im Mikro-Bogensekundenbereich zu erreichen.

http://hubblesite.org/newscenter/archive/releases/2009/16/image/a/

Hansjuergen

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #35 am: 22. April 2009, 22:12:41 »
Ich hoffe mal das nachfolgende Meldung hier richtig aufgehoben ist.
Ein Wissenschaftler-Team hat ein mysteriöses Objekt im All gefunden, welches vielleicht auch ein Supermassives Schwarzes Loch sein könnte. Die Bezeichnung ist Himiko und durch die Entfernung nur als Raster-Objekt in Falschfarbendarstellung erkennbar:


Mehr darüber hier: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2009-04/ci-msb_1041509.php

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #36 am: 31. Mai 2009, 16:58:20 »
Das Röntgen-Weltraumteleskop XMM-Newton der ESA hat ein supermassives Schwarzes Loch in bisher unerreichter Genauigkeit unter die Lupe genomme. Siehe hier: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/31052009161440.shtml

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #37 am: 09. Juni 2009, 12:46:38 »
Die Masse des supermassiven Schwarzen Lochs im Zentrum der nahegelegenen Galaxie M 87 wurde neu bestimmt. Mit 6,4 Milliarden Sonnenmassen ist es das schwerste bisher bekannte Schwarze Loch. Mehr dazu im Portal: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/09062009122104.shtml

rashid

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #38 am: 10. Juni 2009, 22:59:31 »
"... findet massereichstes Schwarzes Loch ..."

Da man den Elaboraten der Presseabteilungen von MP noch weniger vertrauen kann als unserer Qualitätspresse. Deshalb versuche ich immer zuerst die Orginalveröffentlichung zu finden. Da die eigentliche Veröffentlichung im Astrophysical Journal ja noch nicht erfolgt ist, kann man sich nur auf das beziehen, was in der Vorveröffentlichung steht.

http://arxiv.org/abs/0906.1492

Wie immer liest sich das dort dann etwas anders. Aber besser ist es dann auch nicht. Die Autoren haben offensichtlich Probleme zu erkennen, was sie eigentlich tun, wenn sie schreiben "we measure a black hole mass ...". Gefunden, also beobachtet, wurde überhaupt nichts. Es wurden 'verbesserte' mathematische Modelle durch den Rechner gejagt und daraus Schlüsse gezogen.

Der Glaube durch immer feinere Vernetzung der Modelle auch bessere Ergebisse zu bekommen ist ja auch unter Technikern nicht auszurotten. Verwendet werden jedoch weiter die Formeln fürs Kontinuumsmodell.

Und dann, "mit unserem Superrechner können wir ein variables Masse-Leuchtkraftverhältniss simulieren." -  Ätsch und ihr nicht.

"The reason for the difference in the black hole mass is because we allow the M/L ratio to change with radius."

"When we do not include a dark halo, we measure a black hole mass and stellar M/L ratio that is consistent with previous measures, implying that the major difference is in the model assumptions."

Das ohne die veränderten Modellannahmen das herkömmliche Ergebnis herauskommt, haben sie ja gut hingekriegt. Diese Art von 'wissenschaftlicher' Forschung ist mir zuwider.

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #39 am: 11. Juni 2009, 11:51:35 »
Gefunden, also beobachtet, wurde überhaupt nichts. Es wurden 'verbesserte' mathematische Modelle durch den Rechner gejagt und daraus Schlüsse gezogen.

Hallo rascha,

das ist so nicht ganz richtig. Als Basis für die Modellrechnungen wurden natürlich "Messergebnisse" verwendet, so z.B. die Bewegungen der Sterne in der Galaxie.

Aber natürlich sind auch die Grundannahmen wichtig, die in das Modell einfließen. Dazu gehört hier die angenommene Existenz eines so genannten "dark halos", also eines Halos aus Dunkler Materie, der die Galaxie umschließt.

