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Autor Thema: Wiederverwendbarkeit des Fairings  (Gelesen 97276 mal)

Offline Hugo

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #500 am: 17. Juni 2020, 17:40:34 »
Ich vermute, wenn die Fairings weiterhin ins Wasser fallen, wird man das mit den Fangschiffen bald einstellen. Dann lieber modifizieren und aus dem Wasser fischen.
Warum keine  "Dual-Lösung?" Das Schiff zum Fangen fährt raus. Wenn in 10 bis 20% der Fälle eins gefangen wird: Perfekt. Wenn nicht, wird es halt gefischt. Für beides braucht man ein Schiff. Klar zum Fangen ein größeres, aber man muss hier die Mehrkosten für das größere Schiff in das Verhältnis zum Mehrnutzen bringen, falls man mal eins fängt.

Der Vorteil: Man kann hier mit einem kleinen Team kontinuierlich weiterentwickeln.

Offline MH-Space

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #501 am: 17. Juni 2020, 17:49:45 »
Was ich mich bei dem Thema immer frage: Warum nimmt man nicht statt der Fangschiffe mit Netzen einfach eine deutlich größere Plane mit aufgeblasenem Wulst außenrum, dass man ausgerollt auf dem Meer treiben lässt und mit einem oder zwei Schlepper in Position bringen kann? Damit hätte man deutlich mehr Fläche als diese Netze auf den Schiffen, wodurch die Chance für einen erfolgreichen Fang deutlich steigen.

Auch würden die Fairings damit ebenso sanft aufkommen wie im Netz bzw. auf Wasser, eben weil ja Wasser unter der Plane wäre. Um dann nach dem Fangen an das Fairing zu kommen, müsste nur diese große Plane in einer bestimmten Weise aufgerollt werden und sobald das Fairing am Schiff ist, wird es per Kran auf dieses gehoben.

Das wäre es meiner Sicht eine einfache aber effektive Methode, um die Fairings deutlich häufiger einfangen und wiederverwenden zu können.

Offline alepu

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #502 am: 17. Juni 2020, 17:50:40 »
Genauso machen sie es ja anscheinend.
Sind hald immer noch am Weiterentwickeln.

Was ich mich bei dem Thema immer frage: Warum nimmt man nicht statt der Fangschiffe mit Netzen einfach eine deutlich größere Plane mit aufgeblasenem Wulst außenrum, dass man ausgerollt auf dem Meer treiben lässt und mit einem oder zwei Schlepper in Position bringen kann? Damit hätte man deutlich mehr Fläche als diese Netze auf den Schiffen, wodurch die Chance für einen erfolgreichen Fang deutlich steigen.

Auch würden die Fairings damit ebenso sanft aufkommen wie im Netz bzw. auf Wasser, eben weil ja Wasser unter der Plane wäre. Um dann nach dem Fangen an das Fairing zu kommen, müsste nur diese große Plane in einer bestimmten Weise aufgerollt werden und sobald das Fairing am Schiff ist, wird es per Kran auf dieses gehoben.

Das wäre es meiner Sicht eine einfache aber effektive Methode, um die Fairings deutlich häufiger einfangen und wiederverwenden zu können.

Das war ja anfänglich auch die Idee von EM. Er sprach damals von einem "floating bouncing castle"

So wie du das beschreibst, würde die Landeplane mit grossem Wulst aber recht leicht vom Wind abgetrieben werden. Aber auch da würde sich ein Ausweg finden lassen. (z.B. mit den Schleppern die du erwähnst)

Offline Hugo

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #503 am: 17. Juni 2020, 18:09:59 »
Warum nimmt man nicht (...) eine deutlich größere Plane (...) dass man ausgerollt auf dem Meer treiben lässt

Die Fangschiffe gehören zu den wendigsten und stärksten Schiffen die es in der Größenklasse gibt. Trotzdem sind die Schiffe (noch) zu langsam. Wenn etwas auf dem Meer treibt, dann ist es erst zu langsam.

Das Schiff folgt dem Kurs des Fairings. Der Wind spielt hier eine große Rolle. Stelle Dir vor, Du wirfst einen Luftballon aus dem Fenster und möchtest den am Boden auffangen. Da musst Du sehr schnell sein, wenn viel Wind weht. Ähnlich ist es beim Fairing.

Offline alepu

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #504 am: 17. Juni 2020, 18:22:47 »
Das mit dem Luftballon ist zwar ein anschaulicher, aber ein recht schlechter Vergleich.
Zwischen einem Gleitschirm und einem Ballon ist ein himmelweiter Unterschied!!
Ein moderner Gleitschirm ist eher ein (Segel)flugzeug.
Aber mit dem Wind haste recht. Der spielt hier die entscheidende Rolle. Wichtig ist, dass das Fairing gegen den Wind landen muss, so wie jedes Flugzeug. Und wenn der zu stark ist, dann wird das Fairing nach hinten abgetrieben, aber wenn er zu schwach ist, dann fliegt das Fairing im Landeanflug schneller als das Schiff fahren kann.
Muss hald alles passen, und das tut es hald leider nur selten.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine mehrere hundert Meter lange und ausreichend breite Plane ein guter Landeplatz wäre. Nur wäre das Ding dann so unhandlich, dass es praktisch nicht eingesetzt werden könnte.

