InSpace Magazin #446 vom 26. Juli 2011

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #446
ISSN 1684-7407


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Curiosity soll im Marskrater Gale landen

> Saturn Aktuell:
Cassinis Saturnorbit Nummer 152

> ISS Aktuell:
ISS-Besatzung absolviert Außenbordeinsatz

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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

falls es Sie interessiert, was jetzt aus den großen Startrampen 39A und 39B des Kennedy Space Centers wird, von denen so lange Zeit die Apollos und Shuttles gestartet sind:

Rampe 39A, von der seit 2006 alle Shuttleflüge gestartet sind, wird jetzt erstmal eingemottet. Die NASA plant, diese Rampe auch in Zukunft für den bemannten Raumflug zu nutzen, und da sie nach dem Hin und Her der letzten Jahre nicht weiß, was die Zukunft bringt, lässt sie die Rampe jetzt erst einmal, wie sie ist. Auch das VAB wird vorläufig eingemottet.

Von Rampe 39B ist nicht mehr viel übrig. Diese Rampe wurde schon 2006 für das Constellation-Programm reserviert, auf ihr ist 2009 der Ares-1-X-Teststart durchgeführt und während des Hubble-Serviceeinsatzes wäre von hier zur Not der Rettungseinsatz gestartet worden. Seit diesem Einsatz ist das Pad aber konsequent für zukünftige Schwerlastträger umgestaltet worden. Für diese scheint schon lange klar zu sein, dass die bisherigen festen und rotierenden Strukturen nicht mehr gebraucht werden, daher sind sie abgerissen worden. Allerdings nicht wie sonst oft üblich mit Sprengstoff, sondern ganz konventionell mit dem Schneidbrenner, um die darunterliegende Betonplattform zu schonen. Dieser soll nämlich sehr wohl weiterhin genutzt werden. Machen Sie sich also keine Hoffnung, in einer der üblichen Sprengmeister-Dokuserien eines Tages die Episode "Launch Complex 39B" sehen zu können.

Mehr dazu können Sie (englisch) bei Spaceflight Now nachlesen.

Axel Orth
Chefredakteur Raumfahrer.net

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Updates / Umfrage

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Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

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News

• 6 weitere Globalstar-2-Satelliten gestartet «mehr» «online»
• STS 135 aus europäischen Raumfahrtzentren «mehr» «online»
• PSLV-C17 bringt GSAT 12 ins All «mehr» «online»
• DAWN erreicht Vesta «mehr» «online»
• Proton-Doppelstart mit KazSat 2 und SES 3 «mehr» «online»
• Neuer GPS-Satellit im Orbit «mehr» «online»
• Zenit-Rakete bringt Weltraumteleskop Spektr-R ins All «mehr» «online»
• Atlantis verlässt Internationale Raumstation «mehr» «online»
• DAWN: Orbiteintritt war erfolgreich «mehr» «online»
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• Space Shuttle Atlantis bereit für die letzte Landung «mehr» «online»
• Eine kosmische Riesenblase am Himmel «mehr» «online»
• Das Ende einer Ära. Atlantis sicher gelandet «mehr» «online»
• Bilanz der Shuttle-Ära «mehr» «online»
• Sojus, ein Zeichen für Zuverlässigkeit «mehr» «online»
• GSAT 12 im GSO «mehr» «online»
• GSLV-F06-Fehlschlag: Dritte Stufe hatte Mängel «mehr» «online»


» 6 weitere Globalstar-2-Satelliten gestartet
13.07.2011 - Heute morgen, gegen 4:27 Uhr MESZ wurden die Satelliten an der Spitze einer Sojus-2-Trägerrakete in die Zielbahnen gebracht.
Globalstar bietet mit Hilfe seiner Satelliten weltweite Sprach- und Datenkommunikation via Satellitenhandy und anderer Geräte an, hatte in den letzten Jahren aber öfter mit Abdeckungs- und Leistungsproblemen zu kämpfen. Das Netz der ersten Generation umfasste 48 Satelliten, mit denen beinahe weltweit Kommunikation ermöglicht wurde. 2007 wurden noch einmal 8 Satelliten gestartet, um die nachlassende Leistung auszugleichen. Trotzdem sank die Abdeckungsrate auf etwa 50%. Außerdem können die Satelliten nicht untereinander Daten austauschen, so dass man auf zusätzliche Bodenstationen angewiesen ist, wenn man zwischen Partnern vermittelt, die nicht mit demselben Satelliten Kontakt haben.

Dieser Mangel wird auch nicht mit Satelliten der zweiten Generation behoben. Der erste Start mit 6 Satelliten erfolgte 2010, die restlichen 18 sollen in diesem Jahr ins All gelangen. Die sechs heute gestarteten Globalstars waren nach knapp 2 Stunden in Bahnen zwischen 915 und 932 Kilometern Flughöhe bei 52 Grad Bahnneigung und wurden danach dem Betreiber übergeben.

Der Start war eigentlich bereits für Mai geplant, man hatte aber Probleme mit den Drallrädern zur genauen Ausrichtung der Lage im Raum festgestellt. Ein Start am 11. Juli wurde durch ein Problem an der Startanlage in letzter Minute verhindert. Der Stecker einer Energieleitung löste sich nicht wie geplant. Das defekte Teil wurde ausgetauscht und getestet, so dass der Start heute erfolgreich verlaufen konnte.

Globalstar ist ein internationales Unternehmen, an dem mehrere führende Kommunikationsfirmen u.a. aus den USA, aus China, Südkorea, Frankreich oder Italien beteiligt sind. Man bietet seine Dienste auch weltweit an. Die Rakete ist eine russische Produktion, der Start erfolgte von Kasachstan aus, der Dispenser zum Aussetzen der Satelliten stammt von Astrium, die Vermarktung lief über Arianespace. Ein wirklich globales Projekt also.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, Raumcon)


» STS 135 aus europäischen Raumfahrtzentren
14.07.2011 - Am 8. Juli 2011 hob die US-Raumfähre Atlantis zum letzten Flug des Space-Shuttle-Programms ab. Raumfahrer.net begleitete den Start vom europäischen Astronautenzentrum in Köln und vom ESTEC in Noordwijk aus.
Die europäische Raumfahrtagentur ESA veranstaltete zum letzten Shuttle-Start ein Presseevent im europäischen Astronautenzentrum in Köln. Raumfahrer.net war dabei und hat auch einige Astronauten interviewt. Dies und mehr lesen Sie hier.

Am ESTEC in Noordwijk hat ebenfalls eine Autorin von Raumfahrer.net den Start der letzten Shuttle-Mission miterlebt und berichtet hier darüber.


(Autor: Simon Plasger - Quelle: Raumfahrer.net)


» PSLV-C17 bringt GSAT 12 ins All
15.07.2011 - Am frühen Nachmittag des 15. Juli 2011 ist die PSLV-C17-Rakete vom Satish Dhawan Space Center (SDSC) auf Sriharikota an Indiens Südküste gestartet und hat den Kommunikationssatelliten GSAT 12 in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht.
Um 13:18 Uhr MESZ (16:48 Uhr Ortszeit in Indien) war die PSLV-C17 mit GSAT 12 an der Spitze vom Pad Nummer 2 des SDSC gestartet. Nach einem rund 53 Stunden dauernden Countdown hob die 44,5 Meter hohe Rakete mit 320 Tonnen Startmasse ab.

Die erste Stufe wurde beim Flug der PSLV-C17 von sechs zusätzlichen, seitlich angebrachten Boostern mit jeweils zwölf Tonnen Treibstoffzuladung unterstützt. Nach dem Aufbrauchen des festen Treibstoffes in der ersten Stufe, dem Ausbrennen der seitlichen Booster und der Zündung der zweiten, mit flüssigen Treibstoffen (UH25 und N2O4) betriebenen Raketenstufe wurde um 13:21 Uhr MESZ in etwas über 114 Kilometern Höhe die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Anschließend trat die dritte Stufe in Aktion, die festen Treibstoff verbrannte. In der vierten und letzten Raketenstufe wurden wieder flüssige Treibstoffe (MMH und MON-3) verwendet. Nachdem diese ihre Arbeit erledigt hatte, erfolgte nach einer kurzen Freiflugphase die Abtrennung der Nutzlast von der vierten Stufe rund 20 Minuten nach dem Start.

GSAT 12 befindet sich nach Angaben der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) nun in einem Orbit mit rund 284 Kilometern als erdnächstem und rund 21.000 Kilometern als erdfernstem Bahnpunkt. Der Orbit ist um rund 17,9 Grad gegen den Erdäquator geneigt. Um den auf dem indischen Bus I-1K basierenden Satelliten in den geostationären Orbit zu bringen, hat die ISRO fünf Brennphasen des mit MMH und MON-3 betriebenen 440 Newton starken Apogäumsmotors von GSAT 12 geplant.

Stationieren will man den Satelliten mit einer Startmasse von 1.410 Kilogramm und einem Leergewicht von 559 Kilogramm an einer Position von 83 Grad Ost im geostationären Orbit, wo auch INSAT 2E, der das Ende seiner Auslegungsbetriebsdauer bereits überschritten hat, und INSAT 4A stehen. Dort sollen nach den Fehlstarts der GSLV-D3 mit GSAT 4 und der GSLV-F06 mit GSAT 5P die dringend im All benötigten 12 C-Band-Transponder von GSAT 12 mit einer nutzbaren Bandbreite von jeweils 36 MHz eingesetzt werden, um Empfänger in Indien mit einer Vielzahl verschiedener Telekommunikationsdienste zu versorgen. Die Auslegungsbetriebsdauer von GSAT 12 beträgt acht Jahre.

Mit dem Flug zum Transport von GSAT 12 wurden bisher zwanzig PSLV-Raketen gestartet, ein Flug war ein vollständiger Misserfolg. Zur Steuerung der PSLV-C17 wurde zum ersten Mal bei diesem Raketentyp ein Computersystem eingesetzt, das ausschließlich indische Prozessoren vom Typ Vikram 1601 in beiden redundanten Teilen der Rechenanlage verwendete. Die indischen Prozessoren hatte man zuvor beim Flug der PSLV-C12 im Jahre 2009 getestet, wo sie in einem der beiden Stränge in deren Computersystem benutzt wurden.

GSAT 12 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.746 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-034A.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO)


» DAWN erreicht Vesta
16.07.2011 - In wenigen Stunden wird die Raumsonde DAWN in einen Orbit um den Asteroiden Vesta eintreten und diesen anschließend für die Dauer von einem Jahr ausführlich untersuchen.
Der zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter gelegene Asteroidengürtel stellt für die Planetologen ein Zeitfenster in die frühe Entstehungsphase unseres Sonnensystems dar. Die dort befindlichen Objekte sind Relikte aus einer fernen Vergangenheit und jeder Asteroid hat den Wissenschaftlern seine eigene Geschichte über die Anfänge des Sonnensystems zu erzählen. Um diese Geheimnisse näher zu ergründen, entschloss sich die amerikanische Weltraumbehörde NASA dazu, die Asteroidenmission DAWN durchzuführen, in deren Rahmen der Asteroid (4) Vesta und der Zwergplanet (1) Ceres näher untersucht werden sollen. Die DAWN-Mission ist die neunte des Discovery-Programms der NASA, welches Wissenschaftlern die Möglichkeit bietet, die Rätsel unseres Sonnensystems mit relativ preisgünstigen und innovativen Missionen zu entschlüsseln. Nach mehreren Startverschiebungen hob am 27. September 2007 eine Delta II-Rakete von ihrem Startplatz in Cape Canaveral/ Florida ab und beförderte die Raumsonde DAWN ins Weltall (Raumfahrer.net berichtete).

Auf ihrer spiralförmigen Flugbahn durch das innere Sonnensystem wird die Raumsonde durch ein Ionentriebwerk angetrieben. Im Vergleich zu herkömmlichen chemischen Antriebssystemen entwickeln die drei mit Xenon betriebenen NSTAR-Ionentriebwerke der Raumsonde DAWN einen eher geringen Schubeffekt von maximal 91 Millinewton. Dies entspricht in etwa der Kraft, welche ein herabschwebendes Blatt Papier auf eine Schreibtischfläche ausübt. Durch die hohe Austrittsgeschwindigkeit der Ionen und eine deutlich längere Wirkdauer kann ein Ionentriebwerk die Flugbahn einer Raumsonde jedoch im Rahmen eines über Monate und Jahre erfolgenden durchgehenden Betriebes viel stärker und letztendlich effizienter verändern, als dies mit chemischen Triebwerken möglich ist.

Beim Betrieb der Ionentriebwerke werden die Atome des Edelgases Xenon durch elektrischen Strom angeregt, so dass sie durch den Verlust eines Elektrons ionisiert werden. Die positiv geladenen Xenon-Ionen werden durch ein elektrisches Feld auf die sechs- bis zehnfache Geschwindigkeit eines chemischen Raketenstrahls beschleunigt und der Ionenstrahl wird auf die Austrittsdüsen fokussiert. Dabei werden von den DAWN-Triebwerken pro Sekunde nur 3,25 Milligramm Xenon verbraucht. Zum Startzeitpunkt standen 425 Kilogramm Xenon zur Verfügung.

Auf dem Flug zu ihrem ersten Forschungsziel, dem Asteroiden Vesta, führte DAWN am 17. Februar 2009 ein Swing-By-Manöver am Mars durch. Durch dieses Manöver war es der Raumsonde möglich, zusätzlichen "Schwung" zu holen und so nochmals an Geschwindigkeit zuzulegen. Zusätzlich bot der nahe Vorbeiflug an unserem Nachbarplaneten eine willkommene Gelegenheit, um die wissenschaftlichen Instrumente an Bord der Raumsonde an einem vergleichsweise nahen Objekt zu testen und zu kalibrieren. Zudem konnte die Flugbahn der Raumsonde im Rahmen dieses Manövers um fünf Grad verändert und auf den angepeilten Rendezvous-Punkt mit Vesta ausgerichtet werden. Ein vergleichbares Manöver ohne die Unterstützung des Schwerkraft des Mars hätte einen zusätzlichen Treibstoffverbrauch von rund 104 Kilogramm Xenon zur Folge gehabt.

Der etwa 560 x 544 x 488 Kilometer durchmessende Asteroid (4) Vesta, welcher am 29. März 1807 von dem Astronomen Heinrich Olbers in Bremen entdeckt und nach der römischen Göttin von Heim und Herd benannt wurde, ist nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand der Wissenschaft ein einzigartiges Objekt in unserem Sonnensystem. Anders als alle anderen Kleinkörper, welche im sogenannten Asteroiden-Hauptgürtel zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter um die Sonne kreisen, weist dieser Asteroid eine differenzierte innere Struktur auf. Eine Kruste aus erkalteter Lava überdeckt dabei eine tieferliegende Gesteinsschicht und einen darunter befindlichen Eisen-Nickel-Kern. Ein solcher innerer Aufbau ist vergleichbar mit der Struktur der sogenannten terrestrischen Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars. Kurz nach seiner Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren muss der Asteroid vollkommen geschmolzen gewesen sein. In den folgenden 50 Millionen Jahren kühlte Vesta ab und die Gesteine trennten sich nach ihrer unterschiedlichen Dichte, wobei das schwerere Material nach innen wanderte und sich im Kern des Asteroiden ablagerte.

