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  • ca. 12:00 Bundestag debattiert über Raumfahrt: 07. November 2014

Autor Thema: Raumfahrt-Politik in Deutschland  (Gelesen 145946 mal)

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #150 am: 20. Oktober 2013, 18:16:37 »
In Deutschland läuft es auf eine große Koalition von CDU/SPD hinaus und man hat sich auch schon auf eine Technologie- und Raumfahrtpolitik geeinigt.

Laut Koalitionsvereinbarung will man Innovationen fördern und Leuchtturmprojekte wie Galileo und eine Referenzstrecke des Transrapid realisieren.

http://www.cducsu.de/upload/koavertrag0509.pdf

Ok, das war 2005, vor acht Jahren. ;)

Führerschein

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #151 am: 20. Oktober 2013, 18:40:16 »

Laut Koalitionsvereinbarung will man Innovationen fördern und Leuchtturmprojekte wie Galileo und eine Referenzstrecke des Transrapid realisieren.

http://www.cducsu.de/upload/koavertrag0509.pdf

Ok, das war 2005, vor acht Jahren. ;)

Mußt du mich so erschrecken?  :o

Ich bin einmal mit dem Transrapid gefahren und das reicht mir.

Aber mal sehen, was diesmal rauskommt. Große Hoffnung habe ich nicht.

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #152 am: 14. November 2013, 14:00:51 »
Naja, das DLR selbst will/darf/kann gar nichts damit machen. Das Raumfahrtmanagement vergibt eine Förderung aus dem nationalen Budget an OHB. Die Ergebnisse so einer Förderung gehören dem Geförderten. Er muss auch darstellen/nachweisen, wie er die Ergebnisse verwendet. OHB will damit etwas machen ...

Ok, verstehe. Macht mich dann natürlich neugierig, welche Kriterien bei der Auswahl der Förderzusage an OHB eine Rolle spielen.

Im Internet find ich so was wie
"pflichtgemäßes Ermessen".
"FuE-Vorhaben im nationalen deutschen Raumfahrtprogramm, die ein hohes Entwicklungspotenzial und zugleich eine wirtschaftliche Verwertungsperspektive aufweisen."

Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #153 am: 14. November 2013, 14:54:02 »
Den Einzelfall hier kann ich auch nicht weiter erläutern/begründen. Grundlegend gibt eine typische Zielkaskade:
Raumfahrtstrategie --> Raumfahrtplanung --> spezifische Fachprogramme --> Einzelvorhaben/Projekte.

Um eine öffentlich geförderte sog. Zuwendung zu bekommen, muss der Antragsteller ein erhebliches Bundesinteresse für den Antrag aus der o.a. Zielkaskade darstellen. Für Forschungseinrichtungen werden Vorhaben bis zu 100% gefördert. Für industrielle Vorhaben bis zu 50%. OHB steuert in diesem Fall dann auch Mittel bei. Da das Raumfahrtbudget heute vom Wirtschaftsministerium kommt, müssen Vorhaben relativ anwendungsnah oder nutzernah* sein, zumindest näher als noch unter dem Forschungsministerium.

*gut, das ist dehnbar ...
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Offline tobi

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #154 am: 14. November 2013, 18:43:33 »
Naja, jedenfalls ist es unwahrscheinlich, dass DC für die nächste Phase des CCP ausgewählt wird. Bei dem OHB Interesse kann es also nur um eine grundsätzliche Evaluierung von geflügelten Transportern gehen und dann vielleicht mit einem eigenen Konzept.

Wenn man ernsthaftes Interesse an der ISS Versorgung hätte, würde man mit Orbital, Boeing oder SpaceX reden.
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Offline TWiX

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #155 am: 14. November 2013, 23:24:18 »
Vielleicht geht es um noch grundsätzlicheres wie Technologietransfer; immerhin wird bei SNC Reentry-Technologie entwickelt, wie man sie auch z.B. bei SHEFEX benötigt. Und ich finde, gegen eine solche Art der Vergabe von Aufträgen nach Übersee gibt es auch nichts einzuwenden.
Was denkt ihr, stecken da auch teilweise bemannte Ambitionen dahinter oder eher unbemannte Deorbit-/ Versorgungsmissionen ?

