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  • Start HAYABUSA-2 auf H2A 2014: 03. Dezember 2014

Autor Thema: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA  (Gelesen 149737 mal)

Offline MpunktApunkt

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #575 am: 25. Dezember 2018, 10:12:17 »
Die niedrigere Anziehung am Äquator entsteht durch die ringförmige Wulst und der dadurch größeren Entfernung zum Gravitationszentrum, es handelt sich also nicht um Dichteunterschiede ...

Faszinierend. Klingt für mich paradox. Ich hätte jetzt gedacht, dass der Wulst die Anziehung am Äquator eher erhöht, weil man dort ja mehr Masse "unter sich hat", die an einem ziehen kann, so aus Sicht der Sonde.

Naja, wenn die das so gemessen haben, ist es eben so.

Hallo,

bei so einen kleinen Körper ist die Fliehkraft außen am Wulst wahrscheinlich der entscheidende Faktor und nicht die gravitative Masse darunter.
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline Terminus

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #576 am: 25. Dezember 2018, 10:28:29 »
Die niedrigere Anziehung am Äquator entsteht durch die ringförmige Wulst und der dadurch größeren Entfernung zum Gravitationszentrum, es handelt sich also nicht um Dichteunterschiede ...

Faszinierend. Klingt für mich paradox. Ich hätte jetzt gedacht, dass der Wulst die Anziehung am Äquator eher erhöht, weil man dort ja mehr Masse "unter sich hat", die an einem ziehen kann, so aus Sicht der Sonde.

Naja, wenn die das so gemessen haben, ist es eben so.
bei so einen kleinen Körper ist die Fliehkraft außen am Wulst wahrscheinlich der entscheidende Faktor und nicht die gravitative Masse darunter.

Zuerst wollte ich es mir auch so erklären. Aber Hayabusa-2 hat ja die reine Gravitation gemessen, ohne die Fliehkraft. Dazu hätte sie auf Ryugu aufsetzen müssen. So wie ich es verstehe, gilt das Diagramm unabhängig von der Rotationsgeschwindigkeit Ryugus.

Zwar könnte man die Fliehkraft sicher auch nachträglich mit in das Diagramm einrechnen. Aber die Informationen, die rok gegeben hat, sagen ja eindeutig, dass die niedrigere Anziehungskraft am Äquator von der größeren Entfernung vom Massezentrum her rührt (und eben nicht von der Rotation). An keiner Stelle ist von Rotation oder Fliehkraft die Rede. Ich gehe davon aus, dass diese Informationen aus der Originalveröffentlichung des Diagramms stammen.

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #577 am: 25. Dezember 2018, 10:53:55 »
Aus der o. a. Quelle:

"The average density and shape of Ryugu could then be used to find the gravitational strength (gravitational acceleration) on the surface of Ryugu, which was found to have the following distribution:"

"Aus der mittleren Dichte und der Form von Ryugu wurde die Stärke der Gravitation auf der Oberfläche ermittelt und (in dem Bild, eingef. rok) dargestellt:"
 

Offline MpunktApunkt

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #578 am: 25. Dezember 2018, 11:02:30 »
Hallo,

vielen Dank für die Klarstellung meiner fehlerhaften Gedanken. Ich habe in der Tat vergessen, dass dich für die Fliehkraft ja etwas auf dem Kometenkörper mitdrehen muss.
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #579 am: 25. Dezember 2018, 11:13:03 »
errsu hat das mal ausgerechnet (#386):

"Die Zentrifugalbeschleunigung wäre rω^2=450*4π^2/(7.6*3600)^2=24 um/s^2"

Das wären also 0,024 mm/s2, immerhin am Äquator ca. 1/5 der Gravitation. Das macht das "Landen" aber wahrscheinlich auch nicht leichter einfacher.

