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Autor Thema: Schwarze Löcher  (Gelesen 128995 mal)

Offline Pham

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #350 am: 20. Dezember 2018, 08:55:04 »
...
Sowohl "unser" Sagitarius A* als auch das gigantische Schwarze Loch in M87 sind von hier aus gesehen so groß wie eine 2Euro Münze, die auf dem Mond herumliegt.
Ja, das scheint zunächst verblüffend. Wenn man sich aber vergegenwärtigt, dass der Radius schwarzer Löcher linear mit deren Masse wächst, was dem Verständnis menschlicher Erfahrung zunächst widerspricht, dann ist die Folge logisch, da das supermassive schwarze Loch in M87 im Verhältnis ein ähnliches Vielfaches der Masse wie Sagitarius A hat, wie es weiter weg von uns ist, als Sagitarius A.

So ein ähnlicher Effekt wie der scheinbare Durchmesser von Mond uns Sonne, welche ca. 400 mal weiter weg von uns ist als der Mond, aber eben auch den rund 400fachen Durchmesser hat und beide somit ähnlich groß am Firmament erscheinen.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Prodatron

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #351 am: 20. Dezember 2018, 15:36:40 »
Diesen Aspekt hatte ich so gar nicht genau betrachtet.
Daß der Schwarzschild-Radius linear mit der Masse wächst, hatte ich auch nicht mehr ganz im Kopf, danke für den Hinweis :)
Daß die beiden schwarzen Löcher dann für uns gleich groß erscheinen, macht Sinn, Sagitarius ist 25.000LJ entfernt, M87 ist mit 54M LJ gut 2000x soweit entfernt und dessen schwarzes Loch ist mit knapp 7Mrd. Sonnenmassen knapp 2000x so schwer wie Sagitarius.

Was ich aber erstaunlicher fand ist, daß man im Radio-Bereich von so einem winzigen Punkt ein Foto machen kann oder es zumindest versucht. Hätte man solche Auflösungen im optischen Bereich, so könnte man von der Erde aus extremst detailierte Fotos von den Apollo-Landeplätzen machen.

Offline einsteinturm

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #352 am: 20. Dezember 2018, 16:33:11 »
Ein Foto gab es ja m. w. noch nicht, weiß jemand, warum? Wird noch an den Daten gebastelt oder ging was schief?

Offline Gertrud

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #353 am: 20. Dezember 2018, 18:47:37 »
Hallo Zusammen,

es kann erst 2019 mit Bilder gerechnet werden.

Es gibt einen wichtigen Aspekt dieses Projekts: Die Fähigkeit, die vom  Event Horizon Telescope (EHT)  erzeugten Bilder auf sinnvolle Weise zu analysieren und zu charakterisieren. Der Bericht zeigt Bilder aus einer Simulation.
https://aasnova.org/2018/09/24/planning-for-images-of-a-black-hole/

Dieser kurze animierte Film erklärt einige der Grundlagen und auch die Standorte der beteiligten Teleskope. Zeitgleich wurden auch Beobachtungen in den Röntgen- und Gammastrahlengruppen gemacht.

https://www.youtube.com/watch?v=hMsNd1W_lmE

Die folgenden Radioteleskopobservatorien waren an den Beobachtungen für 2017 beteiligt:
ALMA (Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array, Chile, Chajnantur Plateau, 
APEX (Atacama Pathfinder Experiment, Chile, Chajnantur Plateau, 
IRAM 30m (Institute de RadioAstonomie Millimtrique, Pico Veleta, Spain,
LMT, (Large Millimeter Telescope, Mexico),
SMT (Submillimeter Telescope, US, Arizona,
JCMT (James Clerk Maxwell Telescope, US, Hawaii,   
SMA (SubMillimeter Array, US, Hawaii),
SPT (South Pole Telescope, South Pole).
https://eventhorizontelescope.org/galleries/april-2018-eht-observations
https://eventhorizontelescope.org/

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline Prodatron

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #354 am: 20. Dezember 2018, 22:39:22 »
Ein Foto gab es ja m. w. noch nicht, weiß jemand, warum? Wird noch an den Daten gebastelt oder ging was schief?
Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man in der Radioastronomie viele einzelne Teleskope, die weit auseinanderstehen, so zusammenschalten, daß man am Ende ein virtuelles gigantisches Teleskop hat, was fast die Fläche der Erde hat. Das ist aber nicht trivial und verlangt z.B. millimetergenaue Positionsangaben der beteiligten Teleskope. Daher dauert es noch was, obwohl das bereits im Bereich des Möglichen liegt.
Mit optischen Teleskopen ist sowas auf diese extreme Art wohl nicht möglich.

