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Autor Thema: Doppelsterne  (Gelesen 13213 mal)

rolli

  • Gast
Doppelsterne
« am: 23. Januar 2007, 13:00:18 »
Erstes Foto von gamma Cephei B

Zitat
 
DOPPELSTERNE

23. Januar 2007

Astronomen der Universität Jena gelang jetzt ein ganz besonderer Schnappschuss: Sie machten eine Aufnahme von "gamma Cephei B", der bislang von seinem vielfach helleren Partner derart überstrahlt wurde, dass er von der Erde aus nicht zu erkennen war. Das Doppelsternsystem ist vor allem aus einem Grund interessant: Es ist eines der engsten heute bekannten Sternensysteme, in dem ein Planet kreist.


Erst das Abdunkeln des hellen "gamma Cephei A" in der Mitte macht "gamma Cephei B" (rechts daneben) sichtbar. Foto: Fukagawa / idw / Universität Jena
 
Bislang stand er stets "im Schatten" seines strahlenden Begleiters: Hoch am nördlichen Nachthimmel im Sternbild Cepheus zog der Stern mit dem Namen "gamma Cephei B" gänzlich unbeobachtet seine Bahn. Zusammen mit "gamma Cephei A" bildet er ein so genanntes Doppelsternsystem - beide Sterne kreisen eng umeinander. Doch während der helle "gamma Cephei A" von der Erde aus mit bloßem Auge zu erkennen ist, hat den deutlich kleineren "gamma Cephei B" bislang niemand gesehen.

"Da beide Sterne sehr dicht nebeneinander stehen, wird gamma Cephei B überstrahlt und war lange Zeit praktisch unsichtbar", erklärt Prof. Dr. Ralph Neuhäuser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Phänomen. Dem Inhaber des Lehrstuhls für Astrophysik und seinem Team ist es jetzt erstmals gelungen, "gamma Cephei B" zu fotografieren. In der kommenden Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlichen die Astrophysiker der Universität Jena den ersten Schnappschuss von "gamma Cephei B", den sie im vergangenen Jahr mit dem japanischen Teleskop Subaru auf Hawaii aufgenommen haben. Außerdem erscheint das Foto auch auf der Titelseite der Zeitschrift.

Entdeckt wurde "gamma Cephei B" bereits 1988 anhand spektroskopischer Messungen. "Aus diesen Daten wissen wir, dass es sich um einen vergleichsweise kleinen und massearmen Stern handelt", erläutert Markus Mugrauer, Doktorand am Lehrstuhl für Astrophysik der Jenaer Universität. So entspricht die Masse von "gamma Cephei B" weniger als der Hälfte der Masse unserer Sonne. "Mit der direkten fotografischen Beobachtung eröffnen sich nun aber viel bessere Möglichkeiten, das Doppelsternsystem zu untersuchen", so Mugrauer weiter. So lassen sich jetzt physikalische Eigenschaften der beiden Sterne - etwa ihre Massen - wesentlich exakter ermitteln.

Das Interesse der Jenaer Astrophysiker an dem Doppelsternsystem rührte ursprünglich vor allem daher, dass es neben den zwei Sternen noch ein weiteres Objekt beherbergt: einen Planeten, der 2003 von dem Jenaer Lehrstuhlinhaber für Astronomie Prof. Dr. Artie Hatzes entdeckt wurde. Die Forscher der Universität Jena untersuchen bereits seit Jahren solche so genannten Planeten-Muttersterne, um Informationen über den Planetenentstehungsprozess zu gewinnen. Bei ihren Beobachtungen gingen den Astrophysikern um Prof. Neuhäuser bereits mehrere stellare Begleiter von Planeten-Muttersternen ins Netz. Erst im vergangenen Sommer war ihnen die erste fotografische Aufnahme eines 36 Lichtjahre entfernten Braunen Zwerges im Sternbild "Fische" gelungen.

Die beiden Sterne des gamma Cephei Systems sind jedoch auch für Prof. Neuhäuser und seine Kollegen etwas Besonderes: "Beide Sterne sind nur etwa 20 Mal soweit voneinander entfernt wie die Erde von der Sonne", so der Jenaer Astrophysiker. "Damit ist dieses System eines der engsten heute bekannten Sternensysteme, in dem ein Planet kreist".
 

