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Autor Thema: Planet Saturn  (Gelesen 219806 mal)

Offline Nakova

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Re: Planet Saturn
« Antwort #50 am: 03. Mai 2008, 18:45:22 »
@Hansjürgen

Gibts diese geniale Grafik irgendwo auch noch in einer höheren Auflösung?

MfG Nakova
Als er die Himmel bereitete, war ich da; als er einen Kreis [hebr. "chug" was zudem Kugel bedeutet] über der Fläche der Wassertiefe festsetzte ... (im 10 Jahrhunderd v.Chr. von Salomo verfasst)

Offline ad_Astra

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Re: Planet Saturn
« Antwort #51 am: 05. Mai 2008, 10:25:08 »
Noch ein schönes Saturnbild von Cassini...es zeigt einen elektromagnetischen Sturm auf Saturn der mittlerweile seit 3 Monaten andauert und die Größe der Erde besitzt:

Quelle: Falls nicht anders angegeben NASA oder NASA-TV
Alle Infos zu den aktuellen Shuttle-Missionen gibts hier!

Hansjuergen

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Re: Planet Saturn
« Antwort #52 am: 05. Mai 2008, 23:56:01 »
Hallo Nakova!

Von dieser Grafik gibt es schon eine höhere Auflösung, nur für hier auf dem Thread musste ich es verkleinern. Sende mir per PN  deine Email-Adresse, und ich sende dir die Grafik per Anhang zu!

Gruß Hansjürgen

Hansjuergen

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Re: Planet Saturn
« Antwort #53 am: 08. Mai 2008, 00:05:04 »
Cassini-Infrarot-Aufnahme zeigt große Temperatur-Veränderungen in der Saturn-Atmosphäre:


Mehr darüber hier:http://www.nasa.gov/mission_pages/cassini/media/cassini-20080507.html

Hansjürgen

Hansjuergen

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Re: Planet Saturn
« Antwort #54 am: 09. Mai 2008, 09:01:31 »
Schöner Anblick auf Saturn-Mond Titan´s Atmosphäre, aufgenommen von Cassini:

« Letzte Änderung: 09. Mai 2008, 09:08:37 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

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Re: Planet Saturn
« Antwort #55 am: 14. Mai 2008, 11:50:51 »
Moin,



Das Bild aus 350.000 km von *Cassini* zeigt den von uralten Kratern übersäten Saturnmond *Rhea*. Wie die Rotation unseres Mondes ist auch Rheas Rotation an Saturn gebunden; das obige Bild zeigt Teile von Rheas Oberfläche, die immer Saturn zugewendet sind. Rheas vorauslaufende Seite ist stärker mit Kratern übersät als die rückwärtige Hälfte. *Rhea*, zweitgrößter Saturmnond, besteht hauptsächlich aus Wassereis und enthält vermutlich etwa 25 Prozent Gestein und Metall.

Jerry

Hansjuergen

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Re: Planet Saturn
« Antwort #56 am: 06. Juni 2008, 08:57:02 »
Chaos im Saturn-Ring F:

Wissenschaftler rätseln derzeit an der F-Ring-Anomalie ausgelöst durch eine Kollision oder mondähnliches Gebilde welche Astronomen aus England feststellten.
Mehr darüber hier:http://sciencenow.sciencemag.org/cgi/content/full/2008/605/2

Hansjürgen

Offline Nakova

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Re: Planet Saturn
« Antwort #57 am: 07. Juni 2008, 08:10:40 »
Na vieleicht hat etwas den Ring von unten nach oben durchbrochen und dabei Elemente mitgerissen - so sieht auf jeden Fall aus.  :-/
Als er die Himmel bereitete, war ich da; als er einen Kreis [hebr. "chug" was zudem Kugel bedeutet] über der Fläche der Wassertiefe festsetzte ... (im 10 Jahrhunderd v.Chr. von Salomo verfasst)

A1942D

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Re: Planet Saturn
« Antwort #58 am: 07. Juni 2008, 10:29:32 »
Hallo Nakova, ob es sich um eine Störung von unten nach oben oder von innen nach aussen handelt kann ich nicht beurteilen.. Aber das ist ja nicht nur die eine Stelle in dem Ring, sondern der ist auf seiner gesamten Länge (also rund um den Saturn) gestört. A.D.
 

