Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 8

22. Oktober 2020, 10:56:18
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unsere neue Tasse zu SpaceX - Beyond Frontiers im Raumcon-Shop
   Erweiterte Suche

Verlinkte Ereignisse

  • ca. 12:00 Bundestag debattiert über Raumfahrt: 07. November 2014

Autor Thema: Raumfahrt-Politik in Deutschland  (Gelesen 169329 mal)

Offline tomtom

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 6241
  • Real-Optimist
Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #650 am: 23. September 2020, 14:06:51 »
In dieser Woche beschließt der Deutsche Bundestag den Haushalt 2018.
Das DLR bekommt viel mehr Geld.

Die ESA soll 852 Mio. (2017: 755 Mio; 2016: 790 Mio) bekommen.

Ein kleiner Vermerk scheint die Steigerung zu begründen: "Mehr wegen Fortführung ISS bis 2024."

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/017/1901700.pdf

Ich wage die Begründung aber mal zu bezweifeln.

Wirtschaftsminister Altmaier sieht im neuen Haushalt 2020 eine Stärkung der deutschen Luft- und Raumfahrt.

Für die ESA sind 850 Mio € vorgesehen, die "eine starke und aktive Rolle in der internationalen Raumfahrt ermöglichen soll."
Das DLR bekommt 57,4 Mio € jährlich mehr für die Gründung von neuen Instituten (die aber nicht unbedingt mit L&R zu tun haben.)

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2019/20190626-altmaier-bmwi-haushalt-2020-staerkt-kuenstliche-intelligenz-digitalisierung-luft-und-raumfahrt.html

Bundesregierung beschließt den Haushalt 2021 mit 65 Mio € mehr für die ESA (920 Mio €) und 299 Mio € für das nationale Raumfahrtprogramm.

Das DLR soll 650 Mio € bekommen, die natürlich alles mögliche abdecken sollen.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/regierungsentwurf-des-bundeshaushalts-2021.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Offline FlyRider

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 824
Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #651 am: 23. September 2020, 15:17:57 »
Ich hab mir jetzt dummerweise den ganzen Bericht durchgelesen ... hätte ich nicht machen sollen.

Es ist ja nett, dass man den Etat für die Raumfahrt erhöht hat, aber wenn man sich die konkreten Zahlen ansieht, ist das eher ernüchternd. Gilt noch mehr für KI und Digitalisierung. Nur mal zur Erinnerung: Der Bund wird 2021 lt. Plan 105,8 MRD Euro als Zuschüsse in die Rentenkasse zahlen, dieses Jahr sind es wohl 101 MRD €. Gleichzeitig erfindet man ständig neue Rentenleistungen ...

Ich sehe sehr wohl, dass man auch auf Regierungsebene inzwischen erkannt hat, dass wir in Sachen Technologien und Digitalisierung dabei sind, den Anschluss zu verlieren, deshalb gibt es wohl auch mehr Geld. Aber das Ganze ist viel zu zögerlich.  >:(

Offline tomtom

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 6241
  • Real-Optimist
Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #652 am: 04. Oktober 2020, 22:30:25 »
Einem Bericht zufolge will Deutschland seine EU-Präsidentschaft nutzen, um das Thema Space Traffic Management voranzubringen und zwar nicht wegen Kollisionsvermeidung oder Weltraumschrott, sondern um zu verhindern, dass die USA hier globale Standards setzt.

Kai-Uwe Schrogl ist dafür im Dienst des BMWi, bisher war er für Strategie bei der ESA tätig.

https://www.spaceintelreport.com/german-eu-presidency-focuses-on-space-traffic-management-to-thwart-u-s-move-to-set-global-standards/

Schwer zu glauben, dass das in 6 Monaten gelingen kann. ;)

Online Schillrich

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 18816
Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #653 am: 04. Oktober 2020, 23:40:26 »
Es gibt auf jeden Fall "Kommunikation/Austausch mit Anfragen und Antworten" dazu ... aber gleichzeitig sieht man wie v.a. die USA getrieben durch die Industrie bei den Standards vorpresschen wollen und Fakten schaffen wollen ... zumindest als "Entwürfe in die Welt gesetzt". Die europäische Raumfahrtstandardisierung arbeitet aber auch daran, ggf. etwas zurück, aber aus meiner Sicht nicht viel.

Ich sehe bei Space-Traffic-Management-&-Coordination aber ein ganz anderes Problem: Henne oder Ei?
Es fehlt an Legislative, also rechtlicher Policy, Grundsätzen, Regeln/Gesetzen, um das Feld zu gestalten. Technische Standards kommen erst, wenn tatsächliche Produkt da sind, funktioniert haben und standardisiert werden können. Standards können aber keine Legislative ersetzen ... die muss zuerst kommen, dann kommen auch die Standards, um rechtskonforme Produkte zu realisieren.

Wie war das nochmal mit einem deutschen Weltraumgesetz??? ...
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"We are following you ... but not on twitter." (Futurama)

Offline tomtom

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 6241
  • Real-Optimist
Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #654 am: 07. Oktober 2020, 19:54:23 »
Obwohl sich Raumfahrtkoordinator Jarzombek gestern positiv über die Startplattform in der Nordsee gegenüber dem BDI geäußert hatte, sieht das Wirtschaftsministerium offenbar keinen Bedarf und hat es nicht eilig.

Auch das geplante Weltraumgesetz bleibt weiter im unklaren.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-bundesregierung-weltraumbahnhof-startplatz-bdi-1.5058080


Tags: dlr