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Raumcon
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Autor Thema: Schwarze Löcher  (Gelesen 130627 mal)

Offline McPhönix

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #375 am: 09. April 2019, 17:34:58 »
Ok, das Universum dehnt sich aus.
Etwas, das sich ausdehnt, ist aber doch nur ein Teil von etwas, wodrin es sich ausdehnen kann bzw. wo der Platz dafür ist. Also ein übergeordnetes "wie nennt man das bloß".
...

Ich stelle nun mal einfach und erstmal ohne weitere Kommentierung einen Satz dagegen:

Das Universum dehnt sich in sich selbst aus.

Damit legst Du doch aber eine Grenze fest bzw. sagst, es wäre nicht unendlich. Da es sich nur in sich selbst ausdehnen kann. Evtl. durch erweiterung der Dimensionen, ok.
Somit wäre es ein Körper, der auf oder in einem Anderen angeordnet sein kann.

@Sensei - ich meinte das geometrisch gesehen. Vom jeweiligen Standort des Betrachters aus. Egal ob Schrumpfen oder ausdehnen.
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Prodatron

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #376 am: 09. April 2019, 20:21:08 »
Damit legst Du doch aber eine Grenze fest bzw. sagst, es wäre nicht unendlich. Da es sich nur in sich selbst ausdehnen kann.
Wieso? Auch ein unendlich großes Gebilde kann sich in sich selbst ausdehnen.
Zumal man nicht weiß, ob das Universum unendlich ist oder nicht bzw. nur unbegrenzt.

Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #377 am: 10. April 2019, 08:26:01 »
Damit legst Du doch aber eine Grenze fest bzw. sagst, es wäre nicht unendlich. Da es sich nur in sich selbst ausdehnen kann. Evtl. durch erweiterung der Dimensionen, ok.

Wenn man als 2 dimensionales Lebewesen auf einer Kugeloberfläche lebt, kann sich die 3 dimensionale Kugel ausdehnen. Mein "Universum" wird dann immer größer ohne dass es endlich ist. Egal wie ich mich auf der Kugeloberfläche bewege, ich werde niemals an einen Rand stoßen. Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du sowas, richtig? Eine Kugel ist aber nicht das einzige Gebilde, bei dem das möglich ist. Auch bei einem Torus wäre das z.B. so.

Das Problem ist, dass wir noch nicht genügend wissen, um diese Möglichkeit ausschließen oder bestätigen zu können. Man hat aber schon mehrfach versucht, die Flachheit das Universums zu vermessen. Wäre das Universum in irgend einer weise krumm (Kugel, Torus, ...) müsste man das messen können. Die Winkelsumme eines riesigen Dreiecks wäre dann nicht 180 Grad. Alle bisherigen Messungen haben aber 180 Grad ergeben. Das Universum ist also entweder flach, größer als es die Messgenauigkeit erfassen kann oder hat eine bisher nicht bedachte Form.

Mane

Offline McPhönix

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #378 am: 10. April 2019, 09:56:51 »
Das mit den 180 ° überzeugt mich nicht. Ich hatte ja bei meinem Kugelbeispiel versucht, mit Krümmungen zu erklären, die wir noch garnicht erfassen können. Dazu kommt auch noch die Variante, die Du mit dem Ballon erklärst. Nur daß sie halt auch für den übergeordneten Raum zulässig sein muß.
Was also sind das für angebliche 180° ?  8)
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Offline Pham

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #379 am: 10. April 2019, 11:43:39 »
Damit legst Du doch aber eine Grenze fest bzw. sagst, es wäre nicht unendlich. Da es sich nur in sich selbst ausdehnen kann. Evtl. durch erweiterung der Dimensionen, ok.

Wenn man als 2 dimensionales Lebewesen auf einer Kugeloberfläche lebt, kann sich die 3 dimensionale Kugel ausdehnen. Mein "Universum" wird dann immer größer ohne dass es endlich ist. Egal wie ich mich auf der Kugeloberfläche bewege, ich werde niemals an einen Rand stoßen. Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du sowas, richtig? Eine Kugel ist aber nicht das einzige Gebilde, bei dem das möglich ist. Auch bei einem Torus wäre das z.B. so.

