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Autor Thema: Planetenentstehung  (Gelesen 64062 mal)

websquid

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #125 am: 28. Oktober 2010, 17:56:20 »
Stimmt, das ist der Originalartikel. Den hab ich aber auch verlinkt gehabt:
Quelle:arxiv

MfG websquid

Offline Matjes

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #126 am: 29. Oktober 2010, 22:07:30 »

Hallo Leute

Vielen Dank für den Artikel von Sheppard und Trujillo.
Auch wenn es vermessen ist, versuche ich mal eine kurze Darstellung des Artikels auf Deutsch.

Also zum Ersten, was häufig vergessen wird. Es geht es erst einmal um die Theorielastigkeit der Beobachtungen. Also man nimmt nicht einfach Bilder mit ganz tollen Teleskopen auf und zählt die Trojaner, Kuiper Belt Objekte und Asteroiden, sondern die Auswahl der beobachteten Gebiete und die darauf folgende Auswahl der Objekte setzt Auswahlkriterien vorraus, die die Ergebnisse beeinflussen. Theoretische Annahmen beeinflussen die Ergebnisse.

Auswahl der Gebiete: man guckt sich normalerweise nur wenige Quadratgrad genau an, weil die Teleskopzeit sehr begrenzt ist. Diese Gebiete liegen normalerweise ziemlich genau in Opposition zur Sonne. Dies hat zweierlei zur Folge: zum Einen werden die Objekte voll von der Sonne angestrahlt und wir sehen sie ohne Phase. Wir sind aber auf Objekte nahe der Ekliptik eingeschränkt. Es gibt nicht viele Beobachtungen von Objekte fern der Ekliptik. Zum Anderen überholt die Erde diese Objekte und aus der Messung der Winkelgeschwindigkeit wird auf ihre Entfernung geschlossen. Diese negative Winkelgeschwindigkeit ist das wichtigste Auswahlkriterium um Lichtpunkte auf Aufnahmen in die Statistik aufzunehmen oder sie als Hintergrundsterne oder sonst etwas anders auszuschließen. Mit einer Helligkeitsmessung, weiteren Annahmen (spektrales Albedo) und Filtereinstellungen am Teleskop schließt man dann auf ihren Durchmesser. Der Durchmesser eines Objektes wird also nicht einfach direkt gemessen sondern ist Ergebnis eines theoriegeladenen Meßprozeß. Da kommt man sich machmal wie in der Quantenmechanik vor.

Deshalb wird in der Studie auch heftig auf die sogenannte "ansteigende Helligkeits Funktion" eingegangen. Vieles an dieser Funktion habe ich - ganz ehrlich - nicht genau verstanden. Wenn mir das jemand genauer erklären könnte!

Zum Zweiten handelt es sich um eine statistische Wissenschaft. Man findet nicht alle Objekte, sondern nur einen Bruchteil von ihnen und schließt auf das gesamte Ensemble. Es ist klar, daß dann Fehlerbetrachtungen eine große Rolle spielen müssen.

Die Beobachtungsgrenzen lagen bei mag 25,7, was einer minimal Größe von 16 km für einen Neptun Trojaner entspricht (Albedo von 0,05 im roten Spektralbereich). Klassische Kuiper Belt Objekte sind noch viel weiter entfernt. Und damit noch schwerer zu beobachten.   

Eine wichtige Größe im Artikel ist das Roll-Over. Es gibt weniger große als kleine Objekte. Stellt man jetzt Häufigkeit über Größe dar. Da sieht es so aus als kippt diese Kurve plötzlich nach unten ab. Das ist das Roll-Over. Und jetzt kommts:  ::) Alle drei Populationen im äußeren Sonnensyunten (klassische Kuiper Belt Objekte, Neptun Trojaner und Jupiter Trojaner weisen sehr ähnliche Größenverteilungen auf.

 :) Verrückterweise gibt es in allen drei Populationen einen Mangel an mittelgroßen Planetensimalen (wenige 10 km). Das kann jetzt vielschichtig interpretiert werden. Ich möchte hier noch einmal daran erinnern, daß Physik sehr theoriefreudig sind. Theorie 1: Man könnte z. B. annehmen, daß gerade diese Größe durch Kollisionen häufiger kaputt gemacht wurden. Kleinere entgehen Kollisionen statistisch, weil sie kleiner sind. Und die größeren Objekte überleben Kollisionen statistisch gesehen häufiger oder sie wachsen sogar. Theorie 2: Während des Entstehungsprozeß des Sonnensystem sind Planetensimale dieser Größe kaum entstanden. Das wäre natürlich viel interessanter, weil man dann auf die Bedingungen der Entstehung des Sonnensystem rückschließen könnte.

