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  • 20:00 (MEZ) - NASA TV - Forschungsergebnisse Maven: 05. November 2015

Autor Thema: Planet Mars  (Gelesen 398678 mal)

jps-fan

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #25 am: 30. Juli 2006, 12:55:31 »
Einfach super diese Aufnahme:
 Valles Marineris: The Grand Canyon of Mars
Credit: Viking Project, USGS, NASA

Explanation: The largest canyon in the Solar System cuts a wide swath across the face of Mars. Named Valles Marineris, the grand valley extends over 3,000 kilometers long, spans as much as 600 kilometers across, and delves as much as 8 kilometers deep. By comparison, the Earth`s Grand Canyon in Arizona, USA is 800 kilometers long, 30 kilometers across, and 1.8 kilometers deep. The origin of the Valles Marineris remains unknown, although a leading hypothesis holds that it started as a crack billions of years ago as the planet cooled. Recently, several geologic processes have been identified in the canyon.


jps

rolli

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Atmosphäre vom Mars
« Antwort #26 am: 18. Oktober 2006, 16:41:32 »
eine Frage beschäftigt mich schon seit langem, ohne das ich sie lösen konnte, auch nicht beim googlen:

Es heisst doch immer:
Der Mars mit seinen 6800 Km Durchmesser sei zu klein, um eine "richtige" Atmosphäre zu halten; dieselbe sei fast komplet ins All entwichen. (D.h. übrigens, dass er früher eine dicke Atmosphäre hatte...)

Jetzt hat aber der Saturn-Mond Titan "nur" einen Durchmesser von 5150 Km und trotzdem eine riesige, dicke Atmosphäre.

Warum das?

Also müsste logischerweise die Aussage mit dem "zu klein" falsch sein.

Weiss das hier Jemand?

Neugierig  ::)

Offline Martin

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #27 am: 18. Oktober 2006, 17:05:26 »
Das hängt von der Temperatur und vom Gewicht der Gasmoleküle ab. Würde man den Titan auf die Erdbahn schieben und sich seine Atmosphäre entsprechend aufheizen, wäre die ziemlich schnell weg.

Martin
Dein Posting kommt ohne Sand nicht an sein Ziel. Wir sind überall. Deine Geo- & Montanwissenschaften | www.wir-sind-ueberall.de

Offline alswieich

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #28 am: 06. Februar 2007, 01:45:39 »
Mahlzeit!


Warum der Mars keine dichte Atmosphäre (mehr) hat weiß leider noch niemand. Da gibt es mehrere Hypothesen. Meine "Lieblingshypothese" geht von einer kosmischen Katastrophe aus.

Am starken Sonnenwind kann es ja nicht liegen, denn der Mars ist noch weiter von der Sonne entfernt als Erde und Venus mit ihrer sehr dichten Atmosphäre. Ähnliches gilt auch für das Magnetfeld.
Magnetfelder:
Venus - 3 bis 6 Nanotesla (am Boden)
Erde - 30 bis 60 Mikrotesla
Mars - 0,5 Nanotesla
Die Messung des Magnetfeldes wird erschwert durch die Magnetisierung der Kruste ... mit Feldstärken von bis zu 220 Nanotesla und durch externe Magnetfelder mit Stärken zwischen wenigen Nanotesla und bis zu 100 Nanotesla, die durch die Wechselwirkung des Sonnenwindes mit der Marsatmosphäre entstehen und zeitlich sehr stark variieren.
(Quelle: http://www.wikipedia.de)

Heute auf http://www.wissenschaft.de gefunden:
Wolkenbedeckung auf dem Mars nachts...


... und am Tag.

(kompletter Artikel: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/274576.html)

Sonst wäre es wohl noch kälter auf dem Mars.


Gruß
Peter

ILBUS

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #29 am: 06. Februar 2007, 08:25:39 »
Gäähhhn...guten Morgen allerseits :)

Zur Ergänzung. Bei mir in Astrophysikvorlesung war erzählt, dass es in jungen Sonnensystem Mars, Erde, Venus und Merkur bis an 100-fache ihres heutiges Gewichts haben sollten. Die Masse war die Riesiege Gashülle gewesen, die durch die Nähe an die Sonne so aufgeheitzt wurden, dass ein Grossteil der Masse sich verflüchtigt hat.

