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Autor Thema: Stern von Bethlehem  (Gelesen 8841 mal)

rolli

  • Gast
Stern von Bethlehem
« am: 24. Dezember 2006, 19:00:42 »
Vielleicht war es Jupiter, der hellstrahlend die drei Könige anzog:

Im 2. Kapitel des Matthäus-Evangeliums im Neuen Testament ist von einem Stern die Rede, der den Sterndeutern den Weg nach Bethlehem wies. Verbirgt sich hinter dieser Beschreibung ein astronomisch erklärbares Ereignis oder ist es nur eine Fiktion? Diese Frage beschäftigt Astronomen und andere schon seit vielen Jahrhunderten.

http://www.astronews.com/news/artikel/2002/12/0212-017p.html

Hm, die Bibel in einem Astro-Forum?

Ich als Atheist darf das ! Da ich in keiner Weise als befangen gelten kann, interessieren mich eben die Zusammenhänge der Religionen und der Astronomie schon...

 :o

Zippomania

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #1 am: 24. Dezember 2006, 20:47:55 »
Also erstmal es waren keine 3 Könige, sondern 3 Weise (Sterndeuter/Magier irgendwas in der Richtung). Sie waren auch nicht heilig und hatten garantiert nicht die 3 ihnen zugeschriebenen Namen. (Is ja aber auch nicht deine Frage gewesen ^^)

Hmm, ich bin bekennender Christ und glaube an die Bibel. Für mich ist eins klar: Gott, der das Universum geschaffen hat (Ich hoffe ich entbrenne hier keine Urknall vs. Schöpfung Debatte) wird nicht zwingenderweise einen Sterns oder einen Planeten gebraucht haben. Es ist nunmal ein "Wunder" (Die Wissenschaft kann die Existenz von Wundern weder beweisen noch widerlegen) Der Stern von Bethlehem "führte" die 3 Weisen genau nach Bethlehem und blieb über Bethlehem stehen. Diese Tatsache ist ja so eindeutig, dass es kein natürliches Phänomen sein kann.
Es gibt nur 2 Möglichkeiten:
1. Gott hat sich eines übernatürlichen Phänomens bedient (dürfte für ihn nicht schwer sein)
2. Der ganze Bericht von Matthäus 2 ist unwahr und deshalb sollte man den Stern nicht ernstnehmen

Ich persönlich tendiere zu Nr. 1, kann aber verstehen wenn jemand nicht daran glauben kann. Ich selbst konnte es lange Zeit auch nicht...

rolli

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #2 am: 25. Dezember 2006, 09:00:08 »
Hallo Zippomania

Na ja, ob drei Weise oder Könige oder Sterndeuter, das sind sowieso alles Symbole. Ob es so war, kann niemand beweisen.

Zitat
Diese Tatsache ist ja so eindeutig, dass es kein natürliches Phänomen sein kann.  

Tatsache?

Mein lieber Mann, da übertreibst Du aber arg stark. Wenn Du daran glaubst ist es Deine, persönliche Sache, aber sicher keine Tatsache.

Was denkst Du, wieviele natürliche Phänomene von den abergläubischen Menschen als göttliches Zeichen gewertet wurden?
Na?

Also Jupiter scheint mir eine ganz natürliche Lösung zu sein, nur den Zeitpunkt kann niemand bestimmen; steht nicht mal in der Bibel. 1,2,3 oder 5 Jahre vorher oder nachher?

Das ist aber auch egal, Hauptsache ist die Symbolik. Etwa so interessant wie die Frage: Ob unsere Zeitrechnung bei Null oder Eins anfängt...

 :D
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2006, 09:06:29 von rolli »

Zippomania

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #3 am: 25. Dezember 2006, 11:55:40 »
Hi,
also ich glaub du hast mich nicht ganz verstanden.

Mit Tatsache meine ich, dass im Bericht von Matthäus geschrieben steht, dass der Stern vor den Weisen herging und dann stehenblieb.
Ein natürliches Phänomen wie eine Supernova oder eine Planetenkonjunktion kann doch nicht über einer Stadt "stehenbleiben" (Ich denke Sterndeuter werden da schon Ahnung von gehabt haben wann sich ein Stern bewegt und wann er "stillsteht"), oder gibt es da andere Meinungen?
Deshalb denke ich, dass es etwas Übernatürliches war, wo man nicht sagen kann "es war Jupiter" oder sonstetwas...

Ich will hier jetzt keine religiöse Streitfrage entfachen, sondern nur meine Meinung sagen:
Ich denke es war ein übernatürliches Phänomen, dass Gott nutzte um die 3 Weisen zum Messias zu führen.


Zur zeitrechnung: Im Mittelalter hat irgend ein Mönch versucht das Geburtsjahr Jesu auszurechnen, aber sich um ein paar Jahre verrechnet, weil er die Regierungszeit von einem römischen Kaiser falsch datiert hat oder so...
meines Wissens nach wird in der Theologie das Geburtsjahr Jesu (und damit auch das erscheinen des Sterns) auf 6-4 v. Vhr geschätzt.
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2006, 11:59:19 von Zippomania »

rolli

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #4 am: 25. Dezember 2006, 12:34:39 »
Hi Zippo

Ok.

Dann lasst uns mal ganz praktisch und wörtlich diesen "Stern" angucken.

