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Autor Thema: ESA Geo-Return-Prinzip  (Gelesen 11862 mal)

Online stillesWasser

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #25 am: 27. November 2016, 13:24:49 »
Fairer Weise muss man aber auch sagen, dass da dies ESA kaum Schuld dran hat.
Ich erinnere an den Amtsantritt von Wörner: Er hat sich im Vorfeld sehr offensiv gegen Geo Return positioniert, sodass es durchaus Hoffnung gab, dass sich das unter ihm ein bisschen lockert. Er wurde dann aber sehr schnell von der Politik auf Linie gebracht, bzw. es wurde deutlich, dass die Mitgliedsländer keine Veränderung in dem Bereich akzeptieren.

Und da ist Deutschland übrigens auch eher ein Negativbeispiel: Man besteht auf eine 2. Produktionslinie der A6 Booster in Dtl, und für Programme wie ExoMars, bei denen man industriell nicht wirklich beteiligt ist, will man auch kaum Geld dazu geben.

Ich hoffe darauf, dass mal irgendjemand eine verdammt schlaue Idee hat, wie man in dem bestehenden (und wohl nicht verhandelbarem) Rahmen des GeoReturn eine sinnvollere Aufgabenverteilung erreichen kann...
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline tomtom

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #26 am: 01. Februar 2017, 13:48:27 »
Wörner blogged über Kooperation und Wettbewerb in der Raumfahrt und verteidigt dabei den Geo-Return der ESA. Außerdem spricht er sich für Transparenz aus.

http://blogs.esa.int/janwoerner/2017/01/30/cooperation-and-competition-in-space-an-opportunity-and-a-necessity/

Man könnte meinen, alles ist super. Dem Artikel scheint aber zugrunde zu liegen, dass es ihm selbst nicht recht wohl dabei ist.


Offline tomtom

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #27 am: 19. März 2017, 14:52:25 »
Wörner blogged über Herausforderungen für Europa und die Welt.
Europa scheint den Weg der unterschiedlichen Geschwindigkeiten gehen zu wollen.

Das dürfte der ESA mit dem Geo-Return nur zu bekannt sein. Allerdings spricht er auch im Zusammenhang mit dem Geo-Return von einer Singularisierung von Interessen.

http://blogs.esa.int/janwoerner/2017/03/19/challenging-times-for-europe-and-our-planet/

Offline tobi

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #28 am: 19. März 2017, 21:01:18 »
Wörner blogged über Herausforderungen für Europa und die Welt.
Europa scheint den Weg der unterschiedlichen Geschwindigkeiten gehen zu wollen.

Zitat
The recently expressed idea of a Europe of different speeds is, of course, an attempt to keep the train moving forward with all passengers on board.

Ein Zug, wo jeder Waggon mit unterschiedlicher Geschwindigkeit fährt. Ich möchte seine Verbildlichung nicht überinterpretieren, aber einen solchen Zug kann es nicht geben. ;)

--------------

Abgesehen davon ist doch die ESA national eingestellt, wo es nur um eigene Interessen geht und nicht um Solidarität. Das ist doch das, was all die nationalen Bewegungen wollen, kein Geld mehr für andere EU-Länder geben - mein Land zuerst. Das ist doch der große Unterschied zur EU, wo es auch Transferzahlungen zwischen den Ländern gibt. Wörners Ansicht vom "Geist der ESA Convention", der erhalten werden soll, halte ich für für fundamental falsch. Der EU-Geist muss bei der ESA einziehen, nicht umgekehrt.
Airbus Chef Tom Enders: "Wegwerf-Raketen sind ein Auslaufmodell."

Offline Therodon

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #29 am: 20. März 2017, 22:33:28 »
Ob die EU da jetzt ein gutes Beispiel ist? Wohl eher für die unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Das mit den nationalen Interessen ist im Grunde ja nicht so dramatisch, irgendwelche Überschneidungen sollten sich ja finden lassen. Das mit den Geld ist natürlich immer ein Streitpunkt, ließe sich vielleicht über eine stärker projektbezogene Finanzierung regeln.

Offline tobi

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #30 am: 13. Oktober 2018, 19:30:14 »
Paris ist schuld.

Ürigens: Wenn die EU ein bemanntes Raumschiff finanziert, kostet es nur die Hälfte wie wenn es die ESA finanziert. Wegen Geo-Return.
Airbus Chef Tom Enders: "Wegwerf-Raketen sind ein Auslaufmodell."

