InSpace Magazin #560 vom 9. August 2016

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #560
ISSN 1684-7407


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Axel Orth

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News

• China: Mobilfunksatellit Tiantong 1 gestartet «mehr» «online»
• GEO-IK-2: Tests teilweise abgeschlossen «mehr» «online»
• NASA: RS-25-Test in Stennis abgebrochen «mehr» «online»
• DMSP F19: Steuerung vom Boden aus bleibt unmöglich «mehr» «online»


» China: Mobilfunksatellit Tiantong 1 gestartet
09.08.2016 - Am Freitag den 5. August 2016 erreichte der erste chinesische Mobilfunksatellit eine Umlaufbahn um die Erde. Eingesetzt werden soll der Satellit, um China und umliegende Regionen mit eigenen Mobilfunkdiensten zu versorgen.
Der Start auf einer dreistufigen Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 erfolgte um 16:22 Uhr UTC am 5. August 2016 von der Startanlage Nr. 3 (LC3) des chinesischen Satellitenstartzentrums Xichang (Xichang Satellite Launch Center, XSLC) aus. Vor Ort war der 6. August schon angebrochen, beim Abheben war es 0:22 Uhr Ortszeit. Aus Videoberichten geht als exakte Startzeit 00:22:04.273 Uhr Ortszeit hervor.

Die für einen Betrieb in einem geosynchronen Orbit gedachte S-Band-Nutzlast der Rakete, der Mobilfunksatellit Tiantong 1, ist eine Entwicklung der Chinesischen Akademie für Raumfahrttechnik (Chinese Academy of Space Technology). Den Betrieb des Satelliten wird die China Satellite Communications Co., Ltd. (China Satcom) übernehmen.

Tiantong 1 ist ein Ergebnis chinesischer Bemühungen, einen eigenen Mobilfunkstandard namens CMMB zu etablieren. CMMB steht für Converged Mobile Multimedia Broadcast, in China auch als China Mobile Multimedia Broadcasting bekannt, und bezeichnet einen auch Satellite-Terrestrial Interactive Mobile Infrastructure (sTiMi) genannten Mobilfunkstandard.

Der sTiMi-Standard wurde von der chinesischen Staatsorganisation mit dem Namen State Administration of Radio, Film and TV (SARFT) veröffentlicht und ist Ergebnis der Arbeit der SARFT-Tochter Academy of Broadcast Science. Vom chinesischen Kommunikationstechnikanbieter Henan Communication Technology Co. Ltd. aus Xinxiang kommt die standardkonforme Kommunikationstechnik an Bord des neuen Erdtrabanten. Dieser ist außerdem mit einem Antennensystem mit einem großen, im All zu entfaltenden Gitternetzreflektor ausgestattet.

Welche konkreten Aufgaben Tiantong 1 hat, und welche Nutzerkreise er adressiert, wurde von chinesischen offiziellen Stellen bisher nicht mitgeteilt. Nach Angaben des chinesischen Verteidigungsministeriums arbeitet China am Aufbau eines eigenen Mobilfunksatellitensystems, das aus einem Weltraumsegment (mit Satelliten), einem Bodensegment mit passenden Bodenstationen und den entsprechenden Benutzerterminals bestehe. Der jetzt ins All gebrachte Satellit sei dafür gedacht, Nutzer in China sowie in umliegenden Gebieten in Afrika, dem Mittleren Osten, im Pazifik und im Indischen Ozean mit Sprach-, Daten- und SMS-Diensten zu versorgen.

Der neue Satellit wurde rund 26 Minuten nach dem Abheben vom XSLC von der dritten Stufe seiner Trägerrakete auf einer Übergangsbahn ausgesetzt. Das Perigäum, der der Erde nächste Bahnpunkt, lag im Bereich von 193 Kilometern über der Erde, das Apogäum, der erdfernste Bahnpunkt, bei 35.850 Kilometern über der Erde. Die Inklination der Übergangsbahn, also ihre Neigung gegen den Erdäquator, betrug 28,6 Grad. Nötige Bahnanhebungen und den Abbau der verbliebenen Inklination wird der Satellit aus eigener Kraft erledigen müssen.

