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Raumcon
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Autor Thema: Planet Merkur  (Gelesen 76518 mal)

Offline blackman

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Re: Planet Merkur
« Antwort #100 am: 07. April 2015, 13:15:21 »
Ah super danke dir! Das war die Info die mich interessierte. Es wird also die Bahn nur verschoben und an den Merkur gelenkt. Das ergibt Sinn. :)

Offline Matjes

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Re: Planet Merkur
« Antwort #101 am: 09. April 2015, 21:59:17 »
Mist

die Frage habe ich zu spät gesehen.
Also: wieso sinkt Messenger ab.

Kein Energieverlust durch Reibung. Merkur hat keine Athmosphäre.
Aber es gibt eine weitere Erhaltungsgrösse. Diesmal sogar eine Strenge.
Erhalt des Drehimpuls. Obwohl der Gesamtdrehimpuls erhalten bleibt
sinkt Messenger ab. Wie soll denn das gehen?

Lösungsvorschlag: das Drei-Körper-Problem
Im Gegensatz zu Trajektorien von 2 Körpern (geschlossene Kepler-Bahnen)
sind Bahnen eines Drei-Körper-System nicht stabil. Lernt jeder Physik-Student.

Merkur, Messenger und Sonne

Durch den Einfluss der Sonne verbiegt sich die hochelliptische Bahn von
Messenger derart, dass das PeriMerkur (der Merkurnächste Punkt des Orbit
von Messenger) näher an Merkur rückt und das ApoMerkur (der Merkurfernste
Punkt des Orbit von Messenger) sich weiter von Merkur entfernt.

Ein ähnliches Problem gibt es bei Mondorbits - Mond, Orbiter und Erde.
Mondorbit geht nur treibstoffintensiv. Daher nur kurzfristig.

Messenger wird einen Merkurberg berühren und dabei schnell sein.

Matjes



Offline DF2MZ

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Re: Planet Merkur
« Antwort #102 am: 09. April 2015, 23:26:34 »
Lösungsvorschlag: das Drei-Körper-Problem
Im Gegensatz zu Trajektorien von 2 Körpern (geschlossene Kepler-Bahnen)
sind Bahnen eines Drei-Körper-System nicht stabil. Lernt jeder Physik-Student.

Da hat wohl einer in der Vorlesung für Klassische Mechanik nicht so ganz genau aufgepasst.
Drei-Körper Bahnen können durchaus stabil sein und sind es meist auch, bis auf wenige Spezialfälle. Was sie von Zwei-Körper-Bahnen unterscheidet ist, dass sie in der Regel nicht geschlossen berechnet werden können, bis auf Spezialfälle. In der Regel müssen Drei-Körper-Bahnen numerisch integriert werden, das geht aber mit beliebiger Genauigkeit.
Zurück zum Drei-Körper-Problem Messenger-Merkur-Sonne: Messenger wird auf dem Merkur einschlagen, nicht weil seine Bahn nicht stabil wäre, sie ist stabil aber leider wird sie demnächst die Merkuroberfläche schneiden.
Man sollte da nicht die Begriffe verwechseln: Der Orbit des Messenger um Merkur muss ständig korrigiert werden, damit die stabile 3-Körper-Bahn nicht zur Kollision mit der Merkuroberfläche führt. Die numerische Stabilität des Drei-Körper-Problems ist hier sogar eine der Voraussetzungen, dass dies gelungen ist solange die Sonde Treibstoff hatte.
Im Übrigen ist auch der Merkur-Sonne-Orbit, obwohl 2-Körper, wegen der relativistischen Periheldrehung keine geschlossene Keplerbahn. Das lernt aber zugegebenenermassen nicht mehr jeder Physikstudent, sondern nur der der sich die entsprechende Spezialvorlesung antut.