Nun versucht man mittels der Rechenpower eines Supercomputers dasjenige Modell zu finden, das die durch Beobachtung gewonnenen Daten am besten erklärt (Best-fit). D.h. dann nicht, dass es sich wirklich so verhält, aber es lässt sich eine Wahrscheinlichkeit angeben. Es handelt sich also um eine professionelle Schätzung.

Das, was du "herkömmliches Ergebnis" nennst, ist auch nicht auf einem anderen Wege zu stande gekommen. Nur waren bisherige Modelle weniger komplex.

Diese Art von 'wissenschaftlicher' Forschung ist mir zuwider.

Wie möchtest du denn statt dessen Wissenschaft betreiben?

rashid

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #40 am: 12. Juni 2009, 21:26:41 »
das ist so nicht ganz richtig. Als Basis für die Modellrechnungen wurden natürlich "Messergebnisse" verwendet, so z.B. die Bewegungen der Sterne in der Galaxie.

Du willst Du sagen, es ist falsch. Schauen wir uns diese 'Basis' doch mal genauer an.

Rohdaten, also das was die Sensoren an Signalen liefern, müssen stets interpretiert werden. Selbst im Alltag (der uns vertrauten Umwelt) macht unser Gehirn dabei immer wieder Fehler.

Gemessen wird bis heute nur Licht und seine spektrale Verteilung. Die "Bewegung der Sterne", also die (gemittelte) Rotationsgeschwindigkeit wird über die Spreizung des Spektrums infolge des Dopplereffekts berechnet. In den meisten Fällen wird hier die 21cm-Linie des Wasserstoffs verwendet. Über die Trully-Fisher Beziehung http://de.wikipedia.org/wiki/Tully-Fisher-Relation wird daraus die absolute Leuchtkraft ermittelt. Daraus dann die Entfernung (relative Leuchtraft), die Masse des leuchtenden Gases (Masse-Leuchtkraftbeziehung) usw. 

Die Abschätzung der Gesamtmasse der Galaxie erfolgt i.d.R. aus der Analyse von Rotationskurven verschiedner Gasphasen und über die Verteilung der molekularen Komponente des ISM. Bereits hier wird aus Interpretation zunehmend Spekulation.

Bei der Bestimmung der Verteilung dieser Massen in der Galaxie wird das Ganze zu einem stochern im Nebel. Die echten Daten versinken in einem Wust aus Annahmen und Vermutungen. Viel Raum für kontroverse Meinungsschlachten, Stichwort core-cusp-Diskrepanzhttp://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2_bild&f_id=420&rang=8&pid=11747.

In guten Lehrbücher steht schlicht: Mit dem derzeitigen Stand der Beobachtungstechnik läßt sich die Gesamtmasse der Galaxien nicht erfassen.

Von solchen defätistischen Aussagen läßt man sich jedoch nicht beirren. Die Kluft zwischen Modell und Beobachtung wird durch rätselhafte "dunkle Materie" und noch rätselhaftere "dunkle Energie" überbrückt und das Ganze hochwissenschaftlich eingekleidet, anstatt sich um ein adäquate Modellierung mit den tatsächlichen verfügbaren Daten zu kümmern oder einzugestehen das man keine Ahnung hat.

Wie in alten Zeiten postuliert man Sphären, die man nicht sehen kann, aber irgendwo müssen die Planeten ja wohl festgemacht sein. Man bestimmt ihre Dicke mit Hilfe des neuesten Apparates des besten Mechanikus und das Lob der gelehrten Kumpane ist einem gewiss. Und der Rest der Gemeinde sinkt ehrfurchstvoll hernieder und staunt.

Das eigentliche Hauptproblem der heutigen Kosmologie liegt im Begriff Masse (Trägheit), und was er reales bezeichnen soll. Statt sein Weltbild zu hinterfragen, schaltet man den Computer an und sein Gehirn aus.