Die verwendete Rakete mit der Seriennummer Y35 flog nach Angaben aus China die 232. Mission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch, eine Zahl, die angesichts der Tatsache, dass in ihr mittlerweile immer mehr höchst unterschiedliche Träger zusammengefasst werden, ihre Aussagekraft verliert. In 2016 gelangen bis dato 10 chinesische Raumfahrtstarts. Das XSLC war dabei in 2016 bisher fünf Mal Ausgangspunkt der Missionen.

Tiantong 1 alias Tiantong-01 ist katalogisiert mit der NOARD-Nummer 41.725 und als COSPAR-Objekt 2016-048A. Die dritte Stufe der Trägerrakete ist katalogisiert mit der NOARD-Nummer 41.726 und als COSPAR-Objekt 2016-048.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: mod.gov.cn)


» GEO-IK-2: Tests teilweise abgeschlossen
12.07.2016 - Der russische Satellitenbauer Reschetnjow Informational Satellite Systems teilte am 7. Juli 2016 mit, dass die Tests der raumflugtechnischen Systeme des am 4. Juni 2016 gestarteten Geodäsiesatelliten vom Typ GEO-IK-2 abgeschlossen wurden.
Schwerter zu Pflugschaaren
Der GEO-IK-2-Satellit wurde von einer ehemaligen Interkontinentalrakete, einer sogenannten Konversionsrakete vom Typ Rockot, in den Weltraum transportiert. Mittlerweile ist der Satellit mit einer Startmasse von rund 900 Kilogramm auf einer Bahn mit einem der Erde nächsten Bahnpunkt von 945 Kilometern über der Erde und einem erdfernsten Bahnpunkt von 968 Kilometern unterwegs. Die Neigung der aktuellen Bahn beträgt 99,3 Grad. Für einen Erdumlauf benötigt GEO-IK-2 Nr. 12 derzeit rund 104 Minuten.

Der Erdtrabant besitzt einen zentralen Gerätebehälter mit einem Durchmesser von rund 1,3 Metern. Die Erdbeobachtungsnutzlast umfasst unter anderem ein Dopplersystem, einen Entfernungsmesser und einen Reflektor für Laserlicht. Bestandteile der Beobachtungsnutzlast sind außerdem ein System zur Bereitstellung einer synchronisierten Zeitbasis sowie Empfänger für Navigationssignale der Systeme GloNaSS (Russland) und GPS (USA).

Eventuell ebenfalls an Bord befindet sich ein Mikrowellenradiometer namens Miram vom russischen wissenschaftlichen Forschungsinstitut für den Instrumentenbau für die Raumfahrt (RNII KP / РНИИ КП) in Moskau.

Hilfe aus dem Westen
Das Hauptinstrument der Beobachtungsnutzlast, ein Radiohöhenmesser, kommt vom französisch-italienischen Luft- und Raumfahrtkonzern Thales Alenia Space. Das SADKO-2 genannte Instrument wurde vom Höhenmesser mit der Bezeichnung Poseidon-2 des französischen Erdbeobachtungssatelliten Jason-1 abgeleitet. Die Hauptantenne des Instruments hat einen Durchmesser von rund 1,2 Metern.

Dual-Use-Raumfahrzeug
Der Satellit soll Russland Daten zur Überarbeitung eines geodätischen Koordinatensystems liefern, die Drift der Kontinentalplatten beobachten sowie den Tidenhub und andere weltweite natürliche Phänomene untersuchen.

Die Daten des Satelliten mit einer Auslegungsbetriebsdauer von fünf Jahren werden Eingang in neues kartographisches Material finden, und zur Steuerung und Zielprogrammierung von Marschflugkörpern und Raketen verwendet werden können. Zusammen mit einem Schwestersatelliten soll GEO-IK-2 Nr. 12 Bestandteil des Weltraumsegments eines mehrschichtigen militärischen geodätischen Meßkomplexes werden.