Offline Schillrich

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #31 am: 17. Oktober 2018, 10:56:00 »
Wir stoßen uns hier ja schnell am GEO-Return-Prinzip und sehen es als Ursache für unnötigen, hohen Aufwand, hohe Kosten, mangelnde Innovation und mangelndes Unternehmertum. Der GEO-Return ist nicht effizient ...
Gleichzeitig muss man dem GEO-Return als Instrument aber attestieren, nur dadurch gibt es bisher überhaupt eine europäische Raumfahrt mit großen Programmen und Missionen. Insofern ist der GEO-Return effektiv ...

Ohne GEO-Return befürchten wir, dass niemand mehr in die europäische Raumfahrt einzahlt, zumal wenn es um Wissenschaft, Exploration und bemannte Programme geht, wenn er befürchten muss, von dem Geld keinen Mehrwert zu erhalten. (Bei Anwendungsprogrammen wie Copernicus und Gallileo kommt auch ohne direkte Beteiligung ein Nutzen für die eigene Volkswirtschaft zustande).

Vielleicht muss man die bisherigen Strukturen zwischen nationaler Raumfahrt und europäischer Raumfahrt weiterdenken, denn alle Länder fahren ja praktisch zweigleisig:
  • Für die europäische Raumfahrt schafft man den GEO-Return ab, um hier den Wasserkopf und die Inffeizienz abzuschaffen. Firmen/Länder können dann unternehmerisch frei für diese Programme anbieten, mit dem Risiko leer auszugehen.
  • Die nationale Raumfahrt muss hingegen sicherstellen, dass das eigene Land die entsprechenden Fähigkeiten hat ... also Wirtschaftsförderung, dass man eben auf Gebiet xy kompetent ist und bei der europäischen Raumfahrt mitbieten kann. Hier hat wohl niemand etwas dagegen, dass man nur die eigene Wirtschaft fördert. Die Firmen müssten dabei weiter motiviert sein tatsächlich in der europäischen Raumfahrt anbieten zu wollen ... und das geht (wie heute), indem dort große Milliardenprogramme aufgesetzt werden, bei denen man am Ende mehr verdienen kann.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline proton01

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #32 am: 17. Oktober 2018, 12:59:21 »
Vielleicht muss man die bisherigen Strukturen zwischen nationaler Raumfahrt und europäischer Raumfahrt weiterdenken, denn alle Länder fahren ja praktisch zweigleisig:
  • Für die europäische Raumfahrt schafft man den GEO-Return ab, um hier den Wasserkopf und die Inffeizienz abzuschaffen. Firmen/Länder können dann unternehmerisch frei für diese Programme anbieten, mit dem Risiko leer auszugehen.
  • Die nationale Raumfahrt muss hingegen sicherstellen, dass das eigene Land die entsprechenden Fähigkeiten hat ... also Wirtschaftsförderung, dass man eben auf Gebiet xy kompetent ist und bei der europäischen Raumfahrt mitbieten kann. Hier hat wohl niemand etwas dagegen, dass man nur die eigene Wirtschaft fördert. Die Firmen müssten dabei weiter motiviert sein tatsächlich in der europäischen Raumfahrt anbieten zu wollen ... und das geht (wie heute), indem dort große Milliardenprogramme aufgesetzt werden, bei denen man am Ende mehr verdienen kann.

Zumindest in Deutschland geht der weit überwiegende Teil des Raumfahrtbudgets zur ESA, und von dort zurück via Geo-return.  Wenn wir dem Vorschlag oben folgen, dann wird entweder der ESA-Beitrag deutlich gekürzt, oder Deutschland beteiligt sich nicht mit Geld sondern mit der Lieferung von Anteilen an ESA-Projekten aus der deutschen Industrie. Das verbessert dann auch nicht viel, oder ?

Wi sollen dann die diversen nationalen Wirschaft-Förderprogramme für die Raumfahrt zu einem europäischen Vorhaben koordiniert werden ?

Offline Dominic

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Re: ESA Geo-Return-Prinzip
« Antwort #33 am: 17. Oktober 2018, 19:36:53 »
Ohne GEO-Return gäbe es heute in Europa wahrscheinlich ein unabhängiges britisches und ein französisches Raketenprogramm, beide würden miteinander konkurrieren. Vielleicht wären im Laufe der Zeit auch noch andere Träger dazugekommen, etwa aus Italien und/oder Deutschland.

Auch vor der Raketenentwicklung durch die ESA gab es schließlich eine Westeuropäische Raumfahrt. Die Franzosen hatten die Diamant-Rakete, die Briten die sehr wirtschaftliche Black Arrow. Auf dieser Basis hätte man national weitermachen und -je nach Bedarf, wirtschaftlichkeit und nationalem Interesse- im Zuge der Weiterentwicklung Technologie oder auch Komponenten aus anderen Ländern kaufen können. Die anderen Staaten hätten sich auf andere Sachen konzentrieren können.

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