Das Ganze ist ein Zusammenspiel mehrer Faktoren: Masse, Durchmesser, Entfernung von dem Mutterstern, seine Temperatur.

Masse: je schwerer der Planet ist, um so geringer die Wahrscheinlichkeit für das Verlieren der Gase. Die gute alte Gravitation. Bei Mars, wenn man die gleiche gesteinsdichte Annimmt wie die Erde es hat, wird durch den geringeren Durhcmesser eine um 6,7 schwächere Anziehungskraft ausgeübt.

Durchmesser: Wichtig für sich einpendelde Temperatur. Mit guter Näherung kann man mit dem Schwarzen-Körper-ansatzt die Temperatur der Körper in bestimmten Abstand von der Sonne berechnen. Die Abweichung (nach oben) sind geringfügig und durch die Stärke des Treibhauseffekts der jeweiligen Gashülle bedingt. Die Letze ist in dem Sinne auch ein Faktor für das langfristiges Bestehen ihrer selbst bei den gegebenen Umständen.

Entfernung von dem Mutterstern Die vom Planeten Empfangene Leistung sinkt mit dem Quadrat des Abstands

Temperatur des Sterns ein Mass für die vom Stern abgestrahöte Leistung.

Schönen Tag allen.

Offline alswieich

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #30 am: 05. April 2007, 02:11:25 »
Mahlzeit!


Zitat
[size=14]Klimawandel auf dem Mars[/size]

Forscher finden Temperaturerhöhung auf der Oberfläche des Planeten innerhalb von knapp dreißig Jahren

Auch der Mars ist von einem Klimawandel betroffen: Die Durchschnittstemperatur auf dem roten Nachbarplaneten ist seit den 1970er-Jahren um etwa 0,65 Grad Celsius angestiegen, sagen amerikanische Astronomen. Der Anstieg hängt mit Veränderungen der Marsoberfläche zusammen, die immer wieder von starken Staubstürmen heimgesucht wird.


Die Forscher stützen ihre Untersuchung auf Daten, die mit den Viking-Missionen in den 1970er-Jahren und der Global-Surveyor-Marssonde gesammelt wurden, die im März 1999 den Roten Planeten erreicht hatte. Anhand der Aufnahmen konnten die Wissenschaftler rekonstruieren, wie sich die Oberfläche des Mars in diesen drei Jahrzehnten verändert hat. So verdunkelten sich einzelne Regionen auf der Oberfläche des Planeten, während andere sich aufhellten. Insgesamt beobachteten die Forscher eine Verdunkelung des Planeten. Diese führte dazu, dass das Licht der Sonne die Oberfläche stärker aufheizte und die Durchschnittstemperatur anstieg. Als Maß diente den Forschern die so genannte Albedo. Darunter verstehen Astronomen die Fähigkeit eines Himmelskörpers, einfallendes Licht zu reflektieren. Laut den Daten veränderte sich die Albedo stellenweise um mehr als zehn Prozent.

Auslöser der Veränderung des Klimas ist das rege Wettergeschehen auf dem Planeten, das die Forscher in einem Modell im Detail untersuchten: Durch die unterschiedliche Aufheizung der Oberfläche entstehen lokale Staubstürme, so genannte Dust Devils, aber auch Stürme, die große Teile des Planeten betreffen. Die Stürme reißen große Mengen Staub mit sich und formen so die Oberfläche des Planeten immer wieder neu.

Über dunklen Regionen an der Oberfläche sind die Windgeschwindigkeiten höher als über hellen, so die Forscher – ein Gegensatz, der sich sogar noch weiter verstärken wird, da jeder Sturm Staub abtransportiert und sich die Oberfläche dadurch weiter abdunkelt. Die Erwärmung könnte auch die Ursache für den Rückgang des Eises am Südpol des Planeten sein, den Astronomen derzeit beobachten, vermuten die Wissenschaftler.
Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/276755.html

Nun haben sie zwar festgestellt, daß es auf dem Mars wärmer wird, aber eine Erklärung dafür sehe ich in dem Artikel nicht: "Auslöser der Veränderung des Klimas ist das rege Wettergeschehen auf dem Planeten ..." - Da wäre ich ja jetzt garnicht drauf gekommen!
;)
Keine Erklärung WARUM die Staubstürme die Marsoberfläche immer stärker verändern.