Tests der Erdbeobachtungsnutzlast des Anfang Juni gestarteten GEO-IK-2 haben laut Reschetnjow zwischenzeitlich begonnen, nach dem man festgestellt hatte, dass die raumflugtechnischen Systeme des Satelliten funktionieren wie vorgesehen. Die Systeme für Antrieb und Lageregelung, zur Stromerzeugung (Nennleistung 1.000 Watt) und Energiespeicherung, zum Kommandoempfang und zur Telemetrieweiterleitung arbeiten also zufriedenstellend. Entsprechende Nachweise für die einzelnen Komponenten der Beobachtungsnutzlast sind jetzt zu erbringen.

GEO-IK-2 Nr. 12 alias Kosmos 2.517 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.579 und als COSPAR-Objekt 2016-034A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Reschetnjow)


» NASA: RS-25-Test in Stennis abgebrochen
16.07.2016 - Der Test eines Triebwerks für den künftigen US-amerikanischen Schwerlastträger SLS alias Space Launch System wurde am 14. Juli 2016 vorzeitig abgebrochen.
Ursache für den Abbruch ist nach Angaben der staatlichen US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde (National Aeronautics and Space Administration, NASA) ein kleineres Problem am Teststand. Das Triebwerk mit der Seriennummer 0528 sei nicht Auslöser für den Testabbruch gewesen, man habe es ausserdem ordentlich herunterfahren können.

Die vorgesehene Testdauer betrug 650 Sekunden. 277 Sekunden hätte der Motor, der flüssigen Wasserstoff mit flüssigem Sauerstoff verbrennt, auf einem Schubniveau von 109 Prozent arbeiteten sollen, 268 Sekunden auf einem Schubniveau von 80 Prozent. Erreicht wurde eine Brenndauer von 193 Sekunden.

Informationen von Beschleunigungsmessern enthielten Daten, die auf fehlerhafte Messungen hinwiesen. Da beim Test eine weiterentwickelte Treibwerkssteuereinheit verwendet wurde, zog man ein Problem mit dieser Einheit in Betracht. Zwischenzeitlich hat man jedoch eine fehlerhafte Steckverbindung zwischen einem Beschleunigungssensor und seinem Anschlusskabel identifiziert.

Der Test des Raketenmotors RS-25 0528 im Stand A-1 des im US-amerikanischen Bundesstaat Mississippi gelegenen NASA-Zentrums Stennis, der gegen 5:57 Uhr Ortszeit begann, war der erste Einsatz dieses Motors seit seiner letzten Verwendung im Space-Shuttle-Programm als Bodentestgerät auf dem Teststand A-2 am 1. Juli 2009.

Acht andere Tests im Rahmen des SLS-Programms waren vor dem Test am 14. Juli 2016 erfolgt. Siebenmal wurde dabei das RS-25 0525 verwendet, einmal kam das RS-25 2059, ein Flugmotor aus dem Shuttle-Programm, zu Einsatz. Das zuletzt genannte Triebwerk soll laut Plan beim zweiten Flug des SLS benutzt werden, der irgendwann im Zeitfenster von 2021 bis 2023 erfolgen soll.

Dass der abgebrochenen Test das weitere Programm verzögern wird, ist eher unwahrscheinlich. Vor dem Abbruch war der nächste Test des selben Motors für den 16. August 2016 terminiert.

Im Heck der Hauptstufe von SLS-Raketen sollen jeweils vier RS-25 mit einem Schub von jeweils rund 130 Tonnen künftig für Vortrieb sorgen. Die RS-25 sind ehemalige SSME, Haupttriebwerke der Space Shuttle-Orbiter (Space Shuttle Main Engine), die für die Verwendung im SLS-Programm modifiziert werden müssen.