Offline Terminus

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #580 am: 25. Dezember 2018, 22:12:58 »
Ich hatte mir das ominöse (nicht näher beschriebene) "Freifallexperiment" erst so vorgestellt, dass damit die Gravitation an zumindest mehreren Stellen von Ryugu einzeln gemessen wurde und daraus dann das Diagramm destilliert wurde. Bei näherem Nachdenken scheint mir das aber nicht mehr plausibel. Dazu hätte Hayabusa2 zwar nicht auf Ryugu aufsetzen müssen, aber die Sonde hätte zumindest mal gezielt über diese "mehreren Stellen" der Oberfläche navigiert und sich dann für eine bestimmte Zeit halbwegs synchron mit bewegen und in dieser Zeit die Bahnkrümmung mitgemessen werden müssen. (Halt so ähnlich, wie man es zum Beispiel beim Erdmond gemacht hat, um dessen "Mascons" zu ermitteln.) Und das dann eben für genug Stellen der Ryugu-Oberfläche, um daraus dieses Diagramm seriös interpolieren zu können

Also ich glaube nicht mehr, dass sie sich auch nur annähernd so einen Aufwand gemacht haben. Dazu muss man auch nur mal den Text etwas aufmerksamer lesen :-[ :

Zitat
JAXA hat aus den Daten des Freifallexperiments im August und der Oberflächengeometrie eine Karte der Ryugu-Beschleunigung erstellt.

Also wurde mit dem Freifallexperiment wohl "nur" die Gravitation von Ryugu pauschal bzw. summarisch bestimmt und dann aus der detailliert dreidimensional kartografierten Oberfläche und einem theoretischen Ansatz das Schwerefeld errechnet.

Offline Lumpi

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #581 am: 26. Dezember 2018, 01:05:28 »
Die niedrigere Anziehung am Äquator entsteht durch die ringförmige Wulst und der dadurch größeren Entfernung zum Gravitationszentrum, es handelt sich also nicht um Dichteunterschiede ...

Faszinierend. Klingt für mich paradox. Ich hätte jetzt gedacht, dass der Wulst die Anziehung am Äquator eher erhöht, weil man dort ja mehr Masse "unter sich hat", die an einem ziehen kann, so aus Sicht der Sonde.

Naja, wenn die das so gemessen haben, ist es eben so.

Warum paradox? Das ist doch auf der Erde ähnlich.
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #582 am: 26. Dezember 2018, 07:20:32 »
Bei dem Freifallexperiment wurde Hayabusa-II in einer Höhe von 6,1 km "losgelassen", also die Höhenkontolle abgeschaltet und dann die Beschleunigung aus dem Dopplereffekt des Funksignals bestimmt. In 850 m wurden die Triebwerke kurz eingeschaltet um die Sonde nach oben zu beschleunigen und anschließend die Verlangsamung des "freien Aufstiegs" gemessen.

Das Ergebnis war eine Bestimmung der Gesamtmasse von Ryugu (ca. 450 Megatonnen). Für die Untersuchung von Dichteunterschieden im Asteroiden war die Entfernung zu groß und die Messung nicht genau genug. Das Problem ist auch, dass man keine Messungen aus einem Orbit machen kann, wie bei einem Planeten, bei dem die Variationen in der Bahngeschwindigkeit auf Dichteanomalien hinweisen.


http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/topics/20181225e_AstroDynamics/

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #583 am: 27. Dezember 2018, 12:42:49 »
Hayabusa-II befand sich um ca. Mitternacht MEZ in einer Höhe von ca. 40 km über Ryugu. Die Flugkurve entsprach sehr genau den Berechnungen, die Kommunikation funktioniert einwandfrei und am 29.12. wird die Sonde wieder in den Ruheraum in einer Höhe von 20 km eingebremst.

Ich bin weiterhin beeindruckt, wie perfekt JAXA diese Mission durchführt.

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #584 am: 29. Dezember 2018, 10:02:28 »
Hayabusa-II ist heute nacht um ca. 1:30 MEZ wieder in 20 km Höhe über Ryugu angekommen. Bereits in den letzten Tagen wurde die Daten, die in den letzten Wochen gespeichert wurden (hauptsächlich Telemetrie und interne Messwerte) vollständig heruntergeladen. Der Zustand der Sonde ist weiterhin ohne Probleme.