Nachdem die Raumsonde innerhalb von 43 Monaten rund 2,6 Milliarden Kilometer im Weltall zurückgelegt hatte, begann am 3. Mai 2011 die letzte Phase der Annäherung von DAWN an den Asteroiden Vesta. An diesem Tag konnte die Framing Camera, eines der drei wissenschaftlichen Instrumente an Bord der Raumsonde, erstmals den Asteroiden erfassen. In den folgenden Wochen und Monaten fertigte das Kamerasystem in regelmäßigen Abständen weitere Aufnahmen des Zielasteroiden an. Diese Aufnahmen dienten in erster Linie der Navigation der Raumsonde, da mit ihrer Hilfe die Flugbahn von DAWN und die relative Position zu Vesta bestimmt werden konnte. Durch die so gewonnenen Daten wurde die Steuerung von DAWN in der Folgezeit erheblich erleichtert.

Neben der Unterstützung der Navigation dienten die während der letzten Wochen angefertigten Bilder aber auch bereits rein wissenschaftlichen Zwecken. Neben einem ersten Überblick über die Oberflächenstrukturen auf Vesta werden die seit dem 9. Juli angefertigten Aufnahmen von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern dazu genutzt, um nach kleinen Monden zu suchen, welche sich eventuell in der Nähe von Vesta befinden.

"Sollte sich dort ein Mond befinden, so wird er in den Aufnahmen im Gegensatz zu den fest fixierten Hintergrundsternen als ein sich bewegender Punkt erkennbar sein", so Mark Sykes, Direktor des Planetary Science Instituts. "Durch die Verwendung kurzer Belichtungszeiten sollte wir in der Lage sein, Monde mit einem Durchmesser von bis zu etwa 27 Metern zu identifizieren. Durch längere Belichtungszeiten könnten wir sogar Monde mit nur wenigen Metern Durchmesser erkennen. Hierbei besteht aber das Risiko, dass die Aufnahmen durch den hellen Schein des Asteroiden überbelichtet werden." Bisherige Suchkampagnen mit verschiedenen erdgebundenen Teleskopen und dem Weltraumteleskop Hubble erbrachten keine Hinweise auf eventuelle Vesta-Begleiter. Durch die Suche mit dem Hubble Space Telescope sollte es theoretisch allerdings nur möglich gewesen sein, Monde mit einem Durchmesser von mehr als rund 44 Metern nachzuweisen.

Aber auch die beiden anderen Instrumente an Bord der Asteroidensonde, ein Mapping Spectrometer (VIR) und ein Gammastrahlen- und Neutronenspektrometer (GRAND), haben während der Annäherungsphase Daten gesammelt, welche der Kalibrierung dieser beiden Instrumente und der Gewinnung von Vergleichsdaten dienten.

Während der gesamten finalen Anflugphase zu Vesta war der Ionenantrieb von DAWN fast durchgehend aktiv und bremste die Raumsonde relativ zu Vesta langsam aber stetig ab. Dieser Anflug erfolgte mit einer sehr geringen Relativgeschwindigkeit zum Asteroiden, so dass DAWN für die letzten 1,2 Millionen Kilometer der Annäherung rund zehn Wochen benötigte. Mittlerweile beträgt der Abstand zwischen Vesta und der Raumsonde nur noch rund 16.900 Kilometer. Der Asteroid und die Raumsonde bewegen sich dabei gegenwärtig mit fast identischen Geschwindigkeiten und in die gleiche Richtung. Sobald sich DAWN der Oberfläche von Vesta bis auf eine Distanz von etwa 16.000 Kilometer genähert hat, wird Vesta die Raumsonde schließlich durch die Gravitationskraft "einfangen" und in eine Umlaufbahn zwingen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Planetenmissionen muss DAWN also kein spezielles Bremsmanöver mit chemischen Raketentriebwerken durchführen, um zu einem künstlichen Begleiter von seinem Zielobjekt zu werden.

Dies hat aber auch zur Folge, dass der genaue Zeitpunkt des Orbiteintritts nicht minutiös vorhergesagt werden kann. Der endgültige Zeitpunkt hängt von den Masseverhältnissen von Vesta und den daraus resultierenden Gravitationskräften ab. Die für die Kontrolle der Raumsonde verantwortlichen Mitarbeiter des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/ Kalifornien gehen allerdings davon aus, dass DAWN am heutigen Samstag gegen 7:00 MESZ in den Vesta-Orbit eintreten wird. Zu diesem Zeitpunkt werden sich der Asteroid und die Raumsonde in einer Entfernung von rund 188 Millionen Kilometern zur Erde befinden. Eine Bestätigung dieses hoffentlich erfolgreichen Orbiteintritts wird frühestens am darauffolgenden Tag erfolgen. Der nächste Datentransfer von DAWN ist für den 17. Juli vorgesehen und wird um 8:30 MESZ beginnen. Erst nach der anschließend erfolgenden Auswertung der Telemetriedaten können wieder detaillierte Aussagen über den aktuellen Status von DAWN getätigt werden.

"Es hat fast vier Jahre gedauert, um an diesen Punkt zu gelangen", so Robert Mase, der DAWN-Projektmanager des JPL. "Unsere letzten Tests und Überprüfungen haben gezeigt, dass sich DAWN genau auf Kurs befindet und einwandfrei funktioniert." In den folgenden Wochen soll die Höhe der Umlaufbahn von DAWN noch weiter abgesenkt werden. Ab Anfang August 2011 soll dann die eigentliche wissenschaftliche Untersuchung von Vesta beginnen. Zu diesem Zweck wird die Framing Camera die Oberfläche von Vesta zuerst aus einer Höhe von 2.400 Kilometern vermessen.

"Dann schrauben wir uns langsam auf eine Höhe von 660 Kilometern hinunter", erläutert der DLR-Wissenschaftler Dr. Thomas Roatsch, der für die Planung und Prozessierung der Vesta-Aufnahmen zuständig ist, die weitere Vorgehensweise. "Von dort aus können wir noch detailliertere Bilder mit einer Auflösung von 60 Metern pro Bildpunkt aufnehmen." Zum Ende ihres Besuchs bei Vesta umrundet DAWN den Asteroiden dann in nur noch 200 Kilometern Entfernung zur Oberfläche. Während dieser Phase der Mission bestimmt der Gammastrahlen- und Neutronendetektor die chemische Zusammensetzung des Himmelkörpers. Parallel dazu wird das Schwerefeld von Vesta vermessen, um die innere Struktur des Asteroiden zu entschlüsseln.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen von Vesta im Juli 2012 ist die lange Reise der Raumsonde allerdings noch nicht beendet. Vielmehr wird DAWN anschließend den rund 975 Kilometer durchmessenden Zwergplaneten Ceres ansteuern, welcher im Februar 2015 erreicht werden soll. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand stellt Ceres einen kompletten Gegensatz zu Vesta dar. Dieses größte Objekt im Asteroidenhauptgürtel ist bis zu 450 Millionen Kilometer - und somit deutlich weiter als Vesta - von der Sonne entfernt und besteht unter seiner Kruste, so die bisherigen Annahmen der Wissenschaftler, sehr wahrscheinlich aus Gasen und zu 25 Prozent aus gefrorenem Wasser.

Eventuell könnte Ceres sogar über eine extrem dünne Atmosphäre, eine sogenannte Exosphäre verfügen, wie sie auch in der unmittelbaren Umgebung des innersten Planeten unseres Sonnensystems, dem Merkur, zu finden ist. Über die Oberflächenstruktur von Ceres kann bisher noch keine Aussage getätigt werden. "Mit der Dawn-Mission werden wir uns ein Bild davon machen, was in den ersten Millionen Jahren nach der Entstehung der Planeten geschah", so Prof. Ralf Jaumann. "Wir fliegen sozusagen in die Morgendämmerung des Sonnensystems."

Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Das JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena/Kalifornien. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Bereich der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.

Verwandte Meldungen:

Raumcon-Forum:

Verwandte Internetseite:

Technische Beschreibung der Framing Camera:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, DLR, MPS, NASA Science, DAWN Journal)


» Proton-Doppelstart mit KazSat 2 und SES 3
16.07.2011 - Am 16. Juli 2011 brachte eine Proton-M-Rakete mit Breeze-M-Oberstufe Satelliten für die Republik Kasachstan und den Kommunikationssatellitenbetreiber SES World Skies von Baikonur in Kasachstan aus in den Weltraum.
Der zweite Flug einer Proton-M im Jahr 2011 begann um 01:16 Uhr MESZ am 16. Juli 2011 mit der Zündung der sechs mit flüssigem unsymmetrischen Dimetyhlhydrazin (UDMH) und Stickstofftetroxid (N2O4) betriebenen Haupttriebwerke der ersten Stufe auf der Rampe der Startanlage Startplatz 200/39. Nicht ganz zwei Sekunden nach der Zündung hob die von Chrunitschew in Russland gebaute und für kommerzielle Kunden von International Launch Services (ILS) vermarktete Proton-M mit KazSat 2 und SES 3 unter der Nutzlastverkleidung ab. Die drei Stufen der Proton-M brachten die aus der Oberstufe Breeze-M und der Nutzlast bestehende Orbitaleinheit auf eine Bahn, die durch eine erste Zündung der auch von Chrunitschew konstruierten und ebenfalls mit UDMH und N2O4 arbeitenden Breeze-M-Oberstufe in einen Parkorbit mit einem Perigäum, dem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt, von etwas mehr als 132 Kilometern und einem Apogäum, dem von der Erde am weitesten entfernten Bahnpunkt, von rund 272 Kilometern über der Erde verwandelt wurde.

In der Folge sorgten weitere Brennphasen der Oberstufe für zusätzlichen Vortrieb und weitere Bahnanhebungen. Nach Abschluss der fünften Brennphase der Oberstufe wurde SES 3 gegen 09:17 Uhr MESZ acht Stunden und eine Minute nach dem Start in einem Geotransferorbit (GTO) mit einem Perigäum von rund 3.655 Kilometern und einem Apogäum von rund 35.758 Kilometern über der Erde ausgesetzt. Eine sechste Brennphase der Oberstufe folgte, und schließlich konnte KazSat 2 gegen 10:40 Uhr MESZ neun Stunden und 24 Minuten nach dem Start ausgesetzt werden. Er gelangte auf eine Bahn mit einem Perigäum von rund 35.201 Kilometern und einem Apogäum von 35.767 Kilometern über der Erde. SES 3 wird die Orbitzirkularisierung und Positionierung im Geostationären Orbit in den kommenden Tagen mit seinem eigenen Haupttriebwerk bewerkstelligen. KazSat 2, der nicht mit einem starken Apogäumsmotor ausgerüstet ist, befindet sich als Ergebnis der sechsten Brennphase der Breeze-M bereits auf einen annähernd geosynchronen Orbit.

Der Kommunikationssatellit SES 3 brachte 3.150 Kilogramm Startgewicht auf die Waage. Mit elektrischer Energie versorgt wird SES 3 über zwei Solarzellenausleger, die zusammen rund 5 kW elektrische Leistung generieren können, um die raumflugtechnischen Systeme des Satelliten und seine Kommunikationsnutzlast zu versorgen. Letztere besteht aus 24 Ku-Band- und 24 C-Band-Transpondern. Über sie will SES World Skies Nutzer in den USA mit verschiedenen Video-, Sparch- und Datendiensten versorgen. In dieser Funktion wird SES 3 Mitte 2012 Nachfolger des seit dem 8. September 1996 im All befindlichen AMC 1 an der Position von 103 Grad West im Geostationären Orbit. SES 3 wurde von der Orbital Sciences Corporation (OSC) basierend auf dem STAR-2.4E-Bus konstruiert. Er ist der dritte Satellit einer neuen Serie von Raumfahrzeugen, den der Hersteller aus Dulles im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia für SES baute, der 29. Satellit der Flotte von SES World Skies insgesamt, und der 40. Satellit für den Mutterkonzern SES.

KazSat 2 basiert auf der russischen Jachta-Plattform, bei der die Satellitenkomponenten um eine zylinderförmige, lasttragende Struktur herum montiert sind, welche den Doppelstart mit unmittelbar aufgesetzten SES 3 ermöglichte, und ist der zweite vom russischen Raumfahrtkonzern Chruntischew für den kasachischen Betreiber gebaute Kommunikationssatellit. Bei seiner immer wieder unter Verzögerungen leidenden Herstellung wurden im Gegensatz zu der seines gescheiterten Vorgängers KazSat 1 in größerem Maße Komponenten und Geräte aus Westeuropa verwendet. Sensoren zur Positionsbestimmung und Anlagen zur Ermittlung der Bewegungen des Satelliten wurden von EADS Astrium bzw. von Tochterunternehmen des Konzerns beigesteuert. Auch die Kommunikationsnutzlast mit einer Masse von 215 Kilogramm hat westeuropäische Ursprünge, hier half wie schon bei KazSat 1 Thales Alenia Space. Die Kommunikationsnutzlast von KazSat 2 besteht aus 20 C-Band-Transpondern, von denen 16 gleichzeitig betrieben werden sollen, und vier als Reserve dienen. Sie hat einen Strombedarf von rund 1,8 Kilowatt. Die Versorgung der Satellitensysteme mit elektrischem Strom übernehmen zwei Solarzellenausleger. Der beim Start 1.272 Kilogramm schwere KazSat 2 hat eine angestrebte Gesamtlebensdauer von 14,5 Jahren. Um Kunden in Kasachstan und Zentralasien mit einer Reihe von Telekommunikationsdiensten zu versorgen, wird er an einer Position von 86,5 Grad West im Geostationären Orbit stationiert werden. Bestellt hatte Kasachstan den Satelliten als Ergänzung zu KazSat 1 bei Chruntischew im Jahre 2006, damals wurde mit einem Start von KazSat 2 im Jahre 2009 gerechnet. Für die Programmverzögerungen hat der russische Hersteller nach Angaben des Leiters der kasachischen nationalen Raumfahrtbehörde und ehemaligen Kosmonauten Talgat Mussabajew an Kasachstan umfangreiche Kompensationszahlungen geleistet.

Die Gesamtstartmasse der 58,2 Meter hohen Proton-M mit der Seriennummer 935-18 betrug zusammen mit den beiden Satelliten an Bord rund 705 Tonnen.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Chrunitschew, ILS, Raumfahrer.net, SES)


» Neuer GPS-Satellit im Orbit
17.07.2011 - Am Samstagmorgen hob von der Cape Canveral Air Force Station aus eine Delta-IV-Rakete ab. An Bord befand sich ein neuer Satellit für das Navigationssystem GPS.
Um 8:41 Uhr MESZ erhob sich die Delta IV der United Launch Alliance (ULA) von der Startrampe 37 der Cape Canaveral Air Force Station, um den neuen GPS-Satelliten IIF-2 in den Orbit zu bringen. Nach einer Minute und 42 Sekunden wurden die Feststoffbooster abgetrennt, nach vier Minuten und 15 Sekunden folgte die Hauptstufe. Nun begann die erste von drei Brennphasen für die Centaur-Oberstufe. Zwölf Sekunden später wurde die Nutzlastverkleidung, die den Satelliten schützte, abgesprengt.

Nachdem bei T+12:17 Minuten die Oberstufe zum ersten Mal heruntergefahren wurde, begann eine etwa neunminütige Freiflugphase, an deren Ende das RL-10-Triebwerk erneut gezündet wurde. Knapp 25 Minuten nach dem Start wurde dieses wieder abgeschaltet und eine längere Freiflugphase von fast drei Stunden begann. Diese wurde durch die letzte Zündung der Oberstufe beendet, welche drei Stunden und 22,5 Minuten nach dem Start abgeschlossen war. Nachdem der Satellit wenig später ausgesetzt wurde, war die Mission für die Rakete beendet.