Auf der Erde wird es bekanntlich wärmer und auf dem Mars also auch. Nun wird ja immer behauptet, daß der Mensch an der Erwärmung der Erde schuld sei. Klingt ja auch logisch. Nun gibt es aber auf dem Mars (noch) keine Menschen. Wer ist denn nun also dort für die Erwärmung verantwortlich? Und wenn dort nicht der Mensch dafür verantwortlich ist könnte man ja auch annehmen, daß er es auf der Erde auch nicht ist. Zumindest nicht nur.

Also wer ist für die Erwärmung der beiden Planeten verantwortlich? Vielleicht verändert sich ja die Sonnenaktivität irgendwie im Laufe der Zeit. Oder? Diesbezüglich habe ich vor einiger Zeit etwas gelesen, weiß aber beim besten Willen nicht mehr wo. Und ich meine nicht den Sonnenfleckenzyklus.
 :-[


Gruß
Peter

Offline MSSpace

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #31 am: 05. April 2007, 12:27:23 »
Ich finde, die Erklärung ist im Artikel doch gegeben: Auf dem Mars gibt es Wind, was auf einem Planeten mit Atmosphäre und Sonneneinwirkung üblich ist. Dieser wirbelt Staub auf, also normale Erosion der Oberfläche durch Wetter und Zeitablauf. Dadurch wurde in der Vergangenheit dunkles Gestein freigelegt, dass nun vermehrt abgetragen wird. Dieser dunkle Staub bedeckt helle Teile der Oberfläche. Dunkle Fläche nimmt Wärme aus Sonnenstrahlug besser auf und gibt diese an die Umgebung ab. Damit erwärmt sich die "Luft" und letztendlich die Atmosphäre.
Kurz: Klimawandel durch Erosion (ohne Menschen und Veränderung der Sonne).
Gruß,
MSSpace...
Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit!

SSRMS, EVA und SARJ???  Hier hilft das Abkürzungsverzeichnis!

Offline alswieich

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #32 am: 06. April 2007, 00:24:56 »
@MSSpace:
Ist mir ja alles klar. Aber seit wann gibt es Wind auf dem Mars? Seit einigen Jahrmillionen? Wenn sich die Temperatur seit einigen Jahrmillionen erhöht hätte wäre es auf dem Mars jetzt so gemütlich wie auf der Venus. Also: Warum Erwärmung um 0,65 °C in drei Jahrzehnten? Und 0,65 °C in 30 Jahren sind meiner Meinung nach eine ganze Menge.
Es wurde nur festgestellt daß es eine Erwärmung gab/gibt. Aber es wurde eigentlich keine schlüssige Erklärung für dieses Phänomen geliefert. Meiner Meinung nach.


Gruß
Peter

ILBUS

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #33 am: 06. April 2007, 01:36:30 »
So als eine Vermutung:

Die Eiskappen sind an den Polen, wo es am kältesten ist, die Temperaturen auf dem Planteten sind aber so, dass es auch grosse Mengen gefrorenen Eises in den niedrigen Breiten vorkommen sollte. Was aber  nicht der Fall ist. Meiner Meinung nach die Erklärung dafür wäre, dass zwischen dem Equator und den Polen zirkulierende Winde vorhanden sind, die ein einseitiges Materialtransportstrom bewirken.

Wenn es dem so währe, so kann man weiterhin vermutten, dass es *dunklere* Schichten erst jetzt zum Vorschein kommen.

so ne Idee ;)
« Letzte Änderung: 06. April 2007, 13:48:04 von ILBUS »

Offline fliegender_fisch

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Re: Atmosphäre vom Mars
« Antwort #34 am: 09. April 2007, 23:19:57 »
Gute Tageszeit,

es wäre aber auch möglich, dass der Mars - wie die Erde - globalen Klimazyklen unterliegt. Nur wissen wir bisher nichts davon, da der Planet noch nicht ausreichend untersucht wurde.

