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Autor Thema: EU - Space Policy auf EU-Ebene  (Gelesen 123727 mal)

Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #350 am: 01. Juni 2018, 21:58:19 »
Was für ein Rundumschlag - ich versuche mal zu sortieren.

Du kritisierst Arianespace/Arianegroup, die sich aber als JointVenture gegründet haben und eine kommerzielle Basis (Airbus) darstellt.
Du kritisierst die fehlende Vision, die EU hat aber eine Strategie (Galileo/Copernicus) - ok, muß einem nicht gefallen, aber ist so. Ändere das mal. ;)
Du kritisierst die ESA, die nicht mehr auf Konkurrenz setzt.

Deine Vorstellung ist wohl, dass es ein europäisches SpaceX geben sollte - ein Startup, ein innovatives, mit einem charismatischen Unternehmer und ein bisschen verrückt mit vielen Versprechungen und gepushed mit reichlich Steuergeld. Ja, davon sprechen viele.

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #351 am: 01. Juni 2018, 22:21:55 »
Was für ein Rundumschlag - ich versuche mal zu sortieren.

Du kritisierst Arianespace/Arianegroup, die sich aber als JointVenture gegründet haben und eine kommerzielle Basis (Airbus) darstellt.
Du kritisierst die fehlende Vision, die EU hat aber eine Strategie (Galileo/Copernicus) - ok, muß einem nicht gefallen, aber ist so. Ändere das mal. ;)
Du kritisierst die ESA, die nicht mehr auf Konkurrenz setzt.

Deine Vorstellung ist wohl, dass es ein europäisches SpaceX geben sollte - ein Startup, ein innovatives, mit einem charismatischen Unternehmer und ein bisschen verrückt mit vielen Versprechungen und gepushed mit reichlich Steuergeld. Ja, davon sprechen viele.

Galileo ist nicht schlecht, man muss mir nur mal erklaeren, wieso man damit erst 25 Jahre nach GPS und Glonass um die Ecke kommt? Dass es im Endeffekt 50 Prozent teurer war als geplant, geschenkt. Aber 25 Jahre spaeter als die Konkurrenz? Das meine ich mit Visionen. In den USA und Russland wurde es entwickelt, weil man der Meinung war, es koennte sinnvoll sein. Galileo wurde in Angriff genommen, als es gebraucht wurde. Soll das in Zukunft so weiter gehen? Will man immer hinterherhecheln? Viel Spass.

Und haben nicht gerade die privaten Visionaere die USA aus dem Dornroeschenschlaf geweckt. Womit hat denn die NASA ohne Budget und ohne Visionen nach dem Shuttle die Menschen begeistert? Was soll uns Hoffnung machen, dass eine Strukturreform irgendwo Besserung in der europaeischen Raumfahrt bringt? Und wenn viele ueber den verrueckten Musk sprechen, der hat es zumindest geschafft, dass der amerikanische Steuerzahler wieder bereit ist, Geld fuer die Raumfahrt als sinnvolle Ausgabe zu erachten! Er hat dafuer gesorgt, dass das Establishment aufgeschreckt wurde. Was ist also schlecht, wenn viele Menschen davon reden? Und gepusht mit reichlich Steuergeld? Die Frage muss wohl laufen, warum macht das die US Regierung und wann hat sie damit angefangen? Und was passiert mit den Steuergeldern? Im Gegensatz zur europaeischen Raumfahrt kann ich mir vorstellen was SpaceX damit anstellt.

Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ich wette, in 10 Jahren ist entweder die europaeische Raumfahrt am Ende, oder wir fuehren die Diskussion des “Rundumschlags” von vorne.

PS: Ich war in den 90iger Jahren begeistert, die Ariane fliegen zu sehen. Ich war begeistert, das Shuttle fliegen zu sehen. Ich war von der MIR begeistert. Nationalitaeten haben mich dabei nie interessiert. Wie soll ich aber von einem Konstrukt begeistert sein, dass seine Marktfuehrerschaft in buerokratischem Geplaenkel verloren hat und heute in Selbstmitleid ertrinkt? Also ja, ein europaeisches SpaceX und ein europaeisches BO waeren richtig toll.