Quelle:
http://www.astronews.com/news/artikel/2007/01/0701-016p.html

Jetzt brauchen wir nur noch ein Foto des Planeten....

 8-)

Heribert

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #1 am: 23. Januar 2007, 13:25:01 »
Hi rolli,

danke, ein tolles Bild.  ::)
Um welchen der beiden Partner soll denn der Planet kreisen? Aber egal, welcher es ist, auf diesem Planeten möchte ich nicht hausen, selbst wenn er lebensfreundlich wäre. Nach dem bekannten Dreikörperproblem wird der arme Planet eines Tages entweder in eine der Sterne stürzen, oder aus diesem Sternsystem rauskatapultiert........... :-/ ;)

Heribert

Astronomie-lady

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #2 am: 23. Januar 2007, 15:04:57 »
Naja, es muss aber auch beeindruckend sein, wenn man Morgens da steht und es gehen zwei Sonnen auf...  8-)
@rolli: Danke für den Bericht!  :)

rolli

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #3 am: 23. Januar 2007, 16:36:47 »
Hi Astronomie-Lady
hi Heribert

Da kommen mir doch tatsächlich Träume ins Bewusstsein:
Zwei Herzen schlagen in meiner Brust..., oder

 :o

Wie wärs denn mit: Zwei Sonnen erstrahlen über dem Firmament ..?

Aber die Fakten sprechen schon eine ziemlich klare Sprache: Armer Planet/Planeten..
 :-[

Astronomie-lady

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #4 am: 23. Januar 2007, 16:45:55 »
Das und arme Astronomen, sie werden wohl nie richtige Dunkelheit haben ;D

Aber es findet sich bestimmt auch noch ein Planet, der nur eine Sonne hat und noch dazu aus Gestein besteht und im richtigen Bereich liegt  :)

Offline Mary

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Re: Doppelsterne
« Antwort #5 am: 23. Januar 2007, 17:39:49 »
Zitat
Das und arme Astronomen, sie werden wohl nie richtige Dunkelheit haben ;D

Naja, es muss doch auch eine Jahreszeit geben, in der die beiden Sterne auf der gleichen Seite des Planeten sind...ab und zu.

Zitat
Aber es findet sich bestimmt auch noch ein Planet, der nur eine Sonne hat und noch dazu aus Gestein besteht und im richtigen Bereich liegt  :)

Es wurde schon einer gefunden. Er befindet sich in der Milchstraße, im Orion-Arm. Es wurde bereits Leben auf dem Planeten entdeckt. Über dessen Intelligenz lässt sich jedoch noch streiten. ;D ;D ;) ;) ;D
Mehr über seine Lage: http://de.wikipedia.org/wiki/Milchstra%C3%9Fe#Lage_der_Sonne_im_Milchstra.C3.9Fensystem
Und Bilder des Planeten: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=916.0

Naja, hoffentlich finden wir noch einen zweiten.

Corsar

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #6 am: 23. Januar 2007, 20:28:43 »
Bonjour,

Mary schreibt: >> Es wurde schon einer gefunden. Er befindet sich in der Milchstraße, im Orion-Arm. Es wurde bereits Leben auf dem Planeten entdeckt. Über dessen Intelligenz lässt sich jedoch noch streiten. <<

Leider ist das die traurige Wahrheit.

J.C.

H.J.Kemm

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Re: Doppelsterne
« Antwort #7 am: 29. Mai 2007, 16:15:39 »
Moin,

Auf dem Kongress der AAS in Honolulu wurde das binäre System *LH54-425* in der LMC vorgestellt. Die beiden ~ drei Millionen Jahre alten Sterne gehören zur Sternklasse «O» – der eine mit ~ 37, der andere mit ~ 62 Sonnenmassen. Mit zusammen ~ 100 Sonnenmassen ist *LH54-425* eines der extremsten bekannten Doppelsternysteme. Die Sterne umkreisen einander in ~ 25 Mill. km. Das Paar dreht sich in nur 2,25 Tagen um den gemeinsamen Schwerpunkt. Dieses System wurde mit dem amerikanischen *FUSE* - Satelliten untersucht. Die Sterne werden in ~ 1 Mill. Jahren aufblähen und tauschen dann gegenseitig Materie aus. Es wird angenommen, daß beide Sterne wahrscheinlich zu einem Großstern verschmelzen.


