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Autor: Martin Ollrom / 06. Dezember 2005, 14:31 Uhr

Schatten der Venus

Jeder Mensch wirft einen Schatten. Dieser wird normalerweise durch Sonnenlicht erzeugt. Bis 3. Dezember hatte man aber die Chance einen Schatten der anderen Sorte kennen zu lernen. Den Schatten – erzeugt von Venuslicht….

NASA
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Normalerweise ist die Venus nicht hell genug um einen Schatten erzeugen zu können. Jedoch konnte man bis 3. Dezember am Abend, weit entfernt von Lichtverschmutzung der Großstädte, seinen eigenen Venus-Schatten betrachten. Natürlich durfte auch nicht der, um ein Vielfaches hellere, Mond im Weg stehen. Dann war der hellste Punkt am Nachthimmel die Venus, unser innerer Nachbarplanet. Dabei war er so hell, dass man seinen eigenen Schatten sehen konnte. Natürlich nicht in der Größe, die wir von der Sonne her gewöhnt sind, dazu ist die Venus einfach nicht hell genug. Hat man aber ein weißes Papier genommen und davor seine Hand gehalten, konnte man auf dem Papier den Schatten der Hand leicht erkennen.



Venuslicht spiegelt sich wunderschön im Wasser des Strandes, auf dem Pete Lawrence seinen Jugendtraum verwirklichen konnte (Bild: Pete Lawrence)
Es wurde schon oft spekuliert ob die Venus hell genug ist um einen Schatten zu erzeugen. Viele Astronomen sind der Meinung, dass dies der Fall sei. Nun ist aber die Frage wie man Schatten definiert. Wenn man die kleine, in der Form einer Hand und schwer zu erkennende Verdunklung auf einem weißen Papier als Schatten bezeichnen will, dann lautet die Antwort auf die oben gestellte Frage „ja“. Anderenseits ist die Venus definitiv zu dunkel um eventuell einen ganzen Menschen zu schattieren. Viele Leute auf verschiedenen Kontinenten unserer Erde haben bereits behauptet Venus-Schatten gesehen zu haben. Aber manchmal brauchte man dafür auch ein wenig Fantasie um das zu erkennen, was es eigentlich darstellen sollte. Im Jahr 2005 wird die Venus heller sein als schon lang nicht mehr und wirft vermutlich noch das ganze Jahr über den besten Schatten, den sie vermutlich werfen kann.

Ein Amateur-Astronom namens Pete Lawrence hat es sich zu seiner Aufgabe gemacht, diese Venus-Schatten zu jagen und zu fotografieren. Vor wenigen Wochen hat genau dieser Pete einen Venus Schatten fotografiert. Für ihn begann diese Herausforderung bereits in den 1960er Jahren. „Als ich noch jung war hab ich ein Buch von Sir Patrick Moore gelesen, laut dem es nur drei Himmelskörper auf unserem Himmel gibt, die hell genug sind um Schatten zu erzeugen. Sonne und Mond sind uns ja sehr bekannt und wir haben fast jeden Tag die Möglichkeit unseren kompletten Schatten im Mond- beziehungsweise Sonnenlicht zu bestaunen. Aber mich faszinierte damals schon das dritte und letzte Objekt – die Venus“, erläuterte Pete Lawrence sein Hobby.
40 Jahre vergingen!
„Dann hab ich mich mit Patrick Moore vor einigen Wochen unterhalten. Er fragte mich, was ich noch nie in meinen Leben fotografiert habe. Mich zurückerinnernd nannte ich ihm den Schatten von Venuslicht – und schon war die Herausforderung für mich geboren.“ Am 18. November hat er dann seine zwei Söhne mit zum nahe gelegenen Strand genommen. Das Wetter und die Voraussetzungen waren perfekt – kein Mond, keinerlei Lichtverschmutzung und einen perfekten Ausblick auf die Venus. „Ich startete mehrere Versuche die zunächst fehlschlugen, doch zwei Tage später konnte ich den Schatten einer Hand meines Sohnes fotografieren“, freut sich Pete. „Die Schatten zu fotografieren war echt schwer, da sie schwer zu erkennen waren und fein waren, dass man still stehen musste. Noch dazu kam die Kamera, die Probleme machte und den Schatten anfangs nicht erfassen konnte.“

Pete Lawrence haben all diese Probleme nicht aufgehalten. Er ist einer der wenigen Menschen die den eigenen Schatten, der durch das Licht eines anderen Planeten entstand, betrachten konnten. Am 3. Dezember endete diese Frist, da ab diesem Zeitpunkt der Mond die Venus wieder überstrahlt und alle Schatten die man dann finden würde Mondschatten wären.
 
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