Gruss aus Aachen,
Igor.
"Für ein einzigstes Wort verschwendest Du Tausende Tonnen an Worterz."
            V.Majakovskij

rolli

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Magnetfeld
« Antwort #35 am: 02. Juni 2007, 14:06:04 »
Bekanntlich hat Mars kein Magnetfeld, schlecht für ihn.
Das könnte sich aber kurzfristig ändern, dies behaupten mindestens Schweizer Forscher... (und die müssen es ja wissen... ;D )

Zitat:

Rückkehr des Mars-Magnetfeld ?

Der rote Planet Mars besaß früher ein globales Magnetfeld, das aber vor rund vier Milliarden Jahren wieder verschwand. Jetzt haben Schweizer Forscher die im Inneren des Planeten herrschenden Bedingungen im Labor nachgestellt und so erklären können, wieso der Mars sein Magnetfeld verlor. Verblüffende Folge des Modells: Das Magnetfeld des Mars könnte wieder entstehen.

Einem Team Schweizer Forscher ist es gelungen, die im Kern des Planeten Mars herrschenden Bedingungen im Labor nachzustellen. Die Experimente zeigen, dass das Gemisch aus Eisen, Nickel und Schwefel bei den dort herrschenden Temperaturen vollständig flüssig bleibt. Im Gegensatz zur Erde besitzt der Mars also vermutlich keinen festen Kern, was dann auch die Abwesenheit eines "Dynamo-Effekts" erklärt, der ein starkes Magnetfeld wie bei der Erde erzeugen könnte. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Science schreiben, könnte der Mars-Dynamo jedoch wieder in Schwung kommen: dann nämlich, wenn das Eisen bei sinkenden Temperaturen ausflockt.

"Wenn im Kern des Planeten eine großräumige Kristallisation einsetzt, wird latente Energie freigesetzt", schreiben Andrew Stewart und seine Kollegen von der ETH Zürich, "und diese Energie könnte ausreichen, um im flüssigen Teil des Kerns Konvektionsströmungen anzutreiben. Es ist denkbar, dass diese Konvektion nach einiger Zeit einen Dynamo-Effekt erzeugt, der wiederum zur Entstehung eines starken Magnetfelds für den Mars führt."

Stewart und sein Team haben in einer aus Diamant bestehenden Kammer verschiedene Gemische aus Eisen, Nickel und Schwefel einem Druck von bis zu 40 Gigapascal ausgesetzt - das entspricht dem 400.000-fachen irdischen Luftdruck auf Meereshöhe. Bei Temperaturen oberhalb von 1200 Grad Celsius, wie sie für das Innere des roten Planeten von den Forschern erwartet werden, blieb diese Mixtur flüssig. "Unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass es im heutigen Kern des Mars keinerlei Kristallisation gibt", so die Forscher.

Dies würde erklären, warum das globale Magnetfeld des roten Planeten bereits vor vier Milliarden Jahren verschwunden ist, während die Erde immer noch ein starkes Magnetfeld besitzt. In der Erde ist der feste Kern von innen nach außen auskristallisiert und hat dabei die latente Energie freigesetzt, die die Strömungen im geschmolzenen äußeren Kern und damit den Dynamo-Effekt antreiben. Zwar hatte der Mars unmittelbar nach seiner Entstehung auch ein starkes Magnetfeld, doch ohne eine Energiequelle im Inneren des Planeten ist das Feld schnell verloschen.

Aus: NZZ News

Also, nachdem der Mond definitiv nicht aus Schweizer Käse besteht, könnte immerhin das Mars-Magnetfeld zurückkommen.

Äh, hab ich jetzt da was verwexxelt ?