Das Problem ist, dass wir noch nicht genügend wissen, um diese Möglichkeit ausschließen oder bestätigen zu können. Man hat aber schon mehrfach versucht, die Flachheit das Universums zu vermessen. Wäre das Universum in irgend einer weise krumm (Kugel, Torus, ...) müsste man das messen können. Die Winkelsumme eines riesigen Dreiecks wäre dann nicht 180 Grad. Alle bisherigen Messungen haben aber 180 Grad ergeben. Das Universum ist also entweder flach, größer als es die Messgenauigkeit erfassen kann oder hat eine bisher nicht bedachte Form.

Mane
Oder das Universum hat eine derartige Dimension erreicht, dass das sichtbare Universum lediglich ein infinitesimal kleiner Teil des Universum ist. Sollte es also auf gewaltigen Raumdimensionen gekrümmt sein (egal wie rum), dann könnten wir im Rahmen der erreichbaren Messgenauigkeit keine Abweichung von der Flachheit feststellen.

Nach der Hypothese der "ewigen Inflation" wäre Universum nach innerhalb der GUT-Ära auf einen "Radius" von 10exp10exp500 Lichtjahre angewachsen. Dem gegenüber wäre unser sichtbares Universum mit seinen gerade mal 10exp10 LJ ein geradezu verschwindend geringer Teil. Keine Chance auf den verfügbaren Raumdimensionen eine Krümmung zu messen, selbst wenn das gesamte Universum in seinen Dimensionen vollständig in sich geschlossen sein sollte.
« Letzte Änderung: 10. April 2019, 12:50:56 von Pham »
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #380 am: 10. April 2019, 12:58:37 »
Oder das Universum hat eine derartige Dimension erreicht, dass das sichtbare Universum lediglich ein infinitesimal kleiner Teil des Universum ist. Sollte es also auf gewaltigen Raumdimensionen gekrümmt sein (egal wie rum), dann könnten wir im Rahmen der erreichbaren Messgenauigkeit keine Abweichung von der Flachheit feststellen.

Nach der Hypothese der "ewigen Inflation" wäre Universum nach innerhalb der GUT-Ära auf einen "Radius" von 10exp10exp500 Lichtjahre angewachsen. Dem gegenüber wäre unser sichtbares Universum mit seinen gerade mal 10exp10 LJ ein geradezu verschwindend geringer Teil. Keine Chance auf den verfügbaren Raumdimensionen eine Krümmung zu messen, selbst wenn das gesamte Universum in seinen Dimensionen vollständig in sich geschlossen sein sollte.

Genau das hab ich damit gemein. Danke für die Anreicherung mit mehr Details.

...größer als es die Messgenauigkeit erfassen kann ...


Mane

Online Gertrud

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #381 am: 10. April 2019, 21:56:04 »
Hallo Zusammen,

Der Schatten des Schwarzes Lochs in der Galaxie M87 ist von einer heller ringförmiger Struktur umgeben.
(Kredit: EHT Collaboration) 
http://www.nao.ac.jp/en/news/science/2019/20190410-eht.html

Im Zeitraum vom 5. bis 11. April 2017 beobachtete das Event Horizon Telescope (EHT) an vier verschiedenen Tagen M87 mit einem Zusammenschluß, das acht Radioteleskope an sechs geografischen Standorten enthielt.
(Kredit: NRAO / AUI / NSF)
http://www.nao.ac.jp/en/news/science/2019/20190410-eht.html
https://iopscience.iop.org/journal/2041-8205/page/Focus_on_EHT

Das Bild zeigt das schwarze Loch im Zentrum von Messier 87 , einer massereichen Galaxie im nahegelegenen Virgo-Galaxienhaufen. Dieses schwarze Loch liegt 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und hat eine Masse, die 6,5 Milliarden Mal größer als die unserer Sonne ist.  Die Technik, die als „Interferometrie mit sehr langen Basistrecken“ (VLBI) ermöglicht dem EHT eine Winkelauflösung von 20 Mikro-Bogensekunden ,genug, um eine Zeitung in New York aus einem Café in Paris zu lesen. 
https://www.eso.org/public/germany/news/eso1907/

In dem Link sind Bilder von M87 an vier verschiedenen Beobachtungsnächten. In jedem Feld zeigt der weiße Kreis die Auflösung des EHT. Alle vier Bilder werden von einem hellen Ring mit erhöhter Emission im Süden dominiert.
https://iopscience.iop.org/journal/2041-8205/page/Focus_on_EHT

