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Autor Thema: Historisch-Technisches Museum Peenemünde  (Gelesen 10166 mal)

Offline MX87

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Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« am: 13. November 2009, 09:15:41 »
In Peenemünde gibt es Bestrebungen den Prüfstand 7 wieder aufzubauen und als Museum und Denkmal zu nutzen. Dafür soll parallel als Ergänzung zum bereits bekannten Informationszentrum ein neues Technikmuseum Peenemünde gegründet werden.

Infos zu dem Projekt:
http://www.technikmuseumpeenemuende.de/index.php?id=23
http://www.weltraumladen.de/downloads/ostseezeitung090417.pdf

Was haltet ihr davon?
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Online fl67

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #1 am: 13. November 2009, 21:44:28 »
In Peenemünde gibt es Bestrebungen den Prüfstand 7 wieder aufzubauen und als Museum und Denkmal zu nutzen. Dafür soll parallel als Ergänzung zum bereits bekannten Informationszentrum ein neues Technikmuseum Peenemünde gegründet werden.

Infos zu dem Projekt:
http://www.technikmuseumpeenemuende.de/index.php?id=23
http://www.weltraumladen.de/downloads/ostseezeitung090417.pdf

Was haltet ihr davon?


Ich finde man sollte Prüfstand 7 so lassen wie er jetzt ist, und ihn der Öffentlichkeit zugänglich machen - am besten in geführten Gruppen.

Frank

Spaceman

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #2 am: 13. November 2009, 22:53:20 »
Ich finde den Wiederaufbau besser.
Dazu kann ich folgendes erzählen:

Ursprünglich wurde die Entwicklung dieser Technik
in Kummersdorf begonnen.Jedoch wurde das
Areal hier zu klein und man brauchte ein neues Gelände.
Das Ergebnis der Suche war Penemünde.

In Kummersdorf ist von all dem leider nichts mehr zu sehen.

Einer unserer Taxifahrer (fast Rentner) erzählte mir folgendes:
Von seinem Eltern hatte er erfahren,das damals
Werner von Braun eine Nacht bei seinen Eltern übernächtigte.
Er hätte in der kürze der Zeit kein Hotel gefunden.

Das habe ich von ihm nur erfahren,weil ich ihm von meinem Hobby erzählte.

Aber den Gedanken einer geführten Besichtigung finde ich gut.

Online fl67

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #3 am: 14. November 2009, 05:38:10 »
In Kummersdorf ist von all dem leider nichts mehr zu sehen.

Die alten Teststände in Kummersdorf sind noch ganz gut erhalten.
Es gibt dort ein kleines Museum, und man kann die Teststände bei einer Führung besichtigen.


Teststand PR1, genannt "der Große"


Teststand P2, wo Wernher von Braun für seine Doktorarbeit forschte


Abgasgraben von P2

Diese Raketenteststände waren die ersten dieser Größe in der Welt, und die letzten aus der Zeit, die noch erhalten sind.
Das wären eigentlich Kandidaten für das UNESCO Weltkulturerbe.

Frank

Offline KSC

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #4 am: 14. November 2009, 09:12:15 »
Weltkulturerbe?
Hmm, man darf bei aller Begeisterung nicht vergessen dass sowohl in Kummersdorf als auch in Peenemünde primär an zerstörerischem und tödlichem Kriegsgerät geforscht und getestet wurde.
Ich halte die Relikte auch für erhaltenswert, aber sicher nicht als Weltkulturerbe.

Danke übrigens für die Bilder.

Gruß,
KSC

Offline MX87

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #5 am: 14. November 2009, 14:41:53 »
Ich hätte gegen einen Wiederaufbau prinzipiell nichts. Allerdings muss auch die dunklere Seite des Raketenprogramms beleuchtet werden, nämlich die militärischen Gründe für die Entwicklung und die Zwangsarbeit bei der Produktion. Allerdings darf dies auch nicht zu sehr ausarten. Sinnvoll wäre eine gute Balance zwischen Beidem. Das bereits bestehende Informationszentrum ist ein gutes Beispiel für eine solche Balance.
Man kann sowohl den technischen Quantensprüngen die damals gemacht wurden einen Respekt erweisen, aber auch den dunklen Hintergründen gedenken.

Ein Wiederaufbau und die Einrichtung eines richtigen Museumskomplex in Peenemünde wäre auch für die ganze Region vorteilhaft. Es würde Touristen aus der ganzen Welt anlocken...
Soweit ich weis ist die Region wirtschaftlich nicht sonderlich stark und in der Vergangenheit des Ortes liegt eine Menge Potential für touristische Zwecke.
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Online fl67

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #6 am: 06. Januar 2010, 21:25:27 »
Zitat
Vortrag zu dem Thema:

Peenemünde – ein deutsches Erbe
Soll die Wiege der Raumfahrt im Ostseesand versinken?


Referenten: Dipl.Ing.(FH) Matthias Brauer, Projektleiter und Initiator
Dipl.Ing. Joachim Reuter, Projektleiter Projektgruppe Technikmuseum Peenemünde

Datum: 27.01.2010, 18.00 Uhr

Ort: Technoseum Mannheim (vormals Landesmuseum für Technik und Arbeit)

Auditorium, Museumstr. 1, Mannheim
Eintritt frei, Gäste willkommen.
Quelle: http://www.technikmuseumpeenemuende.de/index.php?id=23

Frank

websquid

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #7 am: 11. Januar 2010, 15:48:36 »
Moin
Man kann aber wohl davon ausgehen, dass die Raketenprogramme den Krieg beschleunigt haben, da enorme Summen für militärisch ineffiziente Technik ausgegeben wurden. Hätte man in normale Militärtechnik investiert, wäre das DR wohl einiges stärker gewesen. Darum hat zum Beispiel Oberth gegen das V2 Programm Stimmung gemacht:Es war militärisch ineffizient. Große Raketen bringen nur mit sehr großer Zerstörungskraft aka Atomwaffen wirklich etwas im mil Einsatz
mfg websquid

Offline Schillrich

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #8 am: 11. Januar 2010, 17:50:48 »
Das ist wohl war. Es gab ja einen langen Streit um Sonderstufen (quasi Prioritätsstufen) bei der Stahlzuteilung. Das hat den anderen Zweigen, v.a. Panzerbau, gefehlt. Bei Elektronik und Feinmechanik stand die V2 in Konkurrenz zum Flugzeugbau und hat ebenfalls wichtige Ressourcen gebunden.

