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Autor Thema: Notfallprozeduren beim Space Shuttle  (Gelesen 11996 mal)

Offline STS-125

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #25 am: 08. Januar 2010, 16:30:32 »
achso, aber im Notfall würden sie wahrscheinlich schon dort landen... aber ich glaube, dass sie im allerschlimmsten Falle sogar ne Straße anfliegen würden:



http://www.youtube.com/watch?v=l8ADHwfldlM


Das Video ist zwar nur Fake (leider  :)), aber sieht relativ relistisch aus...

Offline spacer

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #26 am: 08. Januar 2010, 16:46:53 »
achso, aber im Notfall würden sie wahrscheinlich schon dort landen... aber ich glaube, dass sie im allerschlimmsten Falle sogar ne Straße anfliegen würden:

Was für einen Notfall sollte es denn geben, in dem ein Shuttle Frakfurt anfliegen muss??
Und auf einer Straße landen kommt wohl nicht in Frage, wenn aber kein Flughafen erreicht werden kann, kann die Crew immernoch mit Fallschirmen abspringen.
Gruß, spacer
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Offline Wilhelm

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #27 am: 08. Januar 2010, 19:01:09 »
(...)

Was da bei Wiki steht, verwundert mich und ich bezweifle es, dass man mit der ISS einem Raumschiff entgegen fliegen würde. Wikipedia ist nicht wirklich "die" Quelle. Kann jemand zu dem Sachverhalt noch mehr angeben/zitiere/belegen?

Auf der englischen Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/STS-3xx) wird als Quelle für die entsprechende Behauptung ("...the ISS can be brought down to meet the shuttle. Such a procedure is known as a joint underspeed recovery.") als Fussnote 3 ein Link angegeben (https://postdoc.arc.nasa.gov/cgi-bin/postdoc/get/download/HORM-1-Final.to.AdvisoryCommittee.doc?url_id=117371&ext=doc) - doch der funktioniert (zumindest bei mir) leider nicht. :(

Vielleicht hat jemand einen funktionierenden Link???

Grüsse

Wilhelm
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Offline STS-125

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #28 am: 08. Januar 2010, 20:07:44 »
achso, aber im Notfall würden sie wahrscheinlich schon dort landen... aber ich glaube, dass sie im allerschlimmsten Falle sogar ne Straße anfliegen würden:

Was für einen Notfall sollte es denn geben, in dem ein Shuttle Frakfurt anfliegen muss??
Und auf einer Straße landen kommt wohl nicht in Frage, wenn aber kein Flughafen erreicht werden kann, kann die Crew immernoch mit Fallschirmen abspringen.

Was passiert denn mit dem orbiter, wenn die mannschaft abspringt? Wird versucht, den ferngesteuert zu landen, oder sprengen die den, oder wird der seinem schicksal überlassen?

Offline Brainstorm64

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #29 am: 08. Januar 2010, 20:45:32 »
Die werden den wohl seinem Schicksal überlassen müssen.
Automatisch landen können die nur, wenn der Kabelsatz eingebaut ist, und der liegt auf der ISS. Automatisch kann man also nur landen, wenn man spätestens beim Abdocken weiß, daß die Landung nichts wird.
Sprengen geht auch nicht, weil das Shuttle keine Sprengsätze an bord hat. Die gibt es nur beim Start an den Boostern.

Also wird in dem Fall das Shuttle weiter Richtung Erde fallen und dort ein großes Loch hinterlassen.

Schödingers Katze ist jetzt 77 Jahre alt, glaubt Ihr wirklich daß die noch lebt?

Offline STS-125

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #30 am: 09. Januar 2010, 14:04:46 »
Zitat
125 Sekunden nach dem Start werden an der oberen Spitze des Feststoffboosters zwei Klappen aufgesprengt, worauf sich schlagartig der Innendruck des Treibsatzes reduziert. Dadurch wird gewährleistet, dass beide Booster gleichzeitig ihre Schubkraft verlieren. Würde ein Booster mehr Schub liefern als der andere, würde die unsymmetrischem Schubverteilung zu einem Kippen des Orbiters führen. Erst danach werden die Verbindungsbolzen zum externen Tank getrennt und der Booster mit Hilfe von vier kleinen Hilfsraketen vom Tank weggedrückt.

könnte man die Klappen nich schon vorher sprengen, so dass die Bosster schon früher abgesprengt werden könnten? Das wäre bei eine Problem in der Startphase doch vorteilhaft.

