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Autor Thema: "Decadal survey" für Planetenmissionen  (Gelesen 6656 mal)

Offline tobi

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"Decadal survey" für Planetenmissionen
« am: 05. März 2011, 09:07:09 »
Welche Planetemissionen haben die höchste Priorität? Die Decadal Survey für den Zeitraum 2013-2022 soll diese Fragen beantworten. Der Bericht soll glaub ich am 7. März veröffentlicht werden, SpaceNews hat vorher schon Einblick bekommen:
http://www.spacenews.com/civil/110304-nasa-flagship-probes-back-burner.html

Die Topprioritäten sind:
  • 1. Mars Astrobiology Explorer-Cacher (MAX-C) - Marssample-Return Mission - kostet: 3,5 Milliarden Dollar. Soll nur geflogen werden, wenn die NASA die Kosten auf 2,5 Milliarden senken kann.
  • 2. Jupiter-Europa Orbiter (JEO) -  Mission zu Jupiter und Europa - kostet: 4,7 Milliarden Dollar. Soll nur geflogen werden, wenn keine anderen Missionen gestrichen werden müssen und die Mission finanzierbarer wird.
  • 3. Uranus Orbiter and Probe - ähnlich Cassini nur bei Uranus - kostet: 2,7 Milliarden Dollar. Soll auf jeden Fall geflogen werden, da die Mission einen immensen wissenschaftlichen Nutzen im Vergleich zu ihren Kosten hat.

Die Chancen auf einen Uranusorbiter stehen sehr gut! :D Das wird aber auch Zeit! Ich glaub nicht, dass die MAX-C geflogen wird. Die ist zu teuer und dürfte auch nicht mehr Ergebnisse bringen als z.B. Exomars.
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Offline Schillrich

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #1 am: 05. März 2011, 09:26:15 »
3. Uranus Orbiter and Probe - ähnlich Cassini nur bei Uranus - kostet: 2,7 Milliarden Dollar. Soll auf jeden Fall geflogen werden, da die Mission einen immensen wissenschaftlichen Nutzen im Vergleich zu ihren Kosten hat.


Da steht nicht "soll auf jeden Fall geflogen werden" ;) ...
Zitat
It adds that the Uranus probe should be initiated in the coming decade so long as current cost estimates hold, even if NASA opts to undertake both MAX-C and JEO.

Die Uranussonde sollte in der kommenden Dekade begonnen werden so lange die aktuellen Kostenschätzungen bleiben, auch wenn NASA MAX-C und JEO wählt.


Und gleich im nächsten Satz:
Zitat
However, because the decadal survey’s findings are based on NASA’s more generous 2011 out-year funding projections, rather than the declining profile laid out in the 2012 budget request, it is unlikely the agency can afford to embark on any new large projects in the coming decade.

Mit dem neuen Budgetausblick wird das alles eh nix ...
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline Schillrich

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #2 am: 05. März 2011, 09:29:59 »
Ich glaub nicht, dass die MAX-C geflogen wird. Die ist zu teuer und dürfte auch nicht mehr Ergebnisse bringen als z.B. Exomars.
Hmmm, ist ExoMars nicht zusammen mit MAX-C? Gehört das nicht alles zum Ziel eines sample-returns?
\\   //    Grüße
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Offline tobi

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #3 am: 05. März 2011, 10:41:54 »
Informationen gibt es hier:

Mars Astrobiology Explorer-Cacher
http://mepag.jpl.nasa.gov/decadal/MAX-C_DS_presentation_v15.pdf
http://en.wikipedia.org/wiki/Mars_Astrobiology_Explorer-Cacher

JEO:
http://opfm.jpl.nasa.gov/europajupitersystemmissionejsm/jupitereuropaorbiterconcept/

Uranus:
http://sites.nationalacademies.org/SSB/SSB_059331

Die Marsmission soll in der Tat nur Proben sammeln und zusammen mit Exomars gestartet werden . Die Mars Sample Return um diese abzuholen kostet nochmal extra ein paar Milliarden.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tul

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #4 am: 05. März 2011, 17:49:06 »
Zitat
•1. Mars Astrobiology Explorer-Cacher (MAX-C) - Marssample-Return Mission - kostet: 3,5 Milliarden Dollar. Soll nur geflogen werden, wenn die NASA die Kosten auf 2,5 Milliarden senken kann.

