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Autor Thema: XMM-Newton  (Gelesen 8591 mal)

Hansjuergen

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XMM-Newton
« am: 18. Februar 2009, 22:51:11 »
Das Röntgenteleskop XMM-Newton erreichte dieser Tage mit der 2000. wissenschaftlichen Publikation einen Meilenstein in seiner Tätigkeit seit es 1999 gestartet wurde. Auch hier in unserem Raumfahrer.net-Forum wird es des öfteren aufgeführt auch in Zusammenhang mit CHANDRA.
Mehr darüber auch hier: http://sci.esa.int/science-e/www/object/index.cfm?fobjectid=44244

Hansjürgen

Hansjuergen

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Re: XMM-Newton
« Antwort #1 am: 18. Februar 2009, 23:12:54 »
Hier ein Blick auf XMM-Newton vor seinem Start im Jahre 1999:


Noch mehr Informationen über das Röntgenteleskop gibt es hier:
http://www.esa.int/esaSC/120385_index_0_m.html

Hansjürgen


Offline Kreuzberga

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Re: XMM-Newton
« Antwort #2 am: 09. Dezember 2009, 13:32:14 »
Das hochgradig erfolgreiche Röntgenteleskop der ESA, XMM-Newton, feiert morgen seinen 10. Geburtstag. Am 10. Dezember 1999 wurde XMM-Newton mit dem zweiten erfolgreichen Start der Ariane 5 überhaupt (Ariane 5G) in einen hochelliptischen Erdorbit gestartet.

Seither sind über 2200 wissenschaftliche Publikationen basierend auf den Daten von XMM-Newton erschienen. XMM-Newtons Projektwissenschaftler Norber Schartel kommentiert die Zukunft betreffend: "Rein technologisch gibt es nichts, was uns aufhalten könnte noch ein weiteres Jahrzehnt mit XMM-Newton zu arbeiten."

Bisher hat XMM-Newton lediglich 4.300 der über 125.000 Röntgenquellen detailliert untersucht, die von dem Vorgängerteleskop ROSAT (1990-1999) aufgezeichnet wurden.

XMM-Newton untersuchte nicht nur extragalaktische Röntgenquellen, wie supermassive Schwarze Löcher, und galaktische Quellen, wie Neutronensterne, sondern auch uns sehr geläufige Objekte in unserem Sonnensystem, wie den Mars, in einem für uns weniger geläufigen Spektrum:


ESA

Beobachtung wie diese trugen dazu bei, das Verständnis der Marsatmosphäre entscheidend zu verändern: So wurde durch die Aufnahmen im Röntgenbereich deutlich, dass sich die äußerste Schicht der Marsatmosphäre, die Exosphäre, wesentlich weiter in Weltraum hinein erstreckt als bis dato angenommen.


rm39

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Re: XMM-Newton
« Antwort #3 am: 09. Dezember 2009, 17:39:07 »
Hi,

als Ergänzung, hier der entsprechende Artikel auf der ESA-Seite dazu. Die Mission wurde von der ESA auf zunächst 2012 verlängert. :D Der Artikel ist recht umfangreich, daher lest selbst.  ;)
http://www.esa.int/esaCP/SEMJ7M6JT2G_Germany_0.html

Offline Kreuzberga

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Re: XMM-Newton
« Antwort #4 am: 09. Dezember 2009, 21:03:57 »
@mölle: Danke, hatte vergessen den Artikel zu verlinken!  ;)

H.J.Kemm

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Re: XMM-Newton
« Antwort #5 am: 05. Juni 2010, 11:20:37 »
Moin,

Erster Einsatz des neuen Beobachtungsmodus am Weltraumteleskop XMM-Newton öffnet neue Perspektiven für das Studium von Galaxienhaufen.


Das gesamte, mit dem Mosaik-Modus des XMM-Newton Teleskops aufgenommene BCS Beobachtungsfeld. Die grünen Kreise zeigen die Positionen der beiden Galaxienhaufen *SPT-CL J2332-5358* und *SPT-CL J2342-5411*. In diesem Feld wurden noch über 100 weitere Galaxienhaufen gefunden.
Bild: ESA/XMM-Newton


Zusammengesetzte Bilder aus optischen und Röntgenbeobachtungen der massereichen Galaxienhaufen *SPT-CL J2332-5338* und *SPT-CL J2342-5411*. Die Kontouren deuten an, wo für diesen Haufen der Sunyaev-Zel'dovich Effekt beobachtet wurde.
Bild: ESA/XMM-Newton; Hintergrundbild: Blanco Cosmology Survey/NOAO/AURA/NSF; SZE Konturen: South Pole Telescope: NSF.