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #156 am: 13. Dezember 2013, 18:40:21 »
Sigmar Gabriel wird neuer Wirtschafts- und Energieminister.

Bleibt die Frage, ob Technologie und Raumfahrt dort verbleibt oder zurück ins Forschungsministerium wandert.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-kabinett-grosse-koalition-gabriel-minister-fuer-energiewende-a-938974.html

Offline spacefisch

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #157 am: 18. Dezember 2013, 20:56:51 »
Raumfahrt ist in deutschland ein Bürokratische Alptraum  ::)
Wen wunderts, jeder will so was haben  ;D
Zumindest ist es aktuell in Verkehr und (digitale) Infrastruktur, Wirtschaft sowie Forschung eingeteilt. Wer da so genau was macht, wird eigentlich kaum klar...

McFire

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #158 am: 18. Dezember 2013, 21:09:47 »
Wer da so genau was macht, wird eigentlich kaum klar...
Du siehst Doch an der Ursula und anderen Beispielen : Jeder von denen kann einfach alles!
Keine Bange - die machen das schon - irgendwie. Nicht immer soviel fragen. Einfach blind vertrauen  ;D

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #159 am: 18. Dezember 2013, 21:54:08 »
Brigitte Zypries soll im BMWi als Parlamentarische Staatssekretärin für Internet und Luft-/Raumfahrt zuständig sein.

http://www.brigitte-zypries.de/index.php?nr=24106&menu=1

jakda

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #160 am: 19. Dezember 2013, 08:22:14 »
Wer da so genau was macht, wird eigentlich kaum klar...
Du siehst Doch an der Ursula und anderen Beispielen : Jeder von denen kann einfach alles!
Keine Bange - die machen das schon - irgendwie. Nicht immer soviel fragen. Einfach blind vertrauen  ;D

Leider hat man in Sachsen-Anhalt das Blindengeld gestrichen...
... sonst wäre das (blinde) Vertrauen in die Regierung noch viel größer.

Ob Ursula den Unterschied zwischen einer SOJUS-Kapsel und einer V2 kennt?
Naja, bei der SOJUS wird sie vielleicht noch assoziieren, dass es was "Böses" aus dem Osten ist...

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #161 am: 23. Januar 2014, 23:56:28 »
In Deutschland wird Raumfahrt nicht mehr Technologiepolitik, sondern Industriepolitik.

Wirtschaftsminister Gabriel baut die Organisation um, legt IT- und Technologiepolitik zusammen und den Bereich Luft- und Raumfahrt in die Industriepolitik.

Vorteil oder Nachteil?
Nebenaspekt dabei ist, dass die Industriepolitik in Berlin gemacht wurde, die Technologiepolitik in Bonn. Da ist wohl einiges noch im Fluß.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wirtschaft-und-energie-gabriel-sortiert-sein-ministerium-12741502.html

Offline tobi

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #162 am: 24. Januar 2014, 00:08:38 »
Na dann ist die Raumfahrt ja jetzt näher an der "Macht".

Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #163 am: 24. Januar 2014, 00:51:18 »
Im Moment scheint das Wirtschaftministerium ja nur noch damit beschäftigt zu sein, das Erneuerbare Energien Gesetz in den Griff zu bekommen.

Dennoch muß das BMWi sich mal drum kümmern, ob Luft- und Raumfahrt in Deutschland noch eine Zukunft hat.

Offline MX87

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #164 am: 24. Januar 2014, 01:58:13 »
Na dann ist die Raumfahrt ja jetzt näher an der "Macht".

... und näher am Rotstift  ;)
"Whoopie! Man, that may have been a small one for Neil, but that's a long one for me."