Offline klausd

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #31 am: 09. Januar 2010, 14:11:26 »
könnte man die Klappen nich schon vorher sprengen, so dass die Bosster schon früher abgesprengt werden könnten? Das wäre bei eine Problem in der Startphase doch vorteilhaft.

Damit da oben eine 2. Triebwerksdüse entsteht? Nene, besser nicht. Bei Trennung sind die SRB's nämlich so gut wie ausgebrannt und man minimiert damit den Restschub. Aber bei voller Leistung wäre das sicherlich keine gute Idee!

Gruß, Klaus

Offline STS-125

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #32 am: 09. Januar 2010, 14:27:23 »
können die booster denn abgeworfen werden, während sie noch schub haben? Das würde eine landung ermöglichen, denn die SSMEs lassen sich ja stoppen. Man könnte dann den Tank abwerfen und am KSC landen...

Offline klausd

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #33 am: 09. Januar 2010, 14:52:13 »
können die booster denn abgeworfen werden, während sie noch schub haben?

Vielleicht kann man das. Aber wer auch immer das tut wird das betreffende Space Shuttle zerstören... Also nein, eigentlich kann man das nicht. Die entstehenden Kräfte würden die Struktur des Shuttles überlasten.

Gruß, Klaus

Offline STS-125

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #34 am: 09. Januar 2010, 14:55:15 »
wieso denn das? Sobald die Booster gelöst werden, fliegen beide weg, aber was sind denn das dann für struktuelle Belastungen?

Offline klausd

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #35 am: 09. Januar 2010, 15:38:33 »
Wenn der Schub so ruckartig abfällt ist das, als würde man einem Auto hinten drauf fahren. Diesen Hopser macht das Treibstoffsystem, der Tank oder was auch immer nicht mit.

Gruß, Klaus

Offline STS-49

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #36 am: 09. Januar 2010, 15:43:49 »
Es ist auch gar nicht nötig die Booster früher abzuwerfen. STS-125s Idee war ja sie abzuwerfen weil man dann am KSC wieder landen könnte.

können die booster denn abgeworfen werden, während sie noch schub haben? Das würde eine landung ermöglichen, denn die SSMEs lassen sich ja stoppen. Man könnte dann den Tank abwerfen und am KSC landen...

Dieses Szenario ist der RTLS (Return To Launch Site) Abort, während oder kurz nach der SRB Brennpahse fällt ein Triebwerk aus.
Dabei können die Booster aber ihre Brennzeit beenden und ganz normal nach etwa 2 Minuten abgetrennt werden.
Dann wird der Stack entgegen der Flugrichtig gedreht, die Geschwindigkeit wird komplett abgebaut und es wird wieder richtung SLF (Shuttle Landing Facility) beschleunigt. Wenn genug Tempo aufgebaut ist wird der ET abgeworfen und der Orbiter landet.

Hier könnt ihr euch das mal ansehen (Video funktioniert gleich)


http://www.youtube.com/watch?v=vkEvfQNEK5I

nico

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Offline Nitro

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #37 am: 09. Januar 2010, 15:56:07 »
Ja, eine Boosterabtrennung während Vollast wäre auf jedenfall das Ende eines Shuttles, wie uns die Challenger gezeigt hat. Genau das ist damals ja mehr oder weniger passiert. Die Challenger wurde in erster Linie durch aerodynamische Kräfte auseinandergerissen weil sich der rechte SRB "freigebrannt" hatte und nicht wie oft behauptet durch eine Explosion des ET.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Offline Schillrich

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #38 am: 10. Januar 2010, 11:22:53 »
Die Beiträge zu den Kräften und der Dynamik beim Raketenflug wurden in den Thread über den Raketenflug verschoben, ab hier:
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=6836.msg131313#msg131313
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Offline STS-125