Offline spacecat

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #585 am: 09. Januar 2019, 17:18:20 »
Guten Abend allerseits,

es ist endlich soweit. Die Japan Times schreibt, das sich das Hayabusa2-Team nun auf die erste Probenentnahme auf Ryugu vorbereitet. Diese sollte eigentlich schon im späten Oktober letzten Jahres stattfinden, wurde aber dann verschoben, als den Wissenschaftlern klar wurde, das die Oberfläche des Asteroiden mit mehr und größeren Felsbrocken bedeckt ist. Die Sonde benötigt aber zur Landung und Probenentnahme eine Fläche möglichst frei von Felsenriffs und die verbleibenden Brocken dürfen 50 bis 70cm nicht im Durchmesser überschreiten. Der Grund dafür liegt in der Art, wie das Gestein entnommen werden soll. Hierfür nähert sich die Sonde bis auf 12 Meter von der Bodenmannschaft kontrolliert an Ryugu an und legt die verbleibenden Meter in einem autonomen Modus zurück. Die Sonde setzt dann auf einem einen Meter langen Trichter auf, durch den ein 5 Gramm schweres Tantalprojektil auf die Oberfläche geschossen wird. Die dabei entstehenden Gesteinsplitter werden dann durch den Trichter geleitet in einem Probenbehälter gesammelt. Danach hebt Hayabusa sofort wieder ab, um die Zeit auf Grund gering zu halten. Größeres Gestein in der Umgebung kann dabei aber die Solarflächen oder den Sondenkörper beschädigen. Daher wurde diese Prozedur in den letzten Monaten dreimal bis zum vorletzten Prozessschritt geübt und ein geeigneter Landeplatz gesucht und gefunden. Die trotzdem gewagte Entnahme soll nun im späten Januar erfolgen. Ich wünsche den Japanern dabei viel Glück!  :)

Quelle

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #586 am: 16. Januar 2019, 16:14:48 »
Jetzt liegt eine englische Zusammenfassung der Pressekonferenz vom 8.1.2019 vor:

http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/enjoy/material/press/Hayabusa2_Press20190108_ver4_en3.pdf

Die erste Probenahme TD1 (Touch Down 1) soll in der 8. KW, also ab dem 18.2.2019 erfolgen, nähere Einzelheiten werden in einer weiteren Information am 6.2. bekannt gegeben.

JAXA hat beschlossen, den Landeort im Bereich L08 anzufliegen, in einer Entfernung von ca.  5   3 m - 20 m vom bereits abgeworfenen Marker. An diesem Marker wird sich Hayabusa-II beim TD orientieren.

Und Ryugu wurde ausgiebig "benamst".

Im Januar wird H.-II den Asteroiden aus der "Box-B" beobachten, d. h. aus einer Höhe von ca. 20 km aber bis zu 10 km entfernt von der Achse Ryugu-Erde (bzw. -Sonne). Damit bekommt man genauere Höhenprofile, weil das Sonnenlicht "streifend" einfällt und hat auch einen Blick auf die Pole.

Offline Andreas

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #587 am: 16. Januar 2019, 18:33:45 »
Und Ryugu wurde ausgiebig "benamst".
Die Bezeichnung  Saxum, pl. Saxa, für eine Oberflächenstruktur ist neu bei der IAU.
Finde es ideal für Asteroiden und Kometen. Mal schauen was noch so folgt, jetzt wo
die Strukturbezeichnung offiziell ist.
Der legendäre Phobos-Monolith kommt vllt endlich zu einem klangvollen Namen.
Auf 67P/Churyumov-Gerasimenko kann ich mir noch ein paar getaufte Felsbrocken
vorstellen.

Andreas 

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #588 am: 21. Januar 2019, 13:20:01 »
Hayabusa-II hat in den letzten Tagen den Asteroiden unter verschiedenen Blickwinkeln und Sonnenständen fotografiert und außerdem ein Manöver geflogen, das dem geplanten ersten Touch Down (TD-1) entspricht. Dabei wurde das untere Ende des Sammelrohres mittels LIDAR und durch die öffentlich finanzierte Kamera (CAM-H, s. o. # 535) beobachtet, um sicherzustellen, dass beim finalen Bremsmanöver mit den chemischen Triebwerken nicht eine Bewegung des Sammlers falsch interpretiert wird, was zu einem Abbruch des Manövers führen könnte.

http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/topics/20181026e_CAM-H/

In den nächsten Tagen werden alle Parameter der Sonde nochmal genau eingestellt (bspw. die Tankdrücke) und dann ein Beschleunigungstest durchgeführt, um ein optimales Bremsverhalten beim TD-1 zu programmieren.

