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Autor Thema: Exoplaneten in habitabler Zone  (Gelesen 80447 mal)

Offline Klakow

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #150 am: 05. August 2016, 00:58:42 »
Und dann Frage ich mich noch in wieweit das seine Fluchtgeschwindigkeit mitwirkt, die bekanntlich von der Masse und dem Radius bestimmt sind.
Was würde z.B. passieren wenn ein erdähnlicher Planet mit, um mal eine Zahl zu nehmen, 20% höhere Schwerkraft sich auf der Venusbahn bewegen würde?

Offline Schillrich

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #151 am: 05. August 2016, 11:17:19 »
Die neuen Ergebnisse bei Venus und ob das die habitable Zone beeinflusst ...

Ich denke nicht, dass man das so direkt und schnell miteinander verketten kann. War die Venus bisher in der habitablen Zone unserer Sonne? Hat sich jetzt die habitable Zone unserer Sonne verschoben/verkleinert?

Ich sehe diese Schlussfolgerung noch nicht. Wir wussten schon bis jetzt, dass die Venus wenig Wasser besitzt. Durch die Ergebnisse hat man nur den Mechanismus neu verstanden. Es hat sich aber kein Paradigma bzgl. Venus geändert ... und dann wohl auch nicht bzgl. der habitablen Zone.

"Habitable Zone" sagt ja auch nichts über den Wassergehalt eines konkreten Planeten (oder eine Zone) aus, sondern grundsätzlich ob Wasser dort flüssig auf der Oberfläche sein kann, wenn Wasser da wäre. Wenn jetzt mal im konkreten Fall kein Wasser da ist, ist diese Zone aber immer noch an sich habitabel. Es kann viele Gründe geben, warum ein konkreter Planet konkret trocken ist.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline Klakow

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #152 am: 05. August 2016, 12:16:50 »
Die Venus ist wohl eh zu weit innen.  Vermutlich hat es die Venus früher ziemlich übel erwischt, was vielleicht auch zu ihrer negativen Rotationsrichtung geführt hat.
Ich hoffe man bekommt irgendwann Instrumente mit denen man da zumindest ein besseres viel Bild als heute bekommt.
Vor allem ein Spektrum von Planeten wäre Super und eine direkte Abbildung.
Mich interessiert da auch sehr die Verteilung der Planeten in den Sonnensystemen, da sind noch viele Fragen offen.

Offline ZeT

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #153 am: 08. Oktober 2016, 09:57:56 »
Ein interessanter Artikel über Proxima B.

Es scheint so als könnte er ein Wasserplanet innerhalb der habitablen Zone sein. Aber halt auch so nah und doch so fern... Nachschauen wird wohl so schnell nicht möglich sein.

Offline Klakow

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #154 am: 09. Oktober 2016, 19:21:36 »
Vielleich mit dem EELT 2024 in Chile das gerade gebaut wird.
OK, sicher keine Einzellheiten, aber vielleicht sein Spektrum?

Offline ZeT

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #155 am: 09. Oktober 2016, 19:31:10 »
Man stelle sich vor es wäre möglich dort wirklich eine dünne Atmosphäre sowie flüssiges Wasser nachzuweisen. Bei dem uns nächstgelegenen Stern! (also natürlich nicht beim Stern sondern des Planeten)

Da könnte man sogar wirklich drauf spekulieren das mit modernen Elektroantrieben dort mal eine Sonde hinrauschen wird.

Offline Klakow

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #156 am: 09. Oktober 2016, 19:53:12 »
die Lichtstärke von Planeten ist eh kein echtes Problem, nur der Stern ist zu hell und zu dicht beim Planeten
https://en.wikipedia.org/wiki/European_Extremely_Large_Telescope
Das EELT so be bestimmten Planeten Spektralaufnahmen machen können.

Offline ZeT

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #157 am: 11. Oktober 2016, 16:17:07 »
Kommt wohl auf die Tiefe des Ozeans an. Sollte das ein kompletter Wasserplanet mit mehreren hundert Kilometer Tiefe sein, dann sollte es doch möglich sein.

Offline websquid

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #158 am: 11. Oktober 2016, 19:48:44 »
Kommt wohl auf die Tiefe des Ozeans an. Sollte das ein kompletter Wasserplanet mit mehreren hundert Kilometer Tiefe sein, dann sollte es doch möglich sein.
Eigentlich nicht, beobachtbar ist letztlich nur die Atmosphäre. Ob man einen globalen Ozean von 100m oder 100km Tiefe hat, ist dafür ziemlich egal. Nachweisbar durch spektrale Analysen wäre so oder so der Wasserdampf in der Atmosphäre.