In dem Artikel wird - danke dafür - noch einmal darauf hingewiesen, daß wir bis heute keine Ahnung haben wie Planetensimale von einer Größe von deutlich weniger als 1 m auf eine Größe von vielen km gewachsen sind. Sie sind es - keine Frage. Aber wie? Gibt es einen Kleber im Weltall?

Gruß aus Bremen
Matjes

Offline Olli

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #127 am: 31. Oktober 2010, 14:02:07 »
Hallo Matjes,

vielen Dank für die tolle Zusammenfassung. Vermessen ist das überhaupt nicht, durch sowas kommen hier Diskussionen in Gang... :)

Das mit der kumulativen Helligkeitsfunktion ist mir auch nicht ganz klar. Laut Paper beschreibt sie die Anzahldichte von Objekten (also die Anzahl in einem pro Raumbereich), die heller sind, als eine bestimmte Größenordung. Diese Funktion wird durch eine Gerade beschrieben und verschiedenen Helligkeiten werden über die Geradensteigung unter den Trojaner-Gruppen verglichen. Kann das jmd bestätigen oder verstehe ich das nicht richtig?

Grüße,
Olli
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Offline Volker

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #128 am: 12. November 2010, 18:56:49 »
Das mit der kumulativen Helligkeitsfunktion ...

Auf deutsch sollte das wohl "Leuchtkraftfunktion" heissen. Wie Du richtig vermutest, bildet man hier auf einer Achse die Leuchtkraft  ab (also die absolute Helligkeit oder einfach die pro Zeiteinheit abgestrahlte Energie) , auf der anderen Achse die Raumdichte. Nun traegt man in das Diagram die Dichte der Objekte ein, die man oberhalb einer bestimmten Leuchtkraft findet. Also, bei extrem grosser Leuchtkraft findet man vielleicht nur ein Objekt im Universum, das ergibt dann eine sehr niedrige Dichte. Geht man zu niedrigeren Leuchtkraeften, findet man mehr und mehr Objekte pro Raumeinheit.
Eine gerade Linie ergibt das, wenn die Objekte in der Leuchtkraft normalverteilt sind, und ausserdem im Raum gleichmaessig verteilt sind, wenn Du logarithmische Skalen verwendest. Wenn das nicht so ist, z.B. wenn es in der Vergangenheit mehr oder weniger Objekte pro Raumeinheit gab, oder die Helligkeit im Schnitt ab- oder zugenommen hat, dann wird die Kurve von einer Geraden abweichen.
In dem Fall, den Du hier diskutierst, flacht die Leuchtkraftfunktion bei einer bestimmten Helligkeit ab. Entweder haben die Autoren unterhalb dieser Helligkeit nicht mehr alle Objekte detektieren koennen, oder es handelt sich dabei um eine physikalische Grenze: unterhalb dieser Helligkeit gibt es nur sehr wenige Objekte. Die Autoren nehmen letzteres an und folgern also, dass diese Objekte eine gewisse Mindesthelligkeit und somit eine Mindestgroesse haben.


Gruss,
Volker
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Geomensch

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #129 am: 01. Januar 2011, 20:59:15 »
Google-Tipp: Raum&Zeit Dezember 2010:

"Das Leben erschuf die Erde - Biogene Planetenentstehung löst viele Probleme"


websquid

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #130 am: 01. Januar 2011, 21:06:25 »
Ein Hinweis dazu:
raum&zeit ist dafür bekannt, gerne mal ausgemachten Schwachsinn zu veröffentlichen. Zu diesem Artikel kann ich nicht viel sagen, aber ich denke, dass das ein typischer Artikel ist: Es ist Blödsinn, der es bei anderen Magazinen nicht zur Veröffentlichung geschafft hat (aus guten Grund).

mfg websquid

Geomensch

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #131 am: 01. April 2012, 19:27:25 »

Offline Kreuzberga

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #132 am: 02. April 2012, 11:25:55 »
Hallo Geomensch,

ich teile die Einschätzung von weqsquid. Bei Raum&Zeit handelt es sich um eine Zeitschrift, die mit Wissenschaft nichts zu tun hat. Ich kann allen nicht der Esoterik zugeneigten Lesern von der Lektüre nur abraten.