Offline Lumpi

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #355 am: 01. April 2019, 18:46:25 »
Hallo Zusammen,

es kann erst 2019 mit Bilder gerechnet werden.

Vielleicht am 10. April, 15.00 Uhr MESZ? Jedenfalls soll dann auf einer Pressekonferenz ein "bahnbrechendes" Ergebnis des EHT präsentiert werden.
https://www.eso.org/public/germany/announcements/ann19018/
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Online MillenniumPilot

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #356 am: 01. April 2019, 21:46:16 »
Da war einer schneller  ;D

Was meint Ihr, geht es wirklich schon um konkrete Bilder?

Offline einsteinturm

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #357 am: 02. April 2019, 11:25:43 »
Irgendwie ein blöder Scherz, wenn es einer ist. Denn irgendwas wird ja erwartet und wird auch kommen.
Kann es jemand aufklären bzw. weiss jemand, wann es wirklich mal eine Art Bild geben könnte?

Offline Volker

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #358 am: 02. April 2019, 17:33:20 »
Hallo,

Irgendwie ein blöder Scherz, wenn es einer ist. Denn irgendwas wird ja erwartet und wird auch kommen.
Kann es jemand aufklären bzw. weiss jemand, wann es wirklich mal eine Art Bild geben könnte?

Ruhig bleiben und den 10. April abwarten. Bis dahin kann man sich anschauen, was Simulationen vorhersagen: https://www.sciencealert.com/black-hole-event-horizon-accretion-disc-jean-pierre-luminet-event-horizon-telescope

Ein richtiges "Photo" im landläufigen Sinne wird das also wohl eher nicht:
"We don't know what we're going to see; it's possible that the data will only return a few blurry pixels. (If that's the case, more telescopes will join the collaboration, and the scientists will try again.)
Given the black hole had an accretion disc during observations, we're anticipating something that looks a lot like the work of Luminet."
Also, vermutlich gibt's am 10.4. schon etwas mit einer signifikanten zweidimensionalen Auflösung zu sehen, aber so hübsch wie in "Interstellar" wird es nicht sein...

Gruß
Volker
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Offline Planet

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #359 am: 04. April 2019, 08:56:15 »
Heyho,

bin mal wieder am nachdenken. Diesmal gehts um Schwarze Löcher. Ich finde es ist das bisher interessanteste was man im Weltraum gefunden hat. Dabei denke ich mir wenn es eine andere intelligente Spezies gibt, die weit entwickelt ist, wären Schwarze Löcher doch eine Perfekte Art Verteidigungsmechanismus. Keiner weiß ja auch was sich dahinter befindet. Da denke ich an einen Einseitigen Spiegel, so wie er bei verhören benutzt wird. Die könnten dahinter alles beobachten aber die sieht keiner und keiner kommt ihnen zu nahe. Plus natürlich die Verteidigungsfunktion, dass sie alles zerstören was sich ihnen nähert.

Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #360 am: 04. April 2019, 11:13:29 »
Ganz so einfach geht das nicht. Nur ein paar Hinweise:

1) Ein schwarzes Loch krümmt die RaumZEIT so stark, dass einerseits kein Entkommen möglich (räumlich) möglich ist, andererseits aber auch die Zeit ganz anders verläuft. Von aussen betrachtet steht die Zeit innerhalb des Ereignishorizonts. Von innen betrachtet würden Milliarden von Jahre ausserhalb des Lochs in einem Wímpernschlag vergehen. Man könnte also vom inneren praktisch nichts beobachten.