Die Nutzlast, der GPS-IIF-2-Satellit, soll das betagte Raumfahrzeug GPS-IIA-11 ersetzen, welches vor über 20 Jahren gestartet worden war. Eine Delta 2 brachte es am dritten Juli 1991 in den Orbit. Der neue Satellit wird Navigationsdaten und weitere Dienste bereitstellen. Dazu befindet er sich in einem Orbit von etwa 20.200 km Höhe bei einer Inklination von 55°.

Zum Einsatz kam eine Delta IV vom Typ Medium+ (4,2). Dies steht für eine Nutzlastverkleidung mit einem Durchmesser von vier Metern und zwei Festoffbooster vom Typ GEM-60. In dieser Version zum siebten Mal, insgesamt war es der 17. Start einer Delta IV.

Raumcon:


(Autor: Simon Plasger - Quelle: ULA, SFN)


» Zenit-Rakete bringt Weltraumteleskop Spektr-R ins All
18.07.2011 - Mit dem ersten russischen Weltraumteleskop seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion will Russland wieder eine gewichtige Rolle in der Astronomie einnehmen.
Um 04:31 Uhr MESZ hob die Rakete vom Typ Zenit-3F (auch bekannt als Zenit-3SLBF oder Zenit-2SB/Fregat-SB) in Baikonur ab. Planmäßig wurde der Satellit um 08:06 Uhr MESZ von der Oberstufe Fregat-SB abgetrennt. Der zunächst erreichte Orbit besitzt ein Perigäum von 600 Kilometern und ein Apogäum von 330.000 Kilometern. Die Bahnneigung beträgt 51,3°. Es handelte sich dabei um den zweiten Zenit-Start des Jahres und zugleich um die zweite Zenit-3F. Den Jungfernflug feierte dieses Modell im Januar mit dem Start des Wettersatelliten Elektro-L 1. Dieser Satellit diente zugleich auch als Test für den Satellitenbus von Spektr-R namens "Navigator".

Die Mission RadioAstron ist die zweite weltraumgestützte VLBI-Mission im Bereich der Radioastronomie (VLBI: Very Long Baseline Interferometry). Bei diesem Verfahren werden weit voneinander entfernte Teleskope virtuell zu einem einzigen Teleskop zusammengeschaltet. Durch den großen Abstand der beteiligten Teleskope wird eine extrem hohe Winkelauflösung erreicht. Aus technischen Gründen ist es derzeit nur im Radiobereich möglich, diese Technik anzuwenden. Interferometrie im Bereich des optischen Lichts beschränkt sich derzeit auf mehrere Teleskope in einer Sternwarte mit wenigen 100 Metern Abstand. Aufgrund dieser Einschränkungen bietet RadioAstron in Zusammenarbeit mit irdischen Teleskopen (unter anderem dem größten Radioteleskop der Welt in Arecibo) eine einzigartige Möglichkeit, Radioquellen extrem präzise aufzulösen.

Auch für Orbitmechaniker ist diese Mission einzigartig. Im Laufe der auf mindestens fünf Jahre angesetzten Forschungen soll ein möglichst großer Bereich des Himmels untersucht werden können. Um dies zu gewährleisten, wurde Spektr-R in einen Orbit gebracht, der durch die Gravitation des Mondes massiv gestört wird. Das Perigäum wird dabei zwischen 400 und 65.000 Kilometer variieren, das Apogäum zwischen 265.000 und 360.000 km. Dementsprechend wird auch die Umlaufzeit zwischen 8 Tagen und 10,5 Tagen in diesem Zeitraum schwanken. Nach dem Start beträgt sie 8,2 Tage.

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Raumcon:


(Autor: Stefan Heykes - Quelle: Roskosmos, Lawotschkin, ASC Lebedjew)


» Atlantis verlässt Internationale Raumstation
19.07.2011 - Das Space Shuttle Atlantis legte heute um 08:28 Uhr MESZ zum letzten Mal von der Internationalen Raumstation ab und beendete damit nach 13 Jahren Aufbau und Unterstützung der Raumstation durch die Shuttle-Flotte.
Die Astronauten wurden um 03:59 Uhr MESZ mit dem Lied „Don’t Panic“ von der Gruppe Coldplay geweckt. Das Lied wurde Pilot Doug Hurley gewidmet.

Nach einer bisher extrem erfolgreichen Mission war es nun an der Zeit, der Internationalen Raumstation ein letztes Mal Lebewohl zu sagen. Um 08:28 Uhr MESZ öffneten sich die Klammern im Andockmechanismus des Space Shuttles und gaben es nach acht Tagen wieder frei. Kommandant Chris Ferguson und Pilot Doug Hurley übernahmen die Steuerung über den Orbiter und flogen ihn auf einen Punkt 182 Meter von der Raumstation entfernt.

Dort hielten sie für 30 Minuten die Position, während die Raumstation ein ungewohntes Manöver durchführte. Mithilfe der Steuerdüsen am russischen Segment drehte man den Komplex um 90 Grad entlang der Vertikalachse. Die Entscheidung für diese Manöver war getroffen worden, um so Fotos von Teilen der Station zu erhalten, die bisher nicht dokumentiert wurden.

Nachdem die Station in Position war, initiierte Doug Hurley dann die Umrundung des Komplexes. Während der nächsten Stunde machte die Besatzung unzählige Fotos von der Außenseite der Station und filmte jeden Winkel. Um 10:18 Uhr MESZ feuerten die Steuerdüsen des Space Shuttles ein weiteres Mal, um so den Orbiter endgültig von der Station zu trennen. Wenig später verschwand die Atlantis dann in der Dunkelheit.

Insgesamt erhielt die Internationale Raumstation 37 Mal Besuch eines Space Shuttles. Während dieser Zeit brachten die Orbiter 10 Module, 4x4 Solarpaneele und 107 Meter an Gitterträger zur Station.

Die Besatzung der Atlantis richtete nach der endgültigen Trennung von der Station ihre Augen auf die letzte Phase ihrer Mission. Um sicherzustellen, dass während des Aufenthalts an der Raumstation der Hitzeschild nicht durch Weltraumtrümmer oder Mikrometeoriten beschädigt wurde, nutzte die Besatzung des Orbiters das Boom Sensor System ein weiteres Mal, um die verstärkten Karbonteile an den Flügelkanten und der Nasenkappe zu untersuchen. Die Aufnahmen wurden an die Bodenkontrolle übermittelt, wo sie vom Damage Assessment Team ausgewertet werden.

Anschließend deaktivierte die Besatzung den Roboterarm des Space Shuttles zum letzten Mal. Der Roboterarm kam zu seinem ersten Einsatz während der STS-2-Mission im November 1981. Pilot Richard Truly testete damals alle Funktionen des Arms und kommentierte die Tests mit den Worten „Der Arm ist draußen und arbeitet wunderbar. Seine Bewegungen sind viel flexibler als in den Simulationen“. Während seiner Laufbahn bewegte der Arm unzählige Nutzlasten und trug zu einem nicht geringen Teil zum Erfolg des Space Shuttles bei. Sein stolzes Erbe wird durch den Roboterarm der Raumstation fortgesetzt.

Für den vermutlich letzten vollen Tag in der Umlaufbahn soll die Besatzung am Dienstag um 03:59 Uhr MESZ geweckt werden. Neben den traditionellen Checks der Steuersysteme des Orbiters, wird die Besatzung noch Picosat aussetzten und Interviews geben.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» DAWN: Orbiteintritt war erfolgreich
19.07.2011 - Die Raumsonde DAWN ist erfolgreich in einen Orbit um den Asteroiden Vesta eingetreten. Neue Bilder zeigen weitere Details der Oberfläche.
Die amerikanische Weltraumbehörde NASA hat am vergangenen Sonntag Vormittag nach der Auswertung von Telemetriedaten, welche die Raumsonde nur wenige Stunden zuvor an das Kontrollzentrum übermittelt hatte, bestätigt, dass sich die Asteroidensonde DAWN wie vorgesehen in einem Orbit um den Asteroiden (4) Vesta befindet. Laut der Berechnungen der für die Kontrolle der Raumsonde verantwortlichen Mitarbeiter des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien erfolgte der Orbiteintritt am 16. Juli gegen 7:00 Uhr MESZ. Der exakte Eintrittszeitpunkt kann bisher noch nicht genannt werden, da für dessen Bestimmung nähere Daten über die Masse und die Gravitationsverhältnisse von Vesta vorliegen müssen. Entsprechende Daten werden jedoch erst im Verlauf der kommenden Wochen während der wissenschaftlichen Untersuchung des Asteroiden gewonnen werden.

"Mit derselben Zuverlässigkeit, die DAWN auch schon beim interplanetaren Flug der vergangenen Jahre demonstriert hat, ist die Sonde nun auch in die Umlaufbahn eingeschwenkt", so Dr. Marc Raymond, Chefingenieur und Projektleiter der DAWN-Mission am JPL. "Es ist sehr aufregend, dass wir nun erste, detaillierte Bilder von einer der letzten unerforschten Welten im inneren Sonnensystem sehen werden."

Obwohl das eigentliche Einschwenkmanöver der Raumsonde somit abgeschlossen ist, wird die Anflugphase noch über einen Zeitraum von weiteren drei Wochen andauern. Durch den anhaltenden Betrieb der Ionentriebwerke der Raumsonde soll deren Orbit dabei stabilisiert und langsam noch weiter abgesenkt werden. Während dieser Zeit wird das DAWN-Team weitere Navigationsbilder aufnehmen, eine erste Untersuchung der physikalischen Eigenschaften des Asteroiden durchführen und zusätzliche Daten zur Kalibrierung der wissenschaftlichen Instrumente der Raumsonde sammeln.

Bereits im August soll DAWN den Asteroiden Vesta schließlich in einer Entfernung von nur noch 2.770 bis 2.720 Kilometern umrunden und die eigentliche Primärmission beginnen. Anschließend wird sich die Raumsonde im Laufe der dann folgenden 11 Monate bis auf eine Orbithöhe von etwas weniger als 200 Kilometer Höhe hinunterschrauben. Die an der Mission beteiligten Wissenschaftler bereiten sich gegenwärtig intensiv auf die wissenschaftlichen Aktivitäten der kommenden Wochen und Monate vor. Unter anderem soll dabei die Oberfläche des bisher noch nicht näher erforschten Asteroiden ausführlich kartografiert und ein dreidimensionales Geländemodell von Vesta berechnet werden.

Während der letzten Tage berechneten die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Planetenforschung in Berlin-Adlershof und des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau unter anderem erste Anaglyphenbilder, bei deren Betrachtung der Asteroid mit einer speziellen Rot-Grün-Brille plastisch zu erkennen ist, und projizierten die bisher durch die Framing Camera gewonnenen Fotoaufnahmen auf eine Kugelform. Dadurch wird den Wissenschaftlern eine erste Orientierung auf Vesta ermöglicht. Des Weiteren wurden erste Falschfarben-Aufnahmen der Asteroiden-Oberfläche erstellt.

Solche Bilder sind bei der Bestimmung der mineralogischen Zusammensetzung der Oberfläche hilfreich. Das Licht, welches von der Asteroidenoberfläche ins All reflektiert wird, enthält einen großen Anteil an infraroten Lichtwellen. Diese elektromagnetische Strahlung ist zwar für das menschliche Auge unsichtbar, das Kamerasystem der Framing Camera kann sie aber dennoch erkennen. Um diese Informationen und die dazugehörigen mineralogischen Unterschiede auf der Oberfläche für das menschliche Auge sichtbar zu machen, werden die aufgenommenen Frequenzen in den sichtbaren Bereich verschoben, so dass ein Falschfarben-Bild, eine sogenannte "False Color"-Aufnahme, entsteht.

Die so gewonnenen Aufnahmen vermitteln einen ersten Eindruck von der Oberfläche des Asteroiden, welche sich seit mehr als vier Milliarden Jahren kaum noch verändert haben dürfte. Ein dominanter Berg am Südpol des Asteroiden, diverse Impaktkrater mit unterschiedlichen Durchmessern, dazu Regionen mit Furchen und Aufwölbungen - bereits aus den ersten Oberflächenaufnahmen und Stereobildern ergibt sich eine relativ gute Vorstellung von der Oberfläche des Asteroiden. Noch sind die Daten, welche DAWN aus einer Höhe von rund 16.000 Kilometern aufzeichnete, nicht für hochpräzise Höhenmodelle ausreichend. Sie dienen vielmehr nach wie vor in erster Linie dazu, die Bearbeitungsprozesse der gewonnenen Daten zu testen: "Wir erhalten aber einen ersten Eindruck und wissen nun, worauf wir achten müssen, wenn die Kamera den Asteroiden aus niedrigeren Umlaufbahnen vermisst", so Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof.

Trotzdem können bereits jetzt erste Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte der Oberfläche bestätigt werden. Bei den zuvor erstellten Abbildungen von Vesta mit verschiedenen erdgestützten Teleskopen oder dem Weltraumteleskop Hubble konnten die Wissenschaftler am Südpol des Asteroiden eine große, nahezu kreisförmige Einsenkung mit einem Durchmesser von etwa 460 Kilometern entdecken. Dieser riesige Krater ist vermutlich vor Jahrmilliarden durch die Kollision mit einem anderen Asteroiden entstanden. Durch die jüngsten Aufnahmen der Raumsonde, welche bereits seit mehreren Wochen eine bessere Auflösung als das Hubble Space Telescope erreichen, konnte die Ausdehnung dieses Kraters auf ein Ausmaß von rund 430 bis 460 Kilometern präzisiert werden. Er erreicht somit mehr als 80 Prozent des Gesamtdurchmessers von Vesta. Wäre der auf der Vesta-Oberfläche eingeschlagene Körper nur ein wenig massereicher oder etwas schneller gewesen, so hätte sein Aufprall Vesta vermutlich vollständig zertrümmert. Im Zentrum dieser Struktur konnte ein Zentralberg ausgemacht werden, welcher sich bei dem zugrunde liegenden Impakt gebildet hat.

Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Das JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena/Kalifornien. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Bereich der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, DLR, MPS)


» 10 Jahre Comsat Artemis
20.07.2011 - Nachdem die Mission des Satelliten schon fast beendet war, bevor sie überhaupt begonnen hatte, erwies Artemis sich als zuverlässiger Langläufer. Seit 10 Jahren kreist Artemis, ein experimenteller Kommunikationssatellit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), jetzt um die Erde und unterstützte erfolgreich eine Anzahl anderer europäischer Raumfahrtmissionen.
Im Bereich der Kommunikationssatelliten war Artemis, vollgepackt mit der allerneusten Kommunikations- und Antriebstechnik, ein Durchbruch. Bevor die Tests der Technik an Bord des Satelliten im Geostationären Orbit beginnen konnten, war es jedoch erforderlich, den Satelliten abweichend vom ursprünglichen Plan mit Hilfe seiner Ionentriebwerke in den Geostationären Orbit und dort an die richtige Position zu bringen.

Beim Start des Satelliten auf einer Ariane-5G-Rakete am 12. Juli 2001 arbeitete die Trägerrakete nicht wie vorgesehen, und Artemis gelangte nach einer Fehlfunktion in der Raketenoberstufe in eine deutlich zu niedrige Erdumlaufbahn (Apoäum 17.487 statt geplanter 35.853 Kilometer über der Erde). Für einen konventionellen Kommunikationssatelliten hätte das mangels ausreichend Treibstoff für die chemischen Triebwerke das Aus bedeutet: Niemals hätte er in den Geostationären Orbit gelangen können, nie hätte er die Chance bekommen, die für ihn vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen.