Um den drei Weisen oder egal wem eine bestimmte, geographische Stelle zu zeigen, müsste man ein helles Licht ca.100 bis 300 Meter über der z.B. "Krippe" installieren, um die Leute richtig zu führen.
Heute würde man das mit einem Helikopter, Ballon, Signalrakete bewirken.
Damals gabs das alles leider nicht.
Ein heller Stern oder Planet leuchtet genauso hell über ganz Ägypten, Syrien und Jerusalem, wäre also für eine Führung nach einem punktuellem Ziel völlig ungeeignet.
Darum sag ich ja: Das ist alles symbolisch gemeint, praktisch nicht durchführbar, damals.

Du denkst da scheinbar tatsächlich an ein Wunder, eben ein Licht, das die Weisen zum Ort führt; eben so 100 Meter über dem Boden.

Na ja, da sind wir halt beim Glauben angelangt... :)

Zurück zum Jupiter: Er strahlte zu dieser Zeit wahrscheinlich ziemlich hell über dem Morgenland und könnte eben rein symbolisch als "Der Stern von Bethlehem" interpetierbar sein.

Ja?  ;)

Zippomania

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #5 am: 25. Dezember 2006, 12:57:29 »
Ja, als Stern von Bethlehem hätte Jupiter schon interpretiert werden können. So wie ich das sehe, meinst du dass jemand dann den hell leuchtenden Jupiter gesehen hat und sich eine "nette" Geschichte darüber ausgedacht hat, oder wie? ^^
Weil so wie er in Matthäus beschrieben wird hätte sich Jupiter ja nicht verhalten können, oder? (Ich meine das Stillstehen bleiben)


rolli

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #6 am: 25. Dezember 2006, 14:44:27 »
Hi Zippo

Ja, wenn wir Matthäus wörtlich nehmen:

Zitat
„Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten!“ und: „Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war.“

Das ist wirklich eine schöne Geschichte, man muss sie aber nicht unbedingt wortwörtlich nehmen, oder ?

Hier noch ne andere Meinung:

http://www.manfredholl.de/svb6.htm

Daraus:

Zitat
Da im Prinzip nichts richtig zueinander passt und man, wie in der Archäologie üblich, die ganzen Ereignisse beliebig und auch gerne hin und herschiebt, um es evtl. passend zu machen, gibt es nicht wenige Bibelforscher und Theologen, die der Auffassung sind, den Stern von Bethlehm habe es nie gegeben und ist nur eine Ausschmückung der Geschichte in der Bibel, um die Bedeutung des neugeborenen Heilands herauszustreichen. Schließlich wurden wesentliche Teile der Heiligen Schrift, wie das Neue Testament und die Evangelien, erst 60 bis 100 Jahre nach den Ereignissen niedergeschrieben. Das allerdings setzt voraus, dass es einen historischen Jesus überhaupt gegeben hat!

Immerhin kann man da leicht einen zufällig leuchtenden Jupiter zum Ausschmücken einer Storie nehmen...

 8-)
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2006, 14:51:56 von rolli »

Offline Mary

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #7 am: 25. Dezember 2006, 20:38:29 »
Man darf das nicht so ganz wörtlich nehmen. (Mit dem Stehenbleiben)
Ich habe mal gehört, dass zu dieser Zeit Jupiter und Saturn einander ziemlich nahe am Himmel standen. Saturn wurde als Stern der Juden gedeutet und Jupiter als König. Das ergibt also: König der Juden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stern_von_Betlehem#Die_moderne_Konjunktionstheorie
Das halte ich für am wahrscheinlichsten. Solche Symbole waren damals sehr wichtig.

Zippomania

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #8 am: 25. Dezember 2006, 23:25:50 »
Hmm...also ich sehe keinen Grund diese Begebenheit symbolisch zu verstehen. Klar wird die Bibel nich immer wörtlich genommen, aber normalerweise wird das dem Leser dann schon deutlich gemacht (z.b. Gleichnisse -> "X gleicht einem Senfkorn"/oder die Offenbarung usw.) In dieser Begebenheit wird nirgends darauf hingewiesen dass irgendetwas nicht wörtlich zu nehmen ist und ich denke die meisten "Christen" nutzen den Satz "Das ist ja nur ein Symbol", weil sie nicht wirklich daran glauben können, aber meinen das Christentum oder die Bibel rechtfertigen zu müssen.
Warum sollte dieses Wunder Gott nicht möglich gewesen sein?

Hmm, meine Meinug kennt ihr ja schon inzwischen...  ;)

rolli

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #9 am: 26. Dezember 2006, 10:40:05 »
Hi Zippomania

na klar:

Zitat
Hmm, meine Meinug kennt ihr ja schon inzwischen...  

Die einen glauben, die anderen nicht.
Ich bin nur froh, dass dieser alte Schinken, äh die Bibel auch für Zweifler nen guten Spruch offen hat.

Thomas: "Ich glaube es nur, wenn ich es sehe."

So geht es mir, und wahrscheinlich vielen millionen anderen eigenständig denkenden Menschen auch.

 [smiley=evil.gif]


Zippomania

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #10 am: 26. Dezember 2006, 12:54:06 »
Hi
Zitat
So geht es mir, und wahrscheinlich vielen millionen anderen eigenständig denkenden Menschen auch.

Ich denke auch eigenständig.   :)
Ich weis was du meinst. Mit Religion ist schon viel Schabernak getrieben worden. Wenn ich da nur ans Mittelalter denke, an die Kreuzzüge oder die Ablassbriefe die reiner Schwindel und überhaupt nicht biblisch waren...
Leuten wurden Meinungen aufgedrückt die sich irgendein Gelehrter ausgedacht hat.
Nun, ich glaube an die Bibel. Ich glaube dass sie das ist, was sie von sich behauptet, nämlich Gottes Wort. Ich lass mir von Menschen keine Meinung aufzwingen. Ich lese die Bibel und bilde mir meine Meinung und wenn ich bei matthäus 2 vom Stern von Bethlehem lese, dann ist mir klar: Das war ein Werk Gottes.

