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Autor Thema: 2003: Der Mars im Rampenlicht  (Gelesen 4280 mal)

Offline pikarl

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2003: Der Mars im Rampenlicht
« am: 08. Juni 2003, 10:52:19 »
Der Mars dürfte dieses und das nächste Jahr sehr stark ins öffentliche Interesse rücken: Mit dem Start der europäischen Sonde Mars Express und dem britischen Lander Beagle 2 am 2. Juni hat der Aufbruch zum Mars begonnen. Mein Raumfahrer.net-Kollege Michael Stein und ich konnten den Start via Videoleinwand im europäischen Raumfahrt-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt verfolgen - und es war schon ein erhebener Moment, wie da die erste autonome europäische Marsmission ins All startete.



Heute abend wird, wenn alles glatt geht, der erste der beiden Exploration Rovers der NASA starten und zwei Wochen später sein Zwilling. Zusätzlich erwarten wir im Dezember 2003 / Januar 2004 auch das etwas verspätete Eintreffen der japanischen Sonde Nozomi, die somit gleichzeitig mit Mars Express und den NASA-Rovern dort eintreffen könnte.



Wenn dabei nicht allzu viel schief geht (das alles schief geht ist in jedem Fall schon aus statistischen Gründen unwahrscheinlich), dürften wir also zum Jahreswechsel eine gigantische Datenflut mit vielen neuen Impressionen vom Roten Planeten erhalten.

Was wäre denn, wenn alle Sonden ihre Aufgabe gut erledigen können, sowohl Beagle 2 als auch die Exploration Rovers machen bedeutende Entdeckungen (Lebensspuren / Wasser). Da der Mars sowieso im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stände, könnte auch die Frage nach einer bemannten Mission zum Roten Planeten neuen Antrieb erhalten.

Ein solches Vorhaben ist natürlich nicht von heute auf morgen realistischen gesehen nicht vor 2020-2030 durchführbar. Allerdings könnte die Perspektive und das Zuarbeiten auf dieses Projekt der Raumfahrt ganz neue Möglichkeiten verschaffen, die letztlich auch auf der Erde einen großen Aufschwung hervorrufen könnten (vgl. Apollo Programm <-> US-Technologie-Überlegenheit).

Was meint ihr - haben die neuen Orbiter und Lander aus Europa, Japan und den USA das Potenzial, die öffentliche Meinung bezüglich der Raumfahrt zu stimulieren? Könnte in 1-2 Jahren vielleicht sogar eine Mehrheit eine bemannte Mission befürworten, so dass die Politik nachziehen müsste?

Grüße
Karl

PS: Zur amerikanischen und zur europäischen Marsmission 2003 unterhält Raumfahrer.net zwei Sondeseiten:
« Letzte Änderung: 08. Juni 2003, 10:54:02 von PiKarl »

Clemens

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Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #1 am: 10. Juni 2003, 23:36:50 »
tja Karl, wie du so schön sagtest, wenn alles gut geht und Lebensspuren auf dem Mars entdeckt werden ist auf jeden Fall das öffentliche Interesse geweckt und auch die Forschung wird sich intensiver mit einer Marsreise beschäftigen.
Wenn man aber feststellt, dass "dort oben" nichts weiter außer Steinen und Staub ist, wird sich wohl kaum jemand für die vielen Daten interessieren. Auch wird dann der Drang zum Mars zu fliegen nicht unbedingt verstärkt.
Somit können wir Raumfahrtinteressierten nur hoffen, dass die Sonden und Marsfahrzeuge erfolgreich sein werden und etwas interessantes finden.

MfG

Offline pikarl

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Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #2 am: 11. Juni 2003, 06:59:52 »
Zitat

[...] Wenn man aber feststellt, dass "dort oben" nichts weiter außer Steinen und Staub ist, wird sich wohl kaum jemand für die vielen Daten interessieren. Auch wird dann der Drang zum Mars zu fliegen nicht unbedingt verstärkt. [...]
MfG

Ich denke nicht, dass die vielen Sonden nichts finden werden: Selbst wenn die Ausbeute gering wäre, würden diese die beteiligten Agenturen PR-technisch etwas aufblähen, allein um die enormen Investitionen in die Missionen zu legitimieren. Nicht falsch verstehen - ich würde das im Sinne der Raumfahrt auch gut finden - die Marsforschung sollte ja im Sinne von noch mehr Engagement zukünftig fortgeführt werden.  ;)

Aber ich denke schon, dass NASA, ESA und NASDA relativ dem Mars viel neues entlocken können - denn immerhin hatten wir noch nie so viele Raumfahrzeuge gleichzeitig am Roten Planeten.