Online roger50

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #165 am: 24. Januar 2014, 02:03:00 »
N'abend,

"Die Raumfahrt ist für uns alle Neuland"..... ???

Gruß
roger50

Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #166 am: 24. Januar 2014, 06:59:19 »
Na dann ist die Raumfahrt ja jetzt näher an der "Macht".

... und näher am Rotstift  ;)

Die letzten Jahre waren nicht rot ... eher das Gegenteil. Das Raumfahrtbudget ist wahrscheinlich das größte themenspezifische Förderbudget für Forschung und Technologie im Bundeshaushalt.
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Offline tobi

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #167 am: 06. März 2014, 20:22:12 »
Raumfahrtpolitik jetzt beim Kölner Karneval, und zwar die Arianedebatte: ;D
http://www.dlr.de/blogs/de/desktopdefault.aspx/tabid-5896/9578_read-701/
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Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #168 am: 09. März 2014, 23:31:33 »
Das BMWi hat eine Regelung zur Vergabe von Beihilfen im "Nationalen Programm für Weltraum und Innovation" zum 01.01.14 in Kraft gesetzt.

Gemäß der deutschen Raumfahrtstrategie werden die Anwendungsfelder genannt:

1. Raumfahrtanwendungen
1.1 Erdbeobachtung
1.2. Telekommunikation
1.3. Navigation

2. Weltraumwissenschaft
2.1 Exploartion
2.2 Forschung (ISS)

3. Technologie und Infrastruktur
3.1. Systeme und Robotik
3.2. Raumstation
3.3. Transport
3.4. Weltraumlage

4. Technologietransfer

Unter 2.1 Exploration heißt es:
"Hier handelt es sich hauptsächlich um Grundlagenforschung. Inhaltlich erstreckt sich diese Forschung auf Astronomie und Astrophysik, die Erforschung der Entstehung und Funktionsweise unseres Sonnensystems sowie fundamentaler Gesetze der Physik.
Dafür sind neue Technologien zu entwickeln, die wegen der extremen Anforderungen eine stimulierende Wirkung auf die terrestrische Technologieforschung haben."

unter 3.3 Transport heißt es:
"Das übergeordnete gesamteuropäische Ziel ist der Erhalt des wettbewerbsfähigen und europäisch kontrollierten Zugangs zum Weltraum. Entscheidendes Ziel für eine zukünftige Generation von Raumtransportern ist die deutliche Senkung der Transportkosten mit besonderem Gewicht auf hochbelasteten Strukturen, Steuerungssystemen und Antriebskomponenten"

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/bekanntmachung-der-regelung-zur-vergabe-von-beihilfen-zuwendungen-an-unternehmen-der-gewerblichen-wirtschaft-aus-dem-nationalen-programm-weltraum-und-innovation,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #169 am: 11. April 2014, 20:36:51 »
Frau Zypries würdigt den bevorstehenden Start von Alexander Gerst zur ISS. In der Pressemitteilung heißt es:
http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=634704.html

"... Die im Zusammenhang mit der Raumfahrt gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und daraus entwickelten Produkte sind inzwischen fester Bestandteil unseres Alltags geworden - denken Sie beispielsweise an die satellitengestützte Navigation im Straßenverkehr oder das Satellitenbild im abendlichen Wetterbericht."

Ich hab mal kurz drüber nachgedacht und festgestellt, dass es gar keine abendlichen Wettersatellitenbilder mehr gibt. ;)

Mir scheint, die Kommunikation des BMWi könnte mal etwas innovativer sein.
Früher schien mir die SPD ambitionierter zu sein.

Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #170 am: 11. April 2014, 21:01:48 »
Das sind vielleicht keine direkten Satellitenbilder im ursprünglichen Sinn ... aber Bilder, aufbereitet aus optischen Daten aus dem Orbit, sind es schon ;).
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Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #171 am: 12. Mai 2014, 22:26:35 »
Frau Zypries gibt in einem Tagesspiegel-Interview zu brennenden Fragen mehr oder weniger aufschlußreiche Antworten:

Seite 7
http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin092014.pdf

Ende des Monats steht ein Höhepunkt im Raumfahrtkalender. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst wird zur Internationa-len Raumstation (ISS) fliegen. Beneiden Sie ihn um den Trip?

