Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 4

28. Januar 2021, 08:55:05
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unser Unterforum für Rezensionen zu Büchern aus der Astronomie und Raumfahrt
   Erweiterte Suche

Autor Thema: Falcon 9  (Gelesen 1264492 mal)

Online jhofmeister

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 103
Re: Falcon 9
« Antwort #650 am: 27. Oktober 2020, 16:40:45 »
Sondern: Es werden nur noch die neuen Triebwerke gebaut. Die sind dann neuer, besser und leistungsstärker. Die Triebwerke durchlaufen dann den NASA-Zertifizierungsprozess ganz normal durch. Für Starts, welche während der Dauer des NASA-Zertifizierungsprozesses für Personentransporte für die NASA benötigt werden, werden einfach alte Triebwerke benutzt. So ein Triebwerk lebt ja viele Jahre und verbleibt in der Zeit an der Rakete.
Ist das deine Mutmaßung oder gibt es dazu Aussagen von SpaceX? Das Merlin Update ist komplett an mir vorüber gegangen. Gibt es Angaben dazu was optimiert wird bzw. was sie sich davon versprechen (Gewicht, ISP, Kosten, Haltbarkeit, ...)?
Ich dachte bisher, dass mit dem baldigen Start von USCV-1 alle Entwicklungsresourcen komplett für Starship/Superheavy verwendet werden.

Offline alepu

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1849
Re: Falcon 9
« Antwort #651 am: 27. Oktober 2020, 16:44:28 »
Obwohl in absehbarer Zeit SpaceX mit Starship über ein in fast allen Bereichen überlegenes Trägersystem verfügen wird (aber das durchaus noch ein paar Jahre dauern!), ist es durchaus sinnvoll F9/Merlin etwas weiter zu entwickeln. Daß dies nicht immer gleich beim ersten Versuch fehlerfrei funktioniert und man nachbessern muß, liegt in der natur der sache.
Aufgrund der Wiederverwendbarkeit der Komponenten ist dies auch nicht weiter schlimm, da ja jedezeit auf bereits bewährtes zurückgegriffen werden kann.

Offline R2-D2

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 930
Re: Falcon 9
« Antwort #652 am: 27. Oktober 2020, 17:10:27 »
Finde diese Aussagen ziemlich vereinfacht/naiv  ??? Raumfahrt ist in der Regel nicht so einfach.

Obwohl in absehbarer Zeit SpaceX mit Starship über ein in fast allen Bereichen überlegenes Trägersystem verfügen wird (aber das durchaus noch ein paar Jahre dauern!), ist es durchaus sinnvoll F9/Merlin etwas weiter zu entwickeln.
Nicht zwingend, kommt auf den Nutzen (Technik, Kosten an) - Details kennen wir nicht.

Daß dies nicht immer gleich beim ersten Versuch fehlerfrei funktioniert und man nachbessern muß, liegt in der natur der sache.
Es gibt kein Gesetz, dass es beim ersten Versuch nicht fehlerfrei ist.
Erstens wird es mehrere Iterationen bei der Berechnung geben, bevor etwas gefertigt wird.
Und dann sollte es (bei größeren Änderungen) auch noch einen Test geben, bevor das an die echte Rakete kommt.
Bei einem Flug zum ersten mal testen?

Aufgrund der Wiederverwendbarkeit der Komponenten ist dies auch nicht weiter schlimm, da ja jedezeit auf bereits bewährtes zurückgegriffen werden kann.
Nicht schlimm? Das Triebwerk sollte bitte nicht versagen, auch nicht beim ersten Start...

Offline Sensei

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 5228
Re: Falcon 9
« Antwort #653 am: 27. Oktober 2020, 19:12:08 »
Reminder: space X testet, anders als andere, nicht nur die Triebwerke einzeln sondern führt mit dem Gesamtsystem einen satic fire test durch.
Dazu hat die F9 noch eine engine out capability.

Und kein Produkt diese Komplexität ist bei ihrem Erstflug so perfekt, dass man daran nichts mehr verbessern kann
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Beiträge in Blaugrün sind Äußerungen in offizieller Funktion als ein Moderator des Forums.