Die Modifikationen betreffen insbesondere die Treibwerkssteuereinheiten und hinsichtlich Betriebs- und Umgebungstemperaturen sowie anderem Treibstoffmanagement vorzunehmende Anpassungen.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA)


» DMSP F19: Steuerung vom Boden aus bleibt unmöglich
26.07.2016 - Am 11. Februar 2016 verlor die US-amerikanische Luftwaffe die Möglichkeit, ihren polaren Wettersatelliten DMSP F19 vom Boden aus zu steuern. Zwischenzeitlich durchgeführte Untersuchungen brachten die Erkenntnis, dass die Steuerungsmöglichkeit nicht wiederzugewinnen ist.
Kommunikation als Einbahnstraße
Die mit der Überwachung und Steuerung des Satelliten befassten Ingenieure und Techniker der staatlichen US-amerikanischen Wetterbehörde (NOAA, National Oceanic and Atmospheric Administration) mussten am 11. Februar 2016 feststellen, dass an den Satelliten gefunkte Kommandos nicht mehr ausgeführt wurden - Raumfahrer.net berichtete. Telemetriedaten mit Informationen über den Zustand des Raumfahrzeugs des militärischen Wettersatellitenprogramms mit der Bezeichnung Defense Meteorological Satellite Program (DMSP) und seiner Ausrüstung sowie Daten der an Bord befindlichen Instrumente zur Wetterbeobachtung lieferte DMSP F19 jedoch weiter.

Nach jüngsten Informationen der US-Luftwaffe (United States Air Force, USAF) vom 25. Juli 2016 hat sie ihre Bemühungen, den Satelliten wieder unter Kontrolle zu bekommen, zwischenzeitlich eingestellt. Die Arbeitsgruppe zur Untersuchung der Störung an Bord des Satelliten hat ihre Arbeit nach Angaben der USAF abgeschlossen. Eine Reparatur sei nicht möglich, weitere Aktionen hinsichtlich der Steuerbarkeit von DMSP F19 werde es nicht geben.

Lange Lagerung – Kurze Standzeit
Der Erdtrabant basiert wie zahlreiche Vorgänger auf dem Satellitenbus TIROS-N. Es war bereits in den 1990iger Jahren gebaut worden und dann lange von seinem Hersteller Lockheed Martin Space Systems in Denver eingelagert.

Seit dem 3. April 2014 kreist DMSP F19 um die Erde. Die ihm zugedachte Auslegungsbetriebsdauer beträgt fünf Jahre. Bislang empfange man noch taktisch nutzbare Echtzeit-Wetterdaten vom Satelliten, der sich in einer sicheren und stabilen Konfiguration befände, berichtete die USAF. Die Qualität der erfassten und gesendeten Daten nimmt ab, da sich die Ausrichtungsgenauigkeit des Satelliten über die Zeit verschlechtert. Die USAF rechnet damit, dass die aus der Erdumlaufbahn gefunkten Daten von DMSP F19 irgendwann nicht mehr sinnvoll zu nutzen sein werden.

Unzureichende Redundanz
Bei den Untersuchungen der Anomalie wurde schnell festgestellt, dass es ein Problem mit der Stromversorgung im Bereich der Kommandoempfänger an Bord des Satelliten gibt. Eine redundant ausgelegte Elektronikeinheit zur Dekodierung der aus Sicherheitsgründen verschlüsselt an den Satelliten gefunkten Kommandos ist nach Angaben der USAF vollständig ausgefallen. Wegen der nicht mehr funktionierenden Stromversorgung kam die eingebaute Redundanz der Dekodiereinheit nicht zum Tragen.

Weltraumschrott generierende Ereignisse, die im Zusammenhang mit DMSP F19 stehen, sind laut USAF bisher nicht beobachtet worden. Ganz sicher aber wird der Satellit selbst bald als Weltraumschrott enden. Wegen der fehlenden Steuerungsmöglichkeit vom Boden wird sich die Bahn des Satelliten nicht beeinflussen lassen, was bedeutet, dass man ihn nicht aktiv aus seinem ehemaligen Arbeitsorbit herausschicken kann.