3,5 Mrd. für Max-C? Ursprünglich hieße es 1,5-2 Mrd. Dollar. http://mepag.jpl.nasa.gov/decadal/LisaMPratt.pdf


Offline redmoon

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #5 am: 07. März 2011, 22:52:07 »
Hallo,

in den USA findet seit heute die 42. "Lunar and Planetary Science Conference" satt, ein internationales Meeting, auf dem Planetenforscher von ihren aktuellen Forschungen berichten und zukünftige Missionen diskutieren ( eine vergleichbare Veranstaltung ist z.B. der Europlanet-Kongress in Europa ). 

Einige der Vorträge werden Live ins Internet übermittelt. Um 17:30 texanischer Ortszeit ( 00:30 MEZ ) soll dabei in dieser Nacht auch das Planetary Decadal Survey Briefing übertragen werden : 
http://www.livestream.com/2011lpsc


Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
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Offline tobi

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #6 am: 08. März 2011, 07:36:38 »
Der Bericht:
http://solarsystem.nasa.gov/docs/Vision_and_Voyages-FINAL.pdf

PS: Mit welchem 08/15 Programm wurde dieser Bericht geschrieben? Seitenzahlen? Vernünftige Textformatierung? Latex war es sicher nicht und sowas von Wissenschaftlern. :(
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Pädda

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #7 am: 08. März 2011, 11:39:14 »
Zitat
•1. Mars Astrobiology Explorer-Cacher (MAX-C) - Marssample-Return Mission - kostet: 3,5 Milliarden Dollar. Soll nur geflogen werden, wenn die NASA die Kosten auf 2,5 Milliarden senken kann.

3,5 Mrd. für Max-C? Ursprünglich hieße es 1,5-2 Mrd. Dollar. http://mepag.jpl.nasa.gov/decadal/LisaMPratt.pdf

Tja, das kommt eben raus, wenn man die Kosten von unabhängiger Seite schätzen lässt. Die Entwerfer der Mission waren da wohl weitaus optimistischer. Dabei sind aber – laut gestrigem Vortrag, und falls ich mich recht erinnere – zwei Dinge zu beachten:
• Ein beachtlicher Teil der 3,5 Mrd. $ sind wegen dem Risiko eingerechnet
• Das Komitee hat begründete Hoffnung, dass sich die Kosten auf 2,5 Mrd. $ reduzieren lassen. Eine Studie von Aerospace Irgendwas ergab Kosten von unter 2,4 Mrd. $, wenn man ExoMars wegließe. Das wäre also ohne ESA-Beteiligung; mit ESA (und es wird keineswegs vorgeschlagen, sie wegzulassen) könnte man die Kosten wohl unter 2,5 Mrd. senken, wenn man beide Rover in einem kombiniert. Es ist wohl so, dass die NASA für Transport und Landung zuständig wäre, und bei 2 Rovern wächst insbesondere dieser Anteil in schwindelerregende Höhen.
Kann aber gut sein, dass ich mich nicht richtig erinnere, war spät letzte Nacht *gähn*. Im Report steht all das irgendwo auf Seite 9-15.

Die Abbildung auf Seite 9-19 ist auch interessant.

Wenn das Budget aber wirklich so bleibt wie in den letzten Tagen veröffentlicht, kann keine einzige Flagship-Mission geflogen werden. Schade drum.

In der Liveübertragung des Events letzte Nacht fand ich sehr eindrücklich, wie wackelig die Stimmen der Fragesteller nachher waren. Die meisten waren offensichtlich geschockt von den Zahlen oder enttäuscht über die Nichtberücksichtigung der eigenen Mission (zwei Jupiter-Freunde auch schon darüber, dass MAX-C den ersten Platz bekam).