Das  Doppelsternsystem *LH54-425* (Pfeil) liegt im Sternenhaufen LH54 in einer Region der Sternenentstehung in der *LMC* (Falschfarbenbild).
Foto: Chris Smith/University of Michigan/Curtis Schmidt/Telescope at CTIO

*FUSE* ist ein Satellitenprojekt der NASA unter Leitung der Johns Hopkins University, in Zusammenarbeit mit anderen US-amerikanischen Instituten und den französischen und kanadischen Raumfahrtagenturen. *FUSE* wurde am 24. Juni 1999 mit einer *Delta-II* Rakete gestartet. *FUSE* ist für hochauflösende Spektroskopie im fernen Ultraviolett bei Wellenlängen von 90 bis 119 nm gebaut. Am 8. Mai wurde festgestellt, daß *FUSE* technische Probleme hat; ob es zu einer Fernreparatur kommt, ist bis jetzt unklar.
http://fuse.pha.jhu.edu/facts/misstat.html

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #8 am: 17. Februar 2008, 11:43:16 »
Moin,

Doppelsternsysteme sind keine Seltenheit, im Gegenteil, Wissenscgaftler nehmen an, dass mindestens 50 % aller Sterne ein Binärsystem bilden.
Auch Mehrfachsternsysteme gibt es, z.B. *[ch958] Ursae Majoris* erscheint als Doppelstern mit einer Umlaufzeit von 59,6 Jahren, jede Komponente enthält aber nochmals ein Doppelsternsystem (mit Umlaufzeiten von 4 und 699 Tagen).

Der Wissenschaftler K. Teramura, UH vom Institute for Astronomy
University of Hawaii at Manoa hat jetzt ein interessantes Mehrfachsternsystem mit dem Keck I-Teleskop sowie mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop entdeckt, bei dem alle Komponenten auf engsten Raum stehen. Die vier Sonnen liegen so eng beieinander, dass sie in unserem Sonnensystem alle innerhalb des Orbits von Jupiter Platz finden würden >>>



Es handelt sich um das System *BD 22°5866``*, Sternbild Wassermann, 166 Lj, bei einem Abstand von nur 0,06 AE umrundet sich das erste Paar in 5 Tagen; sas zweite Paar ist 0,26 AE voneinander entfernt und benötigt für einen Orbit weniger als 55 Tage.
Die beiden Doppelsternsysteme sind 5,8 AE voneinander entfernt, was der Entfernung vom Planeten Jupiter zur unserer Sonne entspricht.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass es hier einmal eine einzige Gasscheibe gegeben haben muss, durch die die Sterne innerhalb der ersten 100.000 Jahre nach ihrer Entstehung in solch enge Bahnen gezwungen wurden. Eine Einzelgeburt jedes Sterns kann nicht möglich gewesen sein, bei diesem geringen Abstand voneinander ist das nicht möglich.



Den ganzen Bericht kann man hier nachlesen >>>

Jerry


« Letzte Änderung: 17. Februar 2008, 11:46:47 von H.J.Kemm »

Offline Mary

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Re: Doppelsterne
« Antwort #9 am: 17. Februar 2008, 22:23:50 »
Hallo Jerry,
spannendes Sternsystem... Mich würde interessieren wie groß die Massen der vier Sterne sind (im Verhältnis zur Sonne). Ich denke mal, dass sie doch etwas kleiner als unsere Sonne sind.

Mary

H.J.Kemm

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Re: Doppelsterne
« Antwort #10 am: 17. Februar 2008, 22:52:43 »
Moin Mary,

Wiki schreibt: The four stars are each about half the mass of the Sun and are approximately 500 million years old.

Jerry

H.J.Kemm

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Re: Doppelsterne
« Antwort #11 am: 29. Juli 2008, 05:53:39 »
Moin,

gravitativ aneinander gebundenene Doppelsternsysteme sind in unserer Milchstrasse nicht selten. Sie leben friedlich miteinander, nur wenn die Roche-Grenze unterschritten wird, sodass die beiden Sterne in materiellem Kontakt stehen oder Materie von einem zum anderen Stern strömen kann, ist das friedliche Nebeneinander dahin.
So bei *Regulus*, dem Hauptstern im Löwen, 77,5 Lj, 1,36m. *[ch945] Leonis* hat einen entfernten Begleiter, der selbst eine Zweiheit ist; somit handelt es sich hierbei um ein *Mehrfachsternsystem*.