Wissenschaft, die diesen Namen auch verdient, sollte nicht Unwissen als Wissen ausgeben. Allwissend sind nur die Götter. Erst wenn man sich klar gemacht hat, daß das derzeitige Modell nicht mehr zu retten ist, kann man sich an ein neues wagen.

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #41 am: 12. Juni 2009, 21:51:48 »
Hallo rascha,

die Dichotomie "Wissen-Unwissen" greift hier etwas zu kurz, denke ich.
Können wir uns vielleicht so einigen, dass es sich um einen educated guess handelt?

Gruß,
Timo

rashid

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #42 am: 12. Juni 2009, 22:39:24 »
Guten Abend Timo,

m akademische Umfeld mag man das so gelten lassen, da man sich hier der Geltungsbedingungen bewußt sein sollte. Hier geht es aber um eine populäre Veröffentlichung und da ist die Aussage "MPE-Astronom findet massereichstes schwarzes Loch in Galaxie M87" schlicht falsch.

Der gemeine Mann versteht unter 'finden' nicht 'vermuten'. Das führt dann zu solchen Aussagen wie, 'die Wissenschafler hauen uns aber wieder mal ganz schön Taschen voll. Und dafür wollen die unsere Steuen.'

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #43 am: 15. Juni 2009, 13:55:33 »
im akademische Umfeld mag man das so gelten lassen, da man sich hier der Geltungsbedingungen bewußt sein sollte. Hier geht es aber um eine populäre Veröffentlichung und da ist die Aussage "MPE-Astronom findet massereichstes schwarzes Loch in Galaxie M87" schlicht falsch.

Hallo rascha,

ok, das hört sich schon ganz anders an, als deine vorhergehenden Bemerkungen. Wenn ich dich richtig verstehe, regst du dich vor allem darüber auf, wie über Wissenschaft berichtet wird und weniger über die Vorgehensweise und die Methoden an sich.

Offline Pirx

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #44 am: 15. Juni 2009, 15:51:38 »
Servus Zusammen!

Über die wunderliche Überschrift ""MPE-Astronom findet massereichstes schwarzes Loch in Galaxie M87" habe ich bei meiner Recherche zum Thema auch sehr gestaunt.

Gruß   Thomas
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #45 am: 14. Juli 2009, 22:01:02 »
Ich packe das mal hier rein, da es was mit superschweren Schwarzen Löchern zu tun hat. Allerdings sind diesmal nicht diejenigen gemeint, die man im Zentrum von Galaxien findet, sondern diejenigen im Zentrum von ganzen Galaxienhaufen (Cluster). Offenbar unterscheidet man zwischen kalten und warmen Clustern, wobei sich die Temperaturangabe auf die Temperatur des Intracluster-Gases (das intergalaktische Gas innerhalb eines Clusters) bezieht - also hauptsächlich Wasserstoff.

Warme Cluster kühlen ab und werden so irgendwann zu kaltern Clustern. Irgendwann wird das Gas im Zentrum der Clusters so kalt und dicht, dass sich Sterne zu bilden beginnen. Bisher war es eine ungeklärte Frage, warum diese Sternbildung um die zentralen Schwarzen Löcher irgendwann zum Halt kommt.

Neue Simulationen haben nun ergeben, dass Turbulenzen im Massefluss um das Schwarze Loch den entscheidenden stabilisierenden Faktor spielen könnten. Diese Turbulenzen werden erzeugt, wenn kaltes Gas das Schwarze Loch erreicht und in einem Jet hinfortgeschleudert wird. Durch den Jet entstehen Turbulenzen, welche das heranstürzende kalte Gas mit wärmerem mischen, sodass das Ganze zu warm wird, um weiter zu akkregieren. Auf Grund des nun mangelnden Materials erlischt der Jet wieder, woraufhin das Gas wieder abkühlt, um das Loch akkregiert und einen neuen Jet erzeugt, woraufhin ... usw. usf.

http://www.ras.org.uk/index.php?option=com_content&task=view&id=1642&Itemid=2

Ich wusste bisher weder von der ungeklärten Frage, noch dass man überhaupt von der Existenz von supermassiven SLs in den Zentren von Galaxien-Clustern ausgeht!  ??? Wieder was gelernt!  ;)

rashid

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #46 am: 16. Juli 2009, 22:02:34 »
Also das Ganze ist mir auch neu. Welche Röntgenquellen sollen das den sein?