PS:
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Joh.20,29 (Das sagt Jesus zu Thomas ^^)
Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt. Hebräer 11,6
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2006, 13:09:08 von Zippomania »

streber11

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #11 am: 26. Dezember 2006, 19:39:52 »
Wenn ich mal meinen Senf dazugeben dürfte:
1. König Herodes ließ sich den Stern von den Weisen (oder Königen oder wie auch immer) zeigen, er war also nicht auffällig

2. Ein Komet kann es nicht gewesen sein, diese waren Unglückszeichen

3.
Zitat
Ich habe mal gehört, dass zu dieser Zeit Jupiter und Saturn einander ziemlich nahe am Himmel standen. Saturn wurde als Stern der Juden gedeutet und Jupiter als König. Das ergibt also: König der Juden.  

Ich halte diese These für am Wahrscheinlichsten. Sie standen zu dieser Zeit innerhalb eines  Jahres drei mal beieinander. Und zwar am 6. Okrober, am 1.Dezember und am 27.Mai (um 7 vor Christus)
Das erste mal machten sie sich auf den Weg
Das zweite mal führte sie nach Jerusalem
Das dritte mal nach Bethlehem

Außerdem empfehle ich euch zu diesem Thema P.M. , Heft Januar 2006

Offline Mary

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #12 am: 26. Dezember 2006, 19:59:38 »
Zitat
Hmm...also ich sehe keinen Grund diese Begebenheit symbolisch zu verstehen.

Ich weiß nicht, ob du das so verstanden hast, wie ich das meine.
Die drei Weisen beschäftigten sich ja offensichtlich mit Astronomie und Astrologie. Sonst wären ihnen ja vermutlich nicht der Stern aufgefallen bzw. sie hätten ihn nicht so gedeutet. Und in der Astrologie sind/waren solche Symbole sehr wichtig.

Obwohl ich Christ bin und wirklich an Gott glaube, halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass Gott sich bei dieser Begebenheit eines übernatürlichen Phänomens bediente. Schon allein deshalb, weil es ja das besondere an Jesus ist, dass er arm in einem Stall geboren wurde und wie ein normaler, einfacher Mensch lebte und nicht wie die weltlichen Herrscher in Saus und Braus. Wieso sollte Gott dann seine Geburt so prachtvoll und unübersehbar durch ein Wunder ankündigen? Das wäre doch irgendwie ein Widerspruch.
Aber ich will das ganze nicht in eine theologische Grundsatzdiskussion ausarten lassen.

Offline T.D.K.

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #13 am: 26. Dezember 2006, 22:41:51 »
Also ich denke mal Jupiter kanns nicht sein, da der ja auch schon damals eindeutig als Planet bekannt war, und wenn es Jupiter und Saturn zusammen waren ???
Kann ich auch nicht nachvollziehen weil eben auch Saturn als Planet bekannt war (durch beobachtungen, die hatten vielleich nicht das wissen wie heute, aber bekloppt waren die Leute von damals bestimmt nicht), und die Konstellation war ja auch nicht so dicht, das die beiden dann Deckungsgleich am Firmament standen.
Es muß sich also (wenn man den Berichten glauben schenken kann) um etwas anderes handeln.
Komet: nein wegen Unglücksbote,
Supernova: ja vieleicht aber bis heute haben Astronomen keinen Supanovaüberrest gefunden der dafür in Frage kommen könnte.
Also was wars? Ich denke wir werden nie eine eindeutige Antwort darauf finden.

Und wenn dieser "Stern" am Himmel stand um die 3 Weisen zu führen, dann muß er sich ja mit der Erde mitbewegt haben oder verstehe ich da was flasch.
Frage: Stand er nur früh oder abends so das er ihen den Weg deutete oder bewegte er sich Tag und Nacht an der gleiche stelle???
Wenn ja kanns ja nur ein "Geostationärer Satellit" (kann auch natürlichen Ursprung haben, eingefangener Asteroid etc.)
sein oder so, ich weiß nicht was sonst noch funktionieren könnte.

Ich denke das man das nicht so ernst nehmen darf, ist halt Glaube und da passieren schon mal merkwürdige Dinge.
Zitat
Mit Tatsache meine ich, dass im Bericht von Matthäus geschrieben steht, dass der Stern vor den Weisen herging und dann stehenblieb.
War er eigentlich Augenzeuge oder woher hat er das???

Ist eben Glaube und der benötigt bekanntlich keine Beweise :)

Gruß Thoralf

ps.
Jesus würde sich bestimmt im Grabe umdrehen wenn er wüßte was die Religion aus ihm gemacht hat :)
Und ich hoffe das "Gott" einen Internetanschluß hat und das mal ließt, damit er diese Geschichte mal richtigstellen kann!
Er kann auch mal auf ein Bier vorbeikommen :), aber er läßt sich seit Ewigkeiten nicht blicken und alle laufen ihm Trotzdem hinterher :(

Bye
Ist denn der Mond auch da wenn niemand hinsieht? ::)

Offline Mary

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #14 am: 27. Dezember 2006, 16:20:06 »
Man muss auf jeden Fall bedenken, dass die Evangelien erst Jahre nach Jesu Tod geschrieben wurden. Außerdem versuchten die Evangelisten, die Geschichte so aufzuschreiben, dass sich alle Prophezeiungen über den Messias erfüllten.