Offline stillesWasser

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #352 am: 02. Juni 2018, 07:59:24 »
Stell dir vor, Raumfahrt geht nicht nur um Raketenstarts.
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #353 am: 02. Juni 2018, 08:52:53 »
Stell dir vor, Raumfahrt geht nicht nur um Raketenstarts.

Dann kann man sich doch gleich auf diese Kompetenzen konzentrieren. Ich lass das jetzt mal bleiben. Ich habe meine Meinung mehr als genug zum Ausdruck gebracht.  ;)

Offline stillesWasser

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #354 am: 02. Juni 2018, 11:10:30 »
Das sollte auch kein Argument gegen deine Inhalte zum Thema europäische Launcher sein.
Da bin ich anderer Meinung und ich könnte mir auch den Aufwand machen, dir an einigen Stellen zu zeigen, an denen du schlicht falsches als Grundlage für deine Meinung genommen hast, aber das wurde hier alles schon so oft gemacht und trotzdem werden diese Sachen immer wieder genannt, da bin ich es einfach Leid darauf einzugehen

Aber du hast jetzt mehrfach gemeint, die europäische Raumfahrt sei am Ende, die ESA sei am Ende, man solle europäische Raumfahrt bleiben lassen, europäische Raumfahrt nicht um jeden Preis, das letzte gute europäische Raumfahrtprojekt ist 20 Jahre her, usw. Und daher wollte ich dich einfach mal daran erinnern, dass für manche Leute Raketenstarts kein Selbstzweck sind sondern eine Mission erst dann richtig los geht, wenn der Start zu Ende ist.
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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #355 am: 02. Juni 2018, 11:46:38 »
Das sollte auch kein Argument gegen deine Inhalte zum Thema europäische Launcher sein.
Da bin ich anderer Meinung und ich könnte mir auch den Aufwand machen, dir an einigen Stellen zu zeigen, an denen du schlicht falsches als Grundlage für deine Meinung genommen hast, aber das wurde hier alles schon so oft gemacht und trotzdem werden diese Sachen immer wieder genannt, da bin ich es einfach Leid darauf einzugehen

Aber du hast jetzt mehrfach gemeint, die europäische Raumfahrt sei am Ende, die ESA sei am Ende, man solle europäische Raumfahrt bleiben lassen, europäische Raumfahrt nicht um jeden Preis, das letzte gute europäische Raumfahrtprojekt ist 20 Jahre her, usw. Und daher wollte ich dich einfach mal daran erinnern, dass für manche Leute Raketenstarts kein Selbstzweck sind sondern eine Mission erst dann richtig los geht, wenn der Start zu Ende ist.

Was glaubst Du, wie lange die Privatwirtschaft diesen Sektor noch ignoriert, wenn man auch damit Geld verdienen kann? Die fangen ja jetzt schon an, eigene Satelliten zu bauen. Und da meine ich noch nicht mal Iridium&Co Das ist doch nur der Anfang. Private Raumfahrt gibt es seit gerade einmal 15 Jahren, wie lange glaubst Du, brauchen die, um auch in andere Bereiche vorzudringen? Heute ist doch nix laenger als 6 Monate in Stein gemeiselt. Galileo hat von der Planung bis zur Realisierung knapp 20 Jahre gedauert. Wie lange wird es wohl dauern, bis z.B. das LEO Satelliten Internet installiert sein wird und wenn erfolgreich, wie lange wird man in Europa brauchen, um was aehnliches zu bauen.

Es gibt keine richtige oder falsche Meinung zum Thema. Nur die Zeit wird zeigen, wer die richtige Strategie hat und fuer die Zukunft gut aufgestellt ist. Meine Meinung ist halt die, dass die Glanzeiten der europaeischen Raumfahrt in den 90iger Jahren zu finden sind, seit dem geht es kontinuierlich bergab.

Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #356 am: 02. Juni 2018, 14:19:08 »
Und daher wollte ich dich einfach mal daran erinnern, dass für manche Leute Raketenstarts kein Selbstzweck sind sondern eine Mission erst dann richtig los geht, wenn der Start zu Ende ist.