http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/news/status/

......
edit 23.1.:
Es gab außerdem einen 10 Sekunden Dauertest für die chemischen (Hydrazin/MON-3) Triebwerke. Dabei wurde auch das Funktionieren der Lageregelung getestet. Das wird erforderlich, wenn Hayabusa-II nach dem Aussetzen der Sprengladung und der freifliegenden Kamera in den Splitterschatten von Ryugu fliegt, wobei die Triebwerke etwa 20 Sekunden laufen werden. Auch das hat "im Wesentlichen" funktioniert:

http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/news/status/


Und es gibt aktuell einen groben Zeitplan für 2019:

http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/news/schedule/
« Letzte Änderung: 23. Januar 2019, 09:55:41 von rok »

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #589 am: 07. Februar 2019, 04:13:51 »
Der erste touchdown ist vorgesehen für den 22.2., 8:00am JST. Das heißt also in der Nacht vom Do./Fr. um Mitternacht MEZ.

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #590 am: 13. Februar 2019, 14:08:15 »
Jetzt gibt es auch die englische Übersetzung der JAXA-Presseinformation vom 6.2.2019, dabei geht es hauptsächlich um die erste Probenahme (TD 1), die wie bereits angekündigt, um Mitternacht MEZ am 21./22. Februar stattfinden soll (44 Seiten):

http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/enjoy/material/press/Hayabusa2_Press20190206_ver8_en3.pdf

(Adresse korrigiert)


......

Termine aus dieser Info (Zeiten in MEZ):

Mi., 7:00, JAXA-Pressekonferenz zum TD1

Do., 21:30, Presseinformationen aus dem Kontrollcenter mit Interviews in engl.

Do., 23:00, Liveübertragung der Hayabusa-Daten und Bilder (in engl. Übersetzung)
« Letzte Änderung: 13. Februar 2019, 15:37:15 von rok »

Offline aasgeir

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #591 am: 18. Februar 2019, 10:57:09 »
Wegen der unerwartet "steinigen" Oberfläche von Ryugu hat JAXA in Bodentests die Probennahme unter solchen Bedingungen nachvollzogen, um sicher zu sein, dass die vorgesehene Probennahmetechnik am Freitag auch funktionieren wird :

https://twitter.com/haya2e_jaxa/status/1097417737243107328

Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #592 am: 20. Februar 2019, 07:16:34 »
Die Pressekonferenz beginnt gleich demnächst irgendwann oder ich habe den japanischen Text zu einer Verschiebung nicht verstanden  ;) :

http://www.nhk.or.jp/special/space/#/english
« Letzte Änderung: 20. Februar 2019, 10:32:58 von rok »

Offline Duncan Idaho

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #593 am: 21. Februar 2019, 06:18:36 »
Es geht abwärts.
Sie geben sogar etwas Gas um im Zeitplan zu bleiben.

Zitat
[TD1 - L08E1] Today (2/21) 12: 36 (JST),  the decision to begin the touchdown operation was declared as "GO".  While the descent start time is delayed about 5 hours, the speed to 5km altitude will be increased slightly so there is no change to the scheduled time for touchdown.
https://twitter.com/haya2e_jaxa/status/1098441020268838912

Ich drück Daumen.

Das ist noch mal der Plan.

https://twitter.com/coreyspowell/status/1097711175436042240
#I NEVER WANT TO HOLD/SCRUB AGAIN.

Offline Andreas

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #594 am: 21. Februar 2019, 08:14:26 »
Navigationsbilder  der Operation TD1-L08E1 (Echtzeit)



http://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/galleries/onc/nav20190221/

Andreas

Offline FlyRider

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #595 am: 21. Februar 2019, 14:59:40 »
Keine 5000 Meter mehr



P.S.: Aktuell belegt Hayabusa 2 DSN Antennen in Madrid und 1 von Goldstone. Es scheint sich also was zu tun...

Offline sophismos

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #596 am: 21. Februar 2019, 15:31:07 »
Live-Stream in 7 Stunden hier

Credit

https://www.youtube.com/watch?v=qeMwAdquDYM




Offline rok

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #597 am: 21. Februar 2019, 17:03:43 »
 Ich gestatte mir mal ein Bild des Touch Down 1 aus der Sicht eines Beobachters auf Ryugu.


Zunächst kommt dieses riesige Teil, das die Größe eines großen Zimmers hat (Grundfläche 6,0 m x 4,2 m, Höhe mit Sammelrohr ca. 2,8 m) mit einer Geschwindigkeit von ca. 10 cm/sec hereingeschwebt und bleibt in einer Höhe von ca. 45 m stehen.