Unkontrolliert in ungewisse Zukunft
Bestimmungen über die Vermeidung von Weltraumschrott erfordern die vollständige Abschaltung elektrischer Stromversorgungssysteme, wenn Satelliten außer Dienst gestellt werden. So hofft man Explosionsereignisse zu verhindern, bei denen Weltraumschrott entsteht, welcher eine Gefahr für andere Raumfahrzeuge darstellt. Für DMSP F19 fallen vom Boden aus anzustoßende Passivierungsmaßnahmen, z.B. die Trennung der Solarzellenausleger von den nachladbaren Akkumulatoren oder das Ablassen von übriggebliebenem Resttreibstoff, aus.

Der primäre aktive Teil der DMSP-Konstellation besteht derzeit aus den Raumfahrzeugen DMSP F17 und DMSP F18. DMSP F17 ist seit dem 4. November 2006 im All unterwegs. DMSP F18 wurde am 18. Oktober 2009 in den Weltraum transportiert.

Die im All befindliche DMSP-Konstellation besteht aktuell aus nur noch fünf statt sechs Satelliten. Sie alle haben ihre Auslegungsbetriebsdauer überschritten – zum Teil deutlich. Im Regelfall sollten zwei Satelliten Routineaufgaben wahrnehmen, zwei Satelliten als unmittelbar verfügbare Reserve bereitstehen, und sich zwei weitere bedarfsweise für taktische Aufgaben verwenden lassen.

DMSP F19 alias USA 249 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39.630 und als COSPAR-Objekt 2014-015A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: USAF)



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Mars Aktuell: Curiosity vorübergehend im Sicherheitsmodus von Redaktion



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» Curiosity vorübergehend im Sicherheitsmodus
20.07.2016 - Zwei Tage vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag versetzte sich der Mars Rover Curiosity (englisch für ‚Neugier‘) der NASA unerwartet in den Sicherheitsmodus.
Im Sicherheitsmodus stellt der Rover (fast) alle Aktivitäten ein. Nur die unbedingt zum Weiterbetrieb notwendigen Funktionen bleiben aktiv und der Rover führt eine festgelegte Folge von Befehlen aus, um die Kommunikation wieder aufzunehmen. Seit 2013 war es das erste Mal, dass der Rover sich in den Sicherheitsmodus versetzte.

Die Betriebsmannschaft des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, Kalifornien, hat den Rover dann schrittweise aus dem Sicherheitsmodus herausgeholt. Am 09. Juli konnte der Sicherheitsmodus des Rovers beendet werden und am 11. Juli nahm der Rover seine Forschungsaktivitäten wieder auf.

Die Ursachenforschung ergab ein Problem mit der Bildübertragung an Bord. Der Fehler tritt aber offensichtlich nur in einem bestimmten Modus auf. Dabei können Kameradaten direkt in Dateien im Hauptcomputer geschrieben werden. Im wissenschaftlichen Betrieb wird dieser Modus normalerweise nicht genutzt, da zur Datenübertragung andere Mittel an Bord zur Verfügung stehen.

Am 26. November 2011 startete der Rover mit einer Atlas V(541) von Cape Canaveral aus zum Mars und landete dort erfolgreich am 6. August 2012. Der mit insgesamt 10 Instrumenten ausgestatte 900 kg schwere Rover sammelt Bodenproben und Bohrkerne. Diese untersucht er auf ihre organische Zusammensetzung. Alles mit dem Ziel festzustellen, ob auf dem Mars Umweltbedingungen existieren, oder in der Vergangenheit existiert haben könnten, die mikrobiologisches Leben ermöglichen. Bis heute hat der Rover mehr als 12 km auf der Marsoberfläche zurückgelegt.

Der nächste Rover Mars 2020 soll die Erfolgsgeschichte mit sieben neuen Instrumenten im Jahre 2020 fortsetzen.



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  • (Autor: Thomas Geuking - Quelle: NASA)



     

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    "InSpace" Magazin #560
    ISSN 1684-7407


    Erscheinungsdatum:
    9. August 2016
    Auflage: 5261 Exemplare


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