Ganz kühl betrachtet, war es eine absolute Fehlinvestition.
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Online fl67

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #9 am: 12. Januar 2010, 13:23:41 »
Ganz kühl betrachtet, war es eine absolute Fehlinvestition.

Winston Churchill soll mal gesagt haben, wenn die V2 ein halbes Jahr früher fertig geworden wäre, hätte Deutschland den Krieg gewinnen können ....   ???


Offline Schillrich

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #10 am: 12. Januar 2010, 14:08:56 »
Ehrlich gesagt, das ist Quatsch (aus meiner Sicht). Die Alliierten sind jeden Tag mit vielen hundert und auch mit mehr als 1000 Bombern nach Deutschland eingeflogen und haben "leidlich" zielgenau Städte zerstört. Deutschland hat 10-20 V2 an "einem guten" Tag starten können, das waren noch nicht mal Nadelstiche. Bei der Zielgenauigkeit und der begrenzten Reichweite war die Wirkung auf England (und später das kontinentale Westeuropa) vernachlässigbar, abgesehen von der psychologischen Wirkung einer Terrorwaffe, gegen die man sich nicht wehren konnte. Nur, gegen die Bomberflotte konnten sich die Deutschen auch nicht effektiv wehren.
Selbst in den kühnsten Planungen wären (wenn ich mich Recht an die Quelle erinnere) höchstens 200 Raketen am Tag gestartet worden. Auch wenn das eine Größenordnung über den tatsächlichen Starts liegt, wäre es immer noch verschwindend gering gegenüber der Luftmacht der Alliierten gewesen. Außerdem kam man nie in die Nähe solcher Einsatzmengen.

Die Rakete war ihrer Zeit voraus. Das Heer wollte sie als "strategische Artilleriekanone" einsetzen. Raketen haben ihre strategische Wirkung erst mit atomaren Gefechtsköpfen erhalten.
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Offline WvB77

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #11 am: 27. August 2014, 21:01:04 »
Gute Nachrichten! Lange Zeit war geplant, große Teile der ehemaligen Heeresversuchsstelle Peenemünde zwecks einer Renaturierung im Moor versinken zu lassen. Und das ungeachtet der historischen Bedeutung dieses Ortes, an dem zum ersten Male eine Rakete in den Weltraum vorstieß.

Es ist eine Schande, dass erst die Munitionsbelastung das Projekt stoppen konnte. Hoffentlich ist das ein für alle Male vom Tisch.


Zitat
Wegen der hohen Munitionsbelastung hatte das Bergamt Stralsund Anfang 2011 das Umweltprojekt aber gestoppt. Die Nationalsozialisten hatten beim Bau der Raketenschmiede in Peenemünde rund 450.000 Kubikmeter Sand und Erde für einen Flugplatz aufgeschüttet. Diese Aufschüttung sollte wieder abgetragen werden.

http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Nord-Stream-Pipeline-Die-Peene-profitiert,nordstream130.html

Offline Schillrich

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #12 am: 27. August 2014, 21:53:33 »
Thema hierher verschoben und umbenannt.
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Offline WvB77

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #13 am: 29. August 2014, 22:23:57 »
Schönen Abend,
alle die sich für die Deutsche Raketenforschung im Dritten Reich interessieren sollten mit der folgenden Datei ihre Freude haben. Sie enthält die Ortsangaben der bedeutendsten Bauwerke der HVA Peenemünde für Google Earth. Danke an der Ersteller!

http://www.urlaubs-insel-usedom.de/rundflug/steinbock_peenemuende_erprobungsstellen.kmz


Folgende Seite liefert noch viele gute Informationen und Bilder:

http://www.vergessener-beton.de/kriegsschauplaetze/deutschland/80-peenemuende/165-pruefstand-vii-heeresversuchsanstalt-peenemuende-2011.html


WvB77

Offline tomtom

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #14 am: 13. Oktober 2016, 23:51:47 »
Die Nichte von Wernher von Braun besuchte die ehemalige Heeresversuchsanstalt in Kummersdorf.

Die Zukunft des Geländes ist ungewiss, der Besitzer möchte dort lieber einen Windpark und Solarzellen errichten.

http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Die-Wiege-der-Raumfahrt

Online fl67

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Re: Historisch-Technisches Museum Peenemünde
« Antwort #15 am: 14. Oktober 2016, 09:46:45 »
Die Nichte von Wernher von Braun besuchte die ehemalige Heeresversuchsanstalt in Kummersdorf.
Kummersdorf ist nicht Peenemünde...   (falscher Thread  ;))

Kummersdorf ist ein riesiges Gelände, u.a. mit dem ehemals sowjetischen Flugplatz Sperenberg.  Da ist genug Platz für einen Windpark oder Solarzellen, auch ohne die alten Raketenprüfstände zu stören.
(die könnten wir eigentlich beim nächsten Raumcom-Treff 2017 besuchen - ist nicht weit von Potsdam.  Und wie man in dem Artikel sieht, ist auch nach 80 Jahren noch recht viel erhalten.)



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