Zitat
Jesus würde sich bestimmt im Grabe umdrehen wenn er wüßte was die Religion aus ihm gemacht hat

Wenn er im Grab wäre. Aber bekanntlich ist er auferstanden (okay, daran glauben aber nicht alle)

astro112233

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #15 am: 27. Dezember 2006, 16:34:04 »
Teil 1

Quarks & Co


Der Stern von Bethlehem
Sendetermin: 23.12.2003, 21.00 Uhr, WDR (Wdh.)
Autoren: Heinz Greuling, Christian Hackenberger,
Daniel Münter und Elmar Sommer
Redaktion: Ingo Knopf

Nach der Weihnachtsgeschichte wurde Jesu Geburt durch ein himmlisches Leuchten angekündigt. Aber was genau haben die weisen Männer aus Babylon gesehen? Quarks & Co beleuchtet das biblische Ereignis von verschiedenen Seiten und berichtet über Kometen, Supernovae und andere astronomische "Verdächtige".

War der Stern von Bethlehem vielleicht ein Komet? Darüber streiten sich die Gelehrten bis heute. Moderator Ranga Yogeshwar berichtet, wie die kosmischen "Schneebälle" mit ihren Leuchtschweifen die Menschen früher in Angst und Schrecken versetzten und erzählt die Geschichte von der Entzauberung des Halleyschen Kometen, den die Astronomen lange für den Weihnachtsstern hielten. Neue Schweifsterne werden heute meist von Hobby-Astronomen entdeckt. Quarks & Co geht mit einem der erfolgreichsten auf Kometenjagd.

Im Jahre 1604 sieht der Astronom Johannes Kepler ein unbekanntes Phänomen von extremer Leuchtkraft am Himmel, das bis heute nicht mehr beobachtet werden konnte. Auch diese himmlische Erscheinung könnte der Stern von Bethlehem gewesen sein. Vermutlich war es eine Supernova, ein explodierender Stern. Doch wo sind seine Überreste? Quarks & Co blickt auf die zahlreichen Sternengräber in unserer Galaxie und zeigt in einer Reportage aus der Zukunft den spektakulären Tod des Beteigeuze-Sterns - ein heißer Kandidat für die nächste Sternenexplosion!

Bald ziehen sie wieder von Tür zu Tür, segnen die Häuser und sammeln für die Kinder, denen es nicht so gut geht: die Sternsinger. Die drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar. Sie sahen am Himmel den Aufgang eines neuen Sterns, machten sich auf und fanden ein Flüchtlingskind in einem Stall, tödlich bedroht von einem machthungrigen König.

Jeder glaubt ihn zu kennen, den Stern von Bethlehem, aber Quarks & Co versucht die Weihnachtsfrage zu beantworten: Was ist dran an den vielen Theorien über den Weihnachststern, dem Himmelsereignis das die Geburt Jesu ankündigte? Kann man tatsächlich astronomisch genau bestimmen - wie viele behaupten - wann Jesus geboren wurde? Was sagen Bibel, Astronomie und Historiker, was ist ernstzunehmen, was ist Stand der Forschung?

Die Geburt Jesu - die kurze Antwort    

Wann wurde Christus eigentlich geboren? Die Standardantwort aus dem Katechismus wäre: natürlich Weihnachten, zur Zeitenwende... Und die Meisten werden fortfahren: Weihnachten, das ist der 24. Dezember, Zeitenwende, also das Jahr Null. Doch an dieser Antwort stimmt so einiges nicht.

Weihnachten ist am 25. Dezember. Der 24. ist der Vorabend, der Heilige Abend. In der Antike (auch heute noch bei Juden und Muslimen) beginnt der neue Tag stets mit Sonnenuntergang, also am Vorabend des entsprechenden Tages. In der Kirche ist das auch heute noch so, auch am Weihnachtstag.

Ein Jahr Null gibt's in unserem Kalender nicht. Es gibt nur Jahre vor und Jahre nach Christi Geburt - dazwischen hat kein Jahr Null Platz. Ein Jahr Null (in unserem bürgerlichen Kalender) findet sich auch bei "ausgewiesenen" Fachleuten immer wieder, aber sie irren.

Die richtige Antwort - ganz nach dem Heiligenkalender wäre also:

Jesus wurde geboren in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember des Jahres 1 vor Christus.

Nach den jüdischen Regeln beschnitten und seinen Namen "Jesus" erhielt er eine Woche später, am 1. Januar des Jahres 1 nach Christus, und das ist unser Neujahrsfest. An diesem Tag beginnt das Neue Jahr. Und auf exakt diesen Tag legt der Mönch Dionysius Exiguus im Jahr 525 den Beginn unseres Kalenders. Seinen ersten Geburtstag feierte Jesus also am 25.12. im Jahre 1.

Das wäre die Antwort der Kirche, aus dem Katechismus. Stimmt denn nun das damals - von einem fleißigen Mönch - ausgerechnete Datum? Er hatte die ihm damals zur Verfügung stehenden Quellen gesammelt, so gut es ging. Aber wissen wir heute mehr? Was steht eigentlich genau in der Bibel über den Stern von Bethlehem?
 
Die Antwort der Bibel - die Weihnachtsgeschichte

Alle nicht "Bibelfesten" finden die Weihnachtsgeschichte im Neuen Testament beim Evangelisten Matthäus, im zweiten Kapitel. Die Theologen nennen sie "das Kindheitsevangelium".

Hier steht:

"Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben Seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um Ihm zu huldigen (Mt 2,1-2)."