Ein guter Landeplatz wäre aber z.B ein Flugzeugträger! Aber wer hat schon sowas.   :'(

Offline wulf 21

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #505 am: 17. Juni 2020, 18:47:01 »
Tja, vielleicht wäre SpaceX gut beraten, für Fairings auf ein Luftbergungsverfahren umzustellen (offensichtlicher Nachteil: Man braucht nicht nur ein Schiff, sondern auch noch einen Hubschrauber). Aber da Starship jetzt top priority ist, gehe ich davon aus, dass es keine großen Änderungen mehr in Zusammenhang mit Falcon 9 geben wird, sondern höchstens noch kleine Verbesserungen.

Was man also eigentlich bräuchte, wäre eine gute Vorhersage des lokalen Wetters im Landegebiet für die nächsten 15 Minuten + Steuersoftware für Fairing+Fangschiff, die dynamisch darauf reagieren kann...

Offline alepu

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #506 am: 17. Juni 2020, 18:57:19 »
Und sowas haben die sicher auch, aber eben keinen Piloten im Fairing.
Das *Bauchgefühl* eines erfahrenen Gleitschirmpiloten ist durch keine Automatik zu ersetzen.
Einen Gleiter fliegst du mit dem *Hintern* und weniger mit dem Hirn.

Ich denke auch, dass das mit dem *Fairingfangen* eher so eine Art Hobby von EM ist.
*Fairingfischen* tuts offensichtlich auch.
Aber hab mal irgendwo gelesen, dass EM auch gerne die Dragon-2 so einfangen möchte.

Offline wulf 21

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #507 am: 17. Juni 2020, 19:43:35 »
Ich habe eine Vorhersage gemeint, mit der man 15 Minuten im Voraus die Geschwindigkeit+Richung von Winden in verschiedenen höhen kennt, mindestens minutengenau. Und so eine Vorhersage des Lokalwetters scheitert wahrscheinlich allein daran, dass es auf hoher See keine Wetterstationen gibt.

An Land geht sowas (allein schon um bei Windparks die Stromproduktion vorherzusagen, sonst wäre die Netzregelung quasi unmöglich).

Offline Klakow

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #508 am: 17. Juni 2020, 19:46:56 »
oder eben eine riesige Hüppfburg

Offline Sensei

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #509 am: 17. Juni 2020, 20:15:18 »
Es ist bestimmt nicht einfach aus 150 km Höhe mit einer Fairinghälfte eine so kleine Landefläche exakt zu treffen.
Da sind so viele verschiedene Luftströmungen und Wind/Wettersysteme auf dem Weg nach unten die einen so leichten Gegenstand wie ein Fairing, das ja nur auf den letzten Kilometern an dem steuerbaren Gleitschirm hängt, dass es eh an ein Wunder grenzt, wie nahe die Hälften bei den Fangschiffen landen.
Wenn sie aber schon mal so nahe ran kommen, dann müsste es auch noch relativ einfach sein im Netz zu landen, vorausgesetzt es wäre ein erfahrener Gleitschirmpilot an Bord!   ;D

IMO ist es genau anders herum: die ersten 95% des Weges bis in eine ungefähre Zielzone können sie schon ganz gut steuern. Es sind die Unwägbarkeiten der turbulenten Luftströmungen auf den letzten paar dutzend Metern, die das Einfangen so schwierig machen.
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline alepu

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Re: Wiederverwendbarkeit des Fairings
« Antwort #510 am: 17. Juni 2020, 23:23:48 »
Es ist bestimmt nicht einfach aus 150 km Höhe mit einer Fairinghälfte eine so kleine Landefläche exakt zu treffen.
Da sind so viele verschiedene Luftströmungen und Wind/Wettersysteme auf dem Weg nach unten die einen so leichten Gegenstand wie ein Fairing, das ja nur auf den letzten Kilometern an dem steuerbaren Gleitschirm hängt, dass es eh an ein Wunder grenzt, wie nahe die Hälften bei den Fangschiffen landen.
Wenn sie aber schon mal so nahe ran kommen, dann müsste es auch noch relativ einfach sein im Netz zu landen, vorausgesetzt es wäre ein erfahrener Gleitschirmpilot an Bord!   ;D

IMO ist es genau anders herum: die ersten 95% des Weges bis in eine ungefähre Zielzone können sie schon ganz gut steuern. Es sind die Unwägbarkeiten der turbulenten Luftströmungen auf den letzten paar dutzend Metern, die das Einfangen so schwierig machen.

Natürlich können sie inzwischen die ersten 95% des Weges recht gut steuern, sonst kämen sie ja nicht so dicht an die Bergungsschiffe ran.
Ob die Luftströmungen auf offener See wirklich so unwägbar turbulent sind, weiss ich nicht aus eigener Erfahrung, kann es mir aber nicht recht vorstellen.
Turbulenzen entstehen durch Hindernisse, durch Thermik und an Strömungsgrenzen. Zumindest die ersten beiden gibt es auf offener See sicher eher nicht. Hohe Windgeschwindigkeiten allerdings schon.

Ich habe eine Vorhersage gemeint, mit der man 15 Minuten im Voraus die Geschwindigkeit+Richung von Winden in verschiedenen höhen kennt, mindestens minutengenau. Und so eine Vorhersage des Lokalwetters scheitert wahrscheinlich allein daran, dass es auf hoher See keine Wetterstationen gibt.

Natürlich gibt es da auf den Landeschiffen die Möglichkeit Windgeschwindigkeit und Windrichtung, Wasser- und Lufttemperatur exakt zu messen. Auch Wetterballons könnten sie ohne weiteres steigen lassen
Die Schiffe sind die Wetterstationen.

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