Offline redmoon

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #8 am: 08. März 2011, 23:02:05 »
Hallo,

Steve Squyres, der Vorsitzende des "Planetary Science Decadal Survey", hat im September 2009 im Rahmen des Europlanet-Kongress in Potsdam kurz von der Vorgehensweise bei der Auswahl der Missionen berichtet.

Bei den bisherigen "großen" Planeten-Missionen der NASA, so Dr. Squyres damals, wurden die Kosten von Vornherein immer wieder viel zu niedrig angesetzt. Als Beispiel hat er hierfür ganz speziell die nächste Rover-Mission der NASA zum Mars genannt. Ursprünglich war die Curiosity-Mission mit Kosten in Höhe von etwa 1,63 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Bis Ende 2009 wurden daraus dann bereits 2,286 Mrd. US-Dollar ( die aktuelle Zahl liegt übrigens bei 2,47 Mrd. Dollar - und es werden bereits weitere Finanzmittel gefordert... ). Diese Budgetüberschreitungen führten in der Vergangenheit immer wieder zu Einschnitten bei anderen Forschungsmissionen.

Steve Squyres war der Meinung, dass diese Fehlplanungen der Finanzierung unter anderem darin begründet lagen, dass für die Planung der Missionen fast ausschließlich nur Wissenschaftler und Ingenieure, aber keine (Wirtschafts-) Manager verantwortlich waren. Diesen Fehler wollten er und sein Team diesmal ganz gezielt vermeiden.

Neben einer ausführlichen Überprüfung durch unabhängige Experten von verschiedenen US-amerikanischen Universitäten und Instituten ( welche dann nicht direkt in die jeweiligen Missionen involviert wären ), welche die technischen Durchführbarkeit und einer Abschätzung der zu erwartenden wissenschaftlichen Ausbeute sowie eine Einschätzung der "technischen Gewinne" aufgrund entsprechender Neuentwicklungen bewerten sollten, wurden deshalb auch Fachleute aus der Wirtschaft hinzugezogen, um den einzelnen Missionen einen reellen finanziellen Rahmen zu verpassen.

Dabei sollten besonders die zu erwartenden Mehrkosten bei der Entwicklung der wissenschaftlichen Instrumente und der Hardware, aber auch die Kosten für die Trägerraketen berücksichtigt werden. Auch Mehrkosten durch eventuelle Startverschiebungen wurden bisher immer zu niedrig angesetzt oder bei den Missionsplanungen erst gar nicht berücksichtigt. Dabei, so Steve Squyres, wolle man so vorgehen, dass die Mission eher zu teuer veranschlagt werden und man im Bedarfsfall einen entsprechenden finanziellen Spielraum zur Verfügung hat, als dass anschließend wieder einmal zusätzliche Finanzmittel angefordert werden müssen.

Ich persönlich begrüße diese Vorgehensweise. Wenn ich z. B. ein Auto kaufe, dann will ich von dem Verkäufer den endgültigen Kaufpreis erfahren und nicht irgendwann hören, dass ich doch bitte noch "ein paar Euro" mehr bezahlen soll. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich von den Zahlen doch zumindestens geschockt bin. In Anbetracht des aktuellen Finanzrahmens der NASA besteht die absolut reale Gefahr, dass es in den nächsten Jahren keine Flaggschiff-Missionen geben wird. Außerdem hätten entsprechende negative Entscheidungen der NASA auch einen direkten Einfluss auf zumindestens zwei Projekte der ESA. Sowohl bei der Planung einer Jupiter-Mission als auch bei der ExoMars-Mission geht die ESA bisher fest von einer Kooperation mit der NASA aus. Wenn die NASA nicht zum Jupiter bzw. zum Mars fliegen wird, dann würden auch die entsprechenden ESA-Missionen auf der Kippe stehen...