Die Drei Könige aus unserem Anfang waren also weder "drei" noch waren sie "Könige" - sie waren Weise, Sternkundige aus dem Osten. Das waren - von Palästina aus gesehen - damals Babylon, Mesopotamien, ja sogar Arabien. Sie hatten "Seinen Stern" gesehen, und der wies ihnen den Weg nach Israel, ja er blieb sogar - als sie in Israel waren - über Bethlehem "stehen", wie es in der Geschichte weiter heißt. Wenn wir die Geschichte so nehmen, wie sie da steht, muss es sich also um ein wichtiges Himmelsereignis gehandelt haben - das Sternkundige veranlasste, sich auf die Reise zu machen.
 
Wir haben aber noch andere Anhaltspunkte - gleich, welches Ereignis am Himmel da nun gemeint sein kann - es ist von geschichtlich bekannten Personen die Rede: dem König Herodes, dem römischen Kaiser Augustus, Quirinus; von ihnen wissen Historiker durch andere Quellen, wann sie gelebt haben und wann sie gestorben sind. Das engt die Zeit der Geburt Jesu auf ein schmales Fenster ein - die Ereignisse drehen sich um ein Zeitfenster von nur knapp vier Jahren: zwischen etwa 7 vor Chr. bis 4 vor Chr.

Es geschah damals und geschieht auch heute noch viel Spektakuläres am Himmel. Wenn es aber nicht in dieses Zeitfenster fällt, scheidet es als mögliche Erklärung für den Weihnachtsstern aus.

Was haben die Sternkundigen aus Babylon denn nun am Himmel auftauchen sehen? Darüber streiten die Gelehrten und Theologen seit der Evangelist Matthäus die Weihnachtsgeschichte aufgeschrieben hat - und das muss so zwischen 75 und 90 nach Chr. gewesen sein. Drei mögliche, immer wieder auftauchende Theorien über diesen Weihnachtsstern wollen wir näher unter die Lupe nehmen:

1. "Sein Stern" war ein Komet

2. "Sein Stern" war eine aussergewöhnlich seltene Begegnung von Planeten am Himmel, so nah, dass sie fast zu einem Stern verschmolzen sind, kurz: eine Planetenkonjunktion.

3. "Sein Stern" war eine Supernova.

Heinz Greuling

Der Halleysche Komet

Der Halleysche Komet ist sicherlich diejenige Himmelserscheinung, die von den meisten Menschen mit dem Stern von Bethlehem in Verbindung gebracht wird. Da die Bahn und damit die periodische Wiederkehr dieses Kometen sehr gut bekannt ist, lässt sich jedoch mit Sicherheit ausschließen, dass der Komet in dem Zeitraum auf der Erde zu sehen war, den Historiker für die Geburt von Jesus ermittelt haben. Trotzdem hat dieser Komet eine interessante Geschichte.

Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts waren Kometen für die Menschen ein weitgehend unerklärtes Phänomen. Für diejenigen, die eher rational orientiert waren, galt die Interpretation, die Aristoteles schon im 4. Jahrhundert v. Chr. für das Erscheinen von Kometen gegeben hatte: Kometen seien atmosphärische Phänomene. Schlechte und giftige Gase würden der Erde entweichen, aufsteigen und sich in großer Höhe entzünden.

Weitaus verbreiteter aber war die Deutung von Kometen als schlechtes Omen oder als Zeichen für eine bevorstehende Strafe Gottes für das sündige Leben der Menschen. Im Jahr 1066 n. Chr. hatte der Komet, der später der Halleysche Komet genannt werden sollte, einen großen Auftritt. Er tauchte im Frühjahr auf - zu einer Zeit der politischen Instabilität. Harold der Zweite hatte in England den Thron bestiegen. William der Eroberer überquerte daraufhin mit seinem Heer den Ärmelkanal, um Harold herauszufordern. Harold fiel in der Schlacht von Hastings und viele Menschen sahen sich in der Deutung des Kometen als Unheilsbringer bestätigt.
 
Besonders im 16. und 17. Jahrhundert grassierte die Kometenangst - angefacht von so genannten Einblattdrucken. Auf diesen illustrierten Flugblättern wurde der Komet für Erdbeben, Dürre und Hungersnot verantwortlich gemacht. Selbst der Reformator Martin Luther - ein erklärter Gegner der Astrologie - meinte:

"Die Heiden schreiben, dass Kometen von natürlichen Ursachen kommen, aber Gott schafft keinen, der nicht sicheres Unglück anzeigen würde."

Wegbereiter der Wissenschaft
 
Den ersten großen Schritt hin zu einer wissenschaftlichen Betrachtung der Kometen machte der dänische Astronom Tycho Brahe. Er beobachtete die Bahn eines Kometen im Jahr 1577 sehr akribisch und verglich seine Messungen mit denen eines Kollegen aus Prag. Aus diesem Vergleich schloss er richtig, dass die Bahn des Kometen deutlich weiter entfernt von der Erde verlaufen musste als die des Mondes. Die Deutung als atmosphärisches Problem war damit widerlegt.