Höchstens um den Blick, den er auf die Erde haben wird. Der ist bestimmt grandios. Aber das Leben dort oben ist sicher sehr entbehrlich. Ich jedenfalls möchte keine sechs Monate ohne Dusche sein.

Brauchen wir die teure bemannte Raumfahrt überhaupt?
Der Charme der ISS ist, dass sich Russen, Amerikaner, Europäer und weitere Nationen die Station teilen. Das ist für die Frage, wie arbeitet die Welt zusammen, ein gutes Signal. Die ISS ist als politisches Projekt entstanden und war ein bedeutendes Symbol für das Ende des kalten Krieges.
Die Station wird jetzt wissenschaftlich genutzt und dient beispielsweise Medizinern, Biologen oder Materialforschern dazu, Grundlagen besser zu verstehen und so bessere Therapien oder Werkstoffe zu entwickeln.
Die Zukunft gehört meines Erachtens allerdings der Robotik, die solche Untersuchungen kostengünstiger und ohne Gefährdung von Menschen möglich macht.

Um die Zukunft der ISS verhandeln die ESA-Minister im Dezember. Einer der größten Streitpunkte dürfte dort auch die Zukunft der Ariane-Rakete sein. Sie setzen auf eine Weiterentwicklung, genannt Ariane-5 ME. Warum?
Es geht vor allem um die Frage, was der kostengünstigste Weg ist, um den europäischen Zugang zum All zu sichern. Nach unserer Vorstellung ist das die Weiterentwicklung der Ariane 5, die ja schon viele Jahre erfolgreich fliegt.

Braucht Europa überhaupt eine eigene Transportrakete?
Ja. Die Bedeutung eines europäischen Zugangs zum Weltall sieht man gerade jetzt während der Ukraine-Krise. Da kann Europa schnell zwischen die Interessen der Amerikaner und der Russen geraten. Aber wir müssen sicher sein, dass wir unsere Satelliten auch künftig ins All bekommen - denn auf die Daten, die die Satelliten liefern, sind wir inzwischen angewiesen. Deswegen ist es aus meiner Sicht wichtig, dass die Europäer eine eigene Startmöglichkeit haben.

Was wird bei der Ministerratskonferenz au-ßerdem wichtig sein?

Die Frage, wie sich die europäische Raumfahrtagentur ESA weiter-entwickelt. Ich möchte, dass sie in der jetzigen Form bestehen bleibt und nicht in der EU aufgeht.

Warum nicht?

Sie ist nicht deckungsgleich bei den Mitgliedsstaaten. Wir haben auch die Schweiz und Norwegen dabei, die nicht zur EU gehören. Und es gibt einige Länder, die nicht dabei sind, aber EU-Mitglieder sind. Wir sollten diese Länder nicht dazu bringen, bei etwas mitzumachen, was sie nicht wollen. Und wir haben bei der ESA immer einen guten return of invest: Das, was wir an Geld hineingeben, kommt in Form von Forschungsmitteln und Arbeitsplätzen nach Deutschland zurück. Damit sind wir sehr gut gefahren, das wollen wir beibehalten.

2015 wird der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain in den Ruhestand gehen.
Und wir möchten, dass der Nachfolger aus Deutschland kommt.

Als möglicher Kandidat wird der DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner gehandelt. Würden Sie seine Bewerbung unterstützen?
Bisher gibt es noch nicht einmal eine Ausschreibung - aber Herr Professor Wörner wäre ohne Zweifel hervorragend geeignet.

