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Autor Thema: Asteroidenabwehr  (Gelesen 48840 mal)

Peter

  • Gast
Asteroidenabwehr
« am: 03. April 2002, 14:01:43 »
Es gibt eine Wahrscheinlichkeit größer als Null, daß ein großer Asteroid mit der Erde zusammenstößt und irreparablen Schaden - insbesondere an der menschlichen Zivilisation - anrichtet.

Ein paar Punkte, die meiner Ansicht nach diskussionswürdig sind:

- Wissen unsere Politiker das? (wissen sie genug, wollen sie es überhaupt wissen)
- Ist das überhaupt wichtig? (sollte man sich damit auseinandersetzen?)
- Müssen wir uns gegen diese Gefahr schützen und was kann/sollte die Raumfahrt in dieser Frage leisten?

Vielen Dank für Eure Beiträge...

Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #1 am: 03. April 2002, 18:41:54 »
Die Wahrscheinlichkeit durch einen Metoeriten- bzw. Asteroideneinschlag ums Leben zu kommen ist deutlich höher als die bei einem Flugzeugabsturz zu sterben. Der letzte "Killer-Asteroid" hat die Saurier zum Aussterben gebracht. Der nächste ist schon längst überfällig. Neben vielen Science Fiction zu diesem Thema gibt es das exzellente Buch "Bomben aus dem All" von John S. Lewis.
Interessanterweise werden potentielle Gefahrenherde erst in letzter Sekunde entdeckt, wenn sie in 3-5facher Mondentfernung die Erde passieren. Übrigens, Politiker haben sich noch nie darum gekümmert was sein könnte, sondern nur darum wie sie die nächste Wahl gewinnen.

Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #2 am: 03. April 2002, 18:58:32 »
Ich hab's gerade nachgeschlagen (bei Lewis). Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, denn wir kennen, an einem Einschlag stirbt, ist zwischen 0,03% und 0,35%. Dass man selbst ums Leben kommt, ist 0,01 bis 0,1%. Beim Flugzeugunglück ist die Wahrscheinlichkeit nur 0,005%. Alle 300 bis 30000 Jahre verursacht ein im Meer auftreffender Gigatonnen-Einschlagskörper von 100 bis 500 Meter Durchmesser eine Flutwelle, die viele Millionen Menschen tötet. Alle 70000 bis eien Million Jahre fordert ein Einschlag Milliarden Todesopfer.

Offline pikarl

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #3 am: 03. April 2002, 23:23:42 »
Hi,

obwohl der Beitrag in diesem Forum etwas off-topic ist, gebe ich mal auch meinen Senf dazu.

Zwar nicht in Deutschland, aber in den USA existiert ein mehr oder weniger von der Politik ins Leben gerufenes Programm mit dem Namen NEAT (Near-Earth Asteroid Tracking). Es befasst sich mit den Strategien zur Auffindung von vermeintlichen für die Erde gefährlichen Asteroiden sowie deren mögliche Bekämpfung. Auf Raumfahrer.net erschien im Januar diesen Jahres ein Artikel zu NEAT:
http://www.trekzone.de/cgi-bin/tzn/nph-tzn.cgi?name=is.hotspots&file=neat

Aber bis auf die sowieso mehr auf Sicherheit erpichten USA, denke ich, gibt es in Deutschland bzw. bei der deutschen Politik wohl kaum Interesse an solchen "Science Fiction"-Geschichten wie dem Einschlang von Meteoriten und einer daraus entstehenden Gefahr für die Menschheit.  :-[

Grüße
Karl
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Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #4 am: 04. April 2002, 17:30:47 »
Warum soll ein Beitrag über Killer-Meteoriten off-topic sein? Meiner Meinung nach ist das eine der wichtigsten Begründungen für die bemenschte Raumfahrt. Früher oder später wird ein Meteorit die gesamte menschliche Zivilisation auf der Erde auslöschen. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder eine Präsenz im All, um solche Gefahren abzuwenden (z.B. Zerstörung oder Umleitung der Gefahrenquelle) oder die Auswanderung ins All in O'Neill'sche Habitate (oder ähnliches).  

Offline pikarl

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #5 am: 04. April 2002, 22:01:03 »
hmm. Immerhin gehts in diesem Teil von Raumcon um "Einstufig ins All" - wo wohl Killerasteroiden nix zu tun haben.  ;)

Grüße
Karl
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Spacelord

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #6 am: 04. April 2002, 22:05:14 »
Das ist natürlich richtig. War wohl die falsche Rubrik.

Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #7 am: 05. April 2002, 20:30:32 »
Was für ein"Zufall". Kaum haben wir dieses Thema begonnen, entdeckt NEAT schon den Asteroid 1950 DA, der am 16. März 2880 der Erde zumindest nahe kommen soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass er "einschlägt" beträgt 1 zu 300.