Der Durchbruch in der Kometenforschung kam aber erst mit den beiden englischen Astronomen Edmond Halley und Isaac Newton. Im Jahr 1687 veröffentliche Newton eines der wichtigsten Bücher der Wissenschaftsgeschichte: die "Principia". In diesem Buch formulierte er zum ersten Mal das Gravitationsgesetz. Dieses Naturgesetz beschreibt die gegenseitige Massenanziehung aller Körper. So konnte Newton nicht nur auf einfache Art die Bahnen der Planeten um die Sonne erklären, sondern auch die Bewegung der Kometen. Newtons Freund und Kollege Edmond Halley übernahm die Fleißarbeit. Er machte sich an die Bahnberechnung von 24 historischen Kometen. Im Laufe dieser Rechnungen merkte er, dass drei Kometen der Jahre 1531, 1607 und 1682 n. Chr. auffallend ähnliche Bahnen besaßen. Er schloss daraus, dass es sich jedes Mal um den gleichen Kometen gehandelt haben musste und er sagte die Wiederkehr des Kometen für das Jahr 1758 voraus.
 
Halley kehrt zurück  

Edmond Halley starb schon 1743 und konnte deshalb "seinen" Kometen nicht mehr erleben. Dessen Rückkehr wurde aber ein Triumph für die Wissenschaft und der endgültige Beweis für Newtons Theorie. Ein großer Kreis der gebildeten Zeitgenossen wartete gespannt auf das Erscheinen des Kometen. Überraschenderweise war es dann ein Amateur, der ihn als erster entdeckte. Der sächsische Bauer und Hobbyastronom Johann Georg Palitzsch erspähte den Halleyschen Kometen am 25. Dezember 1758. Die Kometen waren nun endgültig entzaubert. Newton und Halley hatten ihnen einen festen Platz im Spiel der Himmelskörper zugewiesen.

Daniel Münter

Planetenkonjunktion
 
 Wer in den Weihnachtstagen in ein Planetarium geht, wird ganz bestimmt diese astronomische "Version" des Sterns von Bethlehem zu sehen bekommen - und viele Details werden präsentiert, die diese Lösung stützen sollen. Der Erste, der sie vorgeschlagen hat - im Jahre 1606 - war der große deutsche Astronom Johannes Kepler. Er wusste nichts mehr vom muslimischen Astronomen Masha'allah. Der hatte schon im 8. Jahrhundert vorgeschlagen: Der Stern von Bethlehem war eine äußerst seltene dreifache Begegnung der hellen Planeten Jupiter und Saturn.

"Konjunktionen" sind selten, aber noch seltener sind enge Begegnungen, die dreimal kurz hintereinander stattfinden - die letzte Dreierbegegung zu unseren Lebzeiten fand 1980/81 statt, die nächste wird erst 2238 am Himmel zu sehen sein.

Der Stern von Bethlehem und Babylon

Im Britischen Museum in London liegen wohlbehütet drei Tontafeln mit den Nummern BM 34659, 34614 und 35429. Sie berichten von unserem Stern - einer aussergewöhnlichen Himmelsbegegnung. Was wir heute mit unserer Hochleistungsastronomie im Nachhinein berechnen können, steht dort in Keilschrift fein säuberlich aufgelistet: die drei Konjunktionen fanden am 15. März, 20 Juli und 12. November im Jahre 7 vor Christus statt, und zwar jeweils im Sternbild Fische.

Wichtig für die Astronomen damals war aber nicht die Berechnung, sondern die Deutung dieses Spektakels. Für sie waren Planeten keine Himmelskörper, sondern die Götter selbst. Für Babylon entsprach alles, was sich am Himmel abspielte, Ereignissen auf der Erde. Jupiter, dieser hellglänzende Wandelstern am Himmel, stand für den höchsten babylonischen Gott "Marduk" - er war "Der Stern" schlechthin. Saturn entsprach dem Gott "Kajmanu", einem Wandelstern, der mit dem König in Israel in Verbindung gebracht wurde. Dieser Kajmanu taucht auch in der Bibel auf. Dort heißt er aramäisch verballhornt (also in der Sprache, in der Jesus selber sprach) "Kewan" (Am 5,26) und griechisch fehlübersetzt im Neuen Testament "Romfa" in der Apostelgeschichte (Apg 7,43). Und eben dieser Saturn stand auch noch im Sternbild Fische, dem himmlischen Entsprechungsort des Landes Israel. Für die babylonischen Astronomen war es also durchaus klar: Jetzt ist in Palästina ein neuer König geboren und Babylons König sollte hingehen, um diesem neuen König zu huldigen.

Unsere Geschichte vom Ankommen der Weisen hat etwas Magisches und klingt fast wie ein Märchen. Dabei war so etwas in der Antike gar nicht so ungewöhnlich. Der römische Geschichtsschreiber Sueton, aber auch Tacitus und Dio Cassius berichten unabhängig von einem solchen Spektakel im Rom des Jahres 66 nach Christus. Nero war damals Kaiser und eine Abgesandtschaft von Magiern traf in Rom ein und überbrachte Geschenke, Grüße und Botschaften von Tiridates, dem König von Armenien.

Heinz Greuling

Weiter siehe Teil 2
« Letzte Änderung: 27. Dezember 2006, 16:42:21 von astro112233 »

astro112233

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #16 am: 27. Dezember 2006, 16:51:57 »
Teil 2 - lese bitte zuerst Teil 1 oben
 
Quarks & Co
 
Der Stern von Bethlehem
Sendetermin: 23.12.2003, 21.00 Uhr, WDR (Wdh.)
Autoren: Heinz Greuling, Christian Hackenberger,
Daniel Münter und Elmar Sommer
Redaktion: Ingo Knopf

Der Stern von Bethlehem und Johannes Kepler

In Zeiten großer persönlicher Not oder wenn die Welt aus den Fugen zu geraten scheint - dann flüchten sich viele in eine Schutzzone innerer Sicherheit und beschäftigen sich mit Dingen, die sie faszinieren. Auch dem großen Johannes Kepler erging es nicht anders. Der große deutsche Astronom trieb dann seine Privatstudien und frönte eine tiefen Leidenschaften: der Chronologie. Den Entdecker der Gesetze der Himmelsmechanik trieb die Frage um, was der Stern von Bethlehem gewesen sein könnte und wann letztlich Jesus geboren wurde.