In dem Link befinden sich viele Vergleichsbilder und Daten von M87 an allen vier beobachteten Tagen. Unterschiedliche ausgewählte Referenz-Bildgebungsparameter  führen für jedes Verfahren zu unterschiedlichen Spitzenhelligkeitstemperaturen, wie durch die eindeutigen Farbbalken für jede Reihe angezeigt wird.
Die Bilder dürfen wegen Copyright nicht veröffentlicht werden.
https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ab0e85

Ein Bericht vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie.
https://www.mpifr-bonn.mpg.de/pressemeldungen/2019/4

Die endgültigen Bilder wurden nach einer gründlichen Bewertung traditioneller Bildgebungsalgorithmen und neuer, auf das EHT-Instrument zugeschnittener Techniken erstellt. Da die Verarbeitung der Beobachtungsdaten enorm aufwendig sind, benötigten die Forscher bis  July 2018 um alles auszuwerten und endlich die Strukturen des Bild zu sehen. Ab min. 20.40 zu hören.

https://www.youtube.com/watch?v=PQUmsJOPzE4

Dieses neue Ergebnis der Forschung sollte nach meiner Ansicht hier auch Einzug halten, obwohl schon im Thread Event Horizon Telescope "EHT" darüber  diskutiert wird.

Mit beste Grüße
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline MpunktApunkt

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #382 am: 10. April 2019, 22:20:32 »
Hallo Gertrud,

vielen Dank für die tolle Zusammenfassung hier.

Ebenfalls sehr begeisterte Grüße

Mario
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline RomanD

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #383 am: 12. April 2019, 08:43:58 »
Wobei mir immer noch nicht klar ist, wie ein Schwarzes Loch = Singularität rotieren kann.... Rotation bedeutet doch, das etwas UM den Mittelpunkt herum rotiert - sprich eine gewisse Ausdehnung haben muss. Oder ist mit rotierenden schwazen Löchern die Materie gemeint, die in das Loch fällt?

Online Sensei

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #384 am: 12. April 2019, 12:36:08 »
Kann ein Punkt nicht rotieren?

Wobei die Punktannahme in der Ausdehnung ja auch nur eine unzulässige Vereinfachung ist.

Die Überlegung zu drehenden SL ist auf jedem Fall sehr alt.
Schließlich ist die Drehimpulserhaltung eine sehr grundlegende Erhaltungsgröße!
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #385 am: 12. April 2019, 13:24:27 »
Wobei mir immer noch nicht klar ist, wie ein Schwarzes Loch = Singularität rotieren kann.... Rotation bedeutet doch, das etwas UM den Mittelpunkt herum rotiert - sprich eine gewisse Ausdehnung haben muss. Oder ist mit rotierenden schwazen Löchern die Materie gemeint, die in das Loch fällt?

Wie Sensei schon sagt, ist die Drehimpulserhaltung eine sehr grundlegende Erhaltungsgröße. Aber auch die Energieerhaltung. Würde es eine Singularität wirklich geben, wäre auch die Energieerhaltung an diesem Punkt verletzt. Es wäre ein Punkt mit unendlich viel Energie. Sowas kann es aber nicht geben. Werner Heißenberg rettet uns an dieser Stelle. Klar, die Relativitätstheorie sagt, es gibt eine echte Sigularität. Das kann die ART aber nur deshalb, weil sie eine klassische Theorie ist. Sie ist nicht quantisiert. Die Quantenmechanik (neben der ART die zweite extrem erfolgreiche Theorie) auf der einen Seite, die ART auf der anderen Seite sind in solchen extremen Fällen wie einem schwarzen Loch nicht vereinbar. Das M87 Bild zeigt uns aber nun auch bildlich, dass es Schwarze Löcher wirklich gibt. Und ein schwarzes Loch schert sich nichts um die ART und auch nichts um Heißenberg. Soll heißen: Irgendwie müssen diese beiden Theorien in Einklang gebracht werden, damit die daraus entstehende, neue Theorie auch den Extremfall "Schwarzes Loch" korrekt erklären und beschreiben kann. Davon ist die Menschheit aber noch ein ganzes Stück entfernt.