Bei Artemis, dessen Treibstoff für sein chemisches Haupttriebwerk weitestgehend aufgebraucht wurde, um die Satellitenbahn zunächst über den wegen seiner Strahlung für den Satelliten gefährlichen Van-Allen-Gürtel anzuheben, war der Fall anders gelagert: der Satellit hat zusätzlich elektrische Triebwerke an Bord, die, wenn auch mit geringem Schub (etwa 15 Millinewton), im Dauereinsatz arbeiteten, bis ein annähernd kreisförmiger geosynchroner Orbit erreicht war. 18 Monate vergingen, bis Artemis die vorgesehene Position erreicht hatte. 18 Monate, in denen unzählige nie zuvor benutzte Prozeduren zum Einsatz kamen.

Während der Rettung der Mission wurde zum ersten Mal überhaupt eine Laserkommunikationsverbindung zwischen zwei Raumfahrzeugen auf unterschiedlichen Umlaufbahnen um die Erde hergestellt, die Programmierung des Satelliten wurde vom Boden aus so intensiv wie bei keinem anderen Satelliten zuvor modifiziert, Ionentriebwerke bewerkstelligten zum ersten Mal das Erreichen einer geosynchronen Umlaufbahn, und Artemis erreichte die richtige Position nach der langandauernsten Drift, die ein Satellit bis dahin überstanden hatte. Seit Januar 2003 ist Artemis auf Position.

Von seinem Slot bei 21,5 Grad Ost im Geostationären Orbit aus arbeitete Artemis mehrfach als Relaisstation für andere europäische Raumfahrzeuge. Fast in Echtzeit und mit einer hohen Datenrate leitete der Kommunikationssatellit beispielsweise über Funk Bilddaten von Envisat, dem größten europäischen Erdbeobachtungssatelliten, der auf einer Bahn rund 35.000 Kilometer niedriger als Artemis um die Erde kreist, an Kunden weiter. Ähnlich konnte mit Daten des französischen Erdbeobachtungssatelliten SPOT 4 verfahren werden. Sie gelangten allerdings per Laserlicht zu Artemis, bevor dieser sie zur Erde weiterleitete. Ein SILEX genanntes Terminal an Bord von Artemis empfing die optisch übermittelten Informationen von SPOT 4.

Bei den beiden bisher abgewickelten Missionen der europäischen Versorger für die Internationale Raumstation (ISS) vom Typ ATV vermittelte Artemis zwischen den Kontrollzentren am Boden und dem jeweils im All aktiven Transportschiff. Im Jahr 2008 konnte Artemis während der ersten ATV-Mission kurzfristig als Relaissatellit einspringen, als die NASA die Nutzung eines eigenen Kommunikationsnetzes wegen des Hurrikans Ike unterbrechen musste. Nach wenigen Stunden der Vorbereitung war es dem ATV-Kontrollzentrum im französischen Toulouse mit Unterstützung des Artemis-Kontrollzentrums im belgischen Redu möglich, den Kontakt mit dem ATV 1 weiter aufrecht zu erhalten.

Kompetenz und Kapazität von zwei Artemis-Kontrollzentren sind Basis für den Erfolg des Satelliten. Von Redu aus werden die verschiedenen Kommunikationsnutzlasten von Artemis gesteuert und überwacht, und die Nutzung der einzelnen Kommunikationsanlagen durch ihre Nutzer koordiniert. Um die raumflugtechnischen Belange kümmert sich man sich in einem Kontrollzehnrum von Telespazio im italienischen Fucino.

Artemis ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 26.863 bzw. als COSPAR-Objekt 2001-029A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Space Shuttle Atlantis bereit für die letzte Landung
20.07.2011 - Die Besatzung des Space Shuttle Atlantis verbrachte den letzten vollen Tag in der Umlaufbahn mit den routinemäßigen Tests des Orbiters.
Um 03:32 Uhr MESZ wurde die Besatzung mit „Fanfare for the Common Man“ von Aaron Copland geweckt. Im Anschluss erhielt die Besatzung einen Gruß von Mitarbeitern des Kennedy Space Center, wo Atlantis morgen zum letzten Mal aufsetzten soll.

Es war ein bittersüßer Tag für die Besatzung in der Umlaufbahn und die Teams am Boden. Neben den Vorbereitungen auf die bevorstehende Landung nahm man sich immer wieder Zeit, um Meilensteine und Individuen zu feiern, die das Space-Shuttle-Programm zu einem Erfolg gemacht haben.

Doch auch an einem solchen Tag wie heute, wartete auf die Besatzung eine Menge an Arbeit. Um sicherzustellen, dass der Orbiter und seine Systeme die Besatzung sicher wieder zur Erde zurückbringen kann, testete die Besatzung das Shuttle auf Herz und Nieren. Zuerst überprüfte die Crew die Steuerflächen des Orbiters. Diese werden für die finale Phase des Wiedereintritts genutzt, wenn die Atmosphäre dicht genug ist, um das Shuttle präzise auf Kurs zu halten und sicher auf der Landebahn zu landen.

Anschließend testete die Besatzung das Reaction Control System (RCS). Das RCS besteht aus insgesamt 26 Steuerdüsen und vier Feinsteuerdüsen. Es wird beim Wiedereintritt in der frühen Phase genutzt, um die Lage des Orbiters zu kontrollieren. Im Verlauf des Wiedereintritts wird das System dann nach und nach abgeschaltet und die Steuerung von den Steuerflächen übernommen.

Nach Abschluss aller Tests setzte die Besatzung dann noch den Mikrosatelliten Picosat aus. Picosat, der eine Länge und Breite von fast 13 Zentimetern sowie eine Höhe von 25 Zentimetern hat, soll während der kommenden neun Monate Solarzellen testen. Mit Picosat setzte das Space Shuttle während seiner 30-jährigen Karriere insgesamt 180 Nutzlasten aus. Dank mehreren Megapixelkameras, hat der kleine Satellit auch die letzten Bilder eines Space Shuttle in der Umlaufbahn gemacht.

Bevor die Besatzung dazu überging, das Flug- und Zwischendeck des Orbiters auf die Landung vorzubereiten und alle nicht mehr benötigten Gegenstände zu verstauen, nahm sie sich noch einmal Zeit, um mit großen Fernsehstationen in den USA zu sprechen.

Gegen Ende des Tages verstauten die Astronauten dann noch die Ku-Band-Antenne, mit deren Hilfe Fernsehbilder übertragen werden können und die Breitbandkommunikation mit dem Orbiter erfolgt. Bevor sich die Crew in ihre Schlafkabinen für die letzte Nacht an Bord eines Space Shuttles begab, teilte ihr die Bodenkontrolle mit, dass die während der späten Inspektion gemachten Aufnahmen ausgewertet sind und der Hitzeschild keine Schäden aufweist. Damit ist Atlantis für den Wiedereintritt freigegeben.

Für die morgige Landung um 11:56 Uhr MESZ in Florida zeigt sich das Wetter von seiner hervorragenden Seite. Die Vorhersage sieht nur eine leichte Bewölkung voraus mit nur leichtem Wind und ist damit perfekt für eine Landung des Space Shuttles. Tony Ceccacci, der leitende Flugdirektor für den Wiedereintritt, entschied sich daher, für den morgigen Tag nur eine Landung in Florida in Betracht zu ziehen. Sollte Ceccacci sich für die erste Gelegenheit entscheiden, das Space Shuttle zurück zur Erde zu bringen, so würde die letzte Landung des Space-Shuttle-Programms eine Nachtlandung sein. Es wäre die 26. Nachtlandung eines Shuttles.

Die gesamten Landemöglichkeiten in Florida im Überblick:



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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Eine kosmische Riesenblase am Himmel
20.07.2011 - Innerhalb der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie unseres heimischen Milchstraßensystems, konnten Astronomen mit dem Very Large Telescope der ESO eine kosmische Riesenblase beobachten. Die Struktur stellt eine Gashülle dar, welche von den Winden junger Sterne und den Schockwellen von Supernovaexplosionen geformt wurde.
Bei der Großen Magellanschen Wolke, auch unter der englischen Bezeichnung "Large Magellanic Cloud" (LMC) bekannt, handelt es sich um eine irreguläre Zwerggalaxie, welche sich in der unmittelbaren Nachbarschaft unserer Heimatgalaxie befindet und etwa 143.000 bis 166.000 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist. Mit einer visuellen Helligkeit von 0,9 mag kann sie bereits mit dem bloßen Auge beobachtet werden. Allerdings muss sich der interessierte Betrachter dazu auf der südlichen Erdhalbkugel befinden, denn nur von dort aus können die beiden Sternbilder Schwertfisch und Tafelberg beobachtet werden. Die Große Magellansche Wolke befindet sich im Grenzbereich zwischen diesen beiden Sternbildern. Erstmals schriftlich erwähnt wurde sie von dem persischen Astronomen Al Sufi in seinem "Buch der Fixsterne" im Jahr 964. Der erste Europäer, der die Wolke beschrieb, war der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan, welcher die LMC während seiner Weltumseglung in den Jahren 1519 bis 1521 beobachten konnte.

Die große Magellansche Wolke erweckt auch in der Gegenwart immer noch das Interesse der Astronomen. So hat zum Beispiel während des vergangenen Jahrhunderts die Bestimmung der genauen Entfernung der LMC eine Schlüsselrolle in der extragalaktischen Astronomie eingenommen. Aber auch die Erforschung der einzelnen Sternhaufen und Sternentstehungsgebiete innerhalb der LMC spielt in verschiedenen aktuellen astronomischen Projekten eine große Rolle.

Ein solches Sternentstehungsgebiet, welches aus kompakten Gas- und Staubwolken besteht, umgibt den in der LMC gelegenen Sternhaufen NGC 1929. Dieser Nebel trägt die offizielle Bezeichnung LHA 120–N 44, welche aber in der Regel mit der Kurzform N 44 abgekürzt wird. Die hier gezeigte Aufnahme von N 44 wurde mit dem FORS1-Instrument am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO angefertigt.

Der "FOcal Reducer and low dispersion Spectrograph" - kurz FORS, wörtlich übersetzt in etwa "Brennweitenreduzierer und niedrigauflösender Spektrograf" - stellt das vielseitigste Instrument des VLT dar. Es besteht aus einer astronomischen Kamera und einem Spektrografen. FORS wurde im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes von den Universitätssternwarten in Heidelberg, Göttingen und München und der ESO entwickelt und gebaut.

Die heißen, jungen Sterne innerhalb des Sternhaufens NGC 1929 senden eine intensive ultraviolette Strahlung aus, welche das Gas zum Leuchten anregt. Dadurch wird die gewaltige Gashülle, welche den Sternhaufen umgibt und die treffender Weise auch als Superblase bezeichnet wird, noch einmal stärker hervorgehoben. Die den Sternhaufen umgebende Blase verfügt über eine Ausdehnung von etwa 325 x 250 Lichtjahren. Zum Vergleich: Das Sternsystem von Alpha Centauri, dem der Sonne am nächsten gelegene Stern, ist lediglich knapp vier Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt.

Die Superblase N 44, so die Meinung der Astronomen, bildete sich durch zwei verschiedene Prozesse. Zum einen werden dafür sogenannte "Sternwinde" verantwortlich gemacht. Hierbei handelt es sich um Ströme aus geladenen Teilchen, welche von den heißen und massereichen Sternen des Sternhaufens im Zentrum der Blase ausgehen. Solche Sternwinde "wehen" Gas und Staub aus dem Zentralbereich des Sternhaufens hinaus und befördern das Material in dessen unmittelbare Umgebung.

Ein weiterer Faktor sind Supernovaexplosionen. Solche Sternexplosionen kennzeichnen das Ende von massereichen Sternen. Durch die dabei auftretenden Schockwellen wird das Material vom Zentrum des Sternhaufens noch weiter nach außen getrieben. In den Bereichen, wo das nach außen driftende Material auf das interstellare Gas in der Umgebung des Sternhaufens trifft, bildet sich die leuchtende Blase.

Obwohl sie somit von eigentlich zerstörerisch wirkenden Kräften erzeugt wurde, trägt die Superblase N 44 durch ihre Existenz zur Entstehung neuer stellarer Objekte bei. Durch die Kompression der Gase in den Randbereichen der Superblase bildet sich dort eine neue Sternengeneration.

Die heute von der ESO veröffentlichte Aufnahme wurde unter Verwendung von Rohdaten erstellt, welche der Argentinier Manuel Mejias im Rahmen des "Hidden Treasures"-Wettbewerbs der ESO aus dem umfangreichen Datenarchiv der Europäischen Südsternwarte ausgewählt hat. Dieser Wettbewerb bot interessierten Amateurastronomen, welche gerne ästhetisch ansprechende Bilder von Himmelsobjekten aus Aufnahmen professioneller Großteleskope zusammenstellen, im Oktober und November 2010 die Möglichkeit, die in dem Archiv der ESO enthaltenen und bis dahin noch nicht kalibrierten und nachbearbeiteten Rohbilder am heimischen Computer aufzubereiten.

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Internetseite der ESO:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO)


» Das Ende einer Ära. Atlantis sicher gelandet
21.07.2011 - Zum letzten Mal in der Geschichte kehrte ein Orbiter sicher zur Erde zurück und beendete damit nach 30 Jahren die Ära der Space Shuttle Flüge.
Die Bodenkontrolle weckte die Besatzung an Bord des Space Shuttles Atlantis ein letztes Mal um 03:29 Uhr MESZ mit dem Lied „God Bless America“ von Katy Smith. Das Lied wurde allen Menschen gewidmet, die über die Jahre hinweg das Space-Shuttle-Programm unterstützt haben.

Nachdem die Crew ihre Morgenroutine abgeschlossen hatte, begannen auch schon die Vorbereitungen für die Landung. Kommandant Chris Ferguson und Pilot Doug Hurley konfigurierten die Bordcomputer des Space Shuttles, während die Missionsspezialisten Sandy Magnus und Rex Walheim die restliche Ausrüstung verstauten und ihre Sitze aufbauten.

Um 08:09 Uhr MESZ erhielt die Crew das „Go“, um ein letztes Mal die Türen der Ladebucht zu schließen. Ein wenig später ließ die Besatzung dann auf den Computern des Orbiters die sogenannte OPS-3-Software laufen. Diese Software kontrolliert den Wiedereintritt und signalisiert die heiße Phase bei dessen Vorbereitungen.

Während des gesamten Morgens hielt Flugdirektor Tony Ceccacci, der für den Wiedereintritt verantwortlich war, immer ein Auge auf das Wetter. Im Gegensatz zu früheren Missionen bereitete ihm dieses heute allerdings keine Kopfschmerzen. Astronaut Rick Sturckow, der das Shuttle Training Aircraft (STA) flog, berichtete die ganzen Zeit über exzellentes Landewetter. So war es dann eine reine Formsache, als um 10:12 Uhr MESZ Ceccacci das „Go“ für den Wiedereintritt gab.

Um 10:48 Uhr MESZ zündeten dann die Düsen der beiden Orbitalen Manöver Systeme (OMS) für etwas über drei Minuten und verlangsamten das Space Shuttle so weit, dass es wieder in die Atmosphäre eintrat.

Etwas über eine Stunde später tauchte die Atlantis über Florida auf und begann den letzten Landeanflug in der Geschichte der Space Shuttles. Um 11:57 Uhr MESZ setzte die Atlantis, gesteuert vom Kommandanten Chris Ferguson, sanft auf der Landebahn 15 des Kennedy Space Centers auf. Es war die 26. Nachtlandung eines Space Shuttles. Nachdem die Räder zum Stillstand gekommen waren, richtete Ferguson ein paar Worte an die Bodenkontrolle in Houston „Mit dieser Mission hinter uns und im Dienst der Welt für über 30 Jahre, hat das Space Shuttle seinen Platz in den Geschichtsbüchern eingenommen“.