Umgekehrt wird allerdings auch ein Schuh draus. Zumindestens die EU hat das Launcher-Thema komplett ausgeklammert und nur die Nutzung in den Blick genommen.

Im weiteren will man die Raumfahrtpolitik in Richtung Digitalisierung entwickeln.
http://www.consilium.europa.eu/de/policies/eu-space-programmes/

Das ist natürlich nicht verkehrt, aber nicht unbedingt inspirierend.

Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #357 am: 06. Juni 2018, 00:10:01 »
Die EU will in kürze ein Papier zur Raumfahrtpolitik veröffentlichen, in der die GSA als Agentur für Galileo neu positioniert wird. Die ESA bleibt zwar für Beschaffungen für die EU zuständig, aber manche befürchten eine Konkurrenz zwischen ESA und GSA.

Die Probleme bei der Galileo-Beschaffung und dem Brexit sollen nun durch Mehrheitsentscheid möglich werden. Nicht EU-Länder sollen Programme der EU nicht blockieren dürfen.

https://www.ft.com/content/8b37b0ea-68d6-11e8-8cf3-0c230fa67aec

Offline tobi

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #358 am: 06. Juni 2018, 09:43:01 »
Heute wird das 16 Milliarden EU Raumfahrtbudget für 2021-2027 vorgestellt:
https://twitter.com/EBienkowskaEU/status/1004266053256572929

Das sind über 2 Milliarden Euro pro Jahr. Jetzt nochmal verdoppeln und der EU Anteil an der ESA-Finanzierung ist größer als der Rest von den Mitliedsstaaten. Dann kann man es eigentlich auch alleine machen.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #359 am: 06. Juni 2018, 15:13:44 »
ESA-Chef Wörner schlägt vor, dass die EU das Budget auf der Ministerratskonferenz koordinieren solle. Dabei sollen Nicht-EU Länder kein Stimmrecht haben.

https://www.ft.com/content/84a5406c-67ff-11e8-8cf3-0c230fa67aec

Als wäre die Entscheidungsfindung nicht schon komplex genug. ;)

Offline tobi

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #360 am: 06. Juni 2018, 16:00:39 »
ESA-Chef Wörner schlägt vor, dass die EU das Budget auf der Ministerratskonferenz koordinieren solle. Dabei sollen Nicht-EU Länder kein Stimmrecht haben.

https://www.ft.com/content/84a5406c-67ff-11e8-8cf3-0c230fa67aec

Als wäre die Entscheidungsfindung nicht schon komplex genug. ;)

Ich lach mich schlapp. :D Wenn Nicht-EU Länder kein Stimmrecht haben sollen, dann können wir die ESA gleich abschaffen und eine EU Agentur machen. Dabei hat er in seinem letzten Blogeintrag noch von der ESA rumgeschwärmt, die verschiedene Interessen aufnehmen würde von EU, Mitgliedstaaten etc. pp.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #361 am: 06. Juni 2018, 19:36:41 »
Aha, die GSA wird umbenannt in "'EU Agency for the Space Programme" !

Die EU will keine Galileo Agentur, sondern eine für ihre Raumfahrtprogramme.
Also ja, die Einwände der ESA sind nachvollziehbar - eine Lösung (Reform) aber weder bei der ESA noch der EU nicht in Sicht.
Und das Launcherthema mit Wiederverwendbarkeit hat man sich auch gleich auf die Fahne geschrieben.

Galileo sollte mal 3,4 Mrd kosten, dann 5,2 - jetzt also weitere 9,7 Mrd. - dafür könnte man viele spannende Projekte machen.

https://ec.europa.eu/growth/content/eu-budget-%E2%82%AC16-billion-space-programme-boost-eu-space-leadership-beyond-2020_en

Offline tobi

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #362 am: 06. Juni 2018, 19:50:44 »
Aha, die GSA wird umbenannt in "'EU Agency for the Space Programme" !

Exzellente Nachrichten! 8)

Zitat
The European Global Navigation Satellite Systems Agency, to be renamed the 'EU Agency for the Space Programme', will increasingly support the exploitation and market uptake of EU space activities and play an increased role in ensuring the security of all the components of the programme.
Fokus liegt wohl erstmal auf Raumfahrtanwendungen und Sicherheit.