2) Das Beobachten würde so oder so nicht funktionieren, da es innerhalb des Ereignishorizonts nur eine Richtung gibt und zwar auf das Zentrum des schwarzen Lochs zu. Auch für das Licht. Mit anderen Worten: Um etwas sehen zu können, müssen ja Photonen von vielen Richtungen zum Beobachter kommen. Kommen aus einer Richtung keine Photonen, seht man nur Schwarz (also nichts). Innerhalb eines schwarzen Loches können die Photonen (so wie auch alles andere) nur von einer einzigen Richtung kommen, und zwar von "oben". Von der Seite kann kann nichts kommen. Ein Beobachten ist auch deshalb unmöglich.

3) Innerhalb des SL sind die Gravitationskräfte so groß, dass es so oder so keinen Beobachter geben kann. Nicht einmal Atome sind möglich, geschweige denn komplexere Strukturen wie Lebewesen oder Technik. Bei vielen Schwarzen Löchern ist es tatsächlich so, dass eingesaugte Materie bereits vor dem Ereignishorizont direkt in Energie umgewandelt wird.

4) Selbst wenn 1 bis 3 nicht so wäre wie es ist, würde dein Szenario trotzdem keinen Sinn machen. Denn wenn man auch das Äussere beobachten könnte, gibt es ja keine Möglichkeit Information vom Inneren nach Aussen zu übertragen. Man könnte also auch seinen Kumpels keinen Angriffbefehl oder sowas übermitteln.

Hier gibt es viele wissenschaftliche Videos zum Thema Schwarze Löcher. Ich schlage vor du schaust dir mal einige davon an. Danach wirst du die "Problematiken" deutlich besser verstehen.

https://www.youtube.com/user/UrknallWeltallLeben


Mane

Offline McPhönix

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #361 am: 04. April 2019, 11:42:25 »
Zitat
...dass eingesaugte Materie nich vor dem Ereignishorizont

Sollte vermutlich "...dicht vor" heißen.
Lernende kann man mit solch Flüchtigkeitsfehler, der noch dazu eher auf das Gegenteil schließen läßt, leicht verwirren  ;)
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #362 am: 04. April 2019, 11:54:28 »
Zitat
...dass eingesaugte Materie nich vor dem Ereignishorizont

Sollte vermutlich "...dicht vor" heißen.
Lernende kann man mit solch Flüchtigkeitsfehler, der noch dazu eher auf das Gegenteil schließen läßt, leicht verwirren  ;)

Hast recht. Ich habs korrigiert und präzisiert.

Danke für den Hinweis.

Offline Pham

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #363 am: 05. April 2019, 14:36:46 »
Hallo Planet,

herzlich willkommen im Forum.

Du hast in drei Beiträgen ja bereits ein Sammelsurium an Themen ausgebreitet.
Meine Empfehlung an Dich, diese in einzelne Beiträge aufzuteilen und in den entsprechend, thematisch korrekten Forensträngen zu platzieren. Das "schwarze Loch" in der Rubrik "Raumfahrt" ist da eher suboptimal, wenn Du mehrere Antworten zu bekommen erhoffst. Abgesehen davon dass Besucher dieses Forums weniger über "schwarze Löcher" als eben mehr über "Raumfahrt" lesen möchten. Versuche dabei auch im Titel Deine Fragestellung etwas zu konkretisieren. Ein Beitrag "Weltraum" in der Rubrik "Raumfahrt" ist eher weniger aussagend.

Eine weitere Empfehlung ist, dass Du zunächst auch gezielt nach Beiträgen suchst, welche das Dich interessierende Thema diskutieren. Eventuell findest Du ja dort bereits zumindest einen teil der Antwort auf Deine Frage. Wenn Threads zu Themen eröffnet werden, welche bereits intensiv diskutiert wurden, ist die Chance, dass du dort eine ausreichende Antwort bekommst geringer. Beteilige Dich mit deinen Themen gerne in den Threads, in denen das Thema bereits ausgiebig diskutiert wird.

Viele Grüße
Pham

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Offline Siliziumdioxid

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #364 am: 08. April 2019, 01:25:18 »
Hallo Planet,
schön dass Du Dich dafür interessierst. Du hast teils Recht finde ich!

Eine Hypothese, Ein Stein, der in ein schwarzes Loch fällt wird unendlich schwer - und braucht unendlich viel Zeit bis er ankommt.
 