Damit schloss sich nach 30 Jahren das Kapitel Space Shuttle. In seinen 135 Missionen brachte das Space Shuttle nicht nur Satelliten, interplanetare Sonden oder Module für die Internationale Raumstation in die Umlaufbahn, sondern zerbrach auch kulturelle Barrieren und vereinte Nationen. Im Gegensatz zu den Vorgängerprogrammen Mercury, Gemini und Apollo, bei denen das Astronautenkorps hauptsächlich aus Angehörigen des Militärs bestand, öffnete das Space-Shuttle-Programm den Zugang zum All für die verschiedensten Berufe. So flogen Mediziner, Ingenieure und Lehrer an Bord eines Shuttles ins All.

Das Space Shuttle war auch immer wieder ein Symbol für internationale Kooperation. Schon mit STS 9 flog zum ersten Mal das Spacelab, eine Kooperation zwischen der NASA und der ESA (damals ESRO), in der Ladebucht des Orbiters. Mit dem Shuttle-Mir-Programm vereinte das Shuttle ehemalige Feinde und legte den Grundstein für die Internationale Raumstation. Die ISS, die größte Errungenschaft des Space Shuttles, wird auch nach dem heutigen Ende des Shuttle-Programms ein leuchtendes Beispiel dafür sein, was wir Menschen erreichen können, wenn wir unsere Differenzen beiseite legen.

Für die bemannte Raumfahrt der NASA beginnt nun eine ungewisse Zukunft ohne eigenen Zugang zum All. NASA-Administrator Charlie Bolden richtet zwar mit dem Multi Purpose Crew Vehicle (MPCV) und dem Space Launch System (SLS) seinen Blick auf die Erkundung des Sonnensystems, allerdings steht hinter dem Programm aufgrund des immens hohen Haushaltsdefizits der USA ein großes Fragezeichen. Schon jetzt sehen die vorläufigen Haushaltspläne massive Einschnitte in das Budget der NASA vor, was die Durchführung eines solchen ambitionierten Programms stark behindern würde oder sogar komplett unmöglich machen könnte.

Auch die vom amerikanischen Präsidenten vorangetriebene Kommerzialisierung des nahen Erdorbits steht noch auf wackeligen Beinen. Noch muss z.B. SpaceX erst unter Beweis stellen, dass sie in der Lage sind die Internationale Raumstation zuverlässig zu versorgen, bevor man voll auf private Anbieter setzten kann.

Aufgrund dieser Probleme setzten sich die USA derzeit der Gefahr aus, ihre Rolle als Spitzenreiter in der Raumfahrt zu verlieren. Dies wird umsomehr deutlich, wenn man sieht, mit welcher Kraft andere Nationen, wie z.B. China, ihr Raumfahrtprogramm ausbauen. Es bleibt daher zu hoffen, dass die verantwortlichen Politiker in den USA schnell und besonnen handeln und dem Land einen klaren Weg in die Zukunft weisen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Bilanz der Shuttle-Ära
21.07.2011 - Heute endete die letzte Raumfahrtmission eines US-amerikanischen Space Shuttles mit der Landung der Atlantis am Kennedy Space Center in Florida (USA). Damit geht das erfolgreichste, vielseitigste, umstrittenste, internationalste, teuerste und verlustreichste Kapitel der Raumfahrt zu Ende.
Im Verlaufe von gut 30 Einsatzjahren gelangten dabei 350 Menschen aus 18 Nationen, davon 61 nicht aus den USA, ins All und meist sicher zurück. Bei 810 Einsätzen, wurden etwa 12.800 Manntage im Kosmos verbracht, wobei ein Großteil durch Langzeitmissionen in Raumstationen beigetragen wurde. Zwei Astronauten flogen 7 Mal mit einer US-Raumfähre ins All, drei 6 Mal, 19 insgesamt 5 Mal und 49 Raumfahrer 4 Mal, darunter auch ein Schweizer. Die fünf Raumfähren bringen es auf 134 Raumflüge und bei mehr als 21.000 Erdumläufen mit einer Gesamtflugstrecke von etwa 875 Millionen Kilometern auf fast 1.232 Tage im All, wobei der älteste noch existierende Shuttle, die Discovery, 39 Mal in den Weltraum flog.

Dabei war das System Space Shuttle (oder Space Transportation System) sehr vielseitig. So wurden nicht nur Menschen ins All gebracht, sondern auch Nutzlasten, darunter schwere und sperrige. Einzigartig bis heute auch die Möglichkeit, Satelliten anzufliegen, mittels eines Manipulatorarms zu greifen und in die 18 Meter lange Ladebucht zu ziehen. Hier konnten sie entweder repariert, gewartet bzw. modernisiert oder verankert werden, um zur Erde zurückzukehren. Ebenso in der Ladebucht verankert flogen mehrfach Weltraumlabore, die modular aufgebaut waren und in denen in relativ kurzer Zeit auf der Erde die wissenschaftliche und technische Ausrüstung ausgetauscht werden konnte, um eine neue Mission vorzubereiten. Bei Intensivmissionen mit SpaceLab oder SpaceHab konnte eine Vielzahl von Kurzzeitexperimenten ausgeführt und viele Erkenntnisse gewonnen werden. Längerfristige Untersuchungen wurden im unbemannten Bereich durch wiederverwendbare Plattformen wie SPAS oder SPARTAN angestellt oder später an Bord der Raumstationen Mir und ISS.

64 Nutzlasten wurden in Erdumlaufbahnen ausgesetzt, wovon sich einige auf den Weg zu fernen Zielen machten. 13 weitere Satelliten wurden für eine gewisse Zeit im All belassen, später wieder eingefangen und zur Erde zurück transportiert. Im Freiflug können störende Einflüsse durch Bewegungen von Menschen ausgeschlossen werden, was die Qualität der sogenannten Mikrogravitation erheblich verbessert. Zur Raumstation Mir wurde ein Bauteil transportiert, zur Internationalen Raumstation unzählige. Dazu gehören 10 Druckmodule, 10 Gitterelemente, 7 dauerhaft verbleibende, größere Außenlasten, 7 Komponenten für Transportsysteme und Manipulatoren, außerdem Logistikmodule und –plattformen zum Transport größerer Ausrüstungen und Ersatzteile sowie eine Vielzahl von Versorgungsgütern, Innenausrüstungen und Experimenten im Mitteldeck der Raumfähren oder in einem SpaceHab-Modul in der Ladebucht. Außerdem wurden Ergebnisse von Experimenten, zu reparierende oder zu untersuchende Ausrüstung sowie Abfälle zur Erde transportiert.

Insgesamt eine sehr positive Bilanz, obwohl es zu allen Zeiten auch umfangreiche und berechtigte Kritik am System Space Shuttle gab. Die Vielseitigkeit und enorme Größe erkaufte man sich durch hohe Kosten. Insgesamt bringt es das Shuttle-Programm auf etwa 200 Milliarden US-Dollar. Allerdings wurden dem System auch Betriebskosten des Kennedy Space Centers angerechnet, die es auch ohne das Shuttle gegeben hätte. Die zunächst angegebenen Kosten von 10,5 Millionen US-Dollar pro Flug stellten sich aber sehr bald als illusorisch heraus. Vor allem mit dem empfindlichen Hitzeschutz aus Zehntausenden individuell geformten und in Handarbeit gefertigten Kacheln trug zur Kostenexplosion bei. Aber auch andere Systeme mussten aus Sicherheitsgründen häufig überprüft, gewartet, repariert oder ausgetauscht werden. Oft waren dies Spezialanfertigungen, die natürlich ihren Preis haben. Eine florierende Raumfahrtindustrie stellte diese aber gern bereit. Auch im Umfeld dieser Industrie wurden Arbeitsplätze geschaffen, von denen nun viele entfallen. Die komplizierteste Maschine, die Menschen bis dato jemals entwickelt, gebaut und erfolgreich betrieben haben, forderte bei zwei Unfällen, die auch auf menschliche Fehleinschätzungen zurückzuführen waren, insgesamt 14 Menschenleben.

Allen Raumfahrtbegeisterten werden aber vor allem die Erfolge des Shuttle-Programms in Erinnerung bleiben. Neben dem Aussetzen verschiedenster Satelliten und Raumsonden sowie dem Aufbau der Internationalen Raumstation gehören die 5 Reparatur- und Wartungsmissionen für das Hubble Space Telescope, die ebenso spektakuläre Instandsetzung des Satelliten Solar Maximum Mission, die 162 Außenbordeinsätze, von denen einige im Freiflug, ohne jegliche Verbindung zum Raumfahrzeug, durchgeführt wurden sowie die Flüge zur russischen Raumstation Mir dazu. Mit diesen Missionen wurde eine neue Ära der internationalen Kooperation im All mitgestaltet, die für uns heute als ganz normal erscheint.

Man könnte noch wesentlich mehr über die Space Shuttles schreiben und in diesen Tagen wird dies auch an vielen Stellen getan. In Zukunft kann man die technischen Meisterleistungen in verschiedenen Museen in den USA bewundern. Nennen möchte ich auch kurz die russischen Raumfähren, die vom Space Shuttle entscheidend „inspiriert“ waren, letztlich aber vor allem aus Kostengründen niemals wirklich zum Einsatz kamen. Zumindest haben wir dadurch die Möglichkeit, eine Raumfähre in voller Größe und mit weitgehender technischer Originalausstattung auch in Deutschland ansehen zu können.

Die bei Entwicklung und Betrieb erkannten Mängel des Space Transportation Systems, darunter die Tücken der Parallelinstallation von Rakete und Nutzlast, die Empfindlichkeit des Hitzeschildes der Raumfähren sowie die hohen Wartungskosten, haben leider bisher nicht dazu geführt, dass ein Nachfolger bereitsteht. Dies gilt zum Teil für das Transportieren großer Lasten ins All, vor allem aber für bemannte Raumflüge. Die Zukunft der bemannten US-Raumfahrt ist in diesen Tagen auch politisch noch unentschieden, eine Kommerzialisierung dieses Bereichs setzt voraus, dass es Märkte dafür gibt. Auch für die weitere Erforschung des Weltraums durch den Menschen gibt es in den USA derzeit nur unklare Konturen. Bleibt für uns die Hoffnung, dass Phantasie, Forscherdrang, Innovationskraft und Neugier in Bälde ein klares und langfristiges Programm hervorbringen, das den Zeichen und Anforderungen der Zeit gerecht wird und an die Erfolge sowie die Bedeutung des Space-Shuttle-Programms anschließt.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Raumfahrer.net, NASA, Wikipedia)


» Sojus, ein Zeichen für Zuverlässigkeit
21.07.2011 - Heute, am Tag der Beendigung des US-Space-Shuttle-Programms, lässt es sich die russische Weltraumagentur Roskosmos nicht nehmen, diese Leistung zu würdigen. Gleichzeitig kündigt sie den Anfang der Epoche „Sojus“ an. (Newsbild: Sojus Raumschiff im freien Flug)
Am 21. Juli 2011 um 11:57 Uhr MESZ endete mit der Landung des amerikanischen Space Shuttles Atlantis die Ära der US-Raumfähren (RN berichtete). Die USA besitzen damit für einige Zeit keinen bemannten Zugang zum All. Die drei verbliebenen Orbiter dienen zukünftig als Ausstellungsstücke und sind in drei amerikanischen Museen zu besichtigen. Für Roskosmos beginnt daher nun die Zeit als alleiniger Transporteur von Menschen zur Internationalen Raumstation. Benutzt werden dafür die Sojus-Trägerraketen und die gleichnamigen Sojus-Raumschiffe. Mit ihnen können drei Menschen und etwas Nutzlast transportiert werden. Gleichzeitig dienen sie als Rückkehrraumschiffe im Notfall, dabei beträgt die Verweildauer an der ISS ca. ein halbes Jahr.

Da die russischen Sojus-Raumschiffe auf absehbare Zeit alleine Menschen zur Station bringen werden, ist gerade hier ein besonderes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit gefordert. Bis 2016 werden Kosmonauten und Astronauten der Partneragenturen sich auf diese Raumschiffe verlassen, entsprechende Transportverträge wurden bereits geschlossen. Rentabilität und die ständige Modernisierung von Sojus-Raumschiffen lässt diese selbst nach einigen Jahrzehnten im Einsatz nicht „alt“ aussehen. Zur Zeit laufen die Flug-Konstruktionstests der neuen TMA-M-Serie. Die mit digitalen Komponenten ausgestatteten Raumschiffe Sojus-TMA 01M und Sojus-TMA 02M sind bereits erfolgreich geflogen und bringen so die neue Serie zur Flugreife. Mit Sojus-TMA 22 fliegt im September diesen Jahres das letzte russische Raumschiff mit analoger Steuerung und der Generationenwechsel wird vollzogen.

Roskosmos arbeitet seit einiger Zeit bereits an neuen Raumschiffen zum bemannten Transport. Das PPTS (Perspektivnaja Pilotirujemaja Transportnaja Sistema, dt. Zukünftiges bemanntes Transportsystem, engl. Prospective Piloted Transport System) oder sonst auch „Rus“ genannte Raumfahrzeug soll die altbewährten Sojus-Kapseln in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts ablösen. Dazu sagt die Agentur: „Selbst wenn in den nächsten Jahren die Alternative zur Sojus bereitsteht, wird noch viel Zeit vergehen, bevor bewiesen sein wird, dass das neue Schiff das notwendige Niveau an Sicherheit für die bemannten Flüge gewährleisten kann.“ Das System Sojus wird daher auch in Zukunft den Löwenanteil im bemannten Bereich der russischen Raumfahrt zu leisten haben.

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(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: Roskosmos)


» GSAT 12 im GSO
23.07.2011 - Der am 15. Juli 2011 gestartete indische Kommunikationssatellit GSAT 12 hat einen geosynchronen Orbit (GSO) erreicht. In einigen Tagen wird eine Phase ausgedehnter Tests des Satelliten auf seiner Bahn um die Erde, IOT für In Orbit Tests genannt, beginnen.
Auf einer PSLV-XL-Rakete war GSAT 12 in den Weltraum transportiert worden. Nach der Abtrennung von der Raketenoberstufe befand sich GSAT 12 zunächst in einem Transferorbit. Dessen Perigäum, der der Erde am nächsten liegende Bahnpunkt, lag nach neuesten Angaben der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) bei 281 Kilometern über der Erde, das Apogäum, der am weitesten von der Erde entfernte Bahnpunkt, bei 21.027 Kilometern. Gegen den Erdäquator war die Bahn um etwa 17,9 Grad geneigt.

Seit dem Start wird GSAT 12 von einem als MCF für Master Control Facility bezeichneten Satellitenkontrollzentrum im indischen Hassan überwacht und gesteuert. Dementsprechend wurden von Hassan aus die fünf Brennphasen des Apogäumsmotors des Satelliten initiiert und kontrolliert. Der mit Monomethylhydrazin (MMH) als Treibstoff und einer Mischung aus Stickstoffoxiden (MON-3) als Oxidator betriebene, 440 Newton starke Motor brachte den Satelliten nach fünf Brennphasen in eine annähernd kreisförmige Bahn zwischen 35.684 und 35.715 Kilometern über der Erde, die nur noch rund 0,17 Grad gegen den Äquator geneigt ist.