Offline Pham

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #133 am: 16. April 2012, 14:48:04 »
Hallo Kreuzberga,

hier findest Du die Antworten auf Deine Rückfrage an mich:

http://www.raum-und-zeit.com/raum-zeit/archiv/2011/ausgabe-169/das-leben-erschuf-die-erde.html

http://www.raum-und-zeit.com/raum-zeit/aktuelle-raum-zeit/die-formen-der-mutter-erde.html

Gruß von Geomensch
Ich erkenne hinter den Links reine Schlagzeilen ohne jede Aussagkraft oder Hinweise darauf für mehr Infos Geld zu bezahlen.
Macht Dich so etwas nicht selbst skeptisch?
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Gertrud

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #134 am: 05. Juli 2012, 16:02:33 »
Hallo zusammen,

Eine verschwundene Staubscheibe um den sonnenähnlichen Stern TYC 8241 2652 gibt den Astronomen Rätsel auf,
vor fast 30 Jahren, im Jahre 1983, wurde die heiße Staubscheibe um TYC 8241 2652 mit dem Infrared Astronomical Satellite (IRAS) beobachtet.

künstlerische Darstellung des staubigen TYC 8241 2652-System

Credit: Gemini Observatory/AURA artwork by Lynette Cook.

Die Infrarotstrahlung der Staubscheibe wurde 25 Jahre gleichbleibend gemessen. Die Astronomen haben diese alte Aufnahmen mit neueren in der Zeit von 2009 bis 2012 verglichen. Dazu benutzten sie auch die Beobachtungsdaten des Gemini South Teleskops in Chile und des Wide-field Infrared Survey Explorer (WISE). Die Daten ergaben, dass sich Mitte 2009 das Leuchtsignal der Staubscheibe bereits um mehr als die Hälfte abgeschwächt hatte.
Nach den Aussagen der Astronomen war 2010 kaum mehr etwas messbar.
So ist der dichte Ring aus heißem Staub um den sonnenähnlichen Stern TYC 8241 2652 innerhalb von weniger als zwei Jahren plötzlich verschwunden.
Die Wissenschaftler verglichen es mit einer heutigen Aufnahme von den Ringe von Saturns und bei einer nur zwei Jahre späteren Aufnahme wären diese Ringe plötzlich weg. 
Nach der Vermutung der Wissenschaftler wurde dieses Phänomen nicht durch den Stern verursacht.
Es gibt keine Hinweise darauf, das es durch eine Explosion oder andere Ereignisse der Staub weggeblasen oder geschluckt wurde.
Das unerwartete Verschwinden der Staubscheibe bewog die Forscher zuerst an einen Fehler der Beobachtungsdaten zu glauben.
Die Staubscheibe um den Stern enthielt soviel Staub, das dieser unser gesamtes inneres Sonnensystem ausgefüllt hätte.
Nach den Annahmen der Astronomen ist die Staubscheibe durch die Kollision größerer Gesteinsbrocken in der Umlaufbahn des Sterns TYC 8241 2652 entstanden. 

Der Stern TYC 8241 2652 ist rund 10 Millionen Jahre alt und liegt in der Richtung des Sternbilds Centaurus. Er ist von der Erde 450 Lichtjahre entfernt.
Das Ergebnis der Beobachtungen von TYC 8241 2652 wurde mit dem Thermal-Region Kamera Spektrograph (T-RECS) auf dem Gemini South-Teleskop in Chile,dem Satelliten IRAS, dem Wide-Field Infrared Survey Explorer (WISE) gewonnen. Auch das NASA Infrared Telescope auf dem Mauna Kea in Hawaii, das Weltraumteleskop Herschel der Europäischen Weltraumorganisation und AKARI (eine japanische / ESA Infrarot-Satellit) war an der Erforschung beteiligt.

Die Astronomen verfügen über kein vorhandenes Modell für diesen Vorgang um den Stern. Sie müssen auf Grund dessen neue Theorien über die Geschehnisse innerhalb junger Sonnensysteme entwickeln.
 
Credit: Gemini Observatory/AURA artwork by Lynette Cook.