Diese Vorgehensweise einer eher konservativen bzw. vielleicht besser gesagt realistischen Kosteneinschätzung ist dann wohl auch der Grund, warum der NASA-Rover MAX-C mit 3,5 Mrd. US-Dollar veranschlagt wird ( immerhin eine Milliarde teurer als Curiosity ). Dieser Rover soll vom Gewicht her deutlich leichter ausfallen als Curiosity und zusammen mit dem ESA-Rover ExoMars zum Mars fliegen und auch zusammen mit diesem mittels des bereits entwickelten Skycrane-Verfahrens gelandet werden ( wobei dieses Verfahren dann noch einmal modifiziert werden müsste ). MAX-C, ExoMars und eine gemeinsame Landeplattform würden nach den bisherigen Planungen zusammen nicht mehr wiegen als der komplette Curiosity-Rover. Dieser wiegt bei der Landung auf dem Mars rund 900 Kilogramm. Eine größere und entsprechend kostspieligere Trägerrakete wäre also eigentlich nicht nötig. 

Diese beiden Rover zwecks Kosteneinsparung in einem einzigen Rover zusammenzufassen, ergibt für mich daher eigentlich keinen Sinn. ExoMars wird komplett von der ESA entwickelt, in deren Auftrag gebaut und von ihr finanziert. Und die entsprechenden Entwicklungen und Tests sind eigentlich bereits SEHR weit fortgeschritten! Neben dem Antriebssystem, welches bereits entwickelt ist und gerade in Oberpfaffenhofen getestet wird, bezieht sich das z.B. auch auf die Hauptkamera, den Bohrer und andere wissenschaftliche Instrumente von ExoMars. Im Gegenteil :  Eine Neukonzipierung würde die Kosten nochmals in die Höhe treiben, da man dann plötzlich fast wieder von vorne beginnen müsste...

Wenn ich mich recht erinnere, dann muss jetzt zuerst die NASA eine Entscheidung darüber treffen, ob und wenn ja, welche Mission(en) schlussendlich fliegen soll(en). Anschließend muss dieser Entschluss vom US-Kongress begutachtet und zusammen mit den entsprechenden Finanzmitteln bewilligt werden. Vermutlich wird die NASA aufgrund des Berichtes dabei zuerst einmal weitere Finanzmittel einfordern. Deren Bewilligung dürfte allerdings aufgrund der desaströsen Finanzlage im amerikanischen Finanzhaushalt eher fragwürdig sein...

Ein Statement der Planetary Society findet Ihr hier weiter unten auf der Seite : 
http://www.planetary.org/blog/article/00002945/  ( engl. )

Treffend finde ich den letzten Absatz von Louis D. Friedman :  "Dies ist nicht nur der Verlust einer amerikanischen Flaggschiff-Mission, es ist vielmehr ein Verlust für den Planeten Erde. [Den Jupiter-Mond] Europa kümmert es nicht, ob wir dort  im Jahre 2030, 2050 oder vielleicht auch nie ankommen, aber die jetzige Generation von Kindern wird sich fragen, was sich unsere Generation bei dieser Entscheidung gedacht hat. Warum haben wir nicht an die Entdeckungen der Sonden Voyager, Galileo und Cassini angeknüpft. Warum ermöglichen wir es unseren Kindern nicht, das Wunder zu erleben, neue fremde Welten zu entdecken."

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
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Offline tomtom

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #9 am: 17. März 2011, 15:00:58 »
Dieser Artikel bewertet den Fortgang durch ein Meeting mit dem Planetary Science Subcommittee of the NASA Advisory Council.
http://spacepolicyonline.com/pages/index.php?option=com_content&view=article&id=1489:future-of-nasa-planetary-flagship-missions-in-doubt&catid=67:news&Itemid=27

Danach wird klar gemacht, dass eine Flagship Mission nicht teurer als $ 1 Mrd incl. Startkosten sein darf. Man will keine kleineren/mittleren Missionen durch Flagship Projekte gefährden. Die NASA-ESA Kooperation sei neu zu verhandeln !

Das soll in einem Meeting zwischen Nasa und ESA Ende des Monats geschehen.

