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Autor Thema: Planetenentstehung  (Gelesen 64058 mal)

kugelblitz(Guest)

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Planetenentstehung
« am: 22. Juli 2005, 14:38:02 »
Ich hab mal ne Frage zu der Entstehung der Planeten unseres Sonnensystems:

Die Planeten sind doch aus ein und derselben Staubscheibe um die Sonne entstanden...nun meine Frage: wie kommt es zu der unterschiedlichen chem. Zusammensetzung der Planeten, wenn diese alle aus dem gleichen Material entstanden sind?

Bitte klärt mich mal auf, danke

IronDraX

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #1 am: 22. Juli 2005, 16:35:07 »
Zum einen hatte die Entfernug zur Sonne etwas damit zu tun.
Je weiter oder je näher ein planet von der Sonne entfehrnt ist desto verschiedener die chem. zusammensetzungen.

so kommt es auch, das "jetzt" nur auf der erde wasser existieren kann.

Offline Volker

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #2 am: 22. Juli 2005, 18:30:31 »
Gasfoermige Planeten findest Du weiter aussen im Sonnensystem, erdaehnliche (Merkur, Erde, Mars, Venus + Asteroiden) weiter innen. Innerhalb der Jupiterbahn findet sich weniger Wasserstoff/Helium als ausserhalb, denn hier ist hat sich der Wasserstoff in der Sonne angesammelt. Reste von Gas werden dann vom Sonnenwind und vom Strahlungsdruck der Sonne nach aussen getragen. Daher also eher schwere Elemente im innern des Sonnensystems, leichtere Elemente weiter aussen. Ausnahmen bestaetigen auch hier die Regel.

Gruss
Volker
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H.J.Kemm

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #3 am: 29. Dezember 2005, 01:19:59 »
Moin,

wieder eine neue Theorie über die Entstehung unserer Planeten im Sonnensystem durch deutsche und österreichische Astronomen.

Hier ihre Theorie (stellenweise wörtlich zitiert):


Nach der bisherigen Auffassung entstand das Sonnensystem vor etwa 4,6 Milliarden Jahren zusammen mit einigen anderen Sternen aus einer riesigen Gas- und Staubwolke. Die Wolke zerfiel in zahlreiche Knoten, die wiederum unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenfielen, bis der steigende Druck in ihrem Inneren das nukleare Feuer der Sterne entfachte. Um viele dieser Sterne, darunter auch unsere Sonne, bildete sich eine Scheibe aus Gas und Staub. Diese Staubteilchen blieben aneinander kleben und formten immer größere Körper, bis ihre Schwerkraft groß genug wurde, um das umgebende Material wie ein Staubsauger aufzusammeln.

Mit diesem Modell lässt sich zwar die Entstehung der inneren Planeten wie Venus oder Erde erklären, nicht jedoch die Geburt der weiter von der Sonne entfernten Himmelskörper. Denn Beobachtungen junger Sterne zeigen, dass sich eine solche Staubscheibe bereits nach wenigen Millionen Jahren auflöst. So schnell hätten die äußeren Planeten jedoch nicht entstehen können. Uranus, Neptun und Pluto dürften nach solchen Modellen gar nicht existieren, KBO´s natürlich auch nicht.

Die Theorie mit einem Nachbarstern als Geburtshelfer liefert einen Ausweg aus dem Dilemma. Die Anziehungskraft dieses Sterns wirkte dabei wie ein Löffel, mit der Tee in einer Tasse umgerührt wird: So wie sich die Teekrümel in der Tasse im Zentrum des Wirbels sammelten, ballte sich unter dem Einfluss des Sterns auch das Material in der Staubscheibe schneller zu größeren Klumpen zusammen.