Galaxienhaufen sind die größten klar definierten Bausteine unseres Universums. Ihren Namen erhielten Galaxienhaufen durch die hohe Konzentration von Galaxien, die zuerst in optischen Beobachtungen gefunden wurden. Die Hunderte bis Tausende von Galaxien machen aber nicht einmal ein Zehntel der Masse eines Haufens aus, etwas mehr als ein weiteres Zehntel der Masse steckt in Gas.
In einem ersten Versuch, den *SZE* für Beobachtungen von Galaxienhaufen zu nutzen, wird gegenwärtig die erste große Himmelsdurchmusterung im Millimeter-Wellenlängenbereich mit dem *South-Pole-Teleskop* durchgeführt. Bereits 2008 wurden die ersten bisher unbekannten Galaxienhaufen  durch den *Sunyaev-Zeldovich Effekt* gefunden. Um jedoch die Identifikation der Galaxienhaufen zweifelsfrei zu bestätigen und um eine unabhängige Massenbestimmung zu erhalten, brauchten die Wissenschaftler koordinierte Beobachtungen im optischen Licht und im Röntgenbereich.
Mit einem neuen Beobachtungsmodus, den das Betreiberteam von *XMM-Newton* vor kurzem neu eingerichtet hatte, konnten nun im Röntgenbereich diese Entdeckungen bestätigt werden.
Neben den Mikrowellen- und Röntgenbeobachtungen liefern optische Aufnahmen die Rotverschiebung und damit ein Maß für die Entfernung der Haufen. Der massereiche Haufen ist demnach 4,5 Milliarden Lj (z = 0.34), der zweite Haufen fast 11 Milliarden Lj (z = 1) von der Erde entfernt. Dies ist die erste gleichzeitige und unabhängige Entdeckung von Galaxienhaufen in allen drei Wellenlängenbereichen. Mit diesen Ergebnissen und den neuen Beobachungsmöglichkeiten öffnet sich ein neues Fenster zum Universum für Studien von Galaxienhaufen.
(Info von MPE / PR20100531)

Jerry


  

 

H.J.Kemm

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Re: XMM-Newton
« Antwort #6 am: 06. Juni 2010, 03:29:44 »
Moin,


Bild: Subaru/XMM-Newton-Deep-Feld / mpe
Dieses Falschfarbenbild hat eine Seitenlänge von 3,4 Bogenminuten. Die Konturlinien entsprechen der Röntgenleuchtkraft des Haufens. Galaxien mit der bestägten Entfernungsmessung von 9,6 Mrd Lj sind durch Kreise hervorgehoben. Die Kombination der Röntgendaten und massereichen Galaxien beweist, dass es sich um einen gravitativ gebundenen Haufen handelt.

Dieses Bild ist mit Sternen und Galaxien übersät. Die Galaxien sind so weit weg, dass sie schwer zu unterscheiden sind von den Vordergrundsternen aus unserer Milchstrasse. Die Pfeile zeigen auf Galaxien, als Punkte zu sehen, die wahrscheinlich ein Teil des Clusters sind. Die Höhenlinien sind wie eine topographische Karte und zeigen die Schatten von sehr heißem Gas, ein untrügliches Zeichen, dass es sich hier um einen Cluster handelt. Innerhalb der Linien sieht man das sonst unsichtbare Gas, welches X-Strahlen abgiebt.
Auch hier deuten die Kontouren an, wo für diesen Haufen der Sunyaev-Zel'dovich Effekt beobachtet wurde.

Mithilfe von Beobachtungen des *Subaru/XMM-Newton-Deep-Feldes* im Röntgenbereich konnten sie die Einzelgalaxien als Haufenmitglieder identifizieren und Infrarot-Beobachtungen mit dem Subaru-Teleskop führten zur Entfernungsmessung.