Gruß
Edgar

Offline blackman

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Re: Planet Merkur
« Antwort #103 am: 10. April 2015, 11:28:59 »
Ich habe das Problem inzwischen schon verstanden. Danke Euch beiden! Mit ein bisschen Kerbal Space Programm lässt sich das Problem veranschaulichen. :)

Offline Schillrich

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Re: Planet Merkur
« Antwort #104 am: 13. April 2015, 08:28:50 »
Mit ein bisschen Kerbal Space Programm lässt sich das Problem veranschaulichen. :)

KSP berechnet aber keine Mehrkörperprobleme und kann so das Problem auch nicht veranschaulichen ;) (denn wie oben gesagt, die lassen sich meist nicht geschlossen lösen). In KSP wird, je nach aktueller "Sphere of Influence" (SOI), das passende 2-Körperproblem zwischen Satellit und dem gerade dominierenden Körper gewählt. Alle anderen werden ignoriert. Mit "patched conics" setzt KSP dann solche 2-Körper-Trajektorien durch mehrere "Spheres of Influence" zusammen.

Z.B. Orbit um Kerbin (SOI Kerbin )--> Tranfer zum Mun (SOI Kerbin) --> Mun-Flyby (SOI Mun) --> Transfer zum Minmus (SOI Kerbin) --> Orbit um Minmus (SOI Minmus).
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline blackman

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Re: Planet Merkur
« Antwort #105 am: 13. April 2015, 08:44:59 »
Das stimmt schon aber ich weiß wie sich die Bahnen verändern können ohne das die Raumsonde an Energie verliert. Die Bahn wird nur gedrückt (laienhaft ausgedrückt verschoben)

Offline Schillrich

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Re: Planet Merkur
« Antwort #106 am: 13. April 2015, 11:07:15 »
Wohl wahr. Orbitmanöver erlernt man hier spielerisch :).
\\   //    Grüße
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Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #107 am: 16. April 2015, 09:46:00 »
Heute findet um 19.00 h MESZ die Pressekonferenz der NASA über die zu Ende gehende Messenger-Mission statt. http://www.nasa.gov/nasatv
 
Es sind auch wieder schöne Bilder von Merkur veröffentlicht worden. Diese Bilderserie zeigt den Hokusai-Krater mit den Zentralbergen. Der Krater hat einen Durchmesser von 114 km.

Für maximale Auflösung wieder den Link anklicken: http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046452.jpg

Weil in dem Post #92 die Graphik verschwunden ist, hier diese nochmal zur Ansicht:

http://messenger.jhuapl.edu/the_mission/final.html

Gruß Lumpi
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Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #108 am: 17. April 2015, 11:05:29 »
Die Erkenntnisse der höchst erfolgreichen Messenger-Mission haben Merkur zu einem sehr interessanten Forschungsobjekt für künftige Missionen gemacht. An erster Stelle sei hier das Vorhandensein von Eis in den ständig im Schatten liegenden Kratern der Polregionen genannt.
Am 24. April erfolgt mit dem letzten Tropfen Treibstoff ein allerletztes Korrekturmanöver, bevor die Messenger-Sonde den Kampf gegen die Schwerkraft Merkurs verliert und am 30. April mit ca. 14.000 km/h unsanft auf der Oberfläche aufschlägt.

Perspektivische Ansicht vom Zentrum der Carnegie Rupes genannten tektonischen Landschaftsformation. blau = niederes Gelände; rot = höheres Gelände

Für volle Größe (6,1 MB) Link klicken! http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046448.png


Reliefkarte Merkurs: niedrigste Regionen = lila; höchste Regionen = rot; maximaler Höhenunterschied = 10 km (!)

Für volle Größe (53,1 MB!!!) Link klicken! http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046450.png
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Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #109 am: 17. April 2015, 11:39:07 »
Noch zwei Zugaben, weil unser kleinster Planet hier im Forum ein trauriges Schattendasein fristet.  :'(
Neue Bilder gibt es erst in ein paar Jahre von BepiColombo...