Jahrzehntelang hat die gesamte Fachwelt daran festgehalten, dass bei der Entstehung unseres Sonnensystems kein *Nachbarstern* in der Nähe war und jetzt auf einmal ist dieser unbekannte *Teelöffel* sogar Geburtshelfer. Ausserdem gab es ja schon vor ~ 25 Jahren solch eine ähnliche Theorie (fremder Stern beeinflusst die protoplanetare Scheibe) die aber nicht weiter aufrechterhalten wurde, da sich kein Stern fand, der mal hier bei uns kurz vorbeigeschaut hatte.

Wo ist eigentlich der von den Astronomen jetzt zitierte Stern geblieben? Wenn man sich für seine Existenz bedanken will, dann muß man ja schliesslich wissen bei wem.

Oder ist das wieder so ein Flop, wo sich einige Leute wichtig machen wollen und versuchen das der Menschheit unterzujubeln?


Jerry

« Letzte Änderung: 29. Dezember 2005, 01:31:36 von H.J.Kemm »

Offline ralfkannenberg

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #4 am: 29. Dezember 2005, 09:58:01 »
Zitat
Wo ist eigentlich der von den Astronomen jetzt zitierte Stern geblieben? Wenn man sich für seine Existenz bedanken will, dann muß man ja schliesslich wissen bei wem.

Ja und wo ist der Stern geblieben, der alle Atome gemacht hat, aus denen Du bestehst ?  ;)
« Letzte Änderung: 29. Dezember 2005, 09:58:28 von ralfkannenberg »

H.J.Kemm

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #5 am: 29. Dezember 2005, 11:33:20 »
Moin Ralf,

Du denkst dann an eine Supernova.

Mag sein, aber ich nehme eher an, dass unser Sonnensystem, wie auch die sich in der Nähe unseres Sosy´s vorhandenen Sonnen, aus einer interstellaren Wolke aus Staub und Gas gebildet wurde.
Ähnlich dem Sternentstehungsgebiet im Orin-Nebel.

Ich halte auch nichts von der Theorie, dass ein anderer Stern die Entstehung unser Planetensytem beeinflusst hat.

In Sternentstehungsgebieten entsteht ja nicht nur eine Sonne, sondern viele, und da sie fast alle gleichzeitig *geboren* werden, ist ja wohl keiner in der Lage, die Entwicklung eines benachbarten Sosy´s zu beeinflussen.

Ausserdem nehme icuh an, dass solche Kontakte nur dazu führen würden, dass eine mögliche planetarische Scheibe auseinander gerissen würde; also sich nicht verdichtet bzw. verklumpt.


Jerry

Offline ralfkannenberg

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #6 am: 29. Dezember 2005, 15:06:00 »
Hoi Jerry,

wie wird das sein, wenn in wenigen Milliarden Jahren unsere Milchstrasse mit dem Andromedanebel zusammenstösst ? Statistisch rechnet man mit ca. 3 "Treffern", also 3 Sterne, die zusammenstossen.

Aber es werden auch "Staubregionen" (Du weisst schon - solche mit einem Proton pro Kubik-Kilometer ;) ) beider Galaxien zusammenstossen und dort wird mit aktiver Sternentstehung gerechnet, was dann die Kollegen von M33 ganz nett beobachten und auf den Titelseiten ihrer Astronomiezeitungen abbilden können.

Könnten nicht ähnliche Prozesse - also die Überlagerung der Staubscheiben zweier benachbarter junger Sonnen - die Bildung äusserer Planeten und Planetoiden begünstigt haben ?

Freundliche Grüsse, Ralf

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #7 am: 29. Dezember 2005, 15:23:22 »
Moin Ralf,

also, soviel weiss ich jetzt schon, wenn M 31 und unsere Milchstrasse zusammenstossen, dann wird M 31 der *Kannibale* sein, und von unserer geliebten Milky Way bleibt nichts mehr übrig. Wir sind zu schwach.
Unabhängig davon sagen ja die Experten, dass auch bei solch einem gewaltigen Crash sich kein Stern mit einem anderen zankt, da die Abstände zu groß sind.
Diese Erklärung ist für mich zwar nicht nachvollziehbar, aber ich lasse sie mal so im Raume stehen.