Online Schillrich

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Re: Planet Saturn
« Antwort #59 am: 07. Juni 2008, 11:00:51 »
In der Aufnahme von AD 1942D sind deutlich ausgeprägte Wellenstrukturen im Ring zu erkennen. Die entstehen wenn sich entweder innerhalb oder außerhalb des Rings (also näher oder weiter von Saturn entfernt) Objekte bewegen. Auf dem Bild müssten die störenden Objekte demnach "unten" sein. Diese haben eine andere Umlaufgeschwindigkeit als das Material des Rings. Durch ihre Gravitation ziehen sie aber an dem Ringmaterial und "nehmen es mit" auf ihrer Bahn (beschleunigen oder bremsen es). Dadurch enstehen ein mal die Wellen, also Zonen mit Verdichtung und Ausdünnung im Ring. Gleichzeitig ändern die mitgezogenen Partikel des Rings dadurch auch ihre Umlaufbahn, was den Ring weiter verzerrt.
« Letzte Änderung: 07. Juni 2008, 11:01:43 von Schillrich »
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A1942D

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Re: Planet Saturn
« Antwort #60 am: 07. Juni 2008, 11:21:41 »
Hallo, ich darf noch ergänzen, dass die Bewegung im F-Ring nicht langsam abläuft, sondern in relativ kurzen Zeiten.
Hier 2 Bilder aus meinem Fundus, aufgenommen im Zeitabstand von 2 Stunden:

Diese Aufnahmen stammen von der Sonde Cassini.
A.D.

Offline Nakova

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Re: Planet Saturn
« Antwort #61 am: 07. Juni 2008, 12:15:35 »
Man das ist mal wieder was interessantes! :D

Zum Pic von Hansjuergen muss ich noch sagen, dass man ja auch keine Daten hat in welchem Winkel / Position dieses Gemacht wurde.
Wäre auch mal nich ganz unwichtig, find ich.

Weil - und da komme ich jetzt dann zu A1942Ds Aufnahme - ich kann die beiden Bilder irgendwie räumlich nicht zusammenfügen - es passt für micht nicht zusammen. :-/
Noch nicht...
Aber die Theorie dazu von dir - Schillrich -  gefällt mir! ;)
Und darauf möcht ich dann auch mal was fragen:
Ist die Umlaufgeschwindigkeit von den Ringen die selbe wie die Rotationsgeschwindigkeit vom Saturn?
Oder wie verhält sich das eigendlich?
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Online Schillrich

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Re: Planet Saturn
« Antwort #62 am: 07. Juni 2008, 13:13:02 »
Hallo Nakova,

das ist nicht "meine" Theorie ;) ... das habe ich aus den aktuellen Modellen zur Bildung von Planeten aus Staubscheiben um einen Stern. Grundlegend ähnlich sollte es sich bei den Ringen Saturns verhalten.

Zu deiner Frage bzgl. der Ringe:
Nein, sie rotieren nicht mit der Rotationsgeschwindigkeit Saturns, das gilt auf der Erde nur für den geostationären bei Saturn für den "saturnstationären" Orbit. Jeder Partikel der Ringe ist auf einem eigenen Orbit und hat damit die entsprechende Orbitgeschwindigkeit. Natürlich kommt es zu Störungen durch die Monde und die umgebende Masse des Rings, aber grundsätzlich ist jeder Partikel auf einem "stinknormalen" Orbit.
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H.J.Kemm

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Re: Planet Saturn
« Antwort #63 am: 07. Juni 2008, 14:15:56 »
Moin Nakova, moin Daniel,

ich wollte eigentlich zur Frage von Nakova was sagen, habe aber das noch nicht fertig - komme später damit.