Quelle:
http://www.gemini.edu/node/11836

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline Matjes

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #135 am: 05. Juli 2012, 23:02:44 »

Hallo Gertrud

da habe ich echt Probleme. Staubscheibe ist nicht mehr zu sehen. Haben sich da in Frist von einigen Monaten plötzlich Planeten gebildet. Bisher dauerte Planetenbildung für mich mehrere Millionen Jahre. Der Stern ist sehr jung. Gerade mal einige Millionen Jahre alt. Die Anzahl solch junger Sterne, die es schon aus ihrer Entstehungswolke geschafft haben, ist klein. Das Rätsel bleibt.

Viele frühe Sterne gehen durch Phasen erhöhter Aktivität durch. Also ich meine T Tauri Sterne. Aber da haben die Profis sicher als Erstes gedacht.

Du findest immer wieder tolle schwierige Beispiele.


Gruß von Matjes


Offline Gertrud

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #136 am: 06. Juli 2012, 00:12:38 »
Hallo Matjes,
in den Artikeln habe ich jetzt nochmal nachgesehen.
Da steht nachzulesen, das die Forscher davon ausgegangen waren, das sich der Staub auf Grund von Kollisionen zwischen sich bildenden Planeten gebildet hatte.
Zitat
The dust likely resulted from a violent collision — but that would not explain where it went. Was it somehow swallowed by the star?

Diese beschriebene Menge an felsigen "Staub" kann doch in so kurzer Zeit sich kaum aufgelöst haben.?
Das produziert für mich eine Vielzahl an Fragen:
- sind die felsigen Brocken durch immer neue Kollisionen unter-  oder miteinander zu nicht meßbarer Größe zerfallen sein.?
- wurde der Staub von anderen Sternen oder Planeten  angezogen und "geschluckt" ?
- hat sich der Staub in der kurzen Zeit so abgekühlt, das er im Nah-Infrarot nicht mehr sichtbar ist.?
- (oder waren es Eiskörner und kein felsiges Material).? eher unwahrscheinlich.

In dem unteren Link von UCLA  steht folgendes:
dies ist umso schockierender,
da die staubige Scheibe von felsigen Trümmern größer und massiver als die Ringe von Saturn war.
Zitat
"This is even more shocking because the dusty disc of rocky debris was bigger and much more massive than Saturn's rings. 
Quelle:
http://newsroom.ucla.edu/portal/ucla/astronomers-discover-a-houdini-235572.aspx

mit faszinierten Grüßen
Gertrud
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Offline Gertrud

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #137 am: 09. November 2012, 18:53:36 »
Hallo Zusammen,
Kometenkollisionen alle sechs Sekunden erklären ein 17 jähriges stellares Geheimnis
Mit einem Radioteleskop der Sierra Nevada im Süden Spaniens entdeckten  Zuckerman und zwei Kollegen im Jahr 1995, das enorme Menge an Gas in Form von Kohlenmonoxid-Moleküle zwei Sterne 49 CETI  im Sternbild Cetus umkreist, aber der Ursprung des Gases blieb bis jetzt seit 17 Jahren ungeklärt.
In den vergangenen drei Jahrzehnten haben die Astronomen Hunderte von staubigen Scheiben um Sterne entdeckt, aber nur zwei, eins ist 49 CETI werden von großen Mengen an Gas umkreist. Etwa eine Million Jahre alte Sterne werden sowohl von Gas und Staub umgeben. Das Gas neigt dazu, sich innerhalb von ein paar Millionen Jahren und fast immer innerhalb von etwa 10 Millionen Jahren zu zerstreuen.
Doch 49 CETI, das die Wissenschaftlert auf ein Alter von 40.000.000 Jahre schätzen, wird derzeit immer noch von einer enormen Menge Gas in Form von Kohlenmonoxid-Moleküle umgeben, obwohl sich das Gas längst verflüchtigt haben sollte. Den  Wissenschaftler war es ein Geheimnis, warum so viel Gas um einen, sonst normalen Stern umgibt. Es ist der älteste Stern mit so viel Gas, den die Wissenschaftler bis jetzt kennen.
Zuckerman und sein Co-Autor Inseok Song, der University of Georgia Assistenzprofessor für Physik und Astronomie, schlagen vor, dass das mysteriöse Gas aus einer sehr massiven scheibenförmigen Region rund 49 CETI kommt, die ähnlich wie der Kuiper-Gürtel ist. Im Gegensatz zu den Kuiper-Gürtel-Analogon umkreist  49 CETI  eine Masse von 400 Erdmassen, das ist 4.000 mal mehr als die aktuelle Masse des Kuiper Belt.
Hunderte von Billionen von Kometen umkreisen 49 CETI und einem anderen Stern, dessen Alter auf etwa 30 Millionen Jahren geschätzt wird. Viele Billionen von Kometen haben etwa eine Größe von 1 Meile (1,61 km ) und stossen beim Umlauf um 49 CETI mit anderen Kometen zusammen. Diese jungen Kometen enthalten wahrscheinlich mehr Kohlenmonoxid als typische Kometen in unserem Sonnensystem. Durch die unglaubliche Anzahl an Kollisionen zwischen den Kometen entweicht das Kohlenmonoxid als Gas und so kann dies zu dem Ergebniss der großen Menge des Gases um die beiden Sterne sein. Die Forscher rechnen damit , das die Kometen um diese beiden Sterne etwa alle sechs Sekunden kollidieren. Sie vermuten, das diese Kollisionen seit über 10 Millionen Jahren aufgetreten sind.
Quelle:
 http://newsroom.ucla.edu/portal/ucla/comet-collisions-every-six-seconds-240565.aspx
http://de.wikipedia.org/wiki/Tau_Ceti