Offline wulf 21

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1025
Re: Falcon 9
« Antwort #654 am: 29. Oktober 2020, 10:06:53 »
Aus dem GPS III-Thread:

Ursache des Startabbruchs war, dass zwei Triebwerke zu früh starten wollten, was zu einem Abbruch führte.
Der zu frühe Start hätte zu einer falschen Mischung von Treibstoff und Sauerstoff führen können und in der Folge zu etwas, das ein "hard start" genannt wurde in der Pressekonferenz. Bevor dieser zu Schäden an der Hardware führen konnte, tat die Rakete wie ihr programmiert wurde und brach ab. Bei der Inspektion fand man dann eine Substanz in einem Öffnungsventil, von der Hans Königsmann meinte, Nagellack sei eine gute Analogie um sie zu beschreiben, welche ein Ventil ("relief valve") blockierte. Sie wird verwendet, um Oberflächen zu behandeln und sei ein recht verbreiteter Stoff in der Luft- und Raumfahrt. Der Stoff blockierte ein Ventil, was zum Fehlverhalten führte. Als man dann weitere Triebwerke aufmachte, fand man denselben Fehler/dieselbe Substanz. Man konnte das Verhalten des blockierenden Ventils dann auf dem Teststand reproduzieren, auf den oben erwähnten Stoff zurückführen und arbeitet nun mit seinen Zulieferern daran, das Problem abzustellen.
Quelle: NASA-PK/ https://www.theverge.com/platform/amp/2020/10/28/21539060/spacex-falcon-9-rocket-merlin-engines-crew-1-nasa-swap?utm_campaign=lorengrush&utm_content=chorus&utm_medium=social&utm_source=twitter&__twitter_impression=true

Aus dem verlinkten Artikel geht hervor, dass es doch kein Upgrade war, sondern anscheinend nur jemand bei einem Zulieferer seine Arbeitsweise verändert hat und etwas großzügiger mit den entsprechendem Mitteln umgegangen ist. Außerdem wird gesagt, dass man alle Triebwerke geöffnet hat (ich weiß nicht, was genau mit alle gemeint hat, aber ich interpretiere das als, alle Treibwerke an momentan für Flug vorgesehenen Stufen) und dies größtenteils an Triebwerken, die noch nicht geflogen sind gefunden wurde. Demzufolge heist dass, es gab auch schon einige Triebwerke an bereits geflogenen Boostern, die den Fehler aufweisen - wahrscheinlich tritt der Fehler nur unter bestimmten umständen oder erst nach mehreren Zündungen auf, weswegen es an bisher geflogenen Stufen nicht beobachtet wurde und auch an der GPSIII-Stufe erst beim Start und nicht bei einen der vorangegangenen Tests (Triebwerk-Prüfstand, Statif Fire).

Offline Kelvin

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1273
Re: Falcon 9
« Antwort #655 am: 29. Oktober 2020, 11:12:00 »
Aus dem GPS III-Thread:
Demzufolge heist dass, es gab auch schon einige Triebwerke an bereits geflogenen Boostern, die den Fehler aufweisen - wahrscheinlich tritt der Fehler nur unter bestimmten umständen oder erst nach mehreren Zündungen auf...

Nach mehreren Zündungen scheint mir etwas unwahrscheinlich. In aller Regel ist bei einer solchen Verunreinigung der Zustand am Anfang schlechter und mit der Benutzung wird es besser. (Fremdstoffe werden wohl abgetragen, es können ja keine neuen dazukommen.) Es wird wohl so ein Korrosionsschutz ähnlich "fluid film" sein.

Daß das Problem nur bei bestimmten Betriebsbedingungen auftritt halte ich aber für fast sicher. Gleiteigenschaften von Oberflächen hängen immer auch vom Anpressdruck ab.  Daß aber die Wareneingangskontrolle oder die Montage einen Prüfstand besitzt, der die echten Betriebsbedingungen am Ventil simulieren kann, halte ich für wenig wahrscheinlich. Jetzt wird man sich dem Thema sicher mehr widmen.

Offline R2-D2

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 930
Re: Falcon 9
« Antwort #656 am: 29. Oktober 2020, 11:22:41 »
[..] Es wird wohl so ein Korrosionsschutz ähnlich "fluid film" sein.

Daß das Problem nur bei bestimmten Betriebsbedingungen auftritt halte ich aber für fast sicher. Gleiteigenschaften von Oberflächen hängen immer auch vom Anpressdruck ab.  Daß aber die Wareneingangskontrolle oder die Montage einen Prüfstand besitzt, der die echten Betriebsbedingungen am Ventil simulieren kann, halte ich für wenig wahrscheinlich. Jetzt wird man sich dem Thema sicher mehr widmen.

Es war kein Schmiermittel oder Korrosionsschutz, sondern ein Maskierfilm, der beim Anodisieren verwendet wird:
"CT scan showed something in vent line, further inspection revealed leftover lacquer (color is red) that was used for masking during anodizing surface treatment of aluminum parts."
https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=50525.msg2148005#msg2148005


Zitat
Koenigsmann: Engines were sent to McGregor, Texas for testing and they were able to reproduce the issue. The problem was traced to a blocked relief valve in the gas generator. There was leftover masking material from the production process.
— Michael Baylor (@nextspaceflight) October 28, 2020
https://twitter.com/nextspaceflight/status/1321545840092049409