Astronomen haben bei *Regulus A* eine sehr hohe Rotationsgeschwindigkeit festgestellt und sind diesem Phänomen nachgegangen. Sie bemerkten, dass diese Geschwindigkeit bei 15% unterhalb der Grenze liegt, bei dem ein Stern auseinander gerissen würde. Ausserdem konnten sie feststellen, dass *Regulus A* nicht rund, sondern eiförmig aussieht, sein Äquatordurchmesser ist 32x größer als der Poldurchmesser.. Worin lag der Grund?

An dem bekannten Begleiter, *Regulus B* konnte es schon wegen der Entfernung nicht liegen.

Durch neuere Untersuchungen konnte nachweisen werden, dass *Regulus A* einen weiteren sehr engen Begleiter hat. Dieser unsichtbare Compagnon ist ein massearmer Stern mit nur ~ 0,3 MSo, der sich um den Hauptstern in einem Abstand von ~ 0,35 AE in 40 Tagen bewegt. Die Wissenschaftler nehmen jetzt an, dass die vom Compagnon stammendende Materie die Rotation bei *Regulus A* so stark beschleunigt, dass dieser sich verformen musste.
Um was für einen Begleiter es sich hierbei handelt konnte noch nicht nachgewiesen werden. Es könnte ein *weisser Zwerg* sein, der Rest eines vormals *roten Riesen*, den sich *Regulus A* eingefangen hat, oder ein kühler *roter Zwerg* dessen Wasserstoffvorrat noch am brennen ist und der schon immer ein enger Begleiter vom Hauptstern war.

Hier eine Darstellung von *Regulus A* und seinem Begleiter:


Die Form und die Größe von *Regulus A*, verglichen mit dem nicht sichtbaren Begleiter
Bild aus: skyandtelescope.com

Jerry  


    

H.J.Kemm

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Re: Doppelsterne
« Antwort #12 am: 30. Juli 2008, 02:23:39 »
Moin,

hier noch die fehlenden Daten des Regulus-Systems:

Regulus A
Spektralklasse: B7
scheinbare Helligkeit: 1,36m
Leuchtkraft: 141So
Masse: 4,4 MSo
Grösse: 3,5 øSo
      
Regulus B
Spektralklasse: K1
scheinbare Helligkeit: 8,0m
Leuchtkraft: 0,31So
Masse: 0,8 MSo
      
Regulus C
Spektralklasse: M
scheinbare Helligkeit: 13m
Leuchtkraft: 0,0031So
Masse: 0,2So

Abstand von Regulus A zu B: 4.205 AE
Abstand von Regulus B zu C: 93 AE

Jerry

Offline Kreuzberga

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Re: Doppelsterne
« Antwort #13 am: 20. November 2008, 15:05:04 »
Britische Astronomen haben zum ersten Mal seit 100 Jahren eine Nova innerhalb eines planetaren Nebels beobachtet. Novas sind thermonukleare Reaktionen, welche stattfinden, wenn Materie bei nah beeinanderliegenden binären Sternen von einem Stern zum anderen gezogen wird. Die kombinierte Masse des jetzt beobachteten Doppelsterns reicht theoretisch aus, um später einmal eine Supernova zu erzeugen, wenn die beiden Einzelsterne sich spiralförmig aufeinander zubewegen.

Die Anwesenheit des planetaren Nebels ist insofern interessant, da man so die Wechselwirkung zwischen Nova und umgebendem Gas/Staub untersuchen kann. Insgesamt erhoffen sich die Wissenschaftler neue Einblicke in die Prozesse der Sternentwicklung und vor allem des Sterntodes.