Offline tobi

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #10 am: 19. März 2011, 11:50:45 »
Hier mehr dazu:
http://www.spacenews.com/civil/20110318-money-woes-batter-planetary-budget.html

ExoMars wird auch mal wieder teurer als geplant. Eventuell werden jetzt MAX-C und Exomars zu einem Rover vereinigt. Außerdem hat Europa nicht die Fähigkeit etwas nukleares zu starten (und nach aktuellen Ereignissen wird das zumindestens von deutscher Seite auch so bleiben), daher kommt nur ein Start aus den USA in Frage oder Solarzellen.

Die ESA will jetzt untersuchen ob eine europäisch geführte Mission zu Ganymed Sinn macht. Entscheidungen werden aber frühstens 2012 getroffen.

Die unbemannte US Raumfahrt ist jetzt in einer ähnlichen Krise wie die bemannte US Raumfahrt, mal schauen wer sie schneller überwindet. ;)
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline runner02

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #11 am: 19. März 2011, 18:12:09 »
Die ESA will jetzt untersuchen ob eine europäisch geführte Mission zu Ganymed Sinn macht. Entscheidungen werden aber frühstens 2012 getroffen.

Landung? Oder Orbiter? Ein Lander würde sicherlich mehr Erkenntnisse bringen, aber das Geld...

Zitat
Die unbemannte US Raumfahrt ist jetzt in einer ähnlichen Krise wie die bemannte US Raumfahrt, mal schauen wer sie schneller überwindet. ;)

Hm... Gute Frage... Mit Commercial Crew könnte die bemannte Raumfahrt auf die Überholspur kommen. Muss sie aber nicht...
Wenn das Shuttle retired wird, dann bleibt ein Haufen Geld über... Und wenn das nicht umverteilt wird (ins Militäretat, Banken, unbemmant - um nur ein paar mögliche Beisiele aufzuzeign ;) ) dann könnte was draus entstehen...
(über Musk) “He wants to make people a multi-planet species, and he’s not going to quit. He’ll change the model, or he’ll spend more of his own money—he’ll do something. He’s not in it to build the rockets; that’s a means to an end. It’s a religion for him.”

Offline tomtom

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #12 am: 20. März 2011, 08:57:42 »
Zitat
Die unbemannte US Raumfahrt ist jetzt in einer ähnlichen Krise wie die bemannte US Raumfahrt, mal schauen wer sie schneller überwindet. ;)

Hm... Gute Frage... Mit Commercial Crew könnte die bemannte Raumfahrt auf die Überholspur kommen. Muss sie aber nicht...
Wenn das Shuttle retired wird, dann bleibt ein Haufen Geld über... Und wenn das nicht umverteilt wird (ins Militäretat, Banken, unbemmant - um nur ein paar mögliche Beisiele aufzuzeign ;) ) dann könnte was draus entstehen...

Wofür das Shuttle-Geld eingesetzt werden wird, kannst du bereits im Budget 2012 ablesen (oder auch hier: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=9540.0).

Die Lage wird sich wohl erst wieder für -beide- Bereiche bessern. Die Vorstellung, unbemannte Exploration profitiert, wenn Geld aus der bemannten Raumfahrt abgezogen wird, dürfte endgültig eine nur theoretische Vorstellung bleiben.

Offline tul

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #13 am: 21. März 2011, 19:33:53 »
ESA braucht nach BepiColombo (2014) und den Trace Gas Orbiter (2016) ein neues Orbiter- Projekt. Andernfalls geht Know-How verloren. ESA ist daher auf JGO angewiesen. 

Was den Europa-Orbiter der NASA angeht, nachdem Russland einen Lander mit Orbiter plant wäre ein Zusammenschluss sinnvoll!

Poseidon

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #14 am: 22. März 2011, 05:08:19 »
Ist das jetzt schon konkret bei den Russen? Pläne Richtung Jupiter haben die ja seit den 80er Jahren.

Generell sollte da wenns denn gemacht wird eine Kooperation erfolgen um Ressourcen zu bündeln oder eine Doppelmission um Kosten zu sparen. Am besten gleich gemeinsam mit ESA und NASDA sonst endet es wieder in der Schublade.

Wird sowieso endlich wieder Zeit etwas zu starten das über die Marsbahn hinausfliegt.

