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Autor: Günther Glatzel / 05. Juni 2009, 19:31 Uhr

LAMOST offiziell eingeweiht

Das Large Sky Area Multi-Object Fiber Spectroscopic Telescope (LAMOST) im nordchinesischen Xinglong hat gestern offiziell den Betrieb aufgenommen. Es ist über 4.000 Glasfasern in der Lage, Spektren von vielen Objekten gleichzeitig und mit hoher Genauigkeit zu erfassen.

Quelle: Xinhua
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NASA

LAMOST verwendet ähnliche aber deutlich größere Spiegelsegmente.
(Bild: NASA)
NASA

Es lassen sich gleichzeitig Spektren vieler verschiedener Himmelsobjekte erfassen.
(Bild: NASA)
Das Teleskop befindet sich auf einem 960 Meter hohen Berg, 170 Kilometer nordöstlich der chinesischen Hauptstadt Peking. Im etwa 40 Meter hohen Gebäude befinden sich ein asphärischer Ablenkspiegel, der das Licht auf einen sphärischen Hauptspiegel lenkt, der dieses wiederum auf eine Fläche fokussiert, auf der sich die Enden von 4.000 Glasfasern befinden, die das Licht zu 16 Spektrometern weiterleiten. Hier wird das Licht spektral zerlegt und im Wellenlängenbereich von 370 bis 900 Nanometern erfasst. Einzelne Beobachtungen können über mehrere Stunden sehr exakt vorgenommen werden, so dass man auch lichtschwächere Objekte spektral untersuchen kann.

Das Spektrum eines Himmelsobjektes enthält eine Vielzahl von Lichtwellenlängen, von denen einige besonders intensiv sind. Wie aus einem Fingerabdruck lässt sich daraus die chemische Zusammensetzung des leuchtenden Objektes sehr genau ermitteln. Zusätzlich lassen sich Angaben über Dichte, Temperatur, Geschwindigkeit oder magnetische Eigenschaften ableiten. Insgesamt stehen dem neuen Teleskop etwa 10 Millionen Beobachtungsobjekte, vor allem in der nördlichen Hemisphäre zur Verfügung. Dazu zählen Millionen von Sternen aber auch Galaxien, Galaxienhaufen und weitere quasistellare Objekte. Diese will man innerhalb von 5 bis 6 Jahren komplett spektral erfassen.

Die Kombination aus einen asphärischen Ablenkspiegel aus 24 einzeln steuerbaren sechseckigen Segmenten mit einer Gesamtgröße von 5,72 m x 4,40 m und einem sphärischen 37-Segmente-Spiegel von 6,67 m x 6,05 m Größe und einer im Fokus befindlichen Glasfasermatrix ist weltweite Spitzentechnik. Bisher war das Sloan Digital Sky Survey Telescope in New Mexico (USA) der Rekordhalter auf diesem Gebiet. Mit den Resultaten der ersten 4 Versuchsnächte in den letzten Wochen hat LAMOST neue Maßstäbe gesetzt. Allerdings sind weitere Kalibrierungsarbeiten notwendig, um die Möglichkeiten des Instruments effektiv zu nutzen. Als Material für die Segmentspiegel wurde die von der deutschen Firma Schott stammende Glaskeramik Zerodur ausgewählt. Diese ändert ihre Abmessungen bei Temperaturänderungen (fast) gar nicht. In Kombination mit der adaptiven Einzelsegmentsteuerung soll so immer ein scharfes Bild auf die 20 Meter vom Hauptspiegel liegende Brennebene projiziert werden.

Um auch Himmelsobjekte der südlichen Hemisphäre erfassen zu können, erwägt man die Errichtung eines weiteren Teleskops in der Antarktis. Die Kosten für LAMOST lagen bei 235 Millionen Yuan (ca. 25 Mio Euro).

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