Die neue Nova erhielt den Namen V458 Vulpeculae.

http://www.ucl.ac.uk/media/library/novaexplosion
« Letzte Änderung: 20. November 2008, 15:06:33 von Kreuzberga »

H.J.Kemm

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Re: Doppelsterne
« Antwort #14 am: 19. September 2009, 09:51:03 »
Moin,


Bild: nieuws.leidenuniv.nl

*DI Herculis*, Sternbild Herkules, Doppelsternsystem Algol-Typ, 2.000 Lj, 8,47 mag, war für Astronomen bisher ein Problemfall, wurde sogar als Gegenbeweis der RT von Einstein benutzt. Es war nämlich völlig unklar, warum sich dieses Doppelsternsystem so seltsam umeinander dreht.  
Wenn sich ein Doppelsternsystem umkreist, dann normalerweise auf einem festen Orbit. In einer gewissen Zeit verschiebt sich der Orbit; die RT macht dazu klare Vorhersagen, wie sich die Sterne auf ihren Bahnen relativ zueinander bewegen sollten, da die Sterne eines Doppelsystems den selben Ursprung haben. Aber das ist bei *DI Herculis* nicht so.

Aber jetzt scheint es Klarheit zu geben: es sind die Rotationsachsen, die die Drehung beeinflussen. Spektroskopische Messungen des Forscherteams der Universität in Leiden (Niederlande) haben gezeigt, dass die Rotationsachsen in *DI Herculis* nicht parallel zueinander stehen sondern sie sind um ~ 80° gekippt und liegen daher fast in der Bahnebene. Warum dies Phänomen vorliegt ist noch nicht geklärt. Möglich ist eine weitere Sonne in der Nähe des Dualsystems.

Zwischenzeitlich haben die Forscher noch ein solches System gefunden; genauere Untersuchungen stehen noch an. Deshalb wird der Name dieses Systemes erst später bekanntgegeben.

Warten wir´s mal ab. Aber eins steht wohl fest: Alle Versuche die RT von Einstein in´s Wanken zu bringen, sind bisher gescheitert.

Hier gibt es noch weitere Informationen >>>

Jerry    

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #15 am: 11. Dezember 2009, 09:22:47 »
Moin,

der wohl bekannteste Stern am Nordhimmel ist *Alkor* (80 Ursae Majoris), Sternbild Großer Bär, 4,0 mag, ~ 82 Lj. -
auch Reiterlein und Augenprüfer genannt. Er ist der freiäugig sichtbare Begleiter des hellen Sterns Mizar (79 UMa). Falls nicht, dann sollte man zum Augenarzt.

*Alkor* scheint Teil des Mehrfachsternsystems von Mizar zu sein, einen eindeutigen Beweis hierfür gibt es noch nicht - sind ~ 3 Lj auseinander, bewegen sich aufeinander zu.

Aber feststeht nun, dass *Alkor* selbst einen Begleiter hat.


Foto: Extra Star Found in the Big Dipper

Im Rahmen des Projekts 1640 (>>für mich noch unklar!<<) untersucht eine Arbeitsgruppe mit AO und Kronogaf mit dem 5 m-Hale-Teleskop auf dem Mount Palomar in Kalifornien den Himmel nach Exoplanten und dabei ist man auf den Begleiter von *Alkor* gestossen. Feststeht, dass es sich hierbei nicht um einen Exoplaneten handelt sondern, und das ist eigentlich sehr überraschend, um einen roten Zwerg. Seine Oberflächentemperatur beträgt gerade ~ 2.250 ° C, 25% MSo, er umrundet seinen grösseren Partner in ~ 90 Jahren.

Jerry

  

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #16 am: 12. Dezember 2009, 03:43:21 »
Moin,

hierdurch beantworte ich auch die beiden PN.

*Projekt 1640*: Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des American Museum of Natural History, der University of Cambridge, dem California Institute of Technology und dem JPL der US-Raumfahrtbehörde NASA. Es wurde gestartet, um Exoplaneten bei weiter entfernten Sternen direkt abbilden zu können. Dabei blendet der Koronograf den hellsten Anteil des Sternlichts aus und die adaptive Optik sorgt dafür, dass das Bild des Sterns nicht durch Luftunruhe in unserer Atmosphäre verschwommen erscheint. Nur dann lassen sich die im Vergleich zu ihrem Mutterstern extrem lichtschwachen Exoplaneten oder auch kleineren Stern-Duopartner als feine Lichtpunkte direkt abbilden. Um die adaptive Optik und den Koronograf zu testen, wurde im März 2009 Alkor anvisiert. Bei der Bildauswertung wurde der Begleiter von Alkor entdeckt.

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Doppelsterne
« Antwort #17 am: 11. April 2010, 22:34:11 »
Moin,

ein Doppelstern-System, dass eigentlich keins ist!