Die Manöver überstand der auf der indischen I-1K Plattform basierende Satellit gut, und die Station in Hassan steht weiter in Funkkontakt mit ihm. Der Antennenreflektor der Hauptantenne der mit 12 C-Band-Transpondern ausgestatteten Kommunikationsnutzlast des Satelliten ist seit 15:30 Uhr IST am 21. Juli 2011 ausgeklappt.

Aktuell steht GSAT 12 bei etwa 63 Grad Ost über dem Äquator. Als endgültige Position nach einer Drift von rund einem Grad pro Tag sind 83 Grad Ost vorgesehen, wo GSAT 12 in Kollokation mit INSAT 2E und INSAT 4A betrieben werden soll. Die Aktivierung der Kommunikatktionsnutzlast ist für den 5. August 2011 geplant. Die IOT genannten Tests des neuen Satelliten im All möchte man in den darauf folgenden Augusttagen aufnehmen.

GSAT 12 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.746 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-034A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO)


» GSLV-F06-Fehlschlag: Dritte Stufe hatte Mängel
25.07.2011 - Nach Angaben des Vorsitzenden der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) K. Radhakrishnan ist eine mängelbehaftete russische Raketenstufe für das Versagen der GSLV-F06 am 25. Dezember 2010 verantwortlich. Fachleute aus Russland sollen dies bestätigt haben.
Zum Einsatz in ISROs Trägerrakete für Satelliten für den Geostationären Orbit, GSLV für Geosynchronous Satellite Launch Vehicle genannt, lieferte Russland nach einer Anfang des letzten Jahrzehnts getroffenen Vereinbarung schließlich sieben Raketenstufen, die mit mit flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff verbrennenden Motoren des Typs KVD-1 vom Konstruktionsbüro ChimMasch ausgerüstet wurden. Dementsprechend steht KVD für Kislorodno Vodorodni Dvigatel, übersetzt etwa Sauerstoff-Wasserstoff-Motor.

In zwei unterschiedlichen Varianten gelangten die sieben Raketenstufen nach Indien. Fünf von ihnen hatten eine Treibstoffgesamtkapazität von rund 12,5 Tonnen und werden in Indien daher C12 oder C12,5 genannt, zwei verlängerte Stufen wurden mit größeren Tanks geliefert. Als C15 bezeichnet und mit einer Treibstoffgesamtkapazität von rund 15,2 Tonnen ermöglichen sie eine längere Brenndauer ihres Triebwerks.

Die erste der verlängerten vom russischen Raumfahrtkonzern Chrunitschew gebauten Stufen sollte beim Flug der GSLV-F06 am 25. Dezember 2010 in Betrieb genommen werden. Dazu kam es jedoch nicht. Die Rakete hob zwar problemlos von der Startrampe Nr. 2 des Satish Dhawan Space Center (SDSC) auf Sriharikota ab, zerbrach dann aber noch innerhalb der ersten Flugminute. Die Überreste der Rakete und die an Bord befindliche Nutzlast, der für den Einsatz im Geostationären Orbit gedachte Kommunikationssatellit GSAT 5P, fielen in den indischen Ozean.

Am unteren Ende der als dritte Stufe in der GSLV eingesetzten Raketenstufe C15 befand sich ein Zylinder aus einem Kompositwerkstoff, der sich unter den im Flug durch die Atmosphäre auftretenden Lasten verformte. Die Verformung führte schließlich zur Trennung von durch Halterungen an dem Zylinder befestigten Steckverbindungen, was sämtliche zur Lenkung der Rakete erforderlichen Steuerleitungen unterbrach. Informationen der Nachrichtenagentur IANS zufolge war über drei Jahre vorher beim Flug der GSLV-F04 ähnliches vorgefallen. Damals wurden jedoch nicht alle Leitungen unterbrochen, und die Rakete erreichte den Weltraum. Allerdings wurde INSAT 4CR auf einer etwas zu niedrigen Umlaufbahn ausgesetzt, weshalb sein Apogäumsmotor mehr Treibstoff benötigte, um den Satelliten in den Geostationären Orbit zu bringen, was die mögliche Einsatzdauer des Satelliten dort reduziert.

Hinsichtlich der dritten Stufe der GSLV-F06 kam die ISRO nach umfangreichen Analysen, die schließlich auch von russischer Seite unterstützt wurden, zu dem Schluss, dass dem Kompositzylinder am unteren Ende der C15 der GSLV-F06 eine konstruktive Schwäche innewohnte. Eine Inspektion der letzten in Indien verfügbaren Raketenstufe mit KVD-1-Triebwerk förderte zu Tage, dass sie an einer Anzahl von Positionen nicht die Maße aufwies, die dokumentiert waren. Die russischerseits eingestandenen Mängel sollen nach einer eingehenden Inspektion behoben werden.

Beim nächsten Start einer GSLV-Rakete will die ISRO in der dritten Stufe zum zweiten Mal eigene Technik verwenden. Derzeit ist der als Test kategorisierte Flug der GSLV-D5 für die erste Hälfte des Jahres 2012 geplant. Die Rakete soll den kleinen Kommunikationssatelliten GSAT 14 (Startmasse rund 2.050 Kilogramm) in einen Transferorbit bringen, von wo aus der Satellit unter Verwendung eines eigenen Treibwerks in den Geostationären Orbit gelangen kann. Der erste Flug einer GSLV-Rakete mit einer in Indien gebauten dritten Raketenstufe und GSAT 4 an Bord scheiterte am 15. April 2010, weil bei der Zündung ihres Triebwerks zur Verbrennung von flüssigem Wasserstoffs mit flüssigem Sauerstoff Probleme im Bereich seiner Treibstoffpumpen auftraten.

GSLV-Flüge mit russischer Technik in der dritten Stufe:

GSLV-D1 Mk.1 mit GSAT 1 alias GramSat 1
18. April 2001
dritte Stufe C12 aus Russland
schaltet 10 Sek. zu früh ab, ca. 0,6% um rund 60 m/s zu geringe Geschwindigkeit, Apogäum rund 4.000 km zu niedrig, Treibstoff für den Apogäumsmotor von GSAT 1 reicht anschließend nicht ganz, um Geostationären Orbit zu erreichen, 23 statt 24 Stunden pro Erdumlauf

GSLV-D2 Mk.1 mit GSAT 2
8. Mai 2003
3,4 Meter Fairing
dritte Stufe C12 aus Russland
erfolgreich

GSLV-F01 Mk.1 mit GSAT 3 alias EDUSAT
20. September 2004
3,4 Meter Fairing
dritte Stufe C12 aus Russland
erfolgreich

GSLV-F02 Mk.1 mit INSAT 4C
10. Juli 2006
dritte Stufe C12 aus Russland
Zerstörung nach Flugwegabweichung wegen Instabilität

GSLV-F04 Mk.1 mit INSAT 4CR
2. September 2007
3,4 Meter Fairing
dritte Stufe C12 aus Russland
Steckverbinder zwischen 2. und 3. Stufe getrennt, erreichte Bahn im Apogäum um 1.265 km zu niedrig, Apogäumsmotor bringt INSAT 4CR in den GEO, Lebensdauer wegen zusätzlichem Treibstoffverbrauch jedoch reduziert

GSLV-F06 Mk.2 mit GSAT 5P
25. Dezember 2010
4 Meter Fairing
dritte Stufe C15 aus Russland (mehr Treibstoff, höhere Masse, längere Brenndauer)
Steckverbinder zwischen 2. und 3. Stufe getrennt, Zerstörung nach Flugwegabweichung durch Lenkungsausfall

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: IANS, ISRO, livemint.com)



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Mars Aktuell: Curiosity soll im Marskrater Gale landen von Redaktion



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» Curiosity soll im Marskrater Gale landen
22.07.2011 - Dies gaben heute die Verantwortlichen der NASA bekannt. Das Ziel zeichnet sich durch besonders interessante Strukturen aus.
"Wir haben den Mars fest im Blick", so NASA-Administrator Charles Bolden. "Curiosity wird nicht nur eine Fülle wissenschaftlich bedeutsamer Daten liefern, sondern dient als Vorläufermission für die bemannte Erkundung des Roten Planeten."

Der neue Marsrover der NASA, das Mars Science Laboratory (MSL) mit Namen Curiosity, soll Ende November oder Anfang Dezember auf den Weg zum Roten Planeten gebracht werden und dort im August 2012 landen. Dazu wird das Fahrzeug in der Endphase durch mehrere Seile von einer Skycrane genannten, raketengetriebenen Plattform heruntergelassen und abgesetzt. Dieses Verfahren soll ein genaueres Absetzen ermöglichen, ist aber vollkommen neu.

Der nach dem australischen Astronomen Walter Gale benannte Krater hat einen Durchmesser von etwa 154 Kilometern und verfügt in der Mitte über einen Berg mit mehreren Schichten und Schluchten. Der Bereich um den Zentralberg bildet einen Schwemmkegel, wie er durch fließende Flüssigkeiten verursacht wird. Dies bietet gute Chancen, hier genau die Untersuchungen anstellen zu können, die man für die Mission vorgesehen hat. Das Landegebiet verfügt nicht nur über interessante geologische Strukturen sondern in der Vergangenheit wohl auch über günstige Bedingungen für mikrobielles Leben.

"Wissenschaftler sehen Gale als erste Wahl, ihre ambitionierten Ziele der neuen Rover-Mission zu verfolgen", sagte Jim Green, Leiter der Abteilung für planetare Wissenschaften im NASA-Hauptquartier. "Das Gelände bietet eine augenscheinlich dramatische Landschaft, aber ebenso großes Potential für wichtige wissenschaftliche Entdeckungen.

Im Jahre 2006 begannen etwa 100 Wissenschaftler damit, eine geeignete Landezone für das MSL auszuwählen. Aus zunächst 30 Möglichkeiten wurden 2008 vier ausgewählt. Curiosity ist bedeutend größer und schwerer als die bisher eingesetzten Marsfahrzeuge. Zudem ist er mit einem Radioisotopengenerator zur Energieversorgung ausgerüstet. Dies macht ihn unabhängiger von Sonneneinstrahlung und Wetter. Curiosity verfügt über 10 komplexe wissenschaftliche Instrumente und soll mindestens ein ganzes Marsjahr lang den Roten Planeten aktiv erforschen.

Ebenfalls Ende November soll mit Fobos-Grunt auch eine russische Raumsonde in Richtung Mars bzw. dessen Mond Phobos starten und huckepack einen kleinen chinesischen Marsorbiter mitnehmen.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA/JPL)



 

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Saturn Aktuell: Cassinis Saturnorbit Nummer 152 von Redaktion



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» Cassinis Saturnorbit Nummer 152
21.07.2011 - Am heutigen Tag beginnt der mittlerweile 152. Orbit der Raumsonde Cassini um den Planeten Saturn. Während dieses drei Wochen dauernden Umlaufs wird sich das Hauptaugenmerk der Raumsonde fast ausschließlich auf den Saturn richten. Zusätzlich wird sich Cassini in den kommenden Tagen erstmals als Exoplanetenjäger betätigen.
Am heutigen Tag erreicht die Raumsonde Cassini auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zum Saturn. Dabei befindet sich Cassini in einer Entfernung von etwa 2,69 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 152. Umlauf um den Ringplaneten. Die Raumsonde wird sich auch in den kommenden zehn Monaten auf einer Orbitbahn bewegen, welche fast genau auf einer Ebene mit der Ringebene des Saturn sowie den Umlaufbahnen mehrerer größerer Saturnmonde verläuft.

Diese äquatoriale Umlaufbahn der Raumsonde ermöglicht es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern, speziell die Äquatorregion des Titan eingehend zu untersuchen. Auch wird gegenwärtig ein Blick auf die Wolkenschichten in der Saturnatmosphäre ermöglicht, welcher nicht durch das Ringsystem des Planeten oder einen von den Ringen auf Saturn geworfenen Schatten eingeschränkt ist.

Wie bereits die vorherigen Umläufe wird auch der in diesen Stunden beginnende Orbit, er trägt die Bezeichnung "Rev 151", deshalb von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern überwiegend dazu genutzt werden, den Ringplaneten und den größten seiner 62 bisher bekannten Monde, den etwa 5.150 Kilometer durchmessenden Titan, mit verschiedenen Instrumenten zu untersuchen und aus unterschiedlichen Entfernungen mit der ISS-Kamera der Raumsonde abzubilden. Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, eines von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während der kommenden 22 Tage insgesamt 38 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Der überwiegende Teil dieser Beobachtungen wird ein gewaltiges Sturmgebiet zum Ziel haben, welches sich seit dem Dezember 2010 über der nördliche Hemisphäre des Saturn ausdehnt (Raumfahrer.net berichtete).

Zusätzlich ist für den 23. und 24. Juli 2011 ein bisher einzigartiges Experiment geplant. An diesen beiden Tagen wird sich Cassini erstmals als "Exoplanetenjäger" betätigen. Zu diesem Zweck wird die ISS-Kamera zusammen mit einem der Spektrometer an Bord der Raumsonde, dem Visual Infrared Mapping Spectrometer (VIMS), den im Sternbild Füchslein (lateinischer Name Vulpecula) gelegenen Stern HD 189733 ins Visier nehmen. Das Ziel dieser Beobachtungssequenz besteht darin, zwei Transits des dort befindlichen Exoplaneten HD 189733b zu beobachten.

HD 189733b wurde am 11. Oktober 2005 mit Hilfe des Astrometriesatelliten Hipparcos entdeckt. Mittels erdgestützter spektroskopischer Untersuchungen konnten Astronomen Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid und Methan in der Atmosphäre des Planeten nachweisen. Durch Beobachtungsdaten, welche durch das Spitzer Space Telescope gewonnen wurden, konnte außerdem eine grobe Karte der dort befindlichen Wolkenformationen erstellt werden. HD 189733b verfügt über eine Masse von etwa 1,14 Jupiter-Massen. Für eine vollständige Umrundung seines Zentralstern benötigt er eine Zeitdauer von lediglich 2,22 Tagen.

Im Rahmen der ersten Beobachtung wollen die an der Cassini-Mission beteiligten Wissenschaftler versuchen, den Transit des Exoplaneten vor seinem Zentralstern zu beobachten. Mit der zweiten Beobachtungssequenz soll dokumentiert werden, wie der Planet auf seinem Orbit hinter dem Stern verschwindet. Der Stern HD 189733, welcher über eine visuellen Helligkeit von 7,67 mag verfügt, wird in den Aufnahmen der ISS-Kamera lediglich als ein relativ unscheinbarer Lichtpunkt sichtbar sein. Der Exoplanet kann dagegen nicht direkt beobachtet werden. Allerdings erhoffen sich die Wissenschaftler, im Rahmen der Beobachtungen eine minimale Abschwächung des von HD 189733 ausgehenden Lichts registrieren zu können.

Diese Vorgehensweise ist eine der üblichen Methoden, welche Astronomen bei der Suche nach Exoplaneten anwenden. Sie wird als Transitmethode bezeichnet. Sobald ein Exoplanet von der Erde aus gesehen direkt vor seinem Mutterstern vorbeizieht, nimmt die Helligkeit des beobachteten Sterns um einen winzigen Bruchteil ab, da der Planet einen Teil des von seinem Zentralgestirn ausgehenden Lichts abschirmt. Sollte das Experiment erfolgreich verlaufen, so wäre dies eine mehr als nur beeindruckende Demonstration der Leistungsfähigkeit dieser beiden Instrumente. Immerhin liegt zwischen dem Sternsystem von HD 189733 und unserem Sonnensystem eine Distanz von rund 63 Lichtjahren.