Am meisten fasziniert mich aber die Uranus Orbiter Mission. Das ist der nächste logische Schritt nach Cassini und sollte inzwischen technisch machbar sein.

Mit Sicherheit birgt das Uranus System ähnliche Überraschungen wie Enceladus bei Saturn.

Beim Uranus haben wir ja durch Voyager 2 wegen des steilen Durchtauchens der Sonde aufgrund der damals ungünstigen Stellung der Umlaufbahnen der Monde die wenigsten Daten.

Würde mir sowieso wünschen das ein Sondenkörper fürs äussere Sonnensystem standardiesiert wird ähnlich wie bei den Comsats.

Dann wäre vielleicht nach Uranus ein Neptune Pathfinder drin. *hoff*

websquid

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #15 am: 22. März 2011, 09:11:38 »
Ist das jetzt schon konkret bei den Russen? Pläne Richtung Jupiter haben die ja seit den 80er Jahren.
Konkreter als früher, aber noch weit von einem Beschluss entfernt. Das technische Konzept steht mittlerweile im wesentlichen fest. Die Jupitermission soll auf der Plattform Dvina-TM basieren. Die soll 2014 erstmals bei der Sonnensonde Interhelio-Zond eingesetzt werden. Ich denke mal, sobald die im Einsatz ist wird man eine konkrete Nachfolgemission dieser Klasse beschließen,da vorher einfach kein Geld da ist.

Offline tul

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #16 am: 24. März 2011, 19:17:49 »


Würde mir sowieso wünschen das ein Sondenkörper fürs äussere Sonnensystem standardiesiert wird ähnlich wie bei den Comsats.

Dann wäre vielleicht nach Uranus ein Neptune Pathfinder drin. *hoff*

Es gibt ein Projekt wo versucht wird für kleine Forschungsmissionen bis 500 Kilo einen Standardbus zu entwickeln. Dieser soll sowohl LEO, SSO und darüber  hinaus gehende Umlaufbahnen abdecken. Man müsste dann nur die Instrumente darauf stecken.  Ob es erfolgreich sein wird?

http://www.jaxa.jp/projects/sas/sss/index_e.html

websquid

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #17 am: 24. März 2011, 19:43:15 »
Würde mir sowieso wünschen das ein Sondenkörper fürs äussere Sonnensystem standardiesiert wird ähnlich wie bei den Comsats.
Ins äußere Sondensystem fliegt derzeit ja wenig, aber zumindest im inneren Sonnensystem geht der Trend ja schon in die Richtung. Mars Express und Venus Express der ESA z.B. sind fast baugleich.

Bei den geplanten Missionen der Russen wird man auch auf zwei Bussysteme setzen. "Flagman" soll als Basis für Fobos-Grunt, Venera-D, Luna-Resurs, Luna-Glob oder auch Mars-NET dienen. Das sind eher die "Mittelklasse"-Missionen.

Für größere soll eben Dvina-TM verwendet werden (Sonnensonde Interheliozond, Merkurlander Merkur-Posadka oder auch die Europamission Sokol-Laplace). Mit nuklearer Energiequelle (Topaz-Reaktor z.B.) könnte man daraus langfristig einen Bus für Missionen ins äußere Sonnensystem entwickeln. Aber das ist noch Zukunftsmusik, solange keine dieser Missionen geflogen ist....
« Letzte Änderung: 25. März 2011, 10:01:05 von websquid »

Offline 1234567891011a

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #18 am: 24. März 2011, 20:01:44 »
Also ich finde ja, wir sollten jeden Planeten unseres Sonnensystems mindestens einen Orbiter hinstellen. Sonst verhalten wir uns wie ein kleines Kind, das bei der Bescheerung sich ein Geschenk besonders ansieht, und dabei die anderen vergisst.

Ich meine, woher wissen wir, das bei Uranus und Neptun nicht viel größere Geheimnisse warten als bei Jupiter, Saturn und Mars?

Und mit Standartisierung ist das auch möglich.
Raumfahrt ohne Vision ist nichts. Also lasst uns das Unmögliche wahr werden!