M 33 kann natürlich solch eine bzw. viele solcher Konstellationen beobachten, wobei doch diese Situation meiner Überlegung sehr nahe kommt, zumindest ihr nicht widerspricht.


Zu Deinem letzten Absatz: Das ist auch die Frage, die ich mir stellen würde.

Aber da gibt es zwei Antworten: 1.: bei einer *Zusammenballung* von Staub und Gas aus einer *befriedeten* Umgebung müßte es so ablaufen, wie von mir beschrieben. 2.: bei einer Situation, wie jetzt von Dir angesprochen, frage ich mich, ob überhaupt dann die Bildung von Planeten möglich ist, oder ob nicht eine der sich neu bildenden Sonnen nicht stärker ist und holt sich bereits ihren Anteil aus der vorhanden Staubscheibe. Dann würde es keine Planetenentstehung geben.

Leider können wir von alldem nichts beweisen oder glaubwürdig nachvollziehen!!!!!


Jerry

Offline ralfkannenberg

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #8 am: 29. Dezember 2005, 17:01:23 »
wobei ich nicht sehr überrascht wäre, wenn M33 noch vor unserer Milky "drankäme" ...

Andromi-Baby, guten Appetit !

Aber lass mal, unsere Milky hat sich ja auch nicht gerade lumpen lassen und der Sagi-Zwerg steckt ihr ja immer noch im Hals :)

Und wie schon gesagt: Aufgrund der Tatsache, dass kaum Sterne zerstört werden, würde ich den Zusammenstoss zweier Galaxien eher als Nutzung von Synergie-Effekten (und ganz analog zur freien Marktwirtschaft gibt es Entlassungen, da ja einige Sterne dabei aus der Galaxie herausgeschleudert werden ...) denn als Kannibalismus bezeichnen ! ;)
« Letzte Änderung: 29. Dezember 2005, 17:04:48 von ralfkannenberg »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #9 am: 28. Juni 2006, 09:11:11 »
Moin,

Zitat
     


EXTRASOLARE PLANETEN
Junge Planeten in staubigen Umlaufbahnen
von Rainer Kayser

Gleich zwei Astronomenteams haben unabhängig voneinander Beweise für die Existenz von Planeten im Staubring um die relativ nahe Sonne Beta Pictoris vorgelegt. Im Verdacht stand der 63 Lichtjahre entfernte Stern schon länger, doch erst neue Aufnahmen des Keck-Teleskop liefern nun deutliche Hinweise auf die Existenz von Planeten.

In der Staubscheibe um den 63 Lichtjahre entfernten Stern Beta Pictoris kreisen vermutlich Planeten. Zwei Teams amerikanischer Astronomen haben jetzt unabhängig voneinander weitere Beweise für die Existenz dieser Planeten vorgelegt. Die Forscher präsentierten ihre neuen Daten auf einer Fachtagung in Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Die an den beiden zehn Meter großen Keck-Teleskopen auf Hawaii gemachten, hochaufgelösten Infrarot-Bilder zeigen Deformationen der Staubscheibe, die sich nur durch den Schwerkrafteinfluss von Planeten erklären lassen.

Beta Pictoris ist mit einem Alter von 20 Millionen Jahren ein sehr junger Stern. Zum Vergleich: Die Sonne ist 4,5 Milliarden Jahre alt. Seit langem schon vermuten die Forscher, dass in der dichten Staubscheibe um den jungen Stern ein Planetensystem entsteht. "Wir sind schon früher auf Erscheinungen in dieser Scheibe gestoßen, die durch Planeten verursacht sein könnten", erklärt David Koerner von der University of Pennsylvania, der eines der beiden Projekte leitet, "aber diese Phänomene waren sehr weit außen in der Scheibe und es gab stets auch andere, plausible Erklärungen. Die jetzt entdeckten Störungen liegen jedoch in der typischen Entfernung von jupiterähnlichen Planeten."