Und das dürfte tatsächlich mit dem E-ELT und entsprechenden Instrumenten möglich sein. Es gibt ja schon ein Konzept wie man die Instrumente SPHERE und ESPRESSO des VLT passend aufrüsten könnte, um das zu schaffen.

Offline Pham

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #159 am: 11. Oktober 2016, 20:08:37 »
Kommt wohl auf die Tiefe des Ozeans an. Sollte das ein kompletter Wasserplanet mit mehreren hundert Kilometer Tiefe sein, dann sollte es doch möglich sein.
Eigentlich nicht, beobachtbar ist letztlich nur die Atmosphäre. Ob man einen globalen Ozean von 100m oder 100km Tiefe hat, ist dafür ziemlich egal. Nachweisbar durch spektrale Analysen wäre so oder so der Wasserdampf in der Atmosphäre.

Und das dürfte tatsächlich mit dem E-ELT und entsprechenden Instrumenten möglich sein. Es gibt ja schon ein Konzept wie man die Instrumente SPHERE und ESPRESSO des VLT passend aufrüsten könnte, um das zu schaffen.
Ein tiefer (zig Kilometer tiefer) Ozean dürfte sich massiv possitiv auf die Lebensfreundlichkeit des Planeten auswirken, denn dass könnte ein planteares Strömungssystem zur Folge haben, dass die Tagseite kühlt und die Nachtseite wärmt.

Allerdings wäre das ein deutlicher Dämpfer für das mögliche Vorhandensein von (in unserem Sinn) intelligentem Leben, mit dem wir Kontakt aufnehmen könnten. Fische tun sich hart Technik auf Basis von Eltrektromagnetismus zu entwicklen, mit der Sie Radioteleskope betreiben könnten.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline websquid

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #160 am: 11. Oktober 2016, 20:19:28 »
Ein tiefer (zig Kilometer tiefer) Ozean dürfte sich massiv possitiv auf die Lebensfreundlichkeit des Planeten auswirken, denn dass könnte ein planteares Strömungssystem zur Folge haben, dass die Tagseite kühlt und die Nachtseite wärmt.
Eine hinreichende Atmosphäre würde auch schon für genug Lebensfreundlichkeit sorgen können. Spekulieren können wir da eine ganze Menge, es wird wohl noch einige Jahre dauern bis wir genaues erfahren.

Offline Lumpi

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #161 am: 10. April 2018, 18:03:51 »
Ein interessanter Artikel über Proxima B.

Es scheint so als könnte er ein Wasserplanet innerhalb der habitablen Zone sein. Aber halt auch so nah und doch so fern... Nachschauen wird wohl so schnell nicht möglich sein.

Mit dem Evryscope ("24-eyed telescope") wurde im März 2016 in Nordchile ein gigantischer Superflare bei Proxima Centauri beobachtet, was Zweifel an Habitabilität von Proxima b nährt. Durch den Flare erhöhte sich die Helligkeit von Proxima Centauri vorübergehend um das 68-Fache. Dieser Flare erreichte auf der Oberfläche von Proxima b wahrscheinlich die 100-fache Intensität, die erforderlich ist, um einfache Mikroorganismen mit UV-Licht abzutöten. In den vergangenen 2 Jahren konnten noch 23 weitere große Flares bei Proxima Centauri beobachtet werden.
https://www.skymania.com/wp/superflare-dents-hopes-of-life-on-rocky-planet-orbiting-nearest-star/
https://arxiv.org/abs/1804.02001

Diese Bilderfolge zeigt, wie sich durch den Flare die Helligkeit von Proxima Centauri kurzzeitig erhöht hatte:

Credit: University of North Carolina
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline einsteinturm

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #162 am: 11. April 2018, 07:27:45 »
Welche Wassertiefe ist notwendig, um so etwas abzuschirmen?

Offline akku

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #163 am: 11. April 2018, 10:00:37 »
ihmo nicht viel notwendig

Wie tief UVB und UVA Strahlung in natürliche Gewässer reicht variiert stark. Häufig wird angegeben, nach welcher Wasserschicht nur noch 1% der Strahlung vorhanden ist. In verschiedenen Teilen des Ontonagon-Flusses war das bei 2 cm bis 45 cm (UVB) bzw. nach 6 cm bis 103 cm (UVA) der Fall [727]. In klaren Seen ist teilweise erst nach 27 m Tiefe kein UVB und 45 m Tiefe kein UVA mehr vorhanden [734]. Diese Unterschiede lassen sich zu 70-90% durch den Anteil an im Wasser gelösten organischen Kohlenstoff (z.B. aus sich zersetzenden Pflanzen) erklären.
quelle
http://www.licht-im-terrarium.de/sonne/wasser

Offline Pham

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #164 am: 11. April 2018, 12:49:43 »
Fraglich welche Auswirkungen solch heftigen Flares auf die hypothetische Atmosphäre von Proxima B hätten und ob sich bei solchen Flares überhaupt eine stabile Atmosphäre ausbilden kann, welche Voraussetzung wäre, damit sich auf der Oberfläche flüssiges Wasser mit ausreichender Tiefe bilden bzw. halten kann.