Und ich erinnere auch an die Mission 2001 Mars Odyssey, die immerhin auch Wasser in großen Mengen nachweisen konnte (siehe http://inspace.trekzone.de/nph-nge.cgi?n=raumfahrt.2001mars&f=wasser).

Viele Grüße
Karl :D

NK1986

  • Gast
Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #3 am: 11. Juni 2003, 08:32:49 »
Hi
Ich meine wenn auch sehr wenig Fossilien oder andere Lebensspuren gefunden werden :-/, aber Wasser von den
Sonden in großen Mengen nachgewiesen werden kann. Eignet sich der Mars als Ausenposten auf jeden Fall.

Grüße Nicolay  :)

Offline pikarl

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Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #4 am: 11. Juni 2003, 09:29:23 »
Ich denke, Wasser wird auf jeden Fall gefunden und diese Meldung muss einfach der Öffentlichkeit so stark unter die Nase gerieben werden, wie es eben geht.  ;D
Natürlich ist hier die Menge sowie die Frage nach dem Aggregatzustand entscheidend (etwas flüssiges unter der Oberfläche wäre zum Beispiel sehr praktisch).

Die Frage, ob Lebensspuren entdeckt werden ist eine sehr spekulative. Es gab zwar diesen Mars-Meteoritenfund in der Antarktis, auf dem eine versteinerte mikroskopische Struktur eine Bakterie sein könnte, aber selbst wenn es so ist, könnte das genauso gut einer von der Erde sein, die sich dort nach dem Einschlag eingenistet hat (siehe auch http://inspace.trekzone.de/nph-nge.cgi?n=astronomie.planetmars&f=meteoriten).

Mars scheint ja nach dem jetzigen Wissensstand durchaus Parallelen zur Erdentwicklung zu zeigen (z.B. bei der Atmosphäre, die aber irgendwann plötzlich sehr dünn wurde, anders bei der Erde zum Glück ;) ).

Schade, dass wir noch mindestens bis Ende Dezember warten müssen, bis das Spektakel wirklich los geht. Allein die Bilderflut dürfte erschlagend sein - ich freue mich schon total drauf.  8)

Viele Grüße
Karl  :D

mare_serenitatis

  • Gast
Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #5 am: 14. Juni 2003, 14:18:51 »
Soweit ich aus Biologenkreisen gehört habe ist der Bakterienfund vom Tisch. Es scheint ein Präparations- bzw ein Verwitterungsartefakt gewesen zu sein.
Das muß aber lang nicht heißen, daß es auf dem Mars nichts gäbe. Unter den Bedingungen dort ist sich verstecken die beste Überlebensstrategie für ein Lebewesen.

Aber was tun wir, wenn nun wirklich Bakterien und dergl. auf dem Mars gefunden werden? Wer weiß, was wir da womöglich alles auf die Erde einschleppen? Also, ich hab ja nichts gegen die Entdeckung außerirdischen Lebens, aber letztlich ist es mir doch lieber, wenn alle Bakterien und Viren da bleiben, wo sie hingehören, statt sichs in mir bequem zu machen.

Offline pikarl

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Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #6 am: 14. Juni 2003, 15:02:02 »
Zitat

Aber was tun wir, wenn nun wirklich Bakterien und dergl. auf dem Mars gefunden werden? Wer weiß, was wir da womöglich alles auf die Erde einschleppen? Also, ich hab ja nichts gegen die Entdeckung außerirdischen Lebens, aber letztlich ist es mir doch lieber, wenn alle Bakterien und Viren da bleiben, wo sie hingehören, statt sichs in mir bequem zu machen.

Kennst du das Buch "Krieg der Welten" von H.G. Wells (siehe hie
r
)? DER SciFi-Klassiker wenn es um Außerirdische geht. Wells hat den Schinken um die Jahrhundertwende (19./20.) geschrieben und in den 50ern hat eine Hörspielversion davon die erste UFO-Hysterie ausgelöst.