Offline Ruhri

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #19 am: 24. März 2011, 20:10:15 »
Und was soll das bringen, an den Raumsonden lauter kleine Fähnchen anzubringen? ???  ;)


Kleiner Tipp: Versuch es lieber mit einer Standardisierung...  :D

Poseidon

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #20 am: 25. März 2011, 02:25:59 »
Um die Planeten Uranus und Neptun mit einem Orbiter zu erreichen wirds wohl ohne Nuklear Tug nicht gehen. Solange die Antrieb nicht entwickelt wird bringt es wohl wenig über Orbiter dort nachzudenken. Nur mit RTGs und Ionenantrieb dauert einfach zu lange. Aber hab ich richtig gelesen die Russen planen einen Merkur Lander?

pulsar

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #21 am: 25. März 2011, 11:29:52 »

Würde mir sowieso wünschen das ein Sondenkörper fürs äussere Sonnensystem standardiesiert wird ähnlich wie bei den Comsats.


Es gab einmal sowas - Mariner Mark II http://en.wikipedia.org/wiki/Mariner_Mark_II.


Offline tomtom

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #22 am: 27. Oktober 2011, 18:11:17 »
Zubrin sieht das Ende der NASA kommen.
http://www.washingtontimes.com/news/2011/oct/26/obama-readies-to-blast-nasa/

Mit dem Ende der Planeten Exploration würde die NASA ihre Rechtfertigung verlieren. Nach dem Mars Science Lab Curiosity und dem MAVEN Orbiter in 2013 würde es sehr viel stiller werden in der Planetenforschung und Astronomie.

Trotz eines 5 Mrd Jahresbudgets im Science Bereich sind die Prioritäten der NASA aktuell tatsächlich nicht gerade auf Planetenerkundung ausgerichtet.

Offline tobi

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #23 am: 27. Oktober 2011, 20:15:50 »
Naja ganz so schlimm wie das im Artikel beschrieben wird, wird es sicherlich nicht kommen.

Allerdings gibt es einen deutlichen "GAP" nun auch in der amerikanischen Planetenforschung. Ich sehe hier eine Chance für Europa, sich in der Planetenforschung international größere Anerkennung zu erarbeiten. Bereits in einem anderen Thread habe ich den Vorschlag gemacht, den europäischen ISS-Beitrag ab 2016 mit Instrumentenplätzen auf unseren Sonden zu bezahlen. Wir schieben also das nach dem ATV freiwerdende Geld in die Planetenforschung um neue Missionen zu starten, das sind immerhin mehrere hundert Millionen pro Jahr. "Exploration" kann sowohl unbemannt als auch bemannt erfolgen. Europa könnte sich daher seinen Fokus auf die unbemannten Sonden legen und die USA auf ihre bemannten Systeme. Eine solche Kooperation macht deutlich mehr Sinn als ein Orion-SM, wo eine große Abhängigkeit von den Amerikanern bestehen würde. Planetenforschung ist auch "an sich" wertvoll. Ein Servicemodul ohne Kapsel aber ist nutzlos.

Dieser Vorschlag ist kontrovers, schließlich würden wir eine direkte technische Involvierung in die bemannten Raumfahrt aufgeben, aber durch die Entscheidung für die Aufgabe des ATVs haben wir das ja quasi sowieso schon gemacht.
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Offline tomtom

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Re: "Decadal survey" für Planetenmissionen
« Antwort #24 am: 27. Oktober 2011, 20:34:17 »
Naja, Verwendungsmöglichkeiten für ein Budget ist nicht das Problem ;)

In einem solchen Fall scheint mir die Akzeptanz, dass es sich dann noch um eine Beteiligung an der Internationalen Raumstation zu handeln, über kurz oder lang nicht besonders groß zu sein. Weitere Probleme wären absehbar.

Zudem scheint das Interesse der Amerikaner nicht besonders groß, wenn deren Entscheidungen schon die europäische Mars-Explorations-Beteiligung derart in Bedrängnis bringt.

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