Hier das Gründungsdokument der EU Raumfahrtagentur:
https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/budget-june2018-space-programme-regulation_en.pdf

Zitat
This Regulation establishes the European Union Agency for the Space Programme ('Agency')
that  replaces  and  succeeds the  European  GNSS  Agency  established  by  Regulation  (EU) No 912/2010 and lays down the rules of operation of the Agency.

Ein historischer Moment, viel wichtiger als andere Events heute.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tobi

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #363 am: 06. Juni 2018, 20:24:38 »
Artikel 3, Ziffer (d)
Zitat
a  space  surveillance  and  tracking  system  aiming  to  improve,  operate  and  provide  data, information  and  services  related  to  the  surveillance  and  tracking  of active  and  inactive spacecraft, discarded launchers stages, debris and debris fragments that orbit around the Earth and  complemented  by  observational  parameters  related  to  space  weather  events  and  the  risk of near earth objects ('NEOs') approaching earth monitoring (‘SST’);

Die EU macht bei Weltraumüberwachung jetzt ernst.

Ziffer (e)
Zitat
a   governmental   satellite   communications   service   enabling   the   provision   of   satellite communications  services  to  Union  and  Member  State  authorities  managing  security  critical missions and infrastructures (‘GOVSATCOM’)
Sichere Satellitenkommunikation ist jetzt auch ein Schwerpunkt.

Zitat
Article 5
Access to space
The Programme shall support:
(a) provision of launching services for the needs of the Programme;
(b) development activities linked to autonomous, reliable and cost-efficient access to space;
(c) where this is required for the needs of the Programme, the necessary adaptations to the space
ground infrastructure.
Der Zugang zum All soll autonom, zuverlässig und kosteneffizient sein. Und Bodeninfrastruktur soll bezahlt werden, da freut sich CNES.

Zitat
The Commission shall conclude with the Agency and the European Space Agency a financial framework partnership agreement as provided for in [Article 130] of the Financial Regulation. That financial framework partnership agreement shall:
–clearly  define  the  responsibilities  and obligations  of  the  European  Space  Agency  with
regard to the Programme;
–require  that  the  European  Space  Agency  complies  with  the  security  rules  of  the  Union
programme, in particular with regard to the processing of classified information;
Eieiei, das dürfte schwierig werden.

Zitat
The Agency shall be represented by its Executive Director.
Der EU Direktor dürfte mehr zu sagen haben als der ESA DG.

Zitat
The seat of the Agency shall be located in Prague (Czech Republic).
Die Agentur sitzt in Prag, das war zu erwarten.

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #364 am: 06. Juni 2018, 21:12:02 »
Aha, die GSA wird umbenannt in "'EU Agency for the Space Programme" !

Die EU will keine Galileo Agentur, sondern eine für ihre Raumfahrtprogramme.
Also ja, die Einwände der ESA sind nachvollziehbar - eine Lösung (Reform) aber weder bei der ESA noch der EU nicht in Sicht.
Und das Launcherthema mit Wiederverwendbarkeit hat man sich auch gleich auf die Fahne geschrieben.

Galileo sollte mal 3,4 Mrd kosten, dann 5,2 - jetzt also weitere 9,7 Mrd. - dafür könnte man viele spannende Projekte machen.

https://ec.europa.eu/growth/content/eu-budget-%E2%82%AC16-billion-space-programme-boost-eu-space-leadership-beyond-2020_en

Ich waehne mich gerade im falschen Film! Wozu braucht Galileo nochmal 9,7 Mrd. Euro? 60 Prozent des Raumfahrtetats. Ernst gemeinte Frage. Copernicus kann ich nachvollziehen, ansonsten ist das doch bloss Stuehleruecken und massive Verschwendung von Steuergeldern. Prag als Standort macht Sinn. In Tschechien ist das Bier nach wie vor sehr preiswert.

Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #365 am: 07. Juni 2018, 08:55:00 »
Keine Ahnung, wie die EU auf 9,7 Mrd für den Zeitraum 2021-27 kommt, aber anscheinend waren für 2014-20 bereits knapp über 7 Mrd. für die Aufbauphase eingeplant.