Nach einer Zeit großer Erfolge brach für Kepler in den frühen Jahren nach dem Jahrhundertwechsel 1600 eine schlimme Zeit an. Politisch zerfielen Ordnungen, beruflich stand Widerstand an und privat brachen harte Zeiten an - alles begleitet von außergewöhnlichen Himmelsschauspielen, die das gemeine Volk sehr beunruhigten. Am 30. November 1603 sahen die Menschen eine sehr enge Konjunktion von Jupiter, Saturn und Venus - am Weihnachtsmorgen erschien im Osten gleichsam ein heller Stern. Ein Jahr später, am 10. Oktober 1604, taucht zu allem Überfluss neben der "feurigen Triangel" Jupiter, Saturn und Mars ein neuer Stern auf, eine Supernova. Hier muss Kepler zum ersten Mal die Idee gekommen sein: der Stern von Bethlehem war eine solche außergewöhnliche Planetenbegegnung am Himmel. Am 12. Oktober 1605 findet in Prag eine Sonnenfinsternis statt, um 14 Uhr 21. Das Volk ist in heller Aufregung. Und dann taucht auch noch im Herbst 1607 ein Komet im Sternbild Jungfrau auf.

Keplers Unglücksjahre beginnen. Kaiser Rudolf wird in Prag, Keplers Domizil, abgesetzt, von seinem eigenen Bruder. Soldateska zieht aus Passau über Prag her, bringt die Pocken in die Stadt, an der sein Sohn stirbt. Kepler muss schließlich - nach dem Tod seiner Frau - Prag verlassen und geht nach Linz.

In diesen bewegten Zeiten beschäftigt sich Kepler mit seinem Hauptwerk, der Astronomia Nova. Dort findet er die Planetengesetze, die heute nach ihm benannt sind: Die drei Keplerschen Gesetze der Planetenbewegung, ohne die Isaac Newton später nicht seine Gravitationstheorie hätte finden können. Und er flüchtet sich in seine geliebte Chronologie. 1606 erscheint ein Buch mit dem Untertitel "...de aetate Christi", dort vertritt er zum ersten Mal die These, Bethlehems Stern war eine Planetenkonjunktion von Jupiter und Saturn. Mit seinen neu gefunden Gesetzen rechnet er aus, wann dieses Schauspiel stattfand: im Jahr 7 vor Christus. 1613 erscheint sein deutsch geschriebenes Buch. "Widerholter Ausführlicher Teutscher Bericht/Das unser Her vnd Hailand Jesus Christus nit nuhr ein Jahr vor dem abfang unserer heutiges tags gebreuchigen Jahrzahl geboren sey"

Kepler argumentiert historisch sehr versiert und an den Quellen orientiert. Seine Bestimmung des Geburtsjahres Jesu ist orientiert an der Bestimmung, wann Herodes starb (zwischen Mondfinsternis und nachfolgendem Ostern im Jahre 4 vor Christus, so nach Flavius Josephus). Kepler bestimmt diese Daten und kommt auf den 13.3. - 11.4.4 vor Chr. Und dann berechnet er die große Konjunktion von Jupiter und Saturn zwischen 6 und 7 vor Christus - und damit das Geburtsjahr Jesu.

Heinz Greuling


Viele Grüße sendet Konrad.

rolli

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #17 am: 27. Dezember 2006, 19:31:24 »
Hallo Konrad

wow, ein richtiger Exkurs in die Möglichkeiten der Vergangenheit... :o

Zitat
Kepler argumentiert historisch sehr versiert und an den Quellen orientiert. Seine Bestimmung des Geburtsjahres Jesu ist orientiert an der Bestimmung, wann Herodes starb (zwischen Mondfinsternis und nachfolgendem Ostern im Jahre 4 vor Christus, so nach Flavius Josephus). Kepler bestimmt diese Daten und kommt auf den 13.3. - 11.4.4 vor Chr. Und dann berechnet er die große Konjunktion von Jupiter und Saturn zwischen 6 und 7 vor Christus - und damit das Geburtsjahr Jesu.
 

Dann bleiben wir mal bei Jupiter/Saturn.

Und konsequenterweise würden wir eigentlich jetzt das Jahr 2000 einläuten...

 :o

Offline roger50

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #18 am: 28. Dezember 2006, 03:04:33 »
Oder 1999?
Denn - gab es ein Jahr 0 ??
Oder kam nach dem Jahr 1 vor Christus gleich das Jahr 1 nach Christus?  :o

Grübel, grübel.....

Gruß
roger50

rolli

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #19 am: 28. Dezember 2006, 09:40:51 »
Hi roger50

"Oder kam nach dem Jahr 1 vor Christus gleich das Jahr 1 nach Christus? "

Man oh man, verfl...., verda... und Halleluja !
Da triffst Du aber wirklich des Pudels Kern !

Jetzt habe ich mindestens 5 Minauten gehirnt und weiss immer noch keine Antwort... :o

Das ist das Rätsel zum Silvester !

Wer weiss es, wer weiss es ?