Aber zu Daniels Beitrag habe ich das noch gefunden:

Die extrem geringe Dicke des Ringsystems geht auf Stöße der Partikel zurück. Jeder Brocken kreist einzeln um den Mittelpunkt des Saturn und nicht die Ringe als starres Gebilde. Daher pendelt jeder Brocken, der sich irgendwann an der Oberfläche des Ringsystems befindet, während eines Umlaufs einmal vertikal durch das Ringsystem hindurch und wieder zurück. Durch inelastische Stöße mit anderen Brocken reduziert sich diese vertikale Geschwindigkeitskomponente und damit auch die Dicke des Ringsystems. Stand in Wiki.

Wenn dem so ist, dann stellt sich mir die Frage, wieso bleiben dann die Ringe als System so schön geschlossen und bilden keine wolkenartigen Ring um *Saturn*?

Jerry

« Letzte Änderung: 07. Juni 2008, 14:18:40 von H.J.Kemm »

Offline Nakova

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Re: Planet Saturn
« Antwort #64 am: 07. Juni 2008, 14:22:45 »
Dank dir für die Antwort! Aber ich hatte mich wirklich auch unklar ausgedrückt.
(Das dieser nicht die selbe Umlaufgeschwindigkeit hat ist mir eigendlich klar gewesen ;) )
Was ich meinte war, ob ein Partikel z.B. die selbe Umdrehungszahl (um den Saturn) in den 10 Stunden und 47 Minuten wie der Saturn selbst hat. (Ich hoffe das ist so verständlicher :-/ )
so...
und wenn dies nicht der Fall sein sollte:
Wieviel schneller oder langsamer sind die Ringe dann?
Kann man dies irgendwo nachlesen?

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Online Schillrich

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Re: Planet Saturn
« Antwort #65 am: 07. Juni 2008, 14:24:01 »
Hallo Jerry,

meinst du, warum wir mehrere klar voneinander getrennte Ringe haben, anstelle eines einzigen?
Da dürften die vielen Monde Saturns eine Rolle spielen. Durch ihre Massen und Bahnen werden Bereich definiert, in denen sich Material aufhalten "darf", und Bereiche, in denen nichts sein darf. Wenn also Material aus den Ringen in so eine verbotene Zone driftet (was bestimmt vorkommt), dann bleibt es da nicht lange, sondern wird wieder "zurechtgerückt".
\\   //    Grüße
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Online Schillrich

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Re: Planet Saturn
« Antwort #66 am: 07. Juni 2008, 14:25:26 »
Zitat
Dank dir für die Antwort! Aber ich hatte mich wirklich auch unklar ausgedrückt.
(Das dieser nicht die selbe Umlaufgeschwindigkeit hat ist mir eigendlich klar gewesen ;) )
Was ich meinte war, ob ein Partikel z.B. die selbe Umdrehungszahl (um den Saturn) in den 10 Stunden und 47 Minuten wie der Saturn selbst hat. (Ich hoffe das ist so verständlicher :-/ )
so...
und wenn dies nicht der Fall sein sollte:
Wieviel schneller oder langsamer sind die Ringe dann?
Kann man dies irgendwo nachlesen?


Hallo Nakova,

schau dir doch meine Antwort 66 an: alle Partikel sind auf ihrem eigenen Orbit und bewegen sich unabhängig von Saturns Rotations, wie unsere Satelliten im Erdorbit.
« Letzte Änderung: 07. Juni 2008, 14:25:45 von Schillrich »
\\   //    Grüße
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Offline Kreuzberga