Unenlich viel Zeit und unendlich viel Masse zur freien Verfügung!

Gute Voraussetzung für ein Universum. Milliarden schwarze Löcher würden ebenso viele neue Universen bedeuten - bis sie zerstrahlt sind...Eutrophie.
Das Universum gebiert seine Kinder (-universen in schwarzen Löchern). Eine Art Matruschka-Prinzip.

Meine These ist, dass das ganze Universum lebt - und darin WIR - und andere - in schwarzen Löchern?
Im Gegensatz zu uns lebt das Universen-Konstrukt ewig.

Ich denke, das ist keine Verteidigung - der Schwarzschildradius ist eine Art Universen-Zellmembran.
Wen schon den schon?

Grüße und GA
SiO2

Alles ist eins und eins ist Alles - Wir sind Quarks - Atome - Sternenstaub - Meteoriten - die Erde - Leben - System - Galaxien - Cluster - Universum - Alles, Es und Wir erschafft sich selber. Gemeinsam. Und dürfen es dann in aller Pracht bewundern - zum Genießen bleibt keine Zeit...

Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #365 am: 08. April 2019, 09:09:22 »
Eine Hypothese, Ein Stein, der in ein schwarzes Loch fällt wird unendlich schwer - und braucht unendlich viel Zeit bis er ankommt.
 
Unendlich viel Zeit und unendlich viel Masse zur freien Verfügung!

Gute Voraussetzung für ein Universum.

Nicht so ganz. Verflixte Relativitätstheorie. Ein Objekt welches in ein schwarzes Loch fällt benötigt VON AUSSEN GESEHEN unendlich viel Zeit, da die Raumzeit so stark gekrümmt ist. Aus Sicht des Objekt läuft die Zeit aber ganz normal weiter. Nur wenn das Objekt NACH AUSSEN SIEHT, läuft die Zeit dort schneller.

Aber so oder so steht nicht unendlich viel Masse zur Verfügung. Verwechsle hier nicht Masse und Gewicht. Nur weil etwas in der Nähe eines Schwarzen Lochen schwerer wird, nimmt die Masse nicht zu. Wenn ein Mensch zum Mond fliegt, hat er auf dem Mond zwar deutlich weniger Gewicht, aber seine Masse bleibt absolut gleich.


Das Universum gebiert seine Kinder (-universen in schwarzen Löchern). Eine Art Matruschka-Prinzip.

Meine These ist, dass das ganze Universum lebt - und darin WIR - und andere - in schwarzen Löchern?
Im Gegensatz zu uns lebt das Universen-Konstrukt ewig.

Ich denke, das ist keine Verteidigung - der Schwarzschildradius ist eine Art Universen-Zellmembran.

Das hat mit empirischer Wissenschaft nichts mehr zu tun. Genau genommen kann die empirische Wissenschaft so oder so nichts darüber aussagen, was IN einem Schwarzen Loch passiert, denn dafür müsste man Informationen aus dem inneren bekommen, was per Definition ja nicht möglich ist. Was man aber kann ist, zu extrapolieren. Wir wenden die Naturgesetzte die wir von Ausserhalb kennen auf das Innere an und versuchen uns vorzustellen, was vorgehen könnte. Mehr aber nicht.

Die Vorstellung, in einem schwarzen Loch könnte ein weiteres Universum sein ist nicht zu widerlegen, allerdings auch nicht zu beweisen. Genau so gut könnte ich behaupten, in einem Schwarzen Loch feiern rosa Elefanten eine fette Party. Auch das kann weder widerlegt noch bewiesen werden.

Solange das Vorgehen in einem Schwarzen Loch nicht irgend eine Auswirkung auf das Äussere hat, ist jede Aussage über das Innere -wissenschaftlich betrachtet- absolut Sinnfrei. Es hat keinerlei wissenschaftliche Aussagekraft. Oder anders gesagt: Was man glaubt oder denkt spielt keine Rolle.