Offline pikarl

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #8 am: 05. April 2002, 21:48:26 »
Hier ist die passende Newsmeldung, von mir übersetzt. ;)

http://www.trekzone.de/cgi-bin/tzn/nph-tzn.cgi?name=is&file=news#020404392325

grüße
Karl
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Offline pikarl

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #9 am: 07. April 2002, 22:21:45 »
Hier, noch eine aktuelle Meldung:
"Neueste Studien der ESA belegen, dass die Zahl der Asteroiden, die für die Erde gefährlich werden könnten, um einiges höher ist als vorher angenommen."

Link:
http://www.trekzone.de/cgi-bin/tzn/nph-tzn.cgi?name=is&file=news#020407022216

Grüße
Karl
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Peter

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #10 am: 08. April 2002, 13:32:17 »
Nur zur Technik: Klar ist das hier "off-topic". Ich habe verzweifelt versucht, das ganze eine Ebene höher zu bekommen (also gleichgeordnet zu "einstufig" und nicht untergeordnet. Ging aber nicht. Hatte David Langkamp schon geschrieben, er solle das Ding nach oben holen. Also Admins, ans Werk...

Offline pikarl

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #11 am: 08. April 2002, 13:46:37 »
Nichts leichter als das.  8)

Grüße
Karl
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Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #12 am: 08. April 2002, 19:51:57 »
Wer in Süddeutschland wohnt oder zufälligerweise mal vorbei kommt, sollte einmal das Meteorkratermuseum in Nördlingen besuchen. Da wird sehr schön gezeigt, was für einen Schaden schon ein relativ kleines Objekt aus dem All anrichten kann.

gagarina

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #13 am: 08. April 2002, 22:35:09 »
Danke, spacelord - klingt interessant ! Wollte ich schon immer mal hin.

Brandaktuell: Letzten Samstag Nacht ist ein Meteorit über Bayern hinweg genagelt. Eine Familie in Zolling, Kreis Freising, Oberbayern, hat ein faustgrosses Stück von dem Ding im Garten gefunden.

Guckt mal auf

http://rhein-zeitung.de

Wenn das so nicht klappt, probiert mal

www.linksummary.com

- dort habe ich diesen link her !

Viel Spass und Erfolg,

Kirsten

Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #14 am: 09. April 2002, 19:55:06 »
Kleine "Sternentrümmer" fallen öfter auf die Erde als bekannt ist. Im Jahr sind das etliche Kilogramm. Da die Erde zu über 70% von Wasser bedeckt ist und große Teile unbewohnt sind, fallen diese "Einschläge" nicht so auf. Irgendwo in Skandinavien soll es einen Sammler geben, der Schnee aufhäuft und nach der Schneeschmelze daraus die Metoriten rausklaubt. Das dürfte bei uns nicht funktionieren wegen der Luftvershcmutzung. Es gibt einen schwunghaften Handel mit diesen Teilen.

Peter

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #15 am: 12. April 2002, 15:24:11 »
Mal was für Hobby-Wissenschaftler (hab ich von der NASA): Einfach mal den Staub aus der Dachrinne untersuchen (Dachrinne deswegen, weil sich dort das Material einer größeren Fläche anreichert). Mit einem Magneten kann man aus dem Staub die eisenhaltigen Teile filtern. Untersucht man diese Körnchen dann unter einem Mikroskop, fallen sicher einige auf, die auffallend abgerundet sind. Bei denen ist dann die Wahrscheinlichkeit sehr hoch (natürlich nicht 100%), daß sie aus dem Weltraum stammen. Vielleicht weiß noch jemand von Euch etwas über chemische Analysmethoden, die man möglicherweise mit einem Kosmos-Experimentierkasten machen kann, um absolut sicher zu gehen. Dann können wir alle Meteoriten-Jäger werden...

Am Sonntag, 14.04., gibt es einen Beitrag über Asteroiden und auch Weltraumschrott bei Planetopia, SAT 1. Wohl mit Bezug zu der Sache in Bayern. Was genau die bringen, weiß ich aber auch nicht.  

Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #16 am: 13. April 2002, 09:02:57 »
Die Universität von Arizona veröffentlichte in einer Pressemitteilung eine Möglichkeit, potentiell gefährliche Asteroiden zu entschärfen. Ein Raumflugkörper verändert seine Umlaufbahn mit seiner Hitzeabstrahlung. Heiße Stellen auf der Oberfläche stoßen den Körper stärker zurück als kalte. Die Drehmomentveränderung genügt, um die Umlaufbahn zu beeinflussen. Dieser Mechanismus wird Yarkovsky-Effekt genannt, nach dem polnischen Ingenieur, der ihn schon 1900 entdeckte. Der Effekt ist relativ klein aber er akkumuliert sich im Lauf der Zeit. Er erklärt, warum Bruchstücke aus dem Asteroidengürtel immer wieder ins innere Sonnensystem geschleudert werden. Und zwar mehr als theoretisch berechnet. Die Universität von Arizona schlägt nun vor, „gefährliche“ Asteroiden mit Staub oder Farbe zu bedecken oder mit einem Solarofen zu erhitzen. Zumindest eine bessere Möglichkeit als einen Asteroiden mit einem Nuklearsprengkopf wegzublasen.

Spacelord

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #17 am: 24. August 2002, 18:23:50 »
AP Meldung vom 18. August:

"Der rund 800 Meter grosse Asteroid 2002-NY40 ist am Sonntagmorgen um 09.48 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit in einer Entfernung von 522.000 Kilometern an der Erde vorbeigerast. Er hatte eine Geschwindigkeit von 75.000 Kilometern pro Stunde."

Myrdin

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #18 am: 27. August 2002, 17:38:58 »
Ja,das war haarscharf! In kosmischen Dimensionen gedacht! Aber trotzdem, nah genug! Weiß jemand woher der Brocken kam?

Zitat
Die Universität von Arizona schlägt nun vor, „gefährliche“ Asteroiden mit Staub oder Farbe zu bedecken oder mit einem Solarofen zu erhitzen. Zumindest eine bessere Möglichkeit als einen Asteroiden mit einem Nuklearsprengkopf wegzublasen


Was das betrifft, hab ich so meine Zweifel! Vorrausgestzt es funktioniert, dann nur über einen ziemlich langen Zeitraum!
Daher müsste man die Meteore sehr früh entdecken und bei kleineren brocken(800m) ist das ziemlich schwierig!
Daher ist es auch unwahrscheinlich, dass wir ihn mit Nuklearwaffen abwehren können! Einmal vorrausgesetzt wir treffen.....
Im Moment könnten wir also nur zuschaun,wie uns der Himmel auf den Kopf fällt! ;)
« Letzte Änderung: 05. September 2002, 14:27:23 von Myrdin »

NK1986

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #19 am: 14. November 2002, 12:45:31 »
Also ich hab mal gehört das mehrere Tonnen Weltraummaterial im Jahr auf die Erde stürzen sollen. :o
Also wird die Erde jedes Jahr ein ganz kleines bisschen größer.

Offline Dominik Mayer

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #20 am: 14. November 2002, 16:07:59 »
Dafür schießen wir dann unseren "Müll" (Satelliten, abgebrannte Raketenstufen, Raumstationen ...) ins All. ;)

Dominik

Offline pikarl

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #21 am: 14. November 2002, 21:43:54 »

Hallo,

Zitat
Dominik: Dafür schießen wir dann unseren "Müll" (Satelliten, abgebrannte Raketenstufen, Raumstationen ...) ins All.


Nun ja: Der Massezuwachs der Erde größtenteils durch Mikrometeoriten beträgt pro Stunde über 6000 Tonnen. Andersherum startet aber schätzungsweise nur einmal pro Woche eine Rakete mit durchschnittlich 2-3 Tonnen ins All.
Man sieht eindeutig das unausgeglichene Verhältnis. Und dazu kommt, dass Satelliten in der Regel irgendwann wieder zurück auf die Erde fallen.  ;)
Aktuell im AstroGeo Podcast: AG037 Zukunft astronomisches Forschung

Franz_Kattner

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #22 am: 03. Juni 2004, 09:30:25 »
Hat dieser Massezuwachs Auswirkungen auf die Gravitation? Ich meine 6000t pro Stunde ist im Großen gesehen nicht viel, aber Kleinvieh macht auch Mist ?!
Durch die Zunahme der Masse könnte der Mond vielleicht irgendwann auf die Erde krachen ?

Ullerich

  • Gast
Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #23 am: 03. Juni 2004, 10:22:55 »
Hi Franz,

http://home.arcor.de/hpj/Themen/impact/schmadel.html

Da steht etwas von 7000 Tonnen pro Tag.

HTH Ulrich

Offline Digigraf

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Re: Asteroidenabwehr
« Antwort #24 am: 03. Juni 2004, 12:25:59 »
Der Zuwachs der Masse hat nicht nur einflüsse auf die Gravitation sondern auch auf die Trägheit eines Körpers. Also je mehr Masse der Mond berkommt desto mehr wird er von der Erde angezgen, doch gleichzeitig wird er träger und es wird immer schwerer ihn aus seiner angestammten Umlaufbahn zu bringen.

mg Digigraf
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