Um auf deine Frage zurück zu kommen:
Es kann also kein exakter Punkt sein. Es muss eine räumliche Ausdehnung geben und wenn sie auch noch so klein ist. Und damit kann ein Schwarzes Loch auch rotieren.

Mane

Offline einsteinturm

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #386 am: 12. April 2019, 15:47:46 »
Durchmesser eine Plancklänge vielleicht?

Online Sensei

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #387 am: 12. April 2019, 16:09:01 »
Nicht ganz.

Rotierende SL bilden wohl eine ringförmige Singularität aus

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Ring_singularity
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Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #388 am: 14. April 2019, 21:36:55 »
Am Ende des Tages wissen wir es nicht und werden es auch in Zukunft nicht wissen können, da es sich nicht empirisch überprüfen lässt.

Die Beobachtungsergebnisse von M87 ist für die Wissenschaft eigentlich nicht so gut, da die ART selbst bei so extremen Fällen offenbar zu 100% bestätigt wurde. Wie ich schon geschrieben habe, kann die ART aber nicht das letzte Wort sein, weil sie nicht quantisiert ist.

Ich würde aber trotzdem die Hoffnung noch nicht aufgeben, doch einmal über das Innere eines Schwarzen Lochs etwas sagen zu können. Eventuell finden wir doch noch etwas neues, wenn künftige Beobachtungen wie das EHT eine bessere Auflösung erzielen oder noch was Neues in Gravitationswellen-Signalen gefunden wird. Speziell von der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher verspreche ich mir schon noch neue Erkenntnisse über die Funktionsweisen von Schwarzen Löchern.

Mane

Offline McPhönix

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #389 am: 14. April 2019, 22:09:04 »
Ich hab jetzt ein paar Tage nicht alles verfolgen können - gibt es auch neue Erkenntnisse dazu, ob das "Bild" des Schwarzen Loches nicht eine Geldbeschaffungsmaschine ist ?
Wobei ich nichts dagegen habe, wenn in brauchbare Großprojekte Geld fließt.
Dieses ganze geheimnisvolle Getue vorweg, obwohl sonst ja jede Forschergruppe Angst hat, bei einer Erkenntnis der Zweite zu sein. Und eingerechnet - was zum Teufel kann jemand Schlimmes damit anfangen, wenn das Bild ein paar Tage vorher ins Netz geht?
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Online Sensei

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #390 am: 14. April 2019, 23:13:36 »
Nein das ist es nicht.

Vielmehr ist das aus gutem Grund bei wissenschaftlichen Großprojekten schon seit einer weile Usus.

Man will halt allen Beteiligten gerecht werden. Und deswegen die Ergebnisse gleichzeitig präsentieren.
Außerdem will man bei solch großen, mehrjährigen, internationalen Projekten keine halbgaaren Ergebnisse raus lassen. Da soll das letztendlich Ergebnis schon Stichhaltig sein.
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Offline Pham

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #391 am: 15. April 2019, 08:48:00 »
Am Ende des Tages wissen wir es nicht und werden es auch in Zukunft nicht wissen können, da es sich nicht empirisch überprüfen lässt.

Die Beobachtungsergebnisse von M87 ist für die Wissenschaft eigentlich nicht so gut, da die ART selbst bei so extremen Fällen offenbar zu 100% bestätigt wurde. Wie ich schon geschrieben habe, kann die ART aber nicht das letzte Wort sein, weil sie nicht quantisiert ist.

Ich würde aber trotzdem die Hoffnung noch nicht aufgeben, doch einmal über das Innere eines Schwarzen Lochs etwas sagen zu können. Eventuell finden wir doch noch etwas neues, wenn künftige Beobachtungen wie das EHT eine bessere Auflösung erzielen oder noch was Neues in Gravitationswellen-Signalen gefunden wird. Speziell von der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher verspreche ich mir schon noch neue Erkenntnisse über die Funktionsweisen von Schwarzen Löchern.

Mane
Über den Nachweis von Gravitationswellen hin zu einer Quantengravitation scheint mir noch einer enorm weiter Weg.