Wie oft sind Flares solcher Stärke zu erwarten?
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Offline SFF-TWRiker

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #165 am: 11. April 2018, 23:38:31 »
Bei monatlich einem Flare muß man schon relativ oft damit rechnen, dass der relativ nahe Planet alle paar Jahre getroffen wird.
Daher meine ich man sollte erst ab dem K-Typ wirklich von habitablen Zonen reden, aber rote Zwerge stellen ja rund 70 aller Sterne in der Milchstraße und da sind auch realtiv oft Planeten mit kurzen Orbitalzeiten gefunden worden. Um Planeten in der habitablen Zone bei Sternen vom Typ unserer Sonne zu finden bräuchte man ein Kepler-ST, dass mindestens 5 Jahre funktioniert um mindestens 3 Transits eines Exos zu messen (das macht den großen Unterschied von confirmed Planets und Planet Candidates in der Statistik von Kepler aus).
Seit Apollo und Star Trek Classic Astronomie, Raumfahrt und SciFi-Fan.

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Offline SFF-TWRiker

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #166 am: 07. Mai 2018, 14:10:16 »
Im Moment kombinieren viele Astronomen die Daten vom Kepler ST und Gais DR2.
Dabei wurde die Zahl der in etwa ergroßen Planeten in habitablen Zonen auf 3 bestätigte Exos und 5 Kandidaten auf etwa die Hälfte reduziert. Bei rund 1000 der Kepler Exos wurde die Ungenauigkeit der Größe des Radius von 11 auf 5 % verringert.
Beim Erdradius wäre das eine Verringerung der Ungenauigkeit von rund 700 auf 320 km, und das auf eine Distanz von vielen Lichtjahren.

En passant wurde die Masse der Milchstraße deitlich besser eingegrenzt und man hofft, den Hubble-Parameter auf 1% genau zu bestimmen. Es gab schon 50 Veröffentlichungen zu Gaia DR2, noch ohne peer review und täglich werden es mehr, da die Daten ja öffentlich zugänglich sind.

Leider keine Quellenangabe. Dies ist eine Kommentar zu Kommentaren zu Kommentaren zu Quellen.
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TWR genügt als Anrede

Offline Klakow

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #167 am: 12. Mai 2018, 13:24:32 »
Wenn ich mich nicht irre ist das mit den Flares nicht so einfach zu sagen das alle M-Klasse Sterne davon betroffen sind,
soweit ich weiß ist es zwar so dass das Problem mit abnehmender Masse zwar generell zunimmt, aber es gibt Lücken.
Ich vermute mal das der Energietransport für verschiedene Massen in den Sternschichten etwas anders abläuft,
vielleicht so ähnlich wie im Periodensystem wo es auch stabilere Elemente in der Nachbarschaft gibt.
Die Modelle sind ja auch wirklich komplex und man muss hier wohl noch viel mehr Forschung treiben.
Generell hätte ich eher keine Lust in Systemen mit M-Klasse Sternen zu siedeln, schon deswegen weil ein Großteil unserer Nahrungspflanzen ohne blaues Licht (ca. 450nm) nur schlecht oder nicht gedeihen.
Somit scheiden vermutlich selbst sehr viele K-Klasse Sonnensysteme für Menschen aus (K5..K9/M0).
Siehe hier.
Wo da wirklich die Grenze ist, ist natürlich die Frage und vielleicht gibt es ja M0 Sonnen wo es genug Blauanteil hat, aber sicher wäre ich mir da nicht.
Leider habe ich noch kein Diagramm gefunden das die  spektrale Emission eines Sterns in der Mitte seiner Lebensfreundlichen Zone darstellt.

Offline einsteinturm

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Re: Exoplaneten in habitabler Zone
« Antwort #168 am: 12. Mai 2018, 20:56:39 »
Ich würde das dem Leben zutrauen, aus dem Wasser dort irgendwann aufzutauchen, gerade wenn die Flares häufig sind, also quasi Teil der natürlichen Umgebung sind.

Tags: Exoplanet