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #39 am: 16. Januar 2010, 16:05:15 »
Wo würde ein Shuttle eigentlich bei eine AOA-Abbruch landen? Am KSC oder woanders?

websquid

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #40 am: 16. Januar 2010, 16:11:42 »
Wo würde ein Shuttle eigentlich bei eine AOA-Abbruch landen? Am KSC oder woanders?
Laut wikipedia würde ein AOA-Abbruch zu einer Landung nach weniger als einer Erdumrundung führen - demnach also nicht am KSC. Es kann aber auch sein, dass der erreichte instabile Orbit ausreicht um zum KSC zurückzukehren. Für welchen Landeplatz man sich dabei entscheidet, hängt vor allem davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Startabbruch stattfindet - je später, um so näher kommt man dem KSC. Ich nehme an, US-Westküste oder Asien wäre eher ein Ziel.
mfg websquid

Offline klausd

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #41 am: 16. Januar 2010, 16:13:24 »
Am KSC. Durch die Erddrehung würden sie sich zwar ein paar hundert Kilometerin weiter Richtung Westen befinden, aber die Cross Range drüfte nicht bis nach Edwards reichen. Für KSC ab auf jeden Fall.

Gruß, Klaus

Offline klausd

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #42 am: 16. Januar 2010, 16:17:30 »
zu welchem Zeitpunkt der Startabbruch stattfindet

Bei einem Abort Once Around ist das Fenster wenige Sekunden zwischen TAL und ATO. Und dann kommt man genau einmal rum. Mit der CrossRange des Shuttles ist eine Landung wieder am KSC möglich. Das Shuttle könnte sogar bei einem polaren Orbit (von Vandenberg) eine Art AOA durchführen. Das ist eine der Gründe warum das Shuttle so große Flügel hat. Spionagesat aussetzen und einen Orbit später wieder landen. Das war eine Anforderung der AirForce. Dafür benötigt man eben große Cross Range, daher größere Flügel um die Erddrehung wieder auszugleichen durch seitliches Fliegen.

Gruß, Klaus

Offline Schillrich

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #43 am: 24. August 2010, 16:55:18 »
In dieser alten Ausgabe von Popular Mechanics (12/2000) wird über den RTLS (Return to Launch Site) gesprochen, u.a. mit Worten von John Young:
http://books.google.com/books?id=zs2iIY4WkQ4C&lpg=PP1&hl=de&pg=PA70#v=onepage&q&f=false

Damals wurde das RTLS-Manöver als hoch riskant eingeschätzt und Untersuchungen/Ideen zu einer anderen Lösung angeregt. Für die Konstruktionsflüge zur ISS mit ihren Startbahnen entlang der Ostküste wurde dabei ein sog. Canadian Transatlantic Abort angeregt, um die Zeit für einen RTLS auf der Bahn zu reduzieren.
Weiß jemand was aus der Idee geworden ist?
« Letzte Änderung: 24. August 2010, 20:06:35 von Schillrich »
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Offline KSC

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Re: Notfallprozeduren beim Space Shuttle
« Antwort #44 am: 26. August 2010, 08:49:39 »
Oh, das RTLS Manöver wird nach wie vor als sehr kritisch eingestuft und man ist sich immer noch alles andere als sicher, dass das im Ernstfall auch klappen würde.
Die Kanadische Variante hat man wieder fallen gelassen, weil sich das ganze doch zu nahe an der amerikanischen Ostküste abspielen würde. Man müsste im Prinzip während des Starts den Flugverkehr an der Küste einstellen, weil man den Luftraum im tatsächlichen Notfall nicht so schnell wie es nötig wäre schließen könnte. Über den entsprechenden Teilen das Atlantiks verlaufen viel weniger Flugrouten als an der Ostküste.
Außerdem würde man bei der kanadischen Variante noch einen reichlich befüllten ET abwerfen, ob das so problemlos geht und ob das für die Zivilbevölkerung nicht eine Gefährdung bringt, ist man sich nicht sicher.

Deswegen ist spätestens nach dem Columbia Unglück diese kanadische Variante eigentlich kein Thema mehr.

Gruß,
KSC


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