Das Galileo eine Dauerinvestition ist, wird man lernen müssen. Wegen des Brexit soll es a) mehr für die einzelnen Länder kosten und b) möglicherweise Mehrkosten geben.

Interessanterweise steht aber Oettinger als EU-Haushaltskommissar voll hinter Galileo. Aber erstmal ist das nur der Vorschlag der Kommission und die Mitgliedsstaaten müssen noch zustimmen (und dann bezahlen).

https://uk.finance.yahoo.com/news/brexit-game-changer-eu-spending-says-commission-amid-criticism-cuts-111333771.html

Offline tobi

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #366 am: 07. Juni 2018, 09:03:14 »
Es müssen halt regelmäßig Satelliten nachgeschossen werden. Außerdem sollen die Satelliten auch verbessert werden.

Die Amerikaner pumpen auch viel Geld ins GPS (2014):
http://spacenews.com/40068us-air-force-orders-two-more-gps-3-satellites/

Zitat
As of late last year, the estimated cost of the GPS 3 space segment through the first eight satellites was $4.4 billion, including nearly $2.8 billion for development and $1.6 billion for procurement, according to a newly released U.S. Government Accountability Office report on military acquisition programs. That translates into an average amortized cost of $547 million per satellite, a 5.6 percent increase from 2008 estimates, the report said.
Das GPS 3 Segment kostet über 500 Millonen Dollar pro Satellit (inkl Entwicklungskosten)

Oder hier noch teurer (2015):
http://spacenews.com/gps-3-sat-ground-segment-costs-rose-1b-in-last-year/
Zitat
In its annual space acquisition report to Congress April 29, the GAO said the current price tag for the GPS 3 program is $4.9 billion for the satellites and $4.1 billion for the ground system, known as the Operational Control Segment, or OCX. Those figures are up from $4.4 billion and $3.5 billion, respectively, from the same report last year.
GPS 3 kostet 4,9 Milliarden für die Satelliten und 4,1 Milliarden für das Bodensegment.
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Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #367 am: 07. Juni 2018, 11:04:59 »
Die ESA nimmt Stellung zum EU-Vorhaben, findet das gut, will ein Partnerschaftsabkommen über den Finanzrahmen zwischen EU und ESA verhandeln und verspricht volle Transparenz.

"Wir werden uns über die Weiterentwicklung unserer Beschlussfassungsverfahren Gedanken machen, was nach Ansicht des ESA-Generaldirektors notwendig ist, um die Verwirklichung von Weltraumprogrammen der EU durch die ESA und die mögliche Beteiligung der EU an fakultativen Programmen der ESA zu erleichtern.

Wir werden die Einzelheiten der Verordnung eingehend prüfen und den spezifischen Inhalt mit den ESA-Mitgliedstaaten erörtern."

http://www.esa.int/ger/For_Media/Press_Releases/Europaeische_Weltraumorganisation_begruesst_Vorschlag_der_Europaeischen_Kommission_zu_Weltraumtaetigkeiten

Offline tobi

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #368 am: 07. Juni 2018, 12:10:21 »
Die ESA [...] verspricht volle Transparenz.

Oh wer entdeckt das Oxymoron in diesem Satz?
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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #369 am: 07. Juni 2018, 15:02:33 »
Die ESA [...] verspricht volle Transparenz.

Oh wer entdeckt das Oxymoron in diesem Satz?

Da gibt es mehrere. Welches meinst Du.

Offline stillesWasser

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #370 am: 07. Juni 2018, 17:47:01 »
Na da haben sich ja zwei gefunden...   ::)

Was ist denn an EU so hui aber an der ESA pfui?
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline tomtom

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #371 am: 07. Juni 2018, 18:25:39 »
Michael Khan kommentiert das EU-Vorhaben und interpretiert, dass anscheinend die ESA "zunächst noch weiter bestehen soll."

Eine EU Agentur sei im Prinzip zwar die richtige Entscheidung, aber eine Zersplitterung in diverse nationale und internationale Agenturen ist ein Schwächung gegenüber USA, Russland und China.

https://scilogs.spektrum.de/go-for-launch/die-eu-bekommt-eine-raumfahrtagentur/

Offline tobi

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #372 am: 07. Juni 2018, 18:31:43 »
Was ist denn an EU so hui aber an der ESA pfui?