Mane

Offline Sensei

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #366 am: 08. April 2019, 15:35:26 »
(Wobei immer noch nach Lösungen für das Informationsparadoxon der SL gesucht wird. Die meisten Theorien besagen, dass irgendwann/irgendwie doch wieder Informationen vom inneren des SL nach außen kommen.
Aber für uns Menschen ist das eigentlich unerheblich, weil wir diese Informationen wohl nicht von uns Erfassbar sind..)

Offline McPhönix

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #367 am: 08. April 2019, 18:08:46 »
Es gab ja noch die Theorie, daß "auf der anderen Seite" eines schwarzen Lochs ein weißes ist, wo Materie wieder herausströmt.
Ich denke mal, das gibts auch in unserem Universum. Nur ist das dann "Dunkle Materie", deshalb sehn wir das nicht.
Ist doch logisch - sichtbare Materie in Schwarzes Loch und vice versa.  ;D ;)

Man ja eher versucht, zu sagen, daß irgendwann ja zwangsläufig alle Schwarzen Löcher zusammen kommen müssen, nach sie die umgebende Materie geschluckt haben. Die Gravitation ist dann ausreichend stark für solche ferne Anziehung.
Und dann im Weiteren noch stärker, so daß sie zusammenfallen, um eine neue Singularität zu bilden, bereit für den nächsten Urknall.

 8) :P ;) 8) :o :-\
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Offline Prodatron

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #368 am: 08. April 2019, 19:18:47 »
Es gab ja noch die Theorie, daß "auf der anderen Seite" eines schwarzen Lochs ein weißes ist, wo Materie wieder herausströmt.
Ich denke mal, das gibts auch in unserem Universum. Nur ist das dann "Dunkle Materie", deshalb sehn wir das nicht.
Ist doch logisch - sichtbare Materie in Schwarzes Loch und vice versa.  ;D ;)

Man ja eher versucht, zu sagen, daß irgendwann ja zwangsläufig alle Schwarzen Löcher zusammen kommen müssen, nach sie die umgebende Materie geschluckt haben. Die Gravitation ist dann ausreichend stark für solche ferne Anziehung.
Und dann im Weiteren noch stärker, so daß sie zusammenfallen, um eine neue Singularität zu bilden, bereit für den nächsten Urknall.

 8) :P ;) 8) :o :-\
War das jetzt ein ernstgemeinter Beitrag? ???

Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #369 am: 08. April 2019, 19:34:29 »
Es gab ja noch die Theorie, daß "auf der anderen Seite" eines schwarzen Lochs ein weißes ist, wo Materie wieder herausströmt.
Ich denke mal, das gibts auch in unserem Universum. Nur ist das dann "Dunkle Materie", deshalb sehn wir das nicht.

Die Relativitätstheorie gibt solche weißen Löcher tatsächlich her. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie wirklich existieren. Grundsätzlich kann ja in jede Gleichung ein positiver und ein negativer Wert in eine Variable eingesetzt werden. Ob die negative Seite aber in der Natur realisiert ist, ist die Frage. Nur weil es eine Gleichung hergibt, heißt dass das noch nicht.

Noch ein Beispiel:
Die spezielle Relativitätstheorie ermöglicht grundsätzlich Teilchen, die sich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Also das Gegenstück zu unserer Materie. Damit ist aber NICHT die Antimaterie gemeint, sondern Tachyonen. So wie sich unsere normale Materie immer mit Unterlichtgeschwindigkeit bewegt und niemals auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden kann, so würden sich Tachyonen immer mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen und niemals auf Lichtgeschwindigkeit abgebremst werden können. Grundsätzlich würden Tachyonen nicht im Wiederspruch mit der Relativitätstheorie stehen. Es gibt aber tatsächlich nicht den Hauch eines Hinweises, dass Tachyonen (bis auf Raumschif Enterprise) wirklich realisiert sind.

Hier nochmal auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tachyon

Zurück zu den weißen Löchern:
Das aus solchen weißen Löchern nur dunkle Materie entweicht, davon hab ich noch nichts gehört. Warum sollte das so sein? Abgesehen davon müssten sich weiße Löcher auch wegen ihrer negativen Gravitation bemerkbar machen. So wie schwarze Löcher alles anziehen, stoßen weisse Löcher alles ab. Sowas wurde aber noch nie beobachtet. Soviel wir wissen gibt es keine lokalen, antigravitativ wirkenden Kräfte in unserem Universum. Das einzige, was antigravitativ wirkt, ist die dunkle Energie. Diese wirkt aber nicht lokal, sondern nur auf irre großen Skalen.