Das zweite Forscherteam fand heraus, dass am Ort der Scheibendeformation die Staubpartikel kleiner und wärmer sind als in anderen Bereichen. Vermutlich, so argumentieren die Wissenschaftler, kommt es durch den Schwerkrafteinfluss des Planeten zu häufigeren Kollisionen zwischen den Felsbrocken in der Scheibe. Deshalb wird der Staub zu feineren Körnern zermahlen, die sich besser im Licht des Sterns erwärmen, als große Staubkörner.




Beta Pictoris im Sternbild *Pictor* (Maler), mag 3,85 bei sechsfacher Leuchtkraft der Sonne.


Jerry
« Letzte Änderung: 28. Juni 2006, 09:51:57 von H.J.Kemm »

Michael_Johne

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #10 am: 28. Juni 2006, 18:57:10 »
Hallo!

Zu den neuesten Erkenntnissen zu beta Pictoris siehe auch:

Die Staubscheiben von Beta Pictoris

Staubscheiben um junge Sterne sind inzwischen nichts besonderes mehr. Doch ein neues Bild des Weltraumteleskops Hubble zeigt nun um den 63 Lichtjahre entfernten Stern Beta Pictoris gleich zwei Staubscheiben. Die beste Erklärung für dieses Phänomen ist ein jupiterähnlicher Planet, der den Stern in der Ebene der zweiten Scheibe umrundet.


Quelle: http://www.astronews.com/news/artikel/2006/06/0606-019.shtml

und Forumbeitrag unter Astronews.com!

MfG, Michael!

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #11 am: 29. Juni 2006, 04:40:43 »
Moin,

Zitat


 
BETA PICTORIS
Kohlenstoff im Überfluss
von Rainer Kayser
8. Juni 2006

Beta Pictoris ist ein junger Stern, der von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben ist. Vermutlich sind dort bereits große Planeten entstanden - und kleinere, erdähnliche Planeten könnten sich gerade bilden. Nun sind amerikanische Astronomen bei ihren Beobachtungen auf etwas Seltsames gestoßen: Die Scheibe enthält doppelt so viel Kohlenstoff wie erwartet. Kohlenstoff ist der wichtigste Grundbaustein des Lebens. Nun rätseln die Forscher, ob die Scheibe um Beta Pictoris eine Ausnahmeerscheinung ist - oder ob alle jungen Planetensysteme durch eine kohlenstoffreiche Phase laufen. Die Wissenschaftler berichten in der aktuellen Ausgabe von Nature über ihre Entdeckung.

"Könnte es sein, dass unser Sonnensystem auch einmal so aussah, als es jung war? Oder entstehen in der Scheibe von Beta Pictoris andere, exotische Planeten?", fragt Aki Roberge vom Goddard Space Flight Center der NASA, eine der an den Beobachtungen beteiligten Astronomen, "beide Möglichkeiten sind faszinierend." Beta Pictoris ist 60 Lichtjahre von uns entfernt und besitzt die 1,8-fache Masse der Sonne. Der Stern ist mit 20 Millionen Jahren extrem jung - unsere Sonne ist bereits 4,5 Milliarden Jahre alt. Roberge und ihr Team haben die Staubscheibe mit den UV-Teleskopen des NASA-Satelliten FUSE beobachtet.

Eine mögliche Erklärung für die Beobachtungen wären Asteroiden und Kometen mit einem hohen Anteil an kohlenstoffhaltigen Substanzen wie Graphit und Methan. Planeten, die in einer solchen Umgebung entstünden, würden sich stark von den terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem unterscheiden. Unter einer dichten Methanatmosphäre könnten sie Meere aus zähflüssigem Teer und Berge aus Diamant beherbergen.

Eine alternative Erklärung wäre, dass es sich lediglich um ein vorübergehendes Phänomen in der Frühzeit eines jeden Planetensystems handelt. So gibt es Anzeichen dafür, dass eine bestimmte Klasse von Meteoriten im Sonnensystem in einer kohlenstoffreichen Umgebung entstanden ist. Der Zerfall von radioaktiven Elementen in Asteroiden und Kometen könnte zu einer Verdampfung des Kohlenstoffs führen, wenn eine bestimmte Grenztemperatur überschritten wird, und so eine kurzzeitige Erhöhung des Kohlenstoff-Anteils in der Scheibe auslösen.