Darin kommt es zu einer Invasion der Marsianer (die Geschichte und auch die Schilderung der Aliens ist absolut spannend, obwohl das Buch knapp 100 Jahre alt ist). Militärisch sind sie so überlegen, dass sie von keinen menschlichen Armeen gestoppt werden können.

ACHTUNG, SPOILER
Am Ende sterben aber plötzlich alle Marsianer, da sie den irdischen Bakterien und Viren nicht gewachsen sind
ENDE SPOILER

Natürlich gilt das Problem auch andersherum: Was passiert, wenn Menschen die marsianischen Lebensformen (sollte es welche geben) konterminieren? Haben wir das Recht dazu? Begünstigen wir nicht schon auf der Erde genügend Artensterben? Oder haben gar Pathfinder & Co. schon längst ein paar irdische Sporen zum Roten Planeten gebracht..? Natürlich wird alles getan sowas zu verhindern, aber manchmal passiert es eben doch...



Grüße
Karl

Sven

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Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #7 am: 02. Juli 2003, 12:01:25 »

Zitat

Soweit ich aus Biologenkreisen gehört habe ist der Bakterienfund vom Tisch. Es scheint ein Präparations- bzw ein Verwitterungsartefakt gewesen zu sein.
Das muß aber lang nicht heißen, daß es auf dem Mars nichts gäbe. Unter den Bedingungen dort ist sich verstecken die beste Überlebensstrategie für ein Lebewesen.

Aber was tun wir, wenn nun wirklich Bakterien und dergl. auf dem Mars gefunden werden? Wer weiß, was wir da womöglich alles auf die Erde einschleppen? Also, ich hab ja nichts gegen die Entdeckung außerirdischen Lebens, aber letztlich ist es mir doch lieber, wenn alle Bakterien und Viren da bleiben, wo sie hingehören, statt sichs in mir bequem zu machen.


Also wenn das Leben auf der Erde vom Leben auf dem Mars abstammen sollte, oder umgekehrt, dann bestünde eine Gefahr. Sollte sich Leben auf beiden Planeten völlig unabhängig voneinander entwickelt haben, ist wohl eher von keiner großen Gefahr auszugehen. Denn dann wäre der Aufbau zu unterschiedlich. Auf der Erde sind die allermeisten Viren und Bakterien die für verschiedene Tiere gefährlich sind, für Menschen und andere Tiere gänzlich harmlos. Der Unterschied zwischen den Arten ist zu groß.
Aber erstmal müssen wir Leben auf dem Mars nachweisen. Genauso wie die nicht eindeutigen Experimente der Viking Sonden, wird auch Mars Express Leben nicht direkt nachweisen können, sondern nur indirekt. Und die beiden US-Rover werden nichts lebendigeres wie Gestein bemerken.

Sven

Offline pikarl

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Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #8 am: 02. Juli 2003, 12:11:44 »
Zitat
[...]
Aber erstmal müssen wir Leben auf dem Mars nachweisen. Genauso wie die nicht eindeutigen Experimente der Viking Sonden, wird auch Mars Express Leben nicht direkt nachweisen können, sondern nur indirekt. Und die beiden US-Rover werden nichts lebendigeres wie Gestein bemerken.

Ich seh schon, es müssen doch erst Menschen hin, wenn wir es eindeutig wissen wollen. Bloß leider brauchen wir bessere Mars-PR um für eine bemannte Marsmission genügend öffentliche Unterstützung zu erhalten. Und die bekämen wir am besten über einen Nachweis von Leben auf dem Planeten durch eine Sonde. Ein Teufelskreis...  :(

Sven

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Re: 2003: Der Mars im Rampenlicht
« Antwort #9 am: 02. Juli 2003, 14:03:13 »
Naja ein Experiment von Viking hat ja nach den vorher definierten Parametern Leben nachgewiesen. Nur hat man das nachher anders interpretiert. Wobei ich persönlich denke, direkt auf der Oberfläche gibt es tatsäch keinerlei Lebensspuren, die ist wirklich lebensfeindlich (Strahlung, giftige Chemikalien, kein Wasser).

Da müssen wir mal sehen was der Beagle 2 findet. Wenn er auch zumindest mehrdeutige Ergebnisse bringt, wird das hoffentlich die ganze Marserforschung voranbringen.

Sven

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