Bild: hubblesite.org / Small Companion to Brown Dwarf Challenges Simple Definition

Bei dem *braunen Zwerg* 2M044144 fanden Wissenschaftler einen relativ großen Begleiter, der höchstens 1 Mio Jahre alt sein kann. Dieser Duopartner hat höchstens ~ 10 MJup, der *BZ* mindestens 20 MJup. Sie umkreisen sich in einem geringen Abstand von ~ 25 Erdbahnradien in einer Sternentstehungsregion im Sternbild Stier.

Die Astronomen nehmen an, dass der Begleiter sich nicht aus der selben Scheibe geformt hat in der sich der *BZ* aufhält. Denn dieser Vorgang muss länger als 1 Mio Jahre dauern und er ist jünger. Während der Geburt beider Objekte muss es einen Trennvorgang gegeben haben und nur der *braune Zwerg* hat sich aus der ihn umgebenen Restwolke weiter bilden können - der Begleiter wurde in seinem weiteren Wachstum dadurch behindert. Solch einen Entstehungsprozess kennen Wissenschaftler aber bisher nur von Sternen und Braunen Zwergen, nicht aber von Planeten. Deshalb müsste man *2M J044144* als Doppelsternsystem betrachten.

Interessant ist noch, dass in nächster Nähe dieses Binärsystemes noch ein weiteres Doppelsystem existiert, welches möglicherweise mit *2M J044144* ein Vierfachsystem bildet. Das wird aber noch genauer untersucht.

Jerry

  

websquid

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Re: Doppelsterne
« Antwort #18 am: 25. November 2010, 17:03:15 »
Ein bedeckungsveränderlicher Doppelstern, der einen Cepheiden enthält:
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25112010165414.shtml

Der erste seiner Art bedeutet goldene Zeiten für die Entfernungsbestimmung mittels Cepheiden.

mfg websquid

Offline Gertrud

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Re: Doppelsterne
« Antwort #19 am: 05. Juli 2012, 22:43:07 »
Hallo Zusammen,

Das Teleskop UKIRT entdeckt "unmögliche" Doppelsterne
in den letzten fünf Jahren hat UKIRT die Helligkeit von Hunderttausende von Sternen, darunter Tausende von Roten Zwergen, mit der State-of-the-art-Wide-Field Camera (WFC) im Nah-Infrarot-Licht überwacht.
Zum ersten Mal hat das Team auch Binaries von Rote Zwerge untersucht. Diese Sterne sind bis zu 10 Mal kleiner und tausendmal weniger hell als unsere Sonne.
Obwohl Rote Zwerge die häufgste Form der Sterne in der Milchstraße sind, können sie wegen ihrer Dunkelheit im sichtbaren Licht nicht bei einer normalen Durchmusterung erkannt werden.
Ein Team von Astronomen hat das United Kingdom Infrared Telescope (UKIRT) auf Hawaii eingesetzt, um vier Paar von Sternen, die sich in weniger wie 4 Stunden umkreisen zu entdecken. Bisher hatte man nicht vermutet, das so ein enges Doppelsternsystem existieren könnte.
Die Wissenschaftler hatten immer vermutet, das sich so nahe aneinander befindliche Doppelsterne schnell zu einem einzigen, größeren Stern verschmelzen würden.
Dies stand im Einklang mit vielen Beobachtungen in den letzten drei Jahrzehnten. Es wurden viele stellaren Binaries entdeckt, aber keines mit einer Umlaufzeiten unter 5 Stunden.
So waren die Forscher sehr überrascht, gleich mehrere Rote Zwerg-Binaries mit Umlaufzeiten deutlich kürzer als die 5 Stunden zu finden.
Es ist ihnen noch nicht klar, wie diese Bahnen so viel kleiner geworden sind. Eine mögliche Antwort auf dieses Rätsel könnte sein, dass kühle Sterne in binären Systemen sehr viel aktiver sind, als bisher angenommen wurde.
 Die Wissenschaftler halten es für möglich, das die magnetischen Feldlinien aus den kühlen Sternen den Gefährten verdrehen und verformen, so das sie durch die magnetische Aktivität sich verlangsamen und in Spiralen sich auf einander zu bewegen.
 
