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Autor: Thomas Weyrauch / 09. Juni 2009, 12:21 Uhr

Das massereichste schwarze Loch

Im Zentrum der in relativer Nähe der Milchstraße liegenden Galaxie M87 befindet sich offensichtlich das massehaltigste aller bisher beobachteten schwarzen Löcher, berichtete das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik am 8. Juni 2009.

Quelle: MPE
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ESO

Bild vergrößernM87 mit Jet, aufgnommen von ESOs UT1
(Bild: ESO)
Das Supermassive Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87 alias NGC 4486 ist zwei oder dreimal massehaltiger als bisher vermutet. Ein neues, unter Einsatz von aktuellen Computermodellierungstechniken und eines Supercomputers an der Universität von Texas entwickeltes Modell geht davon aus, dass das Loch etwa eine Masse vom 6,4 Milliardenfachen unserer Sonne hat. Berücksichtigt wurden Daten zum Schwarzen Loch in M87, den Sternen und dem Halo von M87.

Die neuen Untersuchungen legen nahe, dass auch die Schwarzen Löcher in anderen ähnlich weit von unserer Milchstraße entfernten Galaxien erheblich massereicher als bisher vermutet sein sollten, was Astromen helfen könnte, lange ungelöste Fragen zur Galaxienentwicklung zu beantworten. Je nach Masse eines Schwarzen Loches interagiert es verändert mit seiner Umgebung. Erkennisse über die Masse der Schwarzen Löcher berühren daher direkt die Theorien der Astronomen über Entstehung und Entwicklung von Galaxien.

Sehr massereiche Schwarze Löcher könnten auch bei der Erklärung der Existenz von massereichen jungen Galaxien voller Sterne mit Schwarzen Löchern, umgeben von Gas und Staub und einem sehr aktiven Kern helfen. Solche auch Quasare genannte Galaxien könnten Massen im Bereich des Zehnmilliardenfachen unserer Sonne aufweisen. Man hielt es bisher für möglich, dass die für Quasare geschätzen Massen zu hoch sein könnten. Betrachtet man aber die Quasarmassen unter dem neuen Licht der massehaltigeren Schwarzen Löcher in lokalen Galaxien, erscheinen die geschätzten Quasarmassen plausibler. Unterstützt werden solche Überlegungen von Beobachtungen der europäischen Südsternwarte ESO in Chile und dem Gemini North Telescope auf Hawaii.

M87 mit einem aus seinem Zentrum herausschießenden Jet mit Material aus der Akkretionsscheibe befindet sich in rund 50 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde. Vor etwa drei Jahrzehnten war es eine der ersten Galaxien, von denen man vermutete, sie könnten ein Schwarzes Loch in ihrem Zentrum beherbergen. Heute sind sich die meisten Astronomen darüber einig, dass das Gros der Galaxien, darunter auch unsere Milchstraße, in ihrem Zentrum ein Supermassives Schwarzes Loch hat. Für die Untersuchung von Supermassiven Schwarzen Löchern ist M87 deshalb zu einem wichtigen Referenzobjekt geworden.

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