Die EU macht eine Reform nach der anderen und baut das Raumfahrtengagement in Rekordzeit aus. Die Geldmittel haben sich in den letzten 10 Jahren vervielfacht. Jetzt rettet die EU mit dem Buy European Act noch die Ariane 6 vor dem Untergang.

Erst Galieo, dann Copernicus, jetzt Weltraumüberwachung und GovSatCom.

Mir ist jetzt keine größere strukturelle Reform in Erinnerung, die die Ministerratskonferenz durchgewunken hat. Die Geldmittel der ESA sind ja auch hauptsächlich wegen der EU gestiegen. Der Geo Return wird weiter ohne Kompromisse durchgezogen.

Die letzten 10 Jahre zeigen doch eindeutig, dass wenn es eine Veränderung in Europas Raumfahrt gibt, dann kommt sie aus Brüssel.
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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #373 am: 07. Juni 2018, 19:34:17 »
Was ist denn an EU so hui aber an der ESA pfui?

Die EU macht eine Reform nach der anderen und baut das Raumfahrtengagement in Rekordzeit aus. Die Geldmittel haben sich in den letzten 10 Jahren vervielfacht. Jetzt rettet die EU mit dem Buy European Act noch die Ariane 6 vor dem Untergang.

Erst Galieo, dann Copernicus, jetzt Weltraumüberwachung und GovSatCom.

Mir ist jetzt keine größere strukturelle Reform in Erinnerung, die die Ministerratskonferenz durchgewunken hat. Die Geldmittel der ESA sind ja auch hauptsächlich wegen der EU gestiegen. Der Geo Return wird weiter ohne Kompromisse durchgezogen.

Die letzten 10 Jahre zeigen doch eindeutig, dass wenn es eine Veränderung in Europas Raumfahrt gibt, dann kommt sie aus Brüssel.

Dafuer sorgt die EU aber, dass ein richtiges Chaos herrscht, wer was basteln darf. Ein richtiges Rettungspaket fuer Ariane 6 kann ich auch nicht erkennen, fuerchte aber, dass da “nachgebessert” wird, wenn erforderlich. Ehrlich gesagt sehe ich ueberall ueberbordende Buerokratie...

Offline TWiX

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Re: EU - Space Policy auf EU-Ebene
« Antwort #374 am: 08. Juni 2018, 08:48:32 »
Also ich finde, eine EU-Raumfahragentur ist an und für sich eine gute Sache, allerdings sollte sie dann nach und nach auch mit den Kompetenzen und Geldmitteln versehen werden, damit dies auch glaubwürdig gelingt. Der einfachste, wenn auch politisch wahrscheinlich sehr beschwerliche Weg dahin wäre eigentlich, die nationalen Raumfahrtagenturen nach und nach in der EU-Agentur aufgehen zu lassen und, sobald man mit den nicht-EU-Mitgliedern eine Übereinkunft (z.B. Mitgliedschaft wie in der Zollunion, sprich als assoziiertes Mitglied oder ähnlichem) gefunden hat, auch die ESA aufzulösen. Klar, das wird nicht von heute auf morgen geschehen, aber meiner Meinung nach hat heutzutage nur noch in Form der EU Europa die notwendige Stärke, um großangelegte Raumfahrtprojekte durchzuführen. Neben den strategischen Programmen, die wohl jetzt schon bei der EU landen werden auch Missionen im Bereich der unbemannten und bemannten Raumfahrt...
Hätte vllt zusätzlich den positiven Nebenaspekt der Identifikation mit der EU, so, wie man beispielsweise die USA immer mit der Mondlandung verbindet, die EU dann eben mit einem von ihr durchgeführten Projekt...

Wäre es eigentlich nicht sinnvoll, für die EU Agency for the Space Programme ein eigenes Thema aufzumachen?


Edit tomtom: ich hab einen älteren Thread dafür umbenannt:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13483.0

« Letzte Änderung: 08. Juni 2018, 10:06:16 von tomtom »

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