Die detaillierte Nahaufnahme der inneren Scheibenregion, aufgenommen vom Space Telescope Imaging Spectrograph zeigt eine Verzerrung in der Scheibe. Die Umlaufbahn der Planeten unseres Sonnensystems verdeutlichen die Größenverhältnisse.




Jerry
« Letzte Änderung: 29. Juni 2006, 04:54:00 von H.J.Kemm »

Michael_Johne

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #12 am: 29. Juni 2006, 19:00:22 »
Hallo!

Zitat
Die detaillierte Nahaufnahme der inneren Scheibenregion, aufgenommen vom Space Telescope Imaging Spectrograph zeigt eine Verzerrung in der Scheibe. Die Umlaufbahn der Planeten unseres Sonnensystems verdeutlichen die Größenverhältnisse.

Auf der Aufnahme kann man erkennen, dass der so genannte Warp (d.h. Scheibenkrümmung) einen Durchmesser hat, der mindestens doppelt so groß ist wie unser Sonnensystem.

Zudem vermute ich, dass es in den äußeren Regionen des Warps Kometen und Planetoiden gibt, wie es in unser Sonnensystem mit der Oortschen Wolke und den TNOs der Fall ist.

Nebenbei habe ist hier eine kleine Bilder-Gallerie zu beta Pictoris zusammengestellt: ;)


Quelle: http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap000208.html


Quelle: http://hubblesite.org/newscenter/newsdesk/archive/releases/1995/38/image/a


Quelle: http://www.seds.org/hst/BetaPicB.html


Quelle: http://www.seds.org/~spider/spider/Misc/Pics/betapic_iras.jpg


Quelle: http://www.ifa.hawaii.edu/~jewitt/beta.html


Quelle: http://fuse.pha.jhu.edu/~hart/


Quelle: http://fuse.pha.jhu.edu/~hart/images.html


Quelle: http://www.bartol.udel.edu/~owocki/RDOME/Swarthmore/sld007.htm


Quelle: http://dphs10.saclay.cea.fr/Phys/Sap/Activites/Science/Systeme/Nebuleuse/page.shtml


Quelle: http://hubblesite.org/newscenter/newsdesk/archive/releases/2006/25/image/a

Um die Ladezeit nicht weiter zu verlängern, habe ich noch eine Liste mit weiteren einzigartigen Bilder zur Staubscheibe von beta Pictoris zusammengestellt: ;)
Ein Bilder-Bergleich weiterer Staubscheiben: http://astro.berkeley.edu/~kalas/disksite/pages/gallery.html  ;)


MfG, Michael!

H.J.Kemm

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #13 am: 28. Juni 2007, 03:06:21 »
Moin,

das Weltraumteleskop *Spitzer* hat im Sternbild *Orion* den Stern *HD 38529* (138 Lj, 5,9m) näher untersucht. *HD 38529* befindet sich zwischen dem Gürtelstern *Alnitak* und dem roten Überriesen *Beteigeuze* Dieser Stern wird von zwei Planeten umkreist, wobei der äußere mit ~ 12 JM evtl. auch ein *Brauner Zwerg* sein könnte. Aber nicht nur 2 Planeten umkreisen diesen Stern, sondern er besitzt auch ausserhalb deren Bahn eine Staubscheibe und diese wurde im Rahmen von FEPS (The Formation and Evolution of Planetary Systems)-Projekts  genauer untersucht. Bei der Analyse wurde jetzt festgestellt, daß es 3 Staubscheiben-Zonen gibt, in denen sich verschieden starke Anhäufungen von Planetesimale befinden. Die größte Anhäufung liegt im Bereich zwischen 20 und 50 AE.