Man ja eher versucht, zu sagen, daß irgendwann ja zwangsläufig alle Schwarzen Löcher zusammen kommen müssen, nach sie die umgebende Materie geschluckt haben. Die Gravitation ist dann ausreichend stark für solche ferne Anziehung.
Und dann im Weiteren noch stärker, so daß sie zusammenfallen, um eine neue Singularität zu bilden, bereit für den nächsten Urknall.

Dieses mögliche Ende des Universums nennt man Big Crunch. Ich muss dich aber leider enttäuschen. Es sieht nämlich so gar nicht danach aus, dass das Universum über genug Masse verfügt um die Expansion irgendwann zu stoppen und ein zusammenfallen einzuleiten. Im Gegenteil! Messungen der letzten Jahrzehnte sagen klar, dass sich das Universum BESCHLEUNIGT ausdehnt. Es ist also nicht nur so, dass die Expansion wegen der Gravitation der Materie abgebremst wird. Die Expansion nimmt immer mehr zu! Das haben aktuelle Messungen nun auch wieder bestätigt. Das bedeutet, dass eines der anderen beiden Möglichkeiten für das Ende des Universums viel wahrscheinlicher ist: Der Big Rip und der Big Chill. Der Big Rip (das große Zerreißen) geht davon aus, dass die Expansionsrate irgendwann einmal so groß wird, dass Planetensysteme nicht mehr stabil sind, später dann auch kleinere Objekte zerrissen werden bis hin zu Atome. In diesem Szenario wird die Expansion irgend wann einmal alle Materie (auch schwarze Löcher) auf atomarer Ebene zerreissen. Das Big Chill Ende ist langweiliger. Es sagt, dass die Expansion einfach immer weiter gehen wird. Irgendwann wird aller Wasserstoff aufgebraucht sein und alle Objekte zu weit voneinander entfernt sein um neue Sterne bilden zu können. Das bedeutet, das Universum wird immer kälter, dunkler und größer.

Hier nochmal für alle, die es genau wissen wollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Crunch
https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Rip
https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Freeze


Mane

Offline McPhönix

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #370 am: 08. April 2019, 23:40:00 »
Zurück zu den weißen Löchern:
Das aus solchen weißen Löchern nur dunkle Materie entweicht, davon hab ich noch nichts gehört.
Ich hab doch zwei Kichererbsen dahinter gemacht :)

Danke aber für die gebündelten Informationen !

@prodatron @m.hecht - Sollte alles auch nur mal ein lockerer Gedanke zwischendurch sein. Ein bissel Lockerheit bei Gedanken scheint mir überhaupt besser als bei im Forum  mitunter zu sehenden Verbalinjurien ;)
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Offline Pham

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #371 am: 09. April 2019, 09:31:46 »
Hallo Mane,

vielen dank für Deinen ausführlichen Beitrag, zu dem ich zwei fortführende Anmerkungen machen möchte.

1) "weiße Löcher"
Ja, ART gibt diese mathematisch (!) her. Nur sind, wie Du sagts mathematische Lösungen nicht in jedem Fall auch reale Lösungen. So gäbe es auch in der newton'schen Mechanik Lösungen, welche unsinnig sind.
Beispiel:
Die Beschleunigung, welche ein Körper im irdischen Gravitationsfeld erfährt, berechnet sich nach a=Gm/r².
Nach r aufgelöst (Abstand zum Erdmittelpunkt) findet man zwei Lösungen. Ein negativer Weg macht natürlich keinen Sinn, so dass man diesen ignoriert.

Nun darf bzw. sollte man sich durchaus kritische Gedanken machen, ob bei mehreren Lösungen nicht doch alle Lösungen (alternative?) Realitäten darstellt. Aber bitte nicht, alle möglichen mathematischen Lösungen auch zwingend zu einer physikalischen Realität erheben.