Für volle Größe (10,4 MB) Link klicken! http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046444.png

Die Krater von links nach rechts: Munch (d=61 km), Sander (d=52 km), Poe (d=81 km)

Für volle Größe (4,35 MB) Link klicken! http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046446.png

Gruß Lumpi
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Offline Gertrud

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Re: Planet Merkur
« Antwort #110 am: 17. April 2015, 20:18:44 »
Hallo Zusammen,

Die Gravitationsanomalie von Merkur
die Aufnahme zeigt in einem Mosaik eine Analyse der Radio Tracking Daten von den Gravitationsfeldern auf Merkur. Das Mosaik wurde mit den Bildern des Mercury Dual Imaging System erstellt und ein Modell mit dem Stereo-photoclinometry beleuchtet. Die Gravitationsanomalie ist in Rottönen dargestellt. Das Calorisbecken in der Mitte und rechts die  Region Sobkou zeigen die  Massenkonzentrationen.Solche große  Gravitationsanomalien ist eine Signatur der Untergrundstruktur und der  Evolution. In dieser Ansicht ist der Nordpol in der Nähe der Spitze in dem  sonnenbeschienenen Bereich.

Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19285


Die Exosphäre aus Kalzium von Merkur
die hier gezeigte Grafik ist mehr als nur eine künstlerische Darstellung. Sie ist das Ergebnis eines detaillierten Modells,  dem eine mehr als vier Jahre Beobachtung mit dem Instrument  Mercury Atmospheric and Surface Composition Spectrometer (MASCS)  zu Grunde liegt. Dieses Bild zeigt die Kalzium- Exosphäre im Bereich der Morgendämmerung in der  Hemisphäre des Planeten.
 
Credit:NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington
 http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19284

Hallo @Lumpi,
hier im Thread ist wirklich nicht sehr viel von Merkur enthalten.
Sehr viel mehr ist im Thread von der Raumsonde Messenger nachzulesen. :)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #111 am: 24. April 2015, 17:26:12 »
Merkurs beste Abendsichtbarkeit des Jahres!

In den kommenden Tagen kann Merkur bei klarem Himmel gut beobachtet werden. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang wird er am Westhorizont sichtbar, geht dann aber schnell gegen 22.30 h MESZ unter. Am 02. Mai ist Merkur im Fernrohr als "Halbmerkur" zu sehen.
http://www.astronews.com/news/artikel/2015/04/1504-028.shtml


Westlicher Abendhimmel am 01. Mai 2015 Bild: Stellarium / astronews.com
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Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #112 am: 25. April 2015, 06:38:51 »
Gestern fand das das letzte Bahnkorrekturmannöver Messengers statt. Dabei wurde der Orbit der Sonde von ca. 8 km auf etwa 19 km angehoben.
Dieses Bild hier hat Messenger am 23. April aufgenommen. Es hat eine Auflösung von 1,1 m/ Pixel, der Bildausschnitt zeigt eine Fläche von ca. 560m x 560 m. Damit ist es ein Bild mit einer der höchsten Auflösung, welches jemals von der Merkuroberfläche gemacht wurde.


Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington
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Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #113 am: 27. April 2015, 23:40:46 »
Viele Bilder wird es von Messenger nicht mehr geben. Hier ist noch eins vom 25. April. Zu sehen ist der südliche Rand im Inneren des Chong Chol- Kraters. Die Auflösung beträgt 2,1 m/ Pixel, die Abmessung ist ca. 2,1 x 2,1 km. Weiterführende Angaben zur Aufnahme gibt es hier.


Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington
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Offline Gertrud

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Re: Planet Merkur
« Antwort #114 am: 03. Mai 2015, 12:28:45 »
Hallo Zusammen,

ein Überblick der Region, in der ein neuer Krater durch den Absturz von Messenger auf Merkur entstanden ist. Messenger sollte mit 3,91  Kilometer pro Sekunde einschlagen. Der daraus erfolgte Krater könnte einen Durchmesser von 16 Meter bilden. Im linken unteren Bereich des Bildes ist das große, mit  400 Kilometer  im Durchmesser Einschlagbecken Shakespeare  zu sehen. Die glatten Ebenen von Shakespeare könnten in der Vergangenheit durch Lava aufgefüllt worden sein. Vermutlich wird die Sonde Messenger nach bisherigen Schätzungen in einem Grat leicht nordöstlich von Shakespeare einschlagen.
Eine Aufnahme des Mercury Dual Imaging System (MDIS) und Mercury Laser Altimeter (MLA). 
Latitude: von 49 ° -59 ° N Längenbereich: 204 ° -217 ° E.
Topografie: um den Faktor 5,5 erhöht.
Farben: von  der Topographie codiert. Die höchsten Bereiche werden in rot dargestellt und sind in etwa 3 km höher als die  niedrig gelegenen Gebiete, welche wie die Böden von den Einschlagkratern blau gefärbt sind.
Maßstab: der große Krater auf der linken Seite des Bildes ist Janacek, er hat einen Durchmesser von 48 Kilometer.
 
Kredit: NASA / Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory / Carnegie Institution of Washington
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19444

Einschlagbecken Shakespeare
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA15388

Diese Grafiken zeigen die aktuelle beste Vorhersage auf den Ort und Zeit, an dem der Aufprall von MESSENGER auf der Oberfläche von Merkur am 30.04.2015 erfolgen sollte.
Diese aktuelle beste Schätzungen sind:
Datum: 30. April 2015
Zeit: 15.26.02 EDT (UTC 19.26.02)
Latitude: 54.4 ° N
Länge: 210,1 ° E
Messenger sollte mit 3,91  Kilometer pro Sekunde einschlagen. Der daraus erfolgte Krater könnte einen Durchmesser von 16 Meter bilden.

Kredit: NASA / Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory / Carnegie Institution of Washington
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19443

Das Erstes und letztes Bild
Am 18.03.2011 umkreiste Messenger als erste Raumschiff den Merkur. Elf Tage später nahm Messenger aus der Umlaufbahn das linke Bild auf. Aus der ursprünglich ein Jahres Mission wurden mehr als vier Jahre. In dieser Zeit nahm die Sonde 277.447 Aufnahmen von Merkur auf. In den letzten Tagen vor dem Aufprall planen die Wissenschaftler noch weitere,  ca. 500 Bilder von Messenger auf der  Erde zu empfangen.
Linke Bild: Center Latitude: -53,3 °
Linke Bild:  Center Längengrad: 13.0 ° E
linke Bildauflösung: 2,7 km / Pixel
Linke Bildskalierung: Der Strahlen- Krater Debussy hat einen Durchmesser von 80 km.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA13471

Das rechte Bild wurde am  30. April 2015 aufgenommen.
Rechtes Bild: Center Latitude: 72.0 °
Rechtes Bild : Center Longitude: 223,8 ° E
Rechte Bildauflösung: 2,1 Meter / Pixel
Rechte Bildskalierung: Dieses Bild ist etwa 1 km in der Breite.
Bild-Kredit: NASA / Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory / Carnegie Institution of Washington
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19449

Ein Teil des Jokai Krater
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA15587


Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline Gertrud

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Re: Planet Merkur
« Antwort #115 am: 08. März 2016, 18:20:43 »
Hallo Zusammen,

Merkurs mysteriöse "Dunkelheit" geklärt.