Jerry


Offline GlassMoon

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #14 am: 03. August 2007, 01:29:24 »
pluto besteht doch aus festem material oder?
aber die äußeren planeten sind doch angeblich gasplanis....
42/13,37 ≈ Pi

H.J.Kemm

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #15 am: 03. August 2007, 04:58:27 »
Moin,

jau, der Zwergplanet (134340) Pluto besteht aus  ~ 70 % Gestein und ~ 30 % Wassereis. Die *äusseren* Planeten: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sind Gasriesen.

Jerry  

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #16 am: 02. September 2007, 07:40:29 »
Moin,



Diese Aufnahme vom HST vom Stern *HD 15115*, 150 Lj, Sternbild Walfisch, 12 Mill. Jahre alt, gibt den Astronomen Rätsel auf.

Die hier klar sichtbare Staubscheibe, der rechts zu sehende Abstand beträgt ~ 550 AE,  ist unsymetrisch angeordnet, was ungewöhnlich ist. Entweder hat der
~ 10 Lichtjahre entfernte Roten Zwerg *HIP 12545* dieses bewirkt oder es befinden sich in der Scheibe mehrere junge Exoplaneten, die sich entwickeln und dabei den Sternenstaub aus der Scheibe absaugen. Die Exoplaneten selbst sind aber bisher nicht nachgewiesen.

Jerry  

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #17 am: 05. Oktober 2007, 18:51:41 »
Moin,

~ 425 Lj von uns entfernt ist der Stern *HD 113766A*, Sternbild *Centaurus*, der von Astronomen der amerikanischen *Johns Hopkins University* mit Hilfe des Infrarot-Weltraumteleskops *Spitzer* genauer untersucht wurde.


künstl. Darstellung aaw-darmstadt.de


künstl. Darstellung NASA/JPL-Caltech

Es handelt sich hierbei um ein Doppelsternsystem, *HD 113766B liegt ~ 135 AE entfernt, min. 10 - max. 16 Mill. Jahre alt; wobei ein Stern, nämlich besagter *HD 113766A*, 2 auffällige Staubgürtel besitzt. Der innere Ring, ~ 1,8 AE vom Zentralstern entfernt, besteht aus *warmen Staub* und beinhaltet nur noch ganz wenig PAK, Wassereis und Carbonate, jedoch noch genügend Eisen und andere Schwermetalle.

Die Wissenschaftler schliessen daraus, daß es sich bei diesem Ring um einen Asteroidengürtel handeln muß, in dem es noch häufig zu Zusammenstössen von Brocken kommt die dann zu Stäuben zerbrechen. Aus diesem Material könnte ein Planet von der Grösse des *Mars* entstehen und somit unseren sonnennahen Planeten ähnlich werden. Auch das Alter von *HD 113766A* würde solch einer Planetenentstehung nicht im Wege stehen.

Leider vermisse ich noch weitere Daten über das System *HD 113766*, wenn sich da was tut, werde ich das natürlich hier nachsetzen.

Jerry    
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2007, 18:53:02 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #18 am: 18. November 2007, 19:59:21 »
Moin,


Bild: Credit: Inseok Song/Digital Sky Survey, inset: Gemini Observatory/Lynette Cook

Die *Plejaden* (Siebengestirn), auch *M 45* genannte, sind ein offener Sternhaufen, 430 Lj, Sternbild Stier, umfasst mindestens 1.200 Sterne und ist etwa 125 Mio. Jahre alt.

In ihm haben Wissenschaftler um Benjamin Zuckermann von der Universität von Kalifornien in Los Angeles, mit Hilfe des Gemini North Telescopes auf Hawaii, der Infrarotweltraumteleskope IRAS und ISO und des Spitzer-Weltraumteleskops den Stern *HD 23514* genauer untersucht. Um diesen Stern wurde ungewöhnlich viel aufgeheizter Staub entdeckt. Dieser Staubgürtel befindet sich in einem Abstand von 0,25 AE bis 2,0 AE von *HD 23514*.
 