Wenn man sich vorstellt, welcher Weg es war vom Nachweis der em-Strahlung (wofür bereits die Natur einen Detektor entwickelt hat: Auge) hin zur Messung des Teilchencharakters derselben (Quantelung), dann haben wir Gravitationswellen selbst erst vor einigen Jahren nach gewiesen (in enorm komplexen Apparaturen).
Wenn ich den Weg vereinfacht mal nebeneinander stelle, scheint mir der direkte Weg über einen Nachweis der Quantelung von Gravitationswellen derzeit out of range.

Über das Innere schwarzer Löcher (soweit überhaupt existent), das Reich in dem derzeit noch Drachen wohnen, sehe ich, wenn überhaupt, nur die Chance irgendwie über eine Lösung des Informationsparadoxons etwas zu erfahren. Vielleicht liegt darin ja mit ein Schlüssel, mit dem man der Quantengravitation und der Auflösung der Paradoxien, welche die quantenmechanische und die relativistische Betrachtung ergeben.

der Film Interstellar hat dafür eine elegante "Lösung" gezeigt (mal nachsehen, was in einem supermassiven schwarzen Loch vor sich geht und mit Hilfe der eigenen, weiterentwickelten Menschheit, welche die dortigen Möglichkeiten nutzen, welche wir dabei entdecken, um uns durch das schwarze Loch durch tunneln lassen - und damit selbst ein weiteres Paradoxon erschaffen, welche solche Zeitreisen mit sich bringen). Ich fürchte nur dass es nicht so einfach wird.  :-\
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Offline m.hecht

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #392 am: 15. April 2019, 09:26:56 »
Ich bin voll bei dir, Pham. Ich hab nicht geschrieben dass es einfach wird oder das wir kurz vor einem Durchbruch stehen. Mir ging es nur darum auf ein paar Ansätze hinzuweisen, die eventuell doch Informationen über Vorgänge am Ereignishorizont oder vielleicht sogar etwas dahinter aussagen könnten.

Offline 973

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #393 am: 19. April 2019, 21:04:04 »
Wir hätten uns   bzgl.  eines SL klassisch vorzustellen, daß innerhalb  seine Energie  durch Wellen / Photonen der Wellenlänge der Größenordnung seiner Ausdehnung dargestellt  angesehen werden kann, und zwar anzahlmäßig so vieler (und damit auch so vieler Informationen) wie seine Oberfläche Elementarflächen hat , und daß ihre Werte die Informationen selbst sind die sich im SL befinden.     Alle Informationen im SL können insofern unmittelbar nach außen tunneln.     Außen wird  gerade eine pro Durchlaufzeit registriert, mit derselben Wellenlänge


Zunächst einmal ist es aber fraglich, in welchem Sinne innerhalb eines schwarzen Lochs überhaupt "physikalisch" Zustände entsprechend der inneren Schwarzschildlösung bestehen,  sei es global, sei es nur für jeden hineinfallenden Beobachter selbst.  Insbesondere, unsere Dimensionen Raum und Zeit.    Ferner, in welchem Sinne die Antworten darauf für uns im Außenraum "wahr" sind,  einschließlich wann sie bei uns ankommen (klassisch wäre das erst nach unendlicher Zeit)

Für hineinfallende Beobachter besteht schon das Problem, daß er physikalisch genau am SR  desintegriert, aber für ihn vorher (selbst nur minimal bevor er am SR ankommt) vor ihm ankommende  Objekte (einschließlich seiner Füße) sehr bis unendlich zeitverzögert wahrnimmt - und zwar immer vor dem SR, nie schon auf seiner anderen Seite (als schon hineingefallen) So.daß das Passieren des SR selbst nicht Teil unserer Raumzeit ist, ebenfalls für das Opfer selbst nicht passiert weil es dort vom Zustand Unterlichtgeschwindigkeit in den Zustand Lichtgeschwindigkeit  übergeht. Selbst wenn es dies überleben würde, müßten sich anschliessend all seine Teile zueinander mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen.

Da insofern der Schwarzschildradius eine echte / physikalische Singularität ist, muß sie mE nach etwas verhindern was nicht sein kann.      Es spricht einiges dfür, daß der Schwarzschild"radius" zwei Gebiete miteinander unverträglicher Eigenschaften trennt, in dem Sinne daß nicht durchkommt was nicht durchkommen darf, insbesondere Materie,  weil auf der anderen Seite insbesondere nicht dieselben Dimensionen wie hier herrschen.