Auch hier wieder eine gelungene Zusammenarbeit mit erdgebundenen Teleskopen und dem Weltraumteleskop. Ausserdem beweist es, dass das *XMM-Newton* trotz seines hohen Alters noch immer eine grosse Hilfe für die Astronomie ist. Hoffentlich bleibt es uns noch über 2012 hinaus erhalten.

Jerry



Offline Gertrud

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Re: XMM-Newton
« Antwort #7 am: 29. Juni 2011, 19:35:28 »

Hallo Zusammen,

Enrico Bozzo aus dem ISDC Datenzentrum für Astrophysik an der Universität Genf,Schweiz, ist von der unerwartenden, beobachtenden  Ereigniss im binäre System IGR J18410-0535 begeistert.
Sie beobachteten dieses System mit dem XMM-Newton   Röntgen -Observatorium für 12.5 Stunden.

Durch diesen glücklichen Umstand ist es den Forschern gelungen, die ca. 4 Stunden andauernde Flare aus Klumpen- Materie  von einen blauen Überiesen zu einem Neutronenstern zu verfolgen.

(Credit: ESA / AOES Medialab)

 Der Neutronenstern verfügt über einen Durchmesser von 10 km und ist so dicht, das er ein starkes Gravitationsfeld erzeugt.
Die X -Strahlen kamen aus dem Gas der Klumpen und  waren mehrere Millionen Grad heiß, während sie in das intensive Gravitationsfeld des Neutronensterns gezogen wurden.

Das meiste der Klumpen ging an dem Stern vorbei,
und es ist ein Glücksfall, das dieses Ereigniss nicht unbeobachtet geblieben ist.

Nach der anhaltenden Dauer der Fackel haben die Forscher die Größe der Klumpen geschätzt.

Es wird vermutet, das sie wahrscheinlich 16 Millionen km Durchmesser hatten.
Es entspricht etwas 100 Milliarden-fachen Volumen des Mondes.
Durch die Helligkeit der Flare schätzen die Forscher,
das die Klumpen nur ein Tausendstel der natürlichen Masse des blauen Überriesen enthielt.
Diese Zahlen helfen den Astronomen das Verhalten des Überriesen zu verstehen.
Durch diese Abstrahlung der Materie in den Weltraum wird wohl der stellare Wind erschaffen.
 
 Nach diesem Ereigniss kehrte um die Quelle wieder ein normaler, ruhiger Zustand ein.

Zitat
Datum: 28. Juni 2011
Satellit: XMM-Newton
zeigt: Lichtkurve des Überriesen Fast X-ray Transient IGR J18410-0535


 Copyright:. E. Bozzo et al, A & A, 531, A130, 2011, mit Genehmigung vervielfältigt © ESO

Zitat
Die Beobachtungen wurden mit allen drei Kameras an Bord von XMM-Newton: EPIC-PN, EPIC-MOS1 und EPIC-MOS2. Die Beobachtungen wurden im Energiebereich 0,15-15 keV wurde für die EPIC-PN-Kamera und im Energiebereich 0,3-12 keV durchgeführt für die beiden EPIC-MOS-Kameras.

Quelle:
http://sci.esa.int/science-e/www/object/index.cfm?fobjectid=48733

Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline STS-125

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Re: XMM-Newton
« Antwort #8 am: 14. Juli 2012, 20:58:23 »
Hallo,

aufgrund des Sonnensturms, der sich derzeit auf die Erde zu bewegt, wurden 3/4 der Instrumente an Bord von XMM-Newton abgeschaltet. Dies teilte die ESA über Twitter mit.

Gruß, Simon

Offline Rücksturz

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Re: XMM-Newton
« Antwort #9 am: 03. Januar 2020, 09:19:44 »
XMM-Newton feiert Geburtstag:

"20 Jahre Röntgenastronomie mit XMM-Newton

Von Airbus gebauter ESA-Satellit liefert Aufsehen erregende Forschungsergebnisse zu explodierenden Sternen, Schwarzen Löchern und Galaxienhaufen. Eine Pressemitteilung von Airbus Defence and Space."


XMM-Newton in Akustiktestkammer
(Bild: Copyright Airbus 1999)


Weiter in der Pressemeldung:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/09122019142006.shtml

Viele Grüße
Rücksturz

Tags: Teleskop