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streber11

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #20 am: 28. Dezember 2006, 16:17:10 »
Auszug aus Wikipedia:

Zitat
Das Jahr Null gibt es im Christlichen Kalender und somit auch in unserer gegenwärtigen Zeitrechnung nicht.
(...) Überdies bezeichnet die Mengenangabe "Null" nicht das Vorhandensein einer Sache sondern eben gerade ihr Nichtvorhandensein. Daher ist es unüblich Dinge unter Verwendung der "Null" zu nummerieren. Ein Jahr mit der Nummer Null wäre somit also nicht vorhanden, ebenso wie es nach allgemeinem Verständnis in einem Korb mit durchnumerierten Äpfeln auch keinen Apfel mit der Nummer Null geben wird.

Deshalb gibt es in der Zeitrechnung der Historiker kein Jahr Null. Das hat zur Folge, dass zwischen dem 1. Juni 500 v. Chr. und dem 1. Juni 500 n. Chr. überraschenderweise nur 999 Jahre liegen. Dieses arithmetisch bedenkliche Ergebnis veranlasste die Astronomen des 18. Jahrhunderts zu einer eigenen, modifizierten Zeitrechnung.

Dieses Jahr existiert also in unserer Zeitrechnung NICHT!!!

Aber jetzt die Preisfrage: Gibt es vielleicht in anderen Kalendern (Bhuddistisch, Islamistisch,....) Jahre, die unserem nicht vorhandenem Jahr null ensprechen?

Norbert

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #21 am: 21. Januar 2007, 19:48:34 »
Der Stern von Bethlehem

Wer sich mit den Sternen beschäftigt, beschäftigt sich unweigerlich auch mit der Zeit. Die Zeit wird duch die immerwährende Bewegung der Planeten um die Sonne und um sich selbst, erzeugt.

Früher ist der Mensch nach den Sternen gereist, wie die 3 Weisen nach Bethlehem. Die Erde war eine Scheibe in ihrem damaligen Verständnis. Die Erde war der Mittelpunkt und alles drehte sich um sie.

Der Tag durch die Drehung der Erde, das Jahr durch die Umrundung der Erde um die Sonne.
Ob der Stern von Bethlehem eine Supernova war, kann heute nur schwerlich nachvollzogen werden. Eines steht aber fest dass der Stern vorhergesagt wurde und die Wissenschaftler der damaligen Zeit es wussten. Sie sind also nicht irgend einem Stern gefolgt sondern "dem Stern". Ja, dieser Stern ist stehn geblieben! Eine Zeit war vorbei und eine neue Zeit ist angebrochen.

Dem Menschen damals war das nicht so bewust wie uns heute.
Wir gebrauchen den Zeitbegriff vor oder nach Christi in der Erklärung von Geschichtdaten ohne uns über den Stern von Bethlehem große Gedanken zu machen.
Ja ,vieles was in der Bibel steht ist uns noch garnicht bewust.


Gruß
Norbert

Offline alswieich

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Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #22 am: 21. Januar 2007, 20:12:35 »
Zitat
... Die Zeit wird duch die immerwährende Bewegung der Planeten um die Sonne und um sich selbst, erzeugt...

Die Erde war der Mittelpunkt und alles drehte sich um sie.

Der Tag durch die Drehung der Erde, das Jahr durch die Umrundung der Erde um die Sonne.

Ob der Stern von Bethlehem eine Supernova war, kann heute nur schwerlich nachvollzogen werden. Eines steht aber fest dass der Stern vorhergesagt wurde und die Wissenschaftler der damaligen Zeit es wussten...

Ja ,vieles was in der Bibel steht ist uns noch garnicht bewust...
Na, da haust du aber einiges durcheinander und verstrickst dich in Widersprüche.


Gruß
Peter

rolli

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #23 am: 21. Januar 2007, 20:54:02 »
Lieber Norbert

Zitat
Die Zeit wird duch die immerwährende Bewegung der Planeten um die Sonne und um sich selbst, erzeugt.

Oha, ist ja geil, echt ?

Das wäre dann wirklich ein sensationeller Durchbruch in der Erklärung der Welt innsgesamt.

Vielen Dank für Deine paar Sätze. Ich denke, Du bist im falschen Forum, gell !

 [smiley=dankk2.gif]

Heribert

  • Gast
Re: Stern von Bethlehem
« Antwort #24 am: 22. Januar 2007, 14:04:56 »
Hi rolli u. a.,

Haaaaallltt, moment mal, ich denke, Norbert hat sich was unverständlich
ausgedrückt und wollte schreiben, daß die alten Babylonier so dachten.

Bei der Zeit muß man zwei Sichtweisen unterscheiden:
Im julianischen und gregorianischen Kalender gibt es kein Jahr "Null", aber sehr wohl, wenn's astronomisch/mathematisch wird. Schaltet doch mal z. B. :
Stellarium ein und versucht, ein Jahr " vor Christus " einzugeben. Dann werdet ihr sehen: Vor dem Jahr 1 n. Chr. kommt das Jahr Null, dann -1, -2, -3 usw.
Das Jahr, um das es hier geht, ist also 7 v. Chr. bzw. " -6 ".  
Die Sache mit dem Stern der Magier und die 'Jupiter/Saturn Theorie' hat der verdiente österreichische Astronom und Historiker Konradin Ferrari d'Occhieppo in seinem Buch: ' Der Stern der Weisen ', Brunnen-Verlag, genau beschrieben .
In seinen Argumenten bezieht er das eindrucksvolle Mitwirken (Stehenbleiben des Sterns) des Zodiakallichtes mit ein.
Seitdem ich auf der Emberger Alm in Kärnten (1850 m) das Zodiakallicht selbst gesehen habe, scheinen mir die Annahmen d'Occhieppos gar nicht so weit hergeholt.

Heribert

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