Möglicherweise kann man aber auch in den Dimensionen die im SL bestehen,  eine "Strahlung" o.g. Art annehmen, die  die Informationen repräsentieren,   einschließlich sie in den Außenbereich kommen können wenn sie wollen .       Einschließlich dürfte für Beobachter im Inneren jedes schwarze Loch expandierend erscheinen. Schon für den hineinfallenden Beobachter ist dieses Ereignis so, als ob er ruht  und der SR über ihn hinwegfläscht, also das SL mit Lichtgeschwindigkeit expandiert.       Das hätte dann ferner die Konsequenz, daß jedenfalls für Beobachter im Inneren zunehmend mehr Informationen im SL enthalten wären  (wogegen es für die Dimensionen im Außenraum also bei uns irgendwann zerstrahlt wäre)

Dieser Auffassung nach wären die Informationen / Wahrheiten über Ereignisse etwas fundamentaleres als Raum und Zeit, welche umgekehrt ihrerseits nur Erscheinungen dessen sind, daß  nicht zueinander widersprüchliche Informationen irgendwo gleichzeitig gelten

Probleme daß durch SL  irgendwozu inkompatibel     Informationen verloren gehen, sind nicht zu sehen.


Offline Siliziumdioxid

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #394 am: 08. Mai 2019, 00:43:57 »
Hallo, mein letzter Beitrag ist schon was her,
-Danke dass Ihr auf meinen etwas weit schweifenden Beitrag so ausführlich geantwortet habt - Danke Hecht, Aufklärung ist eine schwierige Sache.
Ja. Es waren nur Thesen. Nichts bewiesen, das war mir schon klar, aber was mir nicht klar war - warum ging es da wo ich geklinkt habe um Verteidigung..(k.A.)?

Und dann kommt einfach so ma` ein Bild vom Schwarzen Loch rüber, ganz große Klasse-ehrlich! Aber mit kurzer Mainistreammedien-Sagittarius-M53-Verwirrung in den Medien mit null Ahnung Recherche am ersten Tag?

Das Bild - Auf der Arbeit, mit der ganzen Familie und Freunden - wurde diese Sternstunde der Astronomie erst ausufernd diskutiert und dann gefeiert. Ein Puzzleteil passt. DANKE, meine Steuergelder wurden nicht verschwendet. Den SR eines SL der seit Jahrzehnten im LK Physik gelehrt wird, gibt es wirklich ;)!

Aber wir können nicht reinsehen – nun können wir es aber sehen. Schwarze Löcher sind ein Schlüssel zum Verstehen unseres Universums. Das berechnete Bild wird sicher immer besser werden.
Eine Erkenntnis sind wieder tausend Fragen – solange noch jemand fragt ist alles gut.

Viele Grüße und GA - besonders auch an unsere Hobbywissenschaftler,
SiO2

Alles ist eins und eins ist Alles - Wir sind Quarks - Atome - Sternenstaub - Meteoriten - die Erde - Leben - System - Galaxien - Cluster - Universum - Alles, Es und Wir erschafft sich selber. Gemeinsam. Und dürfen es dann in aller Pracht bewundern - zum Genießen bleibt keine Zeit...


Offline Lumpi

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Re: Schwarze Löcher
« Antwort #396 am: 04. November 2019, 18:12:03 »
Bisher masseärmstes Schwarzes Loch entdeckt?

Astronomen haben in den Daten des "Apache Point Observatory Galactic Evolution Experiments" (APOGEE) Hinweise auf einen Stern gefunden, der mit einem unsichtbaren Begleiter ein Doppelsystem bildet. Der Rote Riesenstern  2MASS J05215658 + 4359220 und sein unsichtbarer Begleiter haben eine Umlaufzeit von ~ 83 Tagen und eine Exzentrizität nahe Null. Die Masse des unsichtbaren Objekts wird auf etwa 3,3 (mindestens aber 2,6) Sonnenmassen geschätzt. Damit liegt die Masse zwischen dem bisher mit 2,1 Sonnenmassen massereichsten bekannten Neutronenstern und dem mit etwa 6 Sonnenmassen masseärmsten Schwarzen Loch.
https://science.sciencemag.org/content/366/6465/637


Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

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