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline redmoon

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #138 am: 10. November 2012, 16:55:10 »
Hallo,

ein Zitat aus dieser Presse-Meldung des UCLA : 
"These young comets likely contain more carbon monoxide than typical comets in our solar system. When they collide, the carbon monoxide escapes as a gas." 

Warum enthalten die Kometen in der Umgebung von 49 Ceti anscheinend mehr Kohlenstoffmonoxid als die Kometen in unserem Sonnensystem? Dies würde doch eigentlich bedeuten, dass sich die dort (einstmals?) vorhandene protoplanetare Scheibe anders zusammengesetzt hat als die entsprechende Scheibe, welche bei der Entstehung unseres Sonnensystems vorhanden war...

Wenn dem so sein sollte : Wie konnte es zu dieser unterschiedlichen Zusammensetzung kommen?

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

Offline Gertrud

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #139 am: 12. November 2012, 01:04:31 »
Hallo @redmoon und alle zusammen,
für mich stellen sich auf Grund dieses Artikel sehr viele Fagen.
Die ungeheure große Masse von 400 Erdmassen, die seit Jahrmillionen immer wieder zusammenstoßen, alle 6 Sekunden, ist für mich als Laie eine sehr bemerkenswerte Aussage.
- Sollten sich dadurch nicht schon viele die Kometenteile pulvirisiert haben.?
- Sind für diese Masse riesige Planeten miteinander kollidiert?
- Welche Zusammensetzung könnte zu der jetzigen große Menges des Gases geführt haben.?
- Wird durch diese unheimlich schnellen Zusammenstöße ein Entstehen von Planetesimale verhindert.?
-Oder verhindern die chemischen Bindungen ein Anhaften aneinander.?
-Oder wird das Kohlenmonoxid in der scheibenförmigen Region durch andere Ursachen gebildet.?
- Beim Lesen des Artikels habe ich gleich an riesige miteinander kollidierende Planeten gedacht, welche der Anziehungskraft des Systems zu nahe gekommen sind und das zu dieser jetzigen großen Menge an Kometen geführt haben könnte.?

Fragen über Fragen stellen sich für mich als Sessellaie. ;)
Da gestehe ich meine Ratlosigkeit gerne ein,
mit vielen fragenden Grüßen
Gertrud
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Offline Matjes

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #140 am: 13. November 2012, 22:22:51 »

Hallo Gertrud

Erst einmal ist 46 Ceti eine Überraschung. Ein 40 Millio. alter Stern mit Staubscheibe aber mit Gaskomponente.
Wieso hat der Stern das Gas nicht verloren. Normalerweise wäre das Gas weg. Und Theoriefreudig wie de Physik nun einmal ist, fangen wir mal zu spekulieren.

Die Vergleiche mit dem Kuiper Belt finde ich nicht so gut, weil unser Kuiper Belt nur noch der allerletzte Rest einer protostellaren Staubwolke sind. Bei deinen weiteren Fragen bin ich bei Victor Safronov gelandet. Also wirklich mein Lieblingsrusse. Als Nachfolger von Otto Schmidt (der war auch Russe) hat er die Theorie der Planetensimale begründet und entwickelt.

Leider hat William Hartmann (der war sein amerikanisches Pendant) erst 20 Jahre nach der russischen Erstveröffentlichung den übersetzten Text lesen können. Er war begeistert.