Zur nationalen Raumfahrt. Ihr Amtsvor-gänger Peter Hintze hat lange Zeit für eine unbemannte Mondmission unter der Führung Deutschlands geworben. Haben Sie ein ähnliches Herzensprojekt?
Mein Anliegen ist es, die Felder zu stärken, die zu Nutzanwendungen auf der Erde führen. Hier sehe ich gerade für die mittelständischen Firmen in der Luft- und Raumfahrt besondere Chancen. Ich habe bereits eine Reihe von Unternehmen besucht, um zu schauen, wie wir diese noch besser positionieren können, auch international. Bei der Satellitentechnik zum Beispiel sind einige deutsche Firmen weltweit führend. Dort schließen sich aber noch weitere Geschäftsfelder an. Viele Apps wären gar nicht möglich, wenn wir nicht kontinuierlich Daten aus dem Weltraum bekommen würden. Neulich wurde auch der erste Copernicus-Satellit für die Erdbeobachtung gestartet. Seine Daten stehen offen zur Verfügung und können von jedem, der eine gute Idee hat, genutzt werden. Diesen Weg wollen wir weitergehen.

Für die Astronomen hingegen läuft es schlecht. „Sofia“, einem umgebauten Jumbojet mit einem Spezialteleskop im Heck, droht die Stilllegung, weil die Amerikaner die Finanzierung von 84 Millionen Dollar im Jahr auf 12 Millionen kürzen wollen. Dem mehr 1,25 Milliarden Dollar teuren Projekt von Nasa und DLR droht nach nur drei Jahren das Aus.
Wir sind dazu mit den Amerikanern in intensiven Gesprächen auf ver-schiedenen politischen Kanälen. Wir versuchen, sie davon zu überzeugen, dass es keine kluge Entscheidung ist, Sofia auf den Boden zu zwingen.

Eine Lösung wäre, dass Deutschland seinen Anteil von 20 Prozent an allen Kosten erhöht.
Es gibt Vereinbarungen. An die muss sich jedes Land als Vertragspartner halten. Es kann nicht sein, dass Deutschland seinen finanziellen Beitrag erhöht, wenn ein anderes Land sagt, sie zahlen nicht mehr.

Nun ist es nicht das erste Mal, dass die Nasa ein internationales Vorhaben einfach kürzt.
Das mag sein, aber das ist keine Entschuldigung. Unser Ziel ist es, die Amerikaner zu überzeugen, dass das in die Forschungsvorhaben von Sofia investierte Geld gut investiertes Geld ist.

Offline tobi

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #172 am: 12. Mai 2014, 22:33:51 »
2015 wird der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain in den Ruhestand gehen.
Und wir möchten, dass der Nachfolger aus Deutschland kommt.

Als möglicher Kandidat wird der DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner gehandelt. Würden Sie seine Bewerbung unterstützen?
Bisher gibt es noch nicht einmal eine Ausschreibung - aber Herr Professor Wörner wäre ohne Zweifel hervorragend geeignet.

Tja, wenn es wieder keinen willigen Kandidaten aus Deutschland gibt, dürfte Le Gall gute Karten haben. Letztes Mal wollte Wörner nicht und wer ist sonst noch für ein solches Amt qualifiziert in Deutschland?
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Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #173 am: 12. Mai 2014, 22:39:50 »
Ich vermute, dass man sich im Dezember auf einen gemeinsamen neuen ESA-General Director einigen will/wird. Und da man ja nicht in einen offenen Streit gehen will, wird man das wohl im Vorfeld klären.

Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
« Antwort #174 am: 11. Juni 2014, 14:04:55 »
Die Politikabteilung des DLR kennt seine eigenen Astronauten nicht mehr.

Im Berlin Bulletin des DLR ist an zwei Stellen von Uwe Merbold die Rede.

http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin112014.pdf

Ich frag mich sowieso, was dieses Newsletter soll, da es nur politisches enthält, das zu genüge an anderer Stelle ausgebreitet wird. Nicht mal der OHB Sarah-Auftrag wurde letztes Jahr thematisiert.

Es wäre besser, wenn das DLR eigene Projekte/Aktivitäten in die Politik tragen würde.

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