Und auch die Erklärung leuchtet mir nicht ein, da in es auch bei schwarzen Löchern in Galaxienkernen solche Jets gibt und trotzdem Sternbildung stattfindet.

Vielleicht begebe ich mich am Wochenende mal in in die Bibliothek.

Offline Kreuzberga

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Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #47 am: 17. Juli 2009, 16:30:05 »
Hallo rascha,

ja, das ist insgesamt etwas seltsam. Allerdings ist die Royal Astronomical Society kein Verein, der mal eben ein bißchen Mist zusammenschreibt.

Was ich mir allerdings wirklich nicht vorstellen kann, ist die Existenz von supermassiven SLs im Zentrum eines jeden Galaxienclusters. Wenn, dann gibt es sicherlich eine Galaxie um dieses SL, in dessen Zentrum das SL liegt und die Galaxie mehr oder minder zufällig im gravitativen Zentrum des Clusters liegt. Allerdings dürfte dort das intergalaktische Gas kaum eine Rolle spielen, von dem in dem Artikel berichtet wird.

Gruß,
Timo

Nachtrag: Was natürlich hilft, ist sich das Paper anzuschauen: http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0905/0905.4726v1.pdf

Dort liest sich das alles schon ein wenig anders. Die Fragestellung ist: Was hält das Gas im Zentrum von Galaxienclustern davon ab, weiter abzukühlen. Dass der Abkühlungsprozess stattfindet, konnte mir Chandra und XMM-Newton im Röntgenbereich beobachtet werden (bzw. Hinweise darauf gefunden werden). Folglich muss es einen Prozess geben, der der radiativen Kühlung entgegenläuft. Die grobe Antwort ist: Ausstossmaterial des oder der AGNs im Zentrum so genannter cD-Galaxien. cD-Galaxien sind riesige elliptische Galaxien und befinden sich zumeist im Zentrum von großen Clustern - sie sind wahrscheinlich durch die Verschmelzung mehrer Galaxien entstanden.

Das Bild unten zeigt so eine cD-Galaxie im Cluster Abell 496. (Bild: ESO)
« Letzte Änderung: 17. Juli 2009, 17:17:03 von Kreuzberga »

rashid

  • Gast
Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #48 am: 20. Juli 2009, 22:37:22 »
Hallo Kreuzberga,
was im im ursprünglichen Post irritiert hat, war die Aussage

..., da es was mit superschweren Schwarzen Löchern zu tun hat. Allerdings sind diesmal nicht diejenigen gemeint, die man im Zentrum von Galaxien findet, sondern diejenigen im Zentrum von ganzen Galaxienhaufen (Cluster).

Nach dem Lesen der Veröffentlichung von Brüggen und Scannapieco geht es jedoch um AGNs, die sich im Zentrum von Galaxienhaufen befinden. Damit ist mein Weltbild wieder in Ordnung.  :)

Trotzdem sehr interessant. Es scheint so zu sein, daß AGNs nur ein Zwischenstadium normaler (ruhiger) galaktischer Kerne in einem Zyklus sind, auch wenn die angegebenen Perioden von 1 Milliarde Jahren ziemlich groß sind.

Für mich ist die Erforschung des Mediums in den Filamenten und deren Knoten (Galaxienhaufen) eigentlich ein sehr interessanter Bereich der heutigen Weltraumforschung.

Insbesondere gefällt mir gute Anwendbarkeit der Modelle der Fluid- und Gasmechanik in diesen Größenordnungen. 