Am 24. Juli steht außerdem der Mond Titan auf dem Beobachtungsprogramm der Raumsonde. Titan wird sich zum Zeitpunkt dieser Beobachtungen in einer Entfernung von rund 1,38 Millionen Kilometern zu Cassini befinden. Mit den geplanten Aufnahmen des dabei etwa zur Hälfte von der Sonne beschienenen Mondes sollen Wolkenformationen und Oberflächenmerkmale im Bereich der Shangri-La-Region dokumentiert werden.

Für den 26. und 29. Juli sind verschiedene astrometrische Beobachtungen von mehreren kleineren Saturnmonden vorgesehen. Das wissenschaftliche Ziel der dabei erfolgenden Abbildungen der Monde Atlas, Prometheus, Janus, Calypso, Polydeuces, Epimetheus, Telesto, Methone und Pandora besteht darin, die bisher verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern. Die entsprechenden Fotosequenzen werden allerdings durchweg aus größeren Distanzen angefertigt, so dass im Rahmen dieser Beobachtungen keine Oberflächendetails der jeweiligen Monde aufgelöst werden können.

Am 30. Juli erfolgt schließlich eine mehrstündige Beobachtung des Saturn. Die ISS-Kamera wird dabei im Zusammenspiel mit einem weiteren Spektrometer, dem Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), die nördliche Planetenhemisphäre und das dort befindliche Sturmgebiet im Rahmen einer 16-stündigen Observation abbilden.

Am 1. August wird Cassini um 10:02 Uhr MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses 152. Orbits, erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde 183.740 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn. Während der Periapsis sind drei Beobachtungskampagnen vorgesehen. Im Rahmen der ersten Kampagne werden sich die ISS-Kamera und das UVIS auf den Saturn richten und dessen Äquatorregion und die nördlichen mittleren Breiten abbilden. Aus den dabei angefertigten Fotos sollen sieben Mosaik-Aufnahmen erstellt werden.

Anschließend werden die abbildenden Instrumente der Raumsonde auf den Saturnmond Rhea gerichtet. Cassini wird diesen Mond am 1. August um 23:02 MESZ im Rahmen eines nicht zielgerichteten Vorbeifluges in einer Höhe von lediglich 5.862 Kilometern überfliegen. Diese Gelegenheit soll unter anderem dazu genutzt werden, um die extrem dünne Atmosphäre des Mondes näher zu untersuchen. Auch bei diesen Untersuchungen wird ein viele Lichtjahre entfernter Fixstern eine wichtige Rolle spielen.

Aus der Sicht der Raumsonde wird sich der Stern Epsilon Orionis, der mittlere Gürtelstern im Sternbild Orion, während der dichtesten Annäherung unmittelbar neben dem Mond befinden und schließlich von diesem bedeckt werden. Durch die dünne Atmosphäre des Mondes wird das von dem Stern ausgehende Licht leicht abgeschwächt. Durch die Messung der sich daraus ergebenden Helligkeitsveränderung können Rückschlüsse über die Ausdehnung und Dichte der Mondatmosphäre gezogen werden.

Das UVIS-Spektrometer soll zudem für die Suche nach Staubpartikeln in der Umgebung von Rhea eingesetzt werden. Durch die Gewinnung von Atmosphärendaten über der Tag- und der Nachtseite des Mondes erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die Atmosphäre und deren Interaktion mit der Sonne. Zusätzlich sind diverse Aufnahmen der Mondoberfläche vorgesehen.

Bei der dritten Kampagne während der Periapsis werden sich die ISS-Kamera und das VIMS-Spektrometer nach dem Ende der Rhea-Beobachtungen erneut dem Saturn zuwenden. Das Ziel dieser Beobachtungen ist die sogenannte "Perlenkette" über der nördlichen Saturnatmosphäre. Dieser Perlenstrang, welcher sich gegenwärtig unmittelbar nördlich des aktuellen Sturmgebietes befindet, konnte erstmals im Frühjahr 2006 durch das VIMS beobachtet werden.

Es handelt sich hierbei um Lücken in der obersten Wolkenschicht der Saturnatmosphäre. Besonders auffällig ist die regelmäßige Anordnung dieser mehr als zwei Dutzend Einzelformationen. Zwischen den einzelnen Wolkenlücken liegen Abstände von jeweils 3,5 Längengraden. Die Untersuchung dieses Phänomens wird der Wissenschaft neue Erkenntnisse über die Windsysteme und den Thermalhaushalt sowie die Dynamik innerhalb der Saturnatmosphäre liefern.

Ab dem 5. August steht die Untersuchung der Windsysteme in der obersten Wolkenschicht des Saturn auf dem Arbeitsprogramm. Zu diesem Zweck wird die ISS-Kamera mehrmals die dortigen Wolkenformationen abbilden. Aus deren Positionsveränderungen lassen sich anschließend die zu diesen Zeitpunkten vorherrschenden Windrichtungen und -geschwindigkeiten ableiten.

Zwei Tage später rückt auch wieder der Titan in den Fokus der anstehenden Untersuchungen. Im Rahmen von drei Beobachtungskampagnen soll auch in der dortigen Atmosphäre der Zug der Wolken dokumentiert werden, um die Windgeschwindigkeiten zu ermitteln. Die entsprechenden Abbildungen werden am 7., am 9. und am 10. August aus Entfernungen zwischen 1,41 Millionen Kilometern und 1,78 Millionen Kilometern erfolgen.

Um den 12. August herum sind zwei weitere Saturnbeobachtungen angesetzt, welche über jeweils einen kompletten Saturntag - dieser dauert 10 Stunden und 47 Minuten - andauern werden. Die ISS-Kamera wird dabei in regelmäßigen Abständen mehrere Aufnahmen der obersten Atmosphärenschicht anfertigen. Diese mit verschiedenen Filtern erzeugten Aufnahmen sollen später zu zwei kurzen Videos verarbeitet werden.

Ebenfalls für den 12. August ist eine Beobachtung des kleinen, irregulär geformten Saturnmondes Tarqeq vorgesehen. Aus den Variationen in der sich dabei ergebenden Lichtkurve soll dessen Rotationsperiode näher bestimmt werden. Diese Beobachtung ist Bestandteil einer langfristig angelegten Kampagne, in deren Verlauf mehrere der kleinen, äußeren Saturnmonde unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen aus mehreren Millionen Kilometern Entfernung abgebildet werden. Trotz der großen Distanz zwischen den Monden und der Raumsonde kann Cassini bei derartigen Beobachtungen wertvolle Daten über deren Ausdehnung, die sich daraus ergebende Gestalt und die Neigung der Rotationsachsen gewinnen.

An diesem Tag wird Cassini außerdem in einer Entfernung von rund 2,7 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und den 152. Orbit um den Ringplaneten beenden. Während des damit beginnenden Orbits Nummer 153 wird sich das Hauptaugenmerk der Raumsonde erneut in erster Linie direkt auf den Saturn richten. Erneut wird eine Vielzahl der dabei vorgesehenen Observationen speziell das ausgedehnte Sturmgebiet über der nördlichen Hemisphäre des Planeten zum Ziel haben.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/ Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission für das Direktorat für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS)



 

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ISS Aktuell: ISS-Besatzung absolviert Außenbordeinsatz von Redaktion



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» ISS-Besatzung absolviert Außenbordeinsatz
13.07.2011 - Ron Garan und Mike Fossum, beide Mitglieder der 28. Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation, verließen für 6 ½ Stunde die Station, um eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen.
Die vier Astronauten des Space Shuttle Atlantis wurden gestern um 09:56 Uhr MESZ mit dem Lied „More“ von Matthew West geweckt. Das Lied wurde für Missionsspezialist Rex Walheim gespielt.

Nach dem Weckruf begann die Crew zusammen mit der restlichen Besatzung der ISS, Ron Garan und Mike Fossum auf den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten. Kommandant Chris Ferguson und ISS-Flugingenieur Satoshi Furukawa halfen den beiden in ihre Anzüge und stellten dessen einwandfreie Funktion sicher.

Für diesen Einsatz entschieden sich die Spezialisten am Boden das sogenannte ISLE-Protokoll durchzuführen, um so den Stickstoffgehalt im Blut zu senken. Dies ist wichtig für die Astronauten, um der gefährlichen Taucherkrankheit vorzubeugen, bei der aufgrund des geringeren Drucks im Anzug der im Blut gelöste Stickstoff Blasen bildet und so zu Embolien führen kann. Das ISLE-Protokoll, was für In Suit Light Excerise steht, wurde bereits während der letzten Shuttlemission STS-134 erfolgreich getestet. Vorteil von ISLE gegenüber der sonst üblichen Campout-Prozedur ist die kürzere Vorbereitungszeit für die Astronauten.

Um 15:22 Uhr MESZ stellten Garan und Fossum dann ihre Anzüge auf Batteriemodus um und starteten damit offiziell den einzigen Außenbordeinsatz der STS-135 Mission. Für die erste Aufgabe des Tages begaben sich die beiden zum defekten Pumpenmodul. Dort angekommen installierte Fossum zwei Notfalladapter, sogenannte COLTS, am Modul. Diese Adapter ermöglichen den Astronauten das Modul in der Ladebucht auch dann sicher zu installieren, wenn die normalen Bolzen am Pumpenmodul nicht mehr zu benutzen sind.

Ron Garan installierte unterdessen am Roboterarm der Raumstation eine Fußhalterung und bestieg diese dann. Anschließend lösten die beiden die Halterungen, die das Pumpenmodul mit der externen Lagerplattform Nummer 2 verbanden. Garan griff dann nach dem Modul, hielt es die ganze Zeit über fest, während der Roboterarm ihn zur Ladebucht des Orbiters manövrierte. Dort angekommen installierte er, zusammen mit Mike Fossum, das Pumpenmodul auf der Lightweight Multipurpose Support Structure Carrier (LMC) am Ende der Ladebucht. Insgesamt dauerte diese Prozedur knapp eine Stunde.

Nach Abschluss der Arbeiten am Pumpenmodul wechselten die beiden die Position und Mike Fossum betrat die Fußhalterung am Roboterarm. Ron Garan löste die Schrauben an der Robotic Refuel Mission (RRM) und übergab dieses an Fossum. Bevor die beiden sich wieder zur Raumstation begaben, sagte Fossum zu Garan „Schau dich noch einmal um. Du bist die letzte EVA-Person in der Ladebucht eines Shuttles“.

Ziel der beiden Astronauten war der kanadische Roboter DEXTRE am amerikanischen Labor Destiny, um dort das RRM zu installieren. Während der kommenden Jahre wird DEXTRE, der vom Boden aus gesteuert wird, mithilfe der RRM verschiedenste Methoden zur Betankung und Reparatur von Satelliten in der Umlaufbahn demonstrieren. Sollten diese Tests erfolgreich verlaufen, so könnte man in der Zukunft eine Art Werkstatt im All einrichten und so z. B. die Mission von alten Telekommunikationssatelliten verlängern oder havarierte Satelliten retten.

Damit waren die beiden großen Aufgaben des Tages erfolgreich abgeschlossen und die Astronauten konnten sich den kleineren Tätigkeiten widmen. Ron Garan begab sich zum Express Logistics Carrier 2 (ELC-2), um dort das Materialexperiment MISSE-8 zu öffnen. MISSE-8 wurde bereits von der STS-134 Besatzung im Mai an der ELC-2 angebracht. Damals entschied man sich allerdings das Experiment nicht zu öffnen, da man davon ausging, dass die Schutzabdeckungen des Alpha-Magnet-Spektrometers, welches ebenfalls während der Mission installiert wurde, noch ausgasen würden und so das Materialexperiment verfälschen könnte.

Mike Fossum begab sich unterdessen auf die russische Seite der Raumstation, um dort am neuen Greifpunkt für den Stationsarm ein Erdungskabel neu zu justieren. Anschließend installierten beide Astronauten noch eine Abdeckung am Pressurized Mating Adapter Nummer 3 (PMA-3). Die Abdeckung soll die Temperatur im Inneren des Adapters senken, um so die Dichtungsringe im Adapter vor zu großer Sonneneinstrahlung zu schützen.

Die Installation der Abdeckung am PMA-3 war dann auch die letzte Arbeit, die die beiden Astronauten absolvierten. Um 21:53 Uhr MESZ endete dann offiziell der Außenbordeinsatz mit einer Gesamtzeit von 6 Stunden und 31 Minuten. Es wird der einzige geplante Einsatz mit amerikanischen Anzügen für fast ein Jahr bleiben. Für Mike Fossum war es sein siebter Einsatz, während Ron Garan seinen vierten Einsatz absolvierte.

Während der Außenbordeinsatz außerhalb der Station durchgeführt wurde, widmete sich der Rest der Besatzung wieder dem Transfer von Ausrüstung. Im Gegensatz zum gestrigen Tag, bei dem hauptsächlich Ausrüstung vom Zwischendeck des Shuttles transferiert wurde, richtete sich heute der Fokus auf das Multi Purpose Logistics Modul. Insgesamt schaffte die Crew heute 30 Mannstunden an Ausrüstung zu transferieren. Sie liegt damit klar vor ihrem Zeitplan.

Gegen Ende des Tages wurde die Besatzung noch informiert, dass die Überprüfung des Hitzeschildes vom Damage Assessment Team (DAT) abgeschlossen ist und der Schild offiziell für den Wiedereintritt freigegeben wurde.

Die Besatzung soll heute um 08:26 Uhr MESZ geweckt werden und ihren sechsten Flugtag beginnen. Neben einigen Interviews wird der Tag von Transferarbeiten dominiert werden.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Transferarbeiten an Bord der ISS
14.07.2011 - Das Multi Purpose Logistics Modul Raffaello ist derzeit Dreh- und Angelpunkt für die Astronauten des Space Shuttle Atlantis und der 28. Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation.
Für die letzte Mission des Space-Shuttle-Programmes hat sich die NASA besondere Weckrufe für die Besatzung einfallen lassen. Am Mittwoch wurden die Astronauten an Bord der Atlantis von Elton John mit einem persönlichen Gruß und dem Lied „Rocket Man“ geweckt. Für den gestrigen Weckruf wurden dann die Astronauten von R.E.M.-Frontman Michael Stipe geweckt. Er sang „Man on the Moon“ und richtete dann einige Worte an die Astronauten und die Arbeiter des Space-Shuttle-Programms.

Nach dem sehr erfolgreichen Außenbordeinsatz am Dienstag, richtete sich der Fokus der Besatzung nun voll und ganz auf das Multi Purpose Logistics Modul (MPLM). Insgesamt soll die Besatzung während dieser Mission über 4 Tonnen an Ausrüstung, Essen und Ersatzteile zur Raumstation liefern.

Während der letzten beiden Tagen schaffte die Besatzung bereits das MPLM fast vollständig zu entleeren und begann damit nicht mehr benötigte Ausrüstung und Müll ins Modul einzulagern. Gegen Ende der Mission soll Raffaello zu 90% gefüllt sein. Insgesamt sind derzeit etwa 70% der geplanten Transferarbeiten im MPLM und im Zwischendeck des Space Shuttles abgeschlossen. Leitender Flugdirektor der Internationalen Raumstation für diese Mission Chris Edelen beschrieb scherzhaft die derzeitige Situation an Bord der Station als kontrolliertes Chaos, da in jeder freien Ecke Ausrüstung verstaut wird.

Aufgrund der Verlängerung der Mission konnten die Planungsteams am Boden auch einige Wartungsarbeiten in den Zeitplan der Besatzung einbauen. So arbeitete Ron Garan am Waste Hygiene Compartment (WHC), der Toilette im amerikanischen Segment, und tauschen dort einige Komponenten aus, die das Ende ihrer Laufzeit erreichten und laute Geräusche verursachten.