Sie schließen daraus, dass in dem System um den noch recht jungen Stern *HD 23514* ( 100 Mio. Jahre alt ) terrestrische Planeten wie die Erde, der Mars oder die Venus entweder gerade entstehen oder sogar bereits entstanden sind.

Diese Menge an Staub kann nur entstehen, wenn es vor nicht allzu langer Zeit Zusammenstöße zwischen größeren Gesteinsbrocken oder sogar Planeten gegeben hat. Die dabei entstehenden Staubpartikel seien wiederum Bausteine für neue Planeten: Sie lagerten sich zuerst zu Kometen und kleineren, asteroidengroßen Körpern zusammen, aus denen dann Planetenembryonen und schließlich ausgewachsene Planeten werden. Bei der Bildung von erdähnlichen Planeten kollidieren einige Objekte und wachsen dabei zu Planeten heran, während andere zu Staub zerschellen. Genau diesen Staub kann man jetzt nachweisen. Die Wissenschaftler nehmen an, dass dies ein eindeutiger Beweis für die Entstehung von Planeten in *M 45* ist. Die Beobachtung lasse zudem darauf schließen, dass erdähnliche Planeten aus festem Gestein weit verbreitet seien.
(Interpretiert nach Astrophysical Journal, Preprint arXiv:0711.2111)

Jerry
« Letzte Änderung: 18. November 2007, 19:59:49 von H.J.Kemm »

Offline Mary

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #19 am: 20. Februar 2008, 00:13:45 »
Hallo,
nach einer Studie mit dem Spitzer-Weltraumteleskop dürften um bis zu 60 % der sonnenähnlichen Sterne Gesteinsplaneten existieren. Hier die Meldung vom Portal:

Gibt es doch viele erdähnliche Planeten?


Nach einer Studie, die auf Beobachtungen des Spitzer-Weltraumteleskops basiert, werden mindestens 20 Prozent, vielleicht aber auch über 60 Prozent der sonnenähnlichen Sterne von erdähnlichen Planeten umkreist.


Eine Frage hätte ich dazu noch: Exoplaneten werden meist von ihren Sternen überstrahlt und sind daher nicht direkt beobachtbar. Wieso kann man dann diesen Staub direkt beobachten? Wieso wird der nicht überstrahlt?

Mary
« Letzte Änderung: 20. Februar 2008, 00:14:20 von Mary »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #20 am: 20. Februar 2008, 00:25:14 »
Moin Mary,

ich hatte das immer so verstanden, dass diese Staubgürtel Wasserstoff und Helium, und natürlich auch geringfügig andere chemische Elemente, enthalten und diese emittieren Strahlung, die wiederum von entsprechend ausgerüsteten Teleskopen gesehen werden kann.

Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #21 am: 20. Februar 2008, 00:36:25 »
Moin,

sorry, ich habe diese Frage wohl ein bischen lax behandelt.

Also ich meine damit, dass solch ein Staubgürtel, z.B. in unserem Sonnensystem reichte der ja von der Sonne bis zum KB, natürlich eine größere Fläche bildet, gegenüber den kleinen *Stecknadelköpfen* von Exoplaneten.

Diese größere Fläche ist natürlich leichter zu erkennen und somit wissen wir oft von einem Staubgürtel in dem Planeten entstehen können, sehen diese aber wegen ihrer geringen Größe nicht.

Hoffe, ich habe das jetzt relativiert.

Jerry


Cosmo

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #22 am: 20. Februar 2008, 19:38:19 »
Hallo,

sehr schöner Artikel Mary.