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Aktive Galaktische Kerne - Quasare - supermassive Schwarze Löcher
« Antwort #49 am: 02. September 2009, 15:15:20 »
Moin,

Astronomen der Universität Bonn meinen den Zusammenhang zwischen Schwarzen Löchern im Zentrum von Galaxienhaufen und dem Gas, das ihnen als Nahrung dient, aufgeklärt zu haben. Die Ergebnisse ihrer kosmischen Ernährungsstudie haben sie jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Astronomy and Astrophysics veröffentlicht.

Als *Schwarzes Loch* (SL) bezeichnen Astronomen kosmische Objekte, deren Anziehungskraft so groß ist, dass sie alles in ihrer unmittelbaren Umgebung anziehen. Nicht einmal Licht kann ihnen entrinnen. Wissenschaftler vermuten solche Objekte in den Zentren aller großen Galaxien. SL gibt es in verschiedenen Gewichtsklassen. *Supermassereiche* oder *supermassive* SL können die millionen- oder sogar milliardenfache MSo aufweisen.

*Supermassereiche* SL sind nicht immer aktiv, tatsächlich glimmen die meisten einfach so vor sich hin.

Aus der Strahlung in der näheren Umgebung eines SL können die Astronomen Rückschlüsse auf dessen Ernährungslage ziehen. Die Strahlung geht auf Materie zurück, die vom SL langsam aufgesaugt wird. Solches Futter erhalten die unersättlichen Himmelskörper zumeist in Form von Wasserstoff-Gas.

Gas ist für SL nur ausreichend abgekühlt genießbar um aktiv zu sein. Die Teilchen in heißem Gas bewegen sich zu schnell, als dass sie nahe genug an ein SL heran kämen, deshalb muss das Gasgemisch erst abkühlen. Wie lange der Abkühlungsprozess dauert, ist unterschiedlich. Eine Mrd Jahre ist für kosmische Verhältnisse schon recht kurz.
Die Zentren von Galaxienhaufen, in denen der Abkühlungsvorgang länger dauert, sind dagegen weitaus weniger aktiv. Dass alle zentralen SL in Galaxienhaufen mit verfügbarem Gas aktiv sind, wurde bislang zwar vermutet, aber erst die aktuelle Arbeit der Bonner Forschergruppe brachte den Nachweis.

Alle Galaxienhaufen, die schnell abkühlendes und damit reichlich verfügbares Gas in ihrem Inneren bergen, sind die Voraussetzung für die entsprechende Aktivität der SL, oder anders formuliert: wenn die großräumige Umgebung stimmt, dann legen die SL richtig los.

Die Bonner Forscher kombinierten im Rahmen ihrer Studie die Messung von Radiowellen mit Röntgenaufnahmen von über 60 Galaxienhaufen. Dabei schauten sie dank besserer Daten genauer hin, als es bei früheren Untersuchungen möglich war. Anhand der Röntgenaufnahmen bestimmten sie, welche Galaxienhaufen Gas in ihren Zentren beherbergen, das als Nahrung für SL dienen kann. Mittels der Radiodaten analysierten die Forscher die Aktivität der *supermassereichen* SL.



Blau zeigt die Röntgenemission der Galaxie NGC 507 (NGC 507-Gruppe) durch Chandra; rot gibt die Radiowellen durch das VLA wieder, deren Ursprung auf die Aktivität des zentralen SL zurueckgehen und grün zeigt eine optische Aufnahme durch DSS.
Die Radiostrahlung (rot), und damit indirekt der Einfluss des SL, hat eine Ausdehung von ca. 200.000 Lj und reicht damit bis an die äußeren Grenzen der zentralen Galaxie in diesem Galaxienhaufen heran.
Bild: Rupal Mittal - CXO/VLA - Uni Bonn
Info: uni-bonn.de / Teilzitat

Jerry