Neben den wichtigen Logistikarbeiten nahm sich die Besatzung immer wieder Zeit, um mit Reportern am Boden zu reden. Zusätzlich konnten die Astronauten am gestrigen Tag ein wenig Freizeit genießen, um sich ein wenig von den hektischen Arbeiten zu erholen. Die Crew der Atlantis zollte außerdem während ihres Arbeitstages immer wieder ihren Respekt an Institutionen und Individuen, ohne die das Space-Shuttle-Programm nie erfolgreich gewesen wäre. So erwähnt Kommandant Chris Ferguson z.B. jeden Tag eine Bodenstation, die seit beginn des Shuttle-Programms die Kommunikation mit dem Orbiter unterstützt.

Die Astronauten sollen um 06:29 Uhr MESZ für ihren achten Flugtag geweckt werden. Neben weiteren Transferarbeiten wird heute die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz mit den beiden Besatzungen an Bord erfolgen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Besatzung der Atlantis behebt Computerproblem
15.07.2011 - Die Besatzung der Atlantis konzentrierte sich während des achten Flugtags erneut auf den Transfer von Versorgungsgütern und behob einen Computerfehler an Bord.
90 Minuten nachdem die Besatzung ihre Schlafphase begonnen hatte, wurden die Astronauten von einem Alarm an Bord des Space Shuttles wieder geweckt. General Purpose Computer 4 (GPC-4) versagte aufgrund eines noch unbekannten Fehlers seinen Dienst. Da zu diesem Zeitpunkt auf dem Computer die Systemmanagement Software lief, die z. B. die Umweltsysteme und die Antennen des Orbiters kontrolliert, musste die Besatzung auf den Ausfall reagieren. Sie übertrugen die Funktionen auf den General Purpose Computer 2 (GPC-2) und schalteten dann GPC-4 für die Nacht ab. Die Prozedur nahm ca. 30 Minuten in Anspruch, die das Bodenteam ans Ende der Schlafphase anhängte.

Um 06:59 Uhr MESZ wurde die Besatzung dann von Sir Paul McCartney mit dem Lied „Good Day Sunshine“ geweckt. Anschließend richtete er einige persönliche Worte an die Besatzung.

Nach dem Weckruf widmeten sich Kommandant Chris Ferguson und Pilot Doug Hurley erneut GPC-4. Sie fertigen zuerst ein Abbild des Speichers von GPC-1 an, da dieser zu dem Zeitpunkt, an dem GPC-4 seinen Dienst versagte, der primäre Kontrollcomputer des Shuttles war und so vermutlich das Problem protokolliert hat. Anschließend erzeugten sie ein weiteres Speicherabbild, dieses Mal vom fehlerhaften Computer und übermittelten beide an den Boden, wo sie von Experten ausgewertet werden.

Ferguson und Hurley luden anschließend die Software erneut auf GPC-4 und fuhren diesen dann hoch. Da derzeit noch nicht die genaue Ursache des Fehlers bekannt ist, wird der Computer derzeit nicht genutzt und befindet sich, so wie GPC-3 der am dritten Flugtag Probleme hatte, derzeit im Schlafmodus. Im Falle eines Notfalls wurde das Shuttle allerdings über fünf einsatzbereite Computer verfügen. Mit einer genauen Fehleranalyse von GPC-4 wird am morgigen Tag gerechnet.

Das Shuttle nutzt seine insgesamt fünf baugleichen Bordcomputer für kritische Phasen während einer Mission z.B. bei Start, Landung oder Rendezvous. Dabei arbeiten vier der Computer zusammen in einem Team und gleichen ihre Daten kontinuierlich miteinander ab. Sollte einer der Computer zu einem anderen Ergebnis kommen als die anderen drei, so würde dieser Computer „abgewählt“ werden und nicht mehr zur Steuerung des Orbiters herangezogen. Auf dem fünften Computer im System läuft eine Kontrollsoftware eines anderen Hersteller und soll so sicherstellen, dass im Falle eines gravierenden Problems mit der Software der vier anderen Computer das Shuttle sicher kontrolliert werden kann. Insgesamt vollführt jeder einzelne Computer während der kritischen Flugphasen etwa 350.000 Kommandos pro Sekunde.

Sobald das Shuttle sicher in der Umlaufbahn angekommen ist, konfiguriert die Besatzung die Computer so um, dass zwei der fünf Computer die On-Orbit-Software laufen lassen und ein Dritter, falls erforderlich, die Nutzlast kontrolliert. Die restlichen Computer werden für die Arbeiten in der Umlaufbahn nicht benötigt und dienen als Reserve.

Nachdem die Computerprobleme behoben waren, widmete sich die Besatzung wieder den Transferarbeiten. Nach Abschluss des Tages war die Besatzung genau im Zeitplan mit dem Ent- und Beladen des Multi Purpose Logistics Modul (MPLM) und des Zwischendecks des Space Shuttles. Die Besatzung der Internationalen Raumstation teilte während des Tages der Bodenkontrolle in Houston mit das es langsam Eng auf der Station wird, da jeder freie Winkel als Stauraum genutzt wird.

Neben den Transferarbeiten nahm sich die Besatzung der Atlantis noch Zeit für Interviews. Zusätzlich gab es heute die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz, bei der sich alle Astronauten zusammenfanden und Fragen von Reporten, die sich an den verschiedensten Zentren der NASA und der japanischen Weltraumbehörde versammelt hatten, zu beantworten.

Gegen Ende des Tages gab es noch ein besonderes Event für die Astronauten. Der amerikanische Präsident Barack Obama nutzte die Gelegenheit, um mit den beiden Besatzungen zu sprechen. Er bekräftigte noch einmal sein Vorhaben die bemannte Erkundung des Sonnensystems voranzutreiben und versprach, dass das Ende des Space-Shuttle-Programms nicht das Ende der Ambitionen der USA im All bedeutet.

Die Besatzung soll um 05:29 Uhr MESZ geweckt werden und damit ihren neunten Flugtag beginnen. Die Crew wird sich den ganzen Tag voll auf den Transfer von Ausrüstung widmen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Atlantis bereit zum Ablegen
18.07.2011 - Die Besatzung des Space Shuttle Atlantis hat die Luken zwischen der Raumstation und dem Orbiter geschlossen und bereitet sich nun auf die letzte Phase der Mission vor.
Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Astronauten um 04:29 Uhr MESZ mit dem Lied „Days Go By“ von Keith Urban. Das Lied wurde Missionsspezialist Rex Walheim gewidmet. Anschließend sandten die Mitarbeiter des Johnson Space Center einen Morgengruß an die Crew.

Den letzten Tag an Bord der Raumstation nutzten die vier Astronauten zusammen mit der 28. Langzeitbesatzung für den Transfer von letzten Gegenständen in das Zwischendeck des Space Shuttle. Bereits gestern hatte die Besatzung die Arbeiten im Multi Purpose Logistics Modul (MPLM) Raffaello beendet und dessen Luken geschlossen.

Nachdem alle Transferarbeiten abgeschlossen waren, übernahm Missionsspezialistin Sandy Magnus die Kontrolle über den Roboterarm der Raumstation und griff um 12:09 Uhr MESZ das MPLM. Anschließend sandte die Besatzung Kommandos, um die insgesamt 16 Schraubbolzen, die das MPLM mit der Station verbanden, zu lösen. Diese Operation war um 12:46 Uhr MESZ abgeschlossen und das Logistikmodul konnte sich auf den Weg zur Ladebucht des Space Shuttle machen.

Wenig später schlossen sich die Greifhaken in der Ladebucht des Orbiters und verankerten Raffaello sicher für seine Rückkehr zur Erde. Für die Besatzung war damit die Zeit gekommen, um sich von der 28. Langzeitbesatzung zu verabschieden.

In einer kleinen Zeremonie überreichte Shuttlekommandant Chris Ferguson der Besatzung der Raumstation ein Modell des Space Shuttles, welches von Management der NASA und den leitenden Flugdirektoren unterschrieben wurde. Das Modell wurde an der Seitenwand des Harmony-Moduls angebracht, um alle zukünftigen Besucher der Raumstation an die Errungenschaften des Space Shuttles zu erinnern.

Zusätzlich hinterließ die Shuttlebesatzung eine besondere US-amerikanische Flagge an Bord der Station. Diese Flagge flog 1981 während der ersten Space-Shuttle-Mission STS 1 an Bord der Columbia ins All und wird nun auf der Station verbleiben, bis die Besatzung des nächsten amerikanischen Raumschiffes sie wieder abholt und zur Erde zurückbringt.

Um 16:28 Uhr MESZ schlossen sich ein letztes Mal die Luken zwischen der Raumstation und einem Space Shuttle. Damit endeten fast acht Tage gemeinsamer Arbeit mit der Besatzung der Raumstation. Während dieser Zeit transferierte die Besatzung über fünf Tonnen an Ausrüstung und Versorgungsgütern zur ISS und bereitete diese damit auf das kommende Jahr vor.

Gegen Ende des Tages bereitete die Shuttlebesatzung noch den Orbiter auf den morgigen Tag vor, indem sie eine Kamera im Dockingmechanismus installierte und die Computer auf dem Flugdeck für das Ablegemanöver einstellte.

Die Besatzung soll um 03:59 Uhr MESZ für ihren 12. Flugtag geweckt werden. Um 08:28 Uhr MESZ wird dann zum letzten Mal in der Geschichte ein Space Shuttle die Internationale Raumstation verlassen. Des Weiteren soll die Besatzung noch einmal den Hitzeschild des Orbiters überprüfen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Vorbereitungen auf den 29. russischen Außeneinsatz
26.07.2011 - Nach zwei anstrengenden Wochen gemeinsam mit der Besatzung der Atlantis kehrte wieder etwas Normalität an Bord der ISS ein. Man ging dazu über, den Ablauf wieder auf Forschung, Wartung und die als nächstes anstehenden Aufgaben zu lenken. (Newsbild: Satoshi Furukawa in Unity mit Kamera)
Nach der Abreise des Space-Shuttle Atlantis in der letzten Woche begann auf der ISS das große Aufräumen. Ronald Garan, Michael Fossum und Satoshi Furukawa reinigten und reorganisierten das PMM Leonardo, nachdem die Atlantis etliche Ersatzteile und Versorgungsgüter auf der Station hinterlassen hat. Diese waren zwischenzeitlich provisorisch gestaut worden, um nun einen festen Lagerplatz in dem Modul zu bekommen. Eine Registrierung und Abgleichung mit den Daten auf der Erde fand im stationseigenen Inventar-Management-Systems (IMS) statt. Michael Fossum nahm anschließend an dem VO2max-Experiment teil, einer Messung und Dokumentierung der Sauerstoffaufnahme eines Menschen vor, während und nach seinem Aufenthalt an Bord der Station. Bei dieser alle 30 Tage stattfindenden Sitzung führte er Übungen auf dem Laufband oder einem Fahrradergonometer mit wechselnder Belastung durch. Verglichen und bewertet werden die Veränderungen in seiner aeroben Kapazität über einen längeren Zeitraum, um zum Beispiel die Sauerstoffaufnahme bei Außeneinsätzen vorhersagen zu können.

Im russischen Stationsteil arbeiteten Andreij Borisenko und Sergei Wolkow mit der BAR-Expert-Hardware. Diese aus einem Laptop und einer Mikro-Videokamera mit flexibler Verlängerungsstange bestehende Gerätschaft wird zur Detektierung von Mikrorissen an unter Druck stehenden Stationsteilen eingesetzt. Dazu werden Umgebungsparameter in weniger zugänglichen Bereichen, wie Luftfeuchtigkeit, Luftbewegungen und Temperaturschwankungen, mit einem Infrarot-Thermometer, dem Thermohygrometer Iva-6A, dem Anemometer-Thermometer TM-2 und dem Leckstellen-Detektor UT2-03 bestimmt und gespeichert. Experten vom Boden gaben die Bereiche der Untersuchung den Kosmonauten vor. Weiterhin beschäftigte sich Kommandant Andreij Borisenko mit dem Erdbeobachtungsexperiment RUSALKA, einem Studie zur Ermittlung des Methan- und Kohlendioxidgehaltes der Erde vom All aus. Dafür fertigte er Bilder der Atmosphäre mit speziellen Kamerafiltern an und sendete sie zur Bodenstation.

Ronald Garan führte Wartungsarbeiten an der Verbrennungseinheit des Mehrzweck-Racks für kleine Nutzlasten MSPR (Multipurpose Small Payload Rack) durch. Hier wird das Verbrennungsverhalten und die Flammenbildung von Stoffen und Gasen in der Schwerelosigkeit erforscht. Der japanische Astronaut Satoshi Furukawa bewegte Ausrüstung zur Erforschung der Abschirmung von Astronauten gegen Strahlungseinflüsse bei Langzeitaufenthalten im niedrigen Erdorbit. Alle drei russischen Raumfahrer arbeiteten im Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs, um den 29. Außeneinsatz von Alexander Samokutjajew und Sergei Wolkow vorzubereiten. Dieser soll am 3. August um 16:30 Uhr MESZ beginnen und rund sechs Stunden dauern. Die beiden Außenarbeiter werden dann die beiden STRELA-Kräne von Pirs nach Poisk umsetzen, Teile eines Laser-Kommunikationssystems installieren und verkabeln, das Experiment BioRisk an Pirs installieren, eine KURS-Antenne bergen und den Minisatelliten Radioskaf-V oder auch „Kedr“ aussetzen. Es ist der erste Weltraumausstieg für Alexander Samokutjajew, Sergei Wolkow war bereits zweimal im freien Raum.

Satoshi Furukawa verbrachte einen Teil seiner Zeit mit dem SHERE genannten Experiment im Forschungsmodul Destiny. SHERE (Shear History Extensional Rheology Experiment) wird dazu genutzt, um Polymerfluide und deren Verhalten bei Verdrehungen und Dehnungen in der Schwerelosigkeit zu erforschen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen bei der Herstellung ohne formgebende Vorrichtungen helfen, da diese als wichtiger Schritt für die Eigenproduktion von Teilen auf zukünftigen autonomen Raumerforschungsmissionen gesehen werden. Weiter soll dieses Wissen für verbesserte Fertigungsverfahren auf der Erde angewandt werden. Ronald Garan nahm in dieser Woche an dem Experiment SOLO (Sodium Loading in Microgravity) teil. SOLO ist eine vom DLR-Institut für die Raumfahrtmedizin in Köln geführte Studie zur Erforschung des Knochenschwundes in der Schwerelosigkeit. Dabei untersuchen Mediziner das Zusammenspiel von Knochen- und Muskelstoffwechsel mit den Faktoren Ernährung, Salz- und Flüssigkeitshaushalt von Raumfahrern. Michael Fossum führte eine regelmäßige Wartung des Universal-Trainingsgerät mit Namen ARED (Advanced Resistive Exercise Device) durch. ARED ist eines der Fitnessgeräte auf der ISS, an dem die sechs Raumfahrer täglich trainieren müssen, um den Muskelschwund in der Schwerelosigkeit entgegen zu wirken.

Mittlere Bahnhöhe der ISS am 26.07.2011:
386,9 km bei einem Höhenverlust von 35 Metern in den letzten 24 Stunden

Zukünftige Ereignisse:

  • 03. August, russischer Außeneinsatz Nr. 29 Samokutjajew/Wolkow
  • 23. August, Progress-M 11M verlässt die ISS
  • 26. August, Progress-M 12M erreicht die ISS
  • 31. August, Bahnanhebung durch Progress-M 12M

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(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos)



 

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"InSpace" Magazin #446
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
26. Juli 2011
Auflage: 4485 Exemplare


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