 :o :o


« Letzte Änderung: 02. Juni 2007, 14:08:52 von rolli »

rolli

  • Gast
Polwanderung
« Antwort #36 am: 15. Juni 2007, 09:25:57 »
Marspol-Wanderung

Zitat:

Der Tag, als der Mars kippte

"Echte Polwanderung" könnte die Verformung von Küstenlinien erklären

Der Mars verhält sich wesentlich kapriziöser als die Erde: Seine Drehachse schwankt chaotisch wie bei einem trudelnden Kreisel. Manchmal steht der Planet genau aufrecht, manchmal neigt sich seine Achse um bis zu sechzig Grad. Doch vor zwei bis drei Milliarden Jahren torkelte der rote Planet womöglich noch wilder durchs All, sagen nun Forscher um Taylor Perron von der amerikanischen Harvard-Universität: Damals könnte sich die gesamte Drehachse relativ zur Marsoberfläche verlagert haben.

Forscher bezeichnen eine solche Kippbewegung des Planeten als "echte Polwanderung" – im Gegensatz zur scheinbaren Polwanderung auf der Erde, bei der sich in Wirklichkeit die Kontinente bewegen und nicht die Erdachse. Bei einer echten Polwanderung würde sich die Drehachse eines Planeten relativ zur Oberfläche verlagern – der Nordpol der Erde würde sich im Fall einer echten Polwanderung schnell an einen anderen Ort bewegen. Dann könnte beispielsweise Mitteleuropa oben auf dem Planeten liegen und der Nordpol in Berlin.

Perron und seine Kollegen ziehen die Polwanderung heran, um eine rätselhafte Beobachtung zu erklären: Auf der Nordhalbkugel des Mars befinden sich riesige Becken, die Planetenforscher ursprünglich für Überreste von Ozeanen hielten. Allerdings zeigte sich Ende der 1990er Jahre, dass die vermeintlichen Küstenlinien nicht auf einer Höhe liegen. Satellitenmessungen ergaben Höhendifferenzen von mehr als drei Kilometern – das mutmaßliche Ufer kann demnach nicht den Spiegel eines Gewässers repräsentieren.

Perron und seine Kollegen vermuten nun, dass sich die Gestalt des Mars bei der Polwanderung erheblich verformt hat, was ihren Berechnungen zufolge die Höhenunterschiede an der Küstenlinie erklären könnte. Allerdings müssten sich an der Oberfläche oder im Inneren des Mars gewaltige Massen verlagert haben, damit der ganze Planet kippte. Ein rotierender Körper bewegt sich immer so, dass sein Trägheitsmoment möglichst niedrig ist. Beim Mars führt das dazu, dass die riesigen Vulkane Olympus Mons und Co. am Äquator liegen – möglichst weit weg von der Drehachse.

Da die Vulkane bereits vor der vermuteten Polwanderung vorhanden waren, rätseln Perron und seine Kollegen, welches andere Ereignis den Mars zum Kippen gebracht haben könnte. Infrage kämen Konvektionsbewegungen im Inneren des Planeten, Vulkanismus in einer Region namens Elysium oder eine Umlagerung des Wassers selbst.

Wohin der vermutete Ozean letztlich verschwand, ist ebenfalls unklar – trotz inzwischen zahlreicher Belege dafür, dass es auf dem Mars einmal feucht war. "Der Ozean könnte langsam verdampft sein, wodurch das Wasser schließlich im Untergrund landete", mutmaßt Perron.

Die mutmaßlichen Tümpel, deren Entdeckung das Wissenschaftsmagazin New Scientist kürzlich meldete, dürften das Wasser allerdings nicht aufgefangen haben: Die Vertiefungen, die Forscher für Wasserlöcher gehalten hatten, lagen allesamt an einer steilen Kraterflanke und nicht auf ebenem Untergrund. Wie der New Scientist inzwischen meldet, hatten die beteiligten Forscher diese Tatsache völlig übersehen. Ron Levin und Daniel Lyddy von Lockheed Martin in Arizona entschuldigten sich inzwischen für das Malheur.