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Re: Planet Saturn
« Antwort #67 am: 07. Juni 2008, 14:39:25 »
Hallo Jerry,

ich stelle mir das in etwa so vor: Jedes kleine Objekt im Ring schwingt mit einer gewissen Frequenz senkrecht zur Orbitbahn auf und ab. Da diese Schwingungen aber zufällig verteilt sind, kommen statistisch immer genauso viele Partikel gerade von "oben", wie welche von "unten" aufsteigen wollen. Dabei stoßen sie nun gelegentlich zusammen und verringern sich gegenseitig ihre Schwingungsenergie. Gewissermaßen wird die Amplitude der vertikalen Schwingung aller Objekte immer kleiner und daher wird das ganze eben nicht zu einer Wolke, sondern zu einem hübschen, flachen Ring. Oder meintest du das gar nicht? :-?

Die Bilder mit den Wellen oben sehen mir eher nach Schockwellen aus, die durch ein größeres, kreuzendes Objekt ausgelöst wurden.
« Letzte Änderung: 07. Juni 2008, 14:41:18 von Kreuzberga »

H.J.Kemm

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Re: Planet Saturn
« Antwort #68 am: 07. Juni 2008, 15:28:41 »
Moin Timo,

zu Absatz 1: So stellt sich der Künstler das Szenario vor:

Detail F-Ring (künstl Darstellung / NASA)

zu Absatz 2: dann müssten ja ständig mehrere *vagabundierende* Objekte ausgerechnet im F-Ring vorhanden sein:


Detail F-Ring (Foto Cassini / NASA)

Im Gegensatz zur Harmonie der anderen Ringe:

Ansicht Saturn-Ringe (Foto Cassini / NASA)

Jerry


« Letzte Änderung: 07. Juni 2008, 15:30:08 von H.J.Kemm »

Offline Kreuzberga

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Re: Planet Saturn
« Antwort #69 am: 07. Juni 2008, 16:02:41 »
Zitat
#

zu Absatz 2: dann müssten ja ständig mehrere *vagabundierende* Objekte ausgerechnet im F-Ring vorhanden sein:


Ja, da haben wir den Einfluss von Prometheus und die relativ großen Brocken und moonlets im F-Ring selber, deren individuelle Bahnen einiges Chaos erzeugen können. Dennoch wird der Ring im großen und ganzen zusammengehalten und müßte sich im Laufe der Zeit immer weiter verflachen (und dabei leichter werden).

Online Schillrich

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Re: Planet Saturn
« Antwort #70 am: 07. Juni 2008, 17:36:42 »
Hallo Kreuzberga,

die Analogie mit Schockwellen eines durcheilenden Objekt ist zwar erst mal einleuchtend, kann aber aus meiner Sicht nicht Stand halten. Schockwellen entstehen in einem Fluid ja, da die lokale Störung durch ein passierendes Objekt zwischen den Molekülen "weiter gereicht" wird, da zwischen den Molekülen eines dicht gepackten Fluids jede Menge Wechselwirkungen durch Stöße möglich sind.
Eine Wolke aus kleinen Teilchen sieht zwar auch dicht aus, ist aber nicht mit der Teilchendichte  (nicht Massendichte) eines Fluids vergleichbar. Stöße sind viel seltener, da die Teilchen nicht "dicht gepackt" sind. Somit ist eine normale Schockwelle durch ein passierendes/störendes Objekt, wie wir sie aus Fluiden kennen, nicht möglich.
Den Teilchen der Wolke bleibt nur die Gravitation zwischen ihnen und einem Störkörper, und sporadische Stöße. Das Modell mit der Wellenbildung in solchen Wolken durch die Gravitation eines schweren Körper in der Nähe auf einem anderen Orbit gehört heute zur Theorie wie Planetenkeimlinge in einer Staubwolke ihre Umgebung beeinflussen. Das müsste also auch bei Saturns Ringen mit Moonlets passen.
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Offline Kreuzberga

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Re: Planet Saturn
« Antwort #71 am: 07. Juni 2008, 17:55:13 »
Hallo Daniel,

mir leuchten deine Argumente ein, allerdings Frage ich mich, ob die gravitativen Störungen alleine verantwortlich sind und genau vorstellen, wie und warum Wellen durch die Gravitation eines vorbeiziehenden Körpers entstehen, kann ich mir auch nicht.