Die Wissenschaftler rätselten schon lange, was die Oberfläche von Merkur so dunkel macht. Der innerste Planet  reflektiert viel weniger Sonnenlicht als der Mond, dessen  Dunkelheit der Oberfläche durch die Fülle von eisenreichen Mineralien reguliert wird. Nur befinden sich diese Mineralien sehr selten auf der Oberfläche von Merkur. Vor einem Jahr vermuteten die Wissenschaftler, das die Dunkelheit von Merkur auf die allmähliche Ansammlung von Kohlenstoff durch die Auswirkungen von den Kometen kommen könnte.
Jetzt konnten die  Wissenschaftler anhand der Daten der Messenger -Mission die große Menge von Kohlenstoff auf der Merkur Oberfläche bestätigen. Allerdings konnten sie feststellen, dass der Kohlenstoff nicht von den Kometen erzeugt wurde, sondern wahrscheinlich den Ursprung tief unter der Oberfläche von Merkur hat. Der Kohlenstoff befand sich wahrscheinlich früher in der alten, inzwischen versunkenen graphitreichen Kruste, die später durch die Einschläge wieder an die aktuelle Oberfläche befördert wurde.
Der junge Merkur war vermutlich so heiß, dass es einen globalen "Ozean" aus geschmolzenem Magma gab. Aus Laborversuchen konnten die Wissenschaftler ermitteln, dass sich bei der Abkühlung des Magmaozean die meisten Mineralien verfestigten und sanken. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist dabei Graphit. Es schwebte durch den Auftrieb nach oben und bildete die ursprüngliche Kruste des Merkur. Dieses Ergebnis legt nahe, dass der reichlich vorhandene Kohlenstoff heute auf der Oberfläche in den vulkanischen Gesteine ​​und Impaktejekta  gemischte Reste von Merkurs ursprünglichen alten Kruste zu sehen ist.

MESSENGER lieferte statistisch belastbare Daten über viele Bahnen, die die Sonde etwa bei 100 km über der Oberfläche von Merkur im letzten Betriebsjahr zurücklegte. Die Menge an Kohlenstoff war erforderlich, um die Neutronenmessungen mit anderen MESSENGER Datensätze zu kombinieren, einschließlich Röntgenmessungen und Reflexionsspektren. Zusammen zeigen die Daten, dass die Felsen auf der Oberfläche von Merkur mit viel höheren graphitischen Kohlenstoff hergestellt sind als auf anderen Planeten. Graphit hat die beste Anpassung bei den sichtbaren Wellenlängen der Reflexionsspektren und die zu erwartenden Bedingungen, die das Material erzeugt. Die wiederholten Neutron Spectrometer Messungen zeigten höhere Mengen an niederenergetischen Neutronen, das befand sich im Einklang mit dem Vorhandensein von erhöhten Kohlenstoff, bei dem Überflug über die Konzentrationen des dunkelsten Material.
Darüber hinaus bestätigen die  Neutronen und Röntgenstrahlen, dass das dunkle Material nicht mit Eisen angereichert ist, im Gegensatz zum Mond, wo die eisenreiche Mineralien die Oberfläche verdunkeln.
 
Diese schräge Bild von Basho zeigt den unverwechselbaren dunklen Halo, die den Krater umgibt. Der Halo besteht aus Low Reflectance Material(LRM), das bei der Bildung des Krater  aus der Tiefe ausgegraben wurde. Basho ist auch bekannt für seinen hellen Strahlen- Krater, der den Krater leicht sichtbar macht. 
Die Aufnahme habe ich von dem Format PNG in JPEG umgewandelt.
Kredit: NASA / Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory / Carnegie Institution of Washington
http://messenger.jhuapl.edu/gallery/sciencePhotos/image.php?page=73&gallery_id=2&image_id=865

Quelle:
https://carnegiescience.edu/node/2001

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Offline Gertrud

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Re: Planet Merkur
« Antwort #116 am: 08. Mai 2016, 22:42:00 »
Hallo Zusammen,