Quelle:

Taylor Perron (Harvard-Universität, Cambridge) et al.: Nature, Bd. 447, S. 785

 :)

H.J.Kemm

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #37 am: 15. Juni 2007, 09:37:13 »
Moin,

ich habe die beiden Threads zusammengefügt,

Jerry

Online Schillrich

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #38 am: 15. Juni 2007, 09:42:26 »
Zum chaotischen Kippen der Drehachse und die damit verbundenen Auswirkungen auf ein stabiles (Öko-)System fällt mir noch ein, dass das bei der Erde u.a. durch den relativ großen Mond (verglichen mit der Erde) verhindert wird. Unser Mond hat einen stabilisierenden Einfluss auf die Drehachse unseres Planeten, womit sich über lange Zeit stabile Umweltbedingungen einstellen konnten. Beim Mars mit seinen Minimonden (und den anderen Planeten auch) entfällt dieser Wirkung. Ein starkes Pendeln der Rotationsachse führt damit zu Zuständen, die evtl. gegen die Entwicklung (höheren) Lebens sprechen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline Mary

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #39 am: 16. Juni 2007, 11:47:22 »
Mir fällt da noch ein, ich habe mal von einer Theorie gehört, nach der Valles Marineris bei einer Kollision mit einem anderen Planeten oder so entstanden sein soll und dabei eben ein "Kratzer", Valles Marineris, entstanden ist. So eine Kollision hätte doch auch die Ursache für die instabile Rotationsachse sein können.
Allerdings ist diese Theorie nicht so allgemein anekannt sondern viel mehr diese: Die am weitesten akzeptierte Hypothese zur Zeit (2005) ist, dass das Grabensystem ähnlich des irdischen Ostafrikanischen Grabenbruchs durch Risse in der Kruste entstanden ist und durch Erosion und Einbrechen stark ausgeweitet wurde. (Quelle: Wikipedia)
« Letzte Änderung: 16. Juni 2007, 11:48:01 von Mary »

H.J.Kemm

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #40 am: 25. September 2007, 02:27:35 »
Moin,

in einem neuen Bericht über den *Mars* hat Alfred McEwen (University of Arizona, Tucson) jetzt geäussert (spekuliert oder interpretiert?), dass die angeblich große Menge an Wasser doch nicht vorhanden gewesen ist.

Die bis jetzt gedeuteten *Abflussrinnen* am Fuße von Kratern und die *Küstenlinien* müssen nicht durch wasserreiche Flüsse oder Ozeane entstanden sein. Das es einst flüssiges Wasser auf dem *Mars* gab bestreitet er nicht, aber in weitaus geringeren Mengen und das schon vor sehr langer Zeit. Er bezieht sich dabei auf die Bilder vom *MRO*.

Jerry  

H.J.Kemm

  • Gast
Re: roter Planet Mars
« Antwort #41 am: 14. November 2007, 11:03:05 »
Moin,

am 15.11.2007 überholt unsere Erde auf der Innenbahn den Planeten *Mars*. Da sich der *Mars* nicht auf einer kreisrunden Bahn um die Sonne bewegt, sondern in einer eliptischen, entstehen unterschiedliche Entfernungen. Diese schwanken von 55,6 und 102 Mio. km. Am 15.11.2007 wird der Abstand zwischen den beiden Planeten 102 Mio. km betragen. Am 28.08.2003 betrug die Distanz Erde – Mars 55,76 Mio. km.

Wenn der *Mars* in Opposition zur Sonne steht, das ist am 24.12.2007 der Fall, beträgt seine Helligkeit [ch8722]1,6m, dann ist er besonders gut zu betrachten, vorausgesetzt, der Himmel lässt das zu.

Jerry  

dolphins

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #42 am: 22. November 2007, 08:40:04 »
Zitat
Wenn der *Mars* in Opposition zur Sonne steht, das ist am 24.12.2007 der Fall, beträgt seine Helligkeit [ch8722]1,6m, dann ist er besonders gut zu betrachten, vorausgesetzt, der Himmel lässt das zu.

Jerry  


Dann haben wir ja nen Weihnachtsstern..... ;)

H.J.Kemm

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #43 am: 18. Dezember 2007, 10:58:57 »
Moin,

unter MRO hatten wir ja über das *Loch* geschrieben. Jetzt gibt es wieder ein neues Bild und wenn man das ein wenig aufhellt, dann kann man bis auf den Grund schauen.