 ;)Gravitationswellen sind es sicher nicht! ;) ;D

Wie groß ist denn die mittlere Dichte des F-Rings bzw. die Dichte innerhalb eines Raumausschnitts in dem kein großer Brocken ist? Könnte es nicht sein, dass durch viel "Feinstaub" ;) eine Art Medium vorhanden ist, dass zwar nicht die Dichte eines Fluids erreicht, aber dennoch Stöße übertragen kann?

Für mich sind da noch einige Fragen offen. Werde mich mal ein wenig einlesen die Tage.

Online Schillrich

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Re: Planet Saturn
« Antwort #72 am: 07. Juni 2008, 19:05:10 »
Die Dichteunterschiede durch die Gravitation sind einfach zu erklären:
Gehen wir davon aus das innen und außen um den Orbit eines Moonlets eine Scheibe aus homogenem Material schwebt. Durch seine Gravitation "bindet" er das nächste Material der Scheibe etwas an sich und zieht es mit. Für das innere Material bedeutet das, dass es gebremst wird. Das äußere Material wird leicht beschleunigt. Damit entstehen dann ein mal Konzentrationsunterschiede in der Scheibe, weil sich das Material nicht mehr gleichmäßig bewegt. Außerdem fällt das innen gebremste Material weiter nach innen und das außen beschleunigte Material strömt nach außen.
Damit führt so ein Körper in seiner Nachbarschaft also zu Dichteunterschieden und er räumt die Umgebung seiner Bahn frei von Staub und Dreck. Das ganze ergibt diese Wellenzüge.
« Letzte Änderung: 07. Juni 2008, 19:05:49 von Schillrich »
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Offline Kreuzberga

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Re: Planet Saturn
« Antwort #73 am: 08. Juni 2008, 18:34:43 »
Hier ein recht interessanter Artikel aus "Sterne & Weltraum" zum Thema Strukturen in Ringsystemen.

Nach der Lektüre dieses Artikels bin ich nun der Meinung, dass die oben abgebildete Störung (Anwort 60 von hansjuergen) im F-Ring eine so genannte "Dichtebugwelle" ist, ausgelöst durch mindestens ein Moonlet.

Da direkte Stöße im staubigen F-Ring (im Gegensatz zu den inneren Eisringen) kaum eine Rolle spielen, die viskose Diffusion (Siehe Artikel) also geringer ist, müßten im F-Ring derartige Störungen deutlich stabiler sein. - Wenn ich mich nicht irre! ;)

Ähem, vielleicht hätte ich den von hansjuergen verlinkten Artikel aufmerksam lesen sollen, bevor ich anfing hier rumzurätseln. Jedenfalls ist dort von mehren, zum Teil noch hypothetischen Moonlets, und dem bereits erwähnten Prometheus die Rede. Sehr interessanter Artikel btw!  [smiley=thumbsup.gif]
« Letzte Änderung: 08. Juni 2008, 18:42:17 von Kreuzberga »

Online Schillrich

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Re: Planet Saturn
« Antwort #74 am: 09. Juni 2008, 22:42:26 »
Hallo Kreuzberga,

ja, der Artikel ist wirklich sehr gut. Einigen wir uns also darauf, dass die im Artikel beschriebenen Propellerstrukturen aus Dichte- und Ausdünnungswellen dem von mir oben beschriebenen Effekt "links und rechts" eines Moonlets entsprechen? ;)
Interessant ist aber, dass in dem Artikel noch steht, dass diese Effekte im F-Ring nicht auftreten sollten, da sich dort keine Moonlets bilden/stabil halten können. Nachdem jetzt anscheinend aber genau solche Strukturen im F-Ring gefunden wurden, muss es wohl doch Moonlets in ihm geben.
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