Erste  topographische Karte von Merkur

Die hochgeauflöste Karte bietet die erste umfassende Übersicht über gesamte Oberfläche des Merkur, mit den Kratern, Vulkane und tektonischen Formen. Die Karte vereint Beobachtungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der Raumsonde MESSENGER aus dem Orbit um Merkur. Die Wissenschaftler benutzten die Daten von MESSENGER um eine sehr detaillierte topographische  Karte zu erstellen, es werden die Höhenunterschiede und Landschaftsformen wie bei einer topografischen Wanderkarte dargestellt. Die Karte enthält die seit 2011 gesammelten Bilder von den 4104 Umläufen der Raumsonde MESSENGER um Merkur.
Der vollständige Topographische Karte von Merkur ist mit markierten Funktionen dargestellt. Die höchste Erhebung auf dem Planeten befindet sich südlich des Äquators, und liegt etwa 4.48 Kilometer über der durchschnittliche Höhe von Merkur. Die niedrigste Erhebung befindet sich 5.38 Kilometer unter der durchschnittlichen Höhe auf dem Boden von dem Rachmaninoff Becken, in dem einige der jüngsten vulkanischen Ablagerungen auf dem Planeten vermutet werden.

"Die Produktion des digitalen Höhenmodells von Merkur ist der Schlussstein einer der bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen der MESSENGER-Mission", sagte Ralph McNutt, MESSENGER Teammitglied und der Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory Wissenschaftler.

Die  Topographie der Merkuroberfläche ist  in den Regionen der höheren Lagen braun gefärbt, gelb und rot, und  die Regionen mit niedrigeren Höhen erscheinen in blau und lila.
Kredit: http://astrogeology.usgs.gov/
Die erste topographische Karte von Merkur  wurde von der US Geological Survey, Arizona State University, Carnegie Institute of Washington, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory und der NASA veröffentlicht.


https://www.youtube.com/watch?v=MRsaHLfZxbU

Quelle:
https://www.usgs.gov/news/first-global-topographic-map-mercury-released

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Offline Gertrud

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Re: Planet Merkur
« Antwort #117 am: 12. August 2016, 20:48:28 »
Hallo Zusammen,

Die meiste vulkanische Aktivität auf Merkur stoppte vor etwa 3,5 Milliarden Jahren.

Die Wissenschaftler ermittelten durch neue Forschungen, das die große vulkanische Aktivität auf dem Planeten Merkur wahrscheinlich vor rund 3,5 Milliarden Jahren zu Ende ging. Die Forscher verwendeten dazu die Krater Größe-Frequenz-Analyse, bei der die Anzahl und Größe der Krater auf der Oberfläche des Planeten in etablierte mathematische Modelle gelegt werden, um das absolute Alter der effusive Vulkantätigkeit und die daraus resultierenden vulkanischen Ablagerungen auf dem Merkur zu berechnen.
Quellen:
https://news.ncsu.edu/2016/08/byrne-mercury/
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/2016GL069412/abstract

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Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #118 am: 04. September 2016, 11:21:18 »
Merkur in 4K Ultra HD, zusammengestellt aus den MESSENGER-Daten.


https://www.youtube.com/watch?v=OasnhfHIlgk
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AeitschTi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #119 am: 27. September 2016, 14:28:45 »
Der unglaubliche, schrumpfende Merkur ist doch noch aktiv?

Er ist klein, er ist heiß und er schrumpft. Eine neue Forschung, von der NASA finanziert, legt die Vermutung nahe, dass sich Merkur sogar heute noch zusammenzieht und damit so wie die Erde ein tektonisch aktiver Planet ist. Bilder, die von der NASA Sonde MESSENGER (MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging) gemacht wurden, zeigen bisher unentdeckte kleine Bruchstufen - klippenartige Landformen, die Stufen ähnlich sind.

Diese Bruchstufen sind klein genug, so dass die Wissenschaftler glauben, dass sie geologisch junge Strukturen sein müssen.

Die Ergebnisse dieser Forschung sind in der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht.