Aber eine Sache verstehe ich nicht. Man hat feststellen können, dass um etwa 20% aller sonnenähnlichen Sterne eine Staubscheibe existiert aus der sich Planeten bilden. Aber woraus schliesst man denn dass es sich hierbei um erdähnliche Planeten (sprich Gesteinsplaneten) handelt?
Die bekannten Planetensysteme zeigen doch ein, bisher zumindest, anderes Bild. Meistens sind in Sternnähe nur jupiterähnliche Planeten zu finden, was das Entstehen von Gesteinsplaneten in der habitablen Zone ausschliesst (aber nicht die Möglichkeit auf viele bewohnte Monde um diese Gasriesen ;) ). Aber ich glaube auch mal gelesen zu haben dass man erdähnliche Planeten in wenigen AU Abstand zum Stern noch gar nicht aufspüren kann.

Cosmo

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #23 am: 20. Februar 2008, 20:13:10 »
Moin Cosmo,

Aber ich glaube auch mal gelesen zu haben dass man erdähnliche Planeten in wenigen AU Abstand zum Stern noch gar nicht aufspüren kann.
Das ist richtig, dazu fehlen uns noch die optischen Instrumente.

Meistens sind in Sternnähe nur jupiterähnliche Planeten zu finden, was das Entstehen von Gesteinsplaneten in der habitablen Zone ausschliesst
Wer behauptet das? Eigentlich geht man davon aus, dass, wenn solche jupiterähnliche Planeten da sind, zwischen diesen Gasplaneten und der Sonne Platz ist für erdähnliche Planeten.

Aber woraus schliesst man denn dass es sich hierbei um erdähnliche Planeten (sprich Gesteinsplaneten) handelt?
Das hat was mit: hätte, wäre, könnte zutun.

Jerry



« Letzte Änderung: 20. Februar 2008, 20:13:51 von H.J.Kemm »

Cosmo

  • Gast
Re: Planetenentstehung
« Antwort #24 am: 20. Februar 2008, 21:22:20 »
Hi Jerry,

Zitat
Meistens sind in Sternnähe nur jupiterähnliche Planeten zu finden, was das Entstehen von Gesteinsplaneten in der habitablen Zone ausschliesst
Wer behauptet das? Eigentlich geht man davon aus, dass, wenn solche jupiterähnliche Planeten da sind, zwischen diesen Gasplaneten und der Sonne Platz ist für erdähnliche Planeten.
Laut dieser Liste befinden sich sehr viele der bisher gefundenen Planeten im Abstand bis zu 1AU/2AU. Obendrein sind das fast alles Planeten mit einer Masse vom etwa 0.5- bis 10-fachen Jupiters. Ich glaube allerdings dass dieser Umstand sehr viel mit den heutigen ja doch noch relativ eingeschränkten Nachweismöglichkeiten von Exoplaneten zu tun hat. Grosse Massen mit kurzer Umlaufdauer fallen nunmal deutlicher auf.
Leider weiss ich nicht mehr wo ich gelesen habe dass diese Konstellation sehr ungünstig ist. Aber eine solche Masse in etwa Erdnähe würde halt bedeuten, dass zwischen diesem Planeten und Stern durch gravitative Störungen keine weiteren Planeten entstehen würden (oder zuminest ist die Chance sehr sehr klein). In unserem System ist aufgrund Jupiters Position der Raum zwischen Mars und Jupiter planetenleer. Vielleicht liege ich aber falsch und bringe etwas durcheinander :-/.

Zitat
Aber woraus schliesst man denn dass es sich hierbei um erdähnliche Planeten (sprich Gesteinsplaneten) handelt?
Das hat was mit: hätte, wäre, könnte zutun.
Hmm. Man hat also "nur" nachgewiesen dass in mindestens 20% der sonnenähnlichen Sterne Planetensysteme entstehen und erhofft sich lediglich dort auch Gesteinsplaneten zu finden? Die 20% sind sicher eine Sensation, wobei ich persönlich jedoch glaube dass die meisten Sternensysteme Planeten/Asteroiden etc. beherbergen, Planeten aller Grössen und aller möglichen Kombinationen und nur ein Bruchteil der Sternsysteme ähnelt unserem. Bleibt nur zu hoffen das alsbald einige Vergrösserungsgeräte im Weltraum installiert werden und Schnappschüsse unserer Nachbarn liefern 8-).

Cosmo

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