 Die künstlerische Darstellung zeigt den engsten neuen binären System. Zwei aktive Typ M4 Rote Zwerge umkreisen einander alle 2,5 Stunden, wie sie zur Spirale nach innen fortsetzen. Schließlich werden sie zu einem einzigen Stern verschmelzen.

Credit: J. Pinfield, for the RoPACS network
https://www.ras.org.uk/images/stories/press/close_mdwarfs_large.jpg

Quelle:
http://www.ras.org.uk/news-and-press/219-news-2012/2143-ukirt-discovers-impossible-binary-stars

mit den besten Grüßen
Gertrud

die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Olli

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Re: Doppelsterne
« Antwort #20 am: 09. Juli 2012, 22:19:39 »
Hallo,

Die Wissenschaftler halten es für möglich, das die magnetischen Feldlinien aus den kühlen Sternen den Gefährten verdrehen und verformen, so das sie durch die magnetische Aktivität sich verlangsamen und in Spiralen sich auf einander zu bewegen.

das stelle ich mir ab einem bestimmten Zeitpunkt recht dramatisch vor. Wenn die Gravitation dann überhand nimmt, wird aus dem Binärsystem möglicherweise irgendwann ein Stern oder es zerreisst beide dabei...
welches der beiden Szenarien ist wohl wahrscheinlicher?

Grüße
Olli
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Offline Gertrud

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Re: Doppelsterne
« Antwort #21 am: 09. Juli 2012, 22:54:36 »
Hallo Olli,
es hatte mich auch überrascht, im Bericht zu lesen,
das sie später zu einem einzigen Stern verschmelzen werden.

Das würde ja bedeuten, einer saugt den anderen auf.?
Sonst würden sie ja bei einer anderen Form von Vereinigung zerbersten?
Wir ich ;) werde es wohl leider nicht erleben.

Na mal abwarten
was so noch alles entdeckt wird. :)
Mit gespannten Grüßen
Gertrud
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Offline Gertrud

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Re: Doppelsterne
« Antwort #22 am: 10. Juli 2012, 00:06:22 »
Hallo Olli,

so stelle ich mir das Verschmelzen vor. :)
Mit den besten Grüßen
Gertrud
Hallo Zusammen,

Ein Forscherteam von der Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) hat mit dem MMT -Teleskop des Whipple Observatoriums an dem Mount Hopkins in Arizona
den "Tanz" von zwei weissen Zwergen beobachtet.
.................................................................................................
..................................................................................................

Das Team wird dieses Sternen-Paar in ein paar Monaten wieder beobachten, da sie dann hinter der Sonne, von der Erde aus gesehen, hervor kommen.

eine künstlerische Darstellung der beiden weissen Zwerge

Credit: David A. Aguilar (CfA)
Quelle:
http://www.cfa.harvard.edu/news/2011/pr201119.html

 
Infos und Standortbeschreibung zu dem  Multiple/Magnum Mirror Telescope (MMT)

http://de.wikipedia.org/wiki/Multiple/Magnum_Mirror_Telescope

Gertrud
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Offline Rücksturz

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Re: Doppelsterne
« Antwort #23 am: 12. Februar 2020, 19:24:22 »
"ESO: Ausgang des Kampfes zweier Sterne

ALMA lichtet den schönen Ausgang des Kampfes zweier Sterne ab. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON)."


Dieses neue ALMA-Bild zeigt den Ausgang eines Kampfes zweier Sterne: eine komplexe und beeindruckende Gashülle, die den Doppelstern HD101584 umgibt. Die Farben stellen die Geschwindigkeit dar, die von blau – Gas, das sich am schnellsten auf uns zubewegt – zu rot – Gas, das sich am schnellsten von uns wegbewegt – geht. Die Jets, die sich fast entlang der Sichtlinie bewegen, treiben das Material in Blau und Rot an. Die beiden Sterne befinden sich an einem einzigen hellen Punkt im Zentrum der grün dargestellten ringförmigen Struktur, die sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie das gesamte System entlang der Sichtlinie bewegt. Die Astronomen vermuten, dass dieser Ring seinen Ursprung in dem Material hat, das ausgestoßen wird, wenn der masseärmere Stern im Doppelstern auf seinen Partner, den Roten Riesen, zusteuert.
(Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), Olofsson et al. Acknowledgement: Robert Cumming)


Weiter in der Pressemitteilung des ESON:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/05022020220117.shtml

Viele Grüße
Rücksturz

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