Image Credit: NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington/USGS/Arizona State University



Image Credit: NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington/Smithsonian Institution

Quelle: http://www.nasa.gov/feature/the-incredible-shrinking-mercury-is-active-after-all

Offline Nakova

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Re: Planet Merkur
« Antwort #120 am: 28. September 2016, 10:30:03 »
Ok!? Diese Umstand war mir bisher entgangen, find ich aber irgendwie sehr interessant. Dazu mal folgende Frage: Weshalb kühlt der Planet ab? Welche Umstände führen dazu?
Als er die Himmel bereitete, war ich da; als er einen Kreis [hebr. "chug" was zudem Kugel bedeutet] über der Fläche der Wassertiefe festsetzte ... (im 10 Jahrhunderd v.Chr. von Salomo verfasst)

AeitschTi

  • Gast
Re: Planet Merkur
« Antwort #121 am: 28. September 2016, 11:19:40 »
Ok!? Diese Umstand war mir bisher entgangen, find ich aber irgendwie sehr interessant. Dazu mal folgende Frage: Weshalb kühlt der Planet ab? Welche Umstände führen dazu?

Hierzu gibt es eine aktuelle Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20667-2016-09-28.html

Mehr kann ich auch nicht schreiben, dazu habe ich mich auch zu wenig mit dem Merkur bisher beschäftigt ((evtl. weiß man auch (noch) nicht mehr). :)

LG

Henning

Offline Nakova

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Re: Planet Merkur
« Antwort #122 am: 29. September 2016, 10:59:54 »
Könnte es sein, dass die Rotationgeschwindigkeit steigt? Den laut scinexx ist ja die Rotationperiode, welche Messenger gemessen hat, um 9 sekunden schneller als angenommen... oder vielleicht als zwar schon richtig angenommen, aber inzwischen veraltet? Vielleicht rotiert ja der teilseise, flüssige Kern (welcher wohl immerhin 70% der Planeten ausmacht) schneller und reißt sozusagen die Außenhüllen langsam aber sicher mit.
Also das mal angenommen, würde dann ja auch das volumenmäßige (nicht massenmäßige) Schrumpfen erklären.
Allerdings haut das mit der These des durchschnittlichem Abkühlen, über millarden von Jahre, dann nicht hin.
Im Gegenteil: Der Planet bzw. das Planteninnere müsste wärmer werden.
« Letzte Änderung: 30. September 2016, 09:38:23 von Nakova »
Als er die Himmel bereitete, war ich da; als er einen Kreis [hebr. "chug" was zudem Kugel bedeutet] über der Fläche der Wassertiefe festsetzte ... (im 10 Jahrhunderd v.Chr. von Salomo verfasst)

Andreas

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Re: Planet Merkur
« Antwort #123 am: 16. März 2017, 23:10:46 »
Eine Grenzerweiterung von Borealis Planitia sowie weitere neue offizielle Namen für Merkur.

https://astrogeology.usgs.gov/news/nomenclature/names-theme-and-boundary-change-approved-for-mercury

Offline Lumpi

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Re: Planet Merkur
« Antwort #124 am: 21. September 2017, 10:46:33 »
Die Nordpolregion beherbergt deutlich mehr Eis als bisher angenommen

Durch eine neue Auswertung der Messenger-Daten konnte in 3 weiteren großen sowie in zahlreichen kleinen Kratern der Nordpolregion von Merkur Eis nachgewiesen werden. Das ergab eine Studie unter Leitung von Ariel Deutsch.
Zitat
According to their estimates, these three craters could contain ice sheets that measure about 3,400 square kilometers (1313 mi²). In addition, the team also looked at the terrain surrounding these three large craters. While these areas were not as reflective as the ice sheets inside the craters, they were brighter than the Mercury’s average surface reflectance.
https://www.universetoday.com/137252/surface-ice-mercury-previously-thought-says-new-study/

Das Bild zeigt die polaren Wassereis-Ablagerungen an Merkurs Nordpol:

Credit: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington/National Astronomy and Ionosphere Center, Arecibo Observatory
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Tags: Merkur planet