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Autor Thema: Radioastronomie - Frequenzen  (Gelesen 1562 mal)

Online Sensei

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Radioastronomie - Frequenzen
« am: 28. Mai 2019, 14:14:15 »
Kurze Frage: Welche Frequenzen werden von der Radioastronomie eigentlich stark genutzt/observiert?

Unter anderem in diesem Artikel [1] wird von Namhaften Wissenschaftlern die Befürchtung geäußert dass durch große Satellitenkonstellationen die Radioastronomie stark gestört werden könnte.

Aber die Starlink Satelliten Senden doch 'nur' auf Ka und Ku Bändern die extra für diese Kommunikation frei gehalten und, so weit ich es verstanden habe, kaum für die Radioastronomie genutzt werden. Bei anderen Konstellationen dürfte es genau so aussehen.
Wie passt das beides zusammen?


[1] https://www.sciencealert.com/elon-musk-s-starlink-satellite-train-looks-amazing-but-astronomers-have-real-concerns
Übersicht der genutzten Frequenzen, laut dem englischen Wikipedia:
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Radio_astronomy#Frequency_allocation

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/34/Atmospheric_electromagnetic_opacity.svg

Offline Hugo

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #1 am: 28. Mai 2019, 21:16:42 »
Wenn man nach Außerirdischen sucht, sollte man die gleiche Frequenz absuchen, auf welcher die Außerirdischen senden. Nur woher weiß ich, auf welcher Frequenz sie senden? Man vermutet, daß Außerirdische sich die gleiche Frage stellen. Und man hatte die Idee, man nimmt das erste Molekühl im Periodensystem, den Wasserstoff und schaut, auf welcher Frequenz dieser schwingt. Und das sind 1420 Megaherz. Wenn Außerirdische die gleiche Idee haben, senden Sie auf genau dieser Frequenz. Daher sucht man, wenn man nach Außerirdischen sucht, bei 1,42 Gigaherz. (Frage: Was ist mit dem Dopplereffekt?). Auf dieser Frequenz suchen viele nach Außerirdischen.


Wenn Starlink das Ku-band und das Ka-band nutzt, senden sie also zwischen 10,7 und 30 Gigaherz.


Hinweis: Ich kann leider nicht beurteilen, in wie fern sich die Frequenzen jetzt wirklich gegenseitig stören.

Online Sensei

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #2 am: 28. Mai 2019, 21:38:34 »
Interessant, das in diesem Forumsbereich gleich die Aliens hergenommen werden  :)

Nein, ich mein schon Radioastronomie. Nicht SETI Forschung.

Online Schillrich

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #3 am: 29. Mai 2019, 07:46:29 »
In der englischen Wikipedia gibt es eine Übersicht der Bänder für Radioastronomie:
https://en.wikipedia.org/wiki/Radio_astronomy


Bei der ITU habe ich das so schnell nicht gefunden, wobei es von denen eine hübsche, grafische Komplettübersicht gibt ...
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Online Schillrich

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #4 am: 29. Mai 2019, 07:51:20 »
Ku- und Ka-Band sind in dem Bereich, wo die ITU offenbar sagt: RADIO ASTRONOMY and other services. Das kann man so lesen, dass Radioastronomie dort Vorrang haben soll, aber sich die Bänder mit anderen Services teilen muss.

Bisher nutzten Satelliten diese Bänder auch, entweder kurzzeitig bei LEO-Überflügen zum Datendump, gezielt abgestrahlt, oder für dauerhafte Links zu GEO-Satelliten, dann aber auch gezielt abgestrahlt. Wenn jetzt aber überall und ständig solche Quellen am Himmel funken, wird das wohl tatsächlich ein Problem werden.
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Online Sensei

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #5 am: 29. Mai 2019, 08:03:04 »
Diese Übersicht hatte ich ja auch schon oben in meinem Post verlinkt. Aber danke fürs suchen :)

Wobei ich jetzt, wo ich noch mal rüber schaue, es da mehrere Bänder gibt die im Ka und Ku Band liegen UND für Radioastronomie genutzt werden  :o - wer macht/genehmigt denn so etwas... . Dann kann ich es verstehen dass diese Bänder für Radioastronomie flach fallen [ES SEI DENN SpaceX richtet spezielle "Radioastronomie-Reservate" ein, in dessen Nähe es keine Downlinks für Radioastronomen geben darf. Das könnte durchaus machbar sein..]

Ka 12-18 GHz

Astronomie:
14.47–14.5 GHz
15.35–15.4 GHz

Ku 26.5 - 40 GHz

Astronomie:
31.3–31.5 GHz

EDIT: gleichzeitiges posten mit Schillrich

Online Schillrich

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #6 am: 29. Mai 2019, 08:08:04 »
Naja, gleichzeitige Nutzung ist ja eigentlich Standard. Es gibt viele berechtigte Nutzerinteressen und es muss schon "sehr stark" sein, dass man alle anderen Nutzer ausschließt. Wenn es aber eine Art "Paradigmenwechsel" gibt, wie ein Service agiert und "dominiert", muss man ggf. nochmal an die Grundlagen ran, da er ggf. alle anderen Nutzer zu stark beeinträchtigt/verdrängt.
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Offline Dublone

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #7 am: 29. Mai 2019, 08:38:26 »
Mal eine Frage zwecks Frequenzen:

Wie ist das wenn Z.B. ein Anbieter aus Deutschland jetzt zig tausende Sats in dem selben Frequenzband wie SpaceX betreiben will. Gibt es da eine Weltweite Behörde die das Regelt?

Online Schillrich

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #8 am: 29. Mai 2019, 09:34:43 »
Formal eigentlich einfach ... real für die deutsche Raumfahrt etwas schwieriger ...

International gelten die Regeln der ITU. In Deutschland kümmert sich die Bundesnetzagentur um deren Einhaltung und Umsetzung. ... so einfach, so theoretisch.

In Deutschland fehlt ein Raumfahrtgesetz, dass den Akteuren vorgibt, was sie für ihre Aktivitäten im All zu tun haben und welche Verantwortung gilt, u.a. sich um eine Frequenzgenehmigung zu kümmern. Professionelle Akteure wissen das und machen das einfach, da sie sonst keine Erlaubnis bekommen ihren Satelliten in Betrieb zu nehmen. "Newcomer" können hier aber stolpern, wenn sie da nicht früh und vollständig beraten werden. Wenn du dann dein Funknetzwerk unerlaubt in Betrieb nimmst ... und jemand "merkt" das ... spätestens dann kommt die Bundesnetzagentür vorbei und sanktioniert dich.
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Offline MarsMCT

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Re: Radioastronomie - Frequenzen
« Antwort #9 am: 05. Juni 2019, 22:21:42 »
Es ist souveränes deutsches Recht, die Frequenzen an einen Anbieter deutscher Wahl zu vergeben.

Es wäre plausibel daß SpaceX/Starlink als deutscher Internetanbieter vielleicht nicht erwünscht wäre. Es besteht aber die Möglichkeit, von Starlink oder einem anderen Anbieter die Transportleistung letzte Meile einzukaufen. Also an Standorten, die mit Kabel oder Faser schwer zu erschließen sind, Satbox zum Satelliten und von da zu einem Netzknoten eines deutschen Internet-Anbieters.

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