Wenn irgendjemand mal die Originaltexte von Otto Schmidt, Victor Safronov und v.a. aus den Jahren 1920 - 1991 lesen will. Die Texte sind aus dem russischen in englische Sprache übersetzt. Es geht um: Protoplanetary cloud, Rotation of planets, Formation of earth and other terrestial planets, Origin of the moon and other planetry satellits, Formation of giant planets, Asteroids comets and meteorites, Other planetary systems.

Levin, Aleksey: The Origin of the Solar System : Soviet research 1925 - 1991

Gruß von Matjes

Offline Gertrud

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #141 am: 13. November 2012, 23:50:34 »
Hallo @Matjes,
vielen Dank für die wertvollen Hinweise.
Wir leben in einer spannenden Phase,
in der immer wieder neue, früher unvollstellbare, Entdeckungen stattfinden. :) Die kommenden neuen Ergebnisse werden unser Wissen auch wieder erweitern.
Du hast recht, spekulieren ist schon faszinierend.
Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline ZeT

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #142 am: 14. November 2012, 00:23:43 »
Hochinteressant!

Das ist doch das schöne an der Astronomie - eine beantwortete Frage (bzw der Versuch) verursacht gleich zwei neue. Wir wissen so wenig - ein Traum eines jeden Forschers, sei es der Laie oder der Profi. :)

Offline Matjes

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #143 am: 21. Dezember 2012, 14:48:50 »

Guten Tag

Im neuen "Sterne und Weltraum" Ausgabe 01.13 ist wieder ein Stern erwähnt, der seine Staubscheibe binnen weniger Jahre fast vollständig verloren hat. Es ist ein Stern in der Skorpion/Kentaur Assoziation mit der tollen Bezeichnung TYC 8241 2652 1, dessen Alter auf
10 Miilionen Jahre geschätzt wird.

Siehe auch unter
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/raetsel-bei-planetenentstehung-staubscheibe-um-stern-verschwunden-a-842767.html

Gruß von Matjes

websquid

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #144 am: 02. Januar 2013, 19:02:00 »
Mit ALMA konnte nachgewiesen werden, dass Gasplaneten tatsächlich wie theoretisch vorhergesagt durch das Aufsaugen von Gasströmen wachsen. Mehr dazu im Portal: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/02012013190006.shtml

websquid

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #145 am: 06. Juni 2013, 20:03:13 »
Noch eine bestätigte Theorie durch ALMA: Erstmals wurde eine "Staubfalle" nachgewiesen
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/06062013200021.shtml

Offline redmoon

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #146 am: 12. April 2015, 16:45:12 »
Hallo,

durch Beobachtungen mit dem Gemini-South-Observatorium ergaben sich kürzlich Hinweise auf eine gegenwärtig erfolgende Planetenentstehung im Bereich des Doppelsternsystems V4046 Sagittarii AB. Mehr dazu auf unserer Portalseite : 
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/12042015161743.shtml 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

McFire

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #147 am: 12. April 2015, 18:21:25 »
Ist halt schad, daß astronomische kurze Zeiten für unsereins immernoch zu lang sind  :)

Offline Rücksturz

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Re: Planetenentstehung
« Antwort #148 am: 24. Mai 2020, 15:41:53 »
"ESO: Anzeichen für Geburt eines Planeten

ESO-Teleskop sieht Anzeichen für Geburt eines Planeten — Der Knick weist den Weg. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON)."


Dieses Bild zeigt die Scheibe um den jungen Stern AB Aurigae, wo das Very Large Telescope (VLT) der ESO Anzeichen einer Planetengeburt entdeckt hat. Nahe der Bildmitte, in der inneren Region der Scheibe, sehen wir den „Knick“ (in sehr hellem Gelb), von dem die Wissenschaftler vermuten, dass er die Stelle markiert, an der sich ein Planet bildet. Diese Biegung liegt etwa in der gleichen Entfernung vom Stern AB Aurigae wie Neptun von der Sonne. Das Bild wurde mit dem Instrument SPHERE des VLT in polarisiertem Licht aufgenommen.
(Bild: ESO/Boccaletti et al.)


Weiter in der Pressemitteilung des ESON:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/20052020152536.shtml

Viele Grüße
Rücksturz
Die Gedanken sind frei! Doch bedenke beim Schreiben, es könnte gelesen werden.

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