Jerry


« Letzte Änderung: 18. Dezember 2007, 11:00:18 von H.J.Kemm »

Offline Nakova

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #44 am: 19. Dezember 2007, 08:55:22 »
Wow! Sehr interresant!
Sieht wie eingefallen aus.
Und rein optisch könnte man meinen. dass es oben links noch weiter rein geht; zu einer Höhle oder so. Aber das ist ja nur Fantasie! ;)
Als er die Himmel bereitete, war ich da; als er einen Kreis [hebr. "chug" was zudem Kugel bedeutet] über der Fläche der Wassertiefe festsetzte ... (im 10 Jahrhunderd v.Chr. von Salomo verfasst)

Offline tobi

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #45 am: 19. Dezember 2007, 20:38:29 »
Gestern ist uns der Mars am nächsten gewesen für die nächsten 9 Jahre. Auch das Hubble hat ein paar Aufnahmen geschossen.

Mehr Infos:
http://cosmiclog.msnbc.msn.com/archive/2007/12/18/524367.aspx
Airbus Chef Tom Enders: "Wegwerf-Raketen sind ein Auslaufmodell."

Offline tobi

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #46 am: 21. Dezember 2007, 15:07:12 »
Es gibt eine 1 zu 70 Chance das der Mars am 30. Januar von dem Asteroiden 2007 WD5 getroffen wird. Der Asteroid hat eine ähnliche Größe wie der Asteroid der 1908 in Sibirien eingeschlagen ist. Falls der Asteroid den Mars trifft, dann würde der Einschlagspunkt in der Nähe des Äquators liegen.

Quelle:
http://news.yahoo.com/s/ap/20071221/ap_on_sc/mars_asteroid
Airbus Chef Tom Enders: "Wegwerf-Raketen sind ein Auslaufmodell."

H.J.Kemm

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #47 am: 22. Dezember 2007, 15:07:29 »
Moin,

hier ist das Orbit Diagramm von *2007 WD5* >>>

Derzeit befindet sich der Asteroid *2007 WD5* etwa auf halbem Weg zwischen Erde und Mars, und verringert seine Entfernung zum Mars mit einer Geschwindigkeit von 44.700 km/h.


*Flugschneise* des Asteroiden

Ein Aufprall ist sehr unwahrscheinlich, aber wenn er doch eintreten sollte, würde der Einschlag irgendwo in dem breiten Streifen auf der oben gezeigten Grafik stattfinden, der sich im Norden des Planeten befindet, wo sich der Mars-Rover *Opportunitiy* befindet.

Jerry
« Letzte Änderung: 22. Dezember 2007, 15:08:30 von H.J.Kemm »

Spaceman

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #48 am: 23. Dezember 2007, 02:29:09 »
Hi.

Der Artikel auf der Hauptseite ist nicht schlecht.
Jedoch der Link unten führt nicht hier her.
Ich musste erst einmal suchen.

--------------------------------------------------------------------

Aber nun zum Thema:

Ich würde mir ja wünschen,das er auf dem Mars aufschlägt.
Da im moment 2 "Autos" auf dem Mars rumfahren wäre es doch
die beste Möglichkeit die Folgen eines Asteroideneinschlages
auf einem erdähnlichen Planeten direkt zu verfolgen.
Eine bessere Chance um die Folgen eines Asteroideneinschlages
zu sehen wird es wohl so schnell nicht wieder geben.

Euch allen ein frohes Weihnachtsfest wünscht Euch euer
Spaceman  

Online Schillrich

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Re: roter Planet Mars
« Antwort #49 am: 23. Dezember 2007, 05:57:55 »
Guten Morgen Spaceman

zum Artikel:
Die Links zu den Nachrichtenmeldungen kann leider nicht der Autor einfügen, sondern nur ein Admin. Ich hatte schon eine Mail mit dem Link geschickt. Der Link sollte also bald passen ... nur hilft es dir dann nicht mehr ;).

zum Einschlag:
Aus meiner Sicht könnten die beiden Orbiter (MRO und Mars Express) mehr bei einem Einschlag beobachten. Nur die beiden sind ja in der Lage die globalen Auswirkungen zu erkennen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Tags: Mars planet