Dort wird geprüft ob der Laser Range Finder (LRF) funktioniert, das ist ein mehrkanaliges Entfernungsmessgerät, das für die Navigation im Nahbereich eingesetzt wird. Außerdem wird zum letzten Mal getestet, ob der Marker, der im letzten Jahr abgeworfen wurde, eindeutig von der Steuerungssoftware identifiziert wird. Dieser Marker ist ein mit Pellets gefülltes Stoffsäckchen, genäht aus einer hochreflektiven Folie, das sogar aus einer Entfernung von 20 km als heller Lichtpunkt auf Ryugu erkennbar ist.


Wenn alles gut aussieht, erfolgt die endgültige Entscheidung zur Landung etwa um 22:00 MEZ. Danach schaltet Hayabusa-II etwa eine Stunde vor dem geplanten Touch Down von seiner Hauptantenne auf die Niedriggewinnantenne um, da sich die Sonde ab jetzt an der Oberfläche des Asteroiden ausrichtet. Das letzte Bild aus der Liveübertragung werden wir also ca. ½ Std. vor dem TD sehen Von jetzt an gibt es nur noch den Austausch wichtiger Daten, einschließlich der Möglichkeit eines Abbruchbefehls aus dem Kontrollzentrum.


Hayabusa-II lässt sich dann in vollständig autonomer Steuerung auf eine Höhe von 8,5 m fallen. Das Kontrollzentrum hat nun keine Einflussmöglichkeit mehr, da die Signallaufzeit (hin + rück) z. Z. ca. 34 38 Minuten beträgt.

 
In der Höhe von ca. 8,5 m wird die Sonde zum letzten Mal abgebremst und um ein paar Grad gekippt, um sich an die Landungsfläche anzupassen, die Sonde wird also leicht schräg landen. Wenn der Marker dann aus dem Blick der Weitwinkelkamera W1 einen bestimmten Punkt erreicht hat, beschleunigt H.-II horizontal, bis sie relativ zur Oberfläche stillsteht und dabei den Marker unter einem bestimmten Blickwinkel sieht. Die Landung erfolgt dann an einem Punkt, der ca. 15 5 m vom Marker entfernt ist.


Während des Touch Down beobachtet ein weiterer LRF eine kleine reflektierende Fläche am Fuß des Sammelrohres, sobald diese sich bewegt, wird das Geschoss zur Probenahme ausgelöst und nach ca. einer Sekunde beschleunigt die Sonde nach oben. Nach einigen Minuten oder Stunden (geändert) wird wieder abgebremst, um zusätzliches Material, das sich in dem umgebördelten unteren Rand des Sammelrohres befindet, in die erste Probenkammer zu befördern.


Wenn das alles funktioniert hat, beschleunigt H.-II erneut und richtet sich bzw. die großen Hauptantennen zur Erde aus, um erste Bilder zu senden, die ab ca. 20 Minuten nach dem Touch Down zu sehen sein sollten. Außerdem wird dann später die erste Probekammer durch einen rotierenden Schieber verschlossen, um das Material nicht bei irgendwelchen Manövern wieder zu verlieren.


(Zahlen korrigiert)

« Letzte Änderung: 21. Februar 2019, 22:02:20 von rok »

Offline FlyRider

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #598 am: 21. Februar 2019, 20:13:38 »
Tolle Schilderung  :D   Danke!

Das "riesig" würde ich bei Hayabusa evtl. streichen, ich finde es eher toll, was die Japaner alles in diese realtiv kleine Sonde eingebaut haben (Impactor, mobile Kamera, gleich mehrere Rover, Sample - Aufnahme Mechanismus, Rückkehrkapsel mit Hitzeschild). Ein wirklich feines Teil und eine anspruchsvolle Mission!

Offline MpunktApunkt

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Re: HAYABUSA-2 zu Asteroid (162173) Ryugu auf H-IIA
« Antwort #599 am: 21. Februar 2019, 23:16:24 »
Hallo,

die "Landung" läuft. Man schwebt momentan wohl bei 180 Meter.

Auf Youtube gibt's einen englisch übersetzten Livestream:


https://www.youtube.com/watch?v=qeMwAdquDYM

Die Japaner stehen sehr auf "Split-Screen": ;D

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