Im Fall der sogenannten "weißen Löcher" tauchen so viel Unplausibiltäten auf, dass sie, obwohl mathematische Lösung der ART, mit mehren anderen Gesetzmäßigkeiten und Kausalitäten in Konflikt geraten.

2) "beschleunigte Expansion der Universums / dunkle Energie
So sehr mich mein Geist anfangs gegen das Konzept der dunklen Energie gewehrt hat (aber dennoch keine Möglichkeit fand diese zu negieren), scheint mir diese immer plausibler, je weiter ich mich derzeit in das Konzept der "ewigen Inflation", nach der das Universum nicht in einem Urknall begann und es DANN eine Phase der Inflation gab, sondern es genau anders herum war bzw. ist: Der raum expandiert mit dem Tempo der infaltionären Geschwindigkeit bzw. Beschleunigung (was zu einem Zustand der Plank-Dichte während dessen führt) und durch Quantenfluktuationen infinitesimal kleine Raumbereiche aus der Inflation fallen und sich mit atemberaubender Geschwindigkeit aufspannen … und somit das werden, was wir wahrnehmen: ein mit zunehmender Geschwindigkeit expandierendes Universum.
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Offline McPhönix

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #372 am: 09. April 2019, 15:14:34 »
Ok, das Universum dehnt sich aus.
Etwas, das sich ausdehnt, ist aber doch nur ein Teil von etwas, wodrin es sich ausdehnen kann bzw. wo der Platz dafür ist. Also ein übergeordnetes "wie nennt man das bloß".
Und das kann ja nun wieder eine Größe haben, die sich unserer Faßbarkeit entzieht. Wo wir doch grad irgendwelche Werte hernehmen, die uns unser eigenes Universum nicht gar so schrecklich erscheinen lassen :D

Nun muß doch diese Ausdehnung unseres Universums ja nicht zwingend linear sein. Auch wenn unser bisheriger (!) Wissensstand das annehmen läßt. Denn auch das alles kann ja einer Raumkrümmung höherer Ordnung unterliegen, wogegen sich halt nur unser Verstand ein bissel dagegen wehrt.

In meinem Schaubild stelle ich den von mir genannten "Überraum" mal als Arbeitstisch dar, auf dem sich unser Universum ausdehnt. Nur daß dieser Arbeitstisch nicht plan ist, sondern eine Kugeloberfläche. Auf der ist rechts unser noch nicht fertiges Universum, was erstmal nur einen Teil des Platzes bedeckt. 

Wenn man sich nun vorstellt, daß diese Kugeloberfläche (unser Arbeitstisch) wiederum einer Krümmung höherer Ordnung unterliegt und wenn man dazunimmt, daß die Ausdehnung unseres Universums auch nicht nur in drei Dimensionen stattfindet, dann wird es faßlicher. Und es ist dann zum Beispiel auch der links im Bild angedeutete Vorgang möglich. Freilich, ein einfacher Tesserakt wird nicht ausreichen für eine bessere Darstellung.



Ja freilich führt das dazu, daß dieses Modell wiederum nur Teil einer noch höheren Ordnung sein kann. Na und ? Macht doch nix :)

(PS - Quelle der Ausgangsgrafik : Wikipedia)
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Offline Pham

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #373 am: 09. April 2019, 15:54:10 »
Ok, das Universum dehnt sich aus.
Etwas, das sich ausdehnt, ist aber doch nur ein Teil von etwas, wodrin es sich ausdehnen kann bzw. wo der Platz dafür ist. Also ein übergeordnetes "wie nennt man das bloß".
...

Ich stelle nun mal einfach und erstmal ohne weitere Kommentierung einen Satz dagegen:

Das Universum dehnt sich in sich selbst aus.

… 
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Offline Sensei

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #374 am: 09. April 2019, 17:25:22 »
Dann nehm ich gleich den nächsten Punkt..

Zitat
Nun muß doch diese Ausdehnung unseres Universums ja nicht zwingend linear sein. Auch wenn unser bisheriger (!) Wissensstand das annehmen läßt.

Nö, tut sie nicht..

Inflationäre Phase. Verlangsamte Ausdehnung. Beschleunigte Ausdehnung.

Tags: Schwarzes Loch