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Autor: Michael Clormann & Günther Glatzel / 15. Februar 2013, 11:13 Uhr

Meteoritenereignis in Russland

In der letzten Nacht hat sich im Gebiet Tscheljabinsk im zentralrussischen Ural-Kreis offenbar eine atmosphärische Detonation, gefolgt vom Niedergang eines gut sichtbaren Meteoriten ereignet. Ersten Meldungen zufolge gibt es mehrere Hundert Verletzte, sowie erhebliche Sachschäden.

Quelle: EMERCOM, reuters.com, NASA, KAIRA
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EMERCOM

Aufnahme der Meteoriten-Spur aus Quellen russischer Behörden.
(Bild: EMERCOM)
Der Eintritt in die Erdatmosphäre fand nach Angaben russischer Behörden und Nachrichtenagenturen um 4.20 Uhr morgens europäischer Zeit statt.

In 5.000-10.000 Metern Höhe ereignete sich unmittelbar darauf eine starke Detonation, deren Druckwelle für die gemeldeten Verletzungen und Beschädigungen am Boden verantwortlich gemacht wird. Gemeldet wurden in erster Linie geborstene Fensterscheiben in einem großen Umkreis um den Ort der hochgelegenen Explosion. Anschließend gingen Bruchstücke des Himmelskörpers in der ganzen Region nieder.

Viele Beobachter beschreiben einen gleißenden Feuerball über dem Horizont, gefolgt von einer deutlich sichtbaren Rauchspur am morgendlichen Himmel. Das Geschehen war zudem von einer Vielzahl von kleineren Detonationen begleitet, die durch das Zerbersten von Teilen des ursprünglichen Meteoriten oder von Einschlägen herrühren können.

Nach Angaben russischer Astronomen ist ein Meteorit mit etwa 1, vielleicht 2 Metern Durchmesser für die Zerstörungen verantwortlich. Andernorts wird von einer Größe bis zu 6 Metern geschrieben. Der Meteorit zerbarst in einer durch die starke Aufheizung verursachten Detonation, wobei eine starke Druckwelle entstand, die sich durch die Luft Dutzende Kilometer fortpflanzte. Dadurch zersprangen vielerorts Scheiben. Die Bruchstücke des Meteoriten richteten anschließend in mehreren Orten weitere Schäden an.

Es kursieren bereits, auch veröffentlicht vom russischen Katastrophenschutz-Ministerium (EMERCOM), einige Videoaufnahmen und Bilder, die mit dem Ereignis in Zusammenhang gebracht werden. Ebenfalls von russischen Behörden wurden schon Mutmaßungen angestellt, es bestehe ein Zusammenhang mit dem lange angekündigten Asteroiden 2012 DA14. Dieser sollte sich, laut Bahnverfolgung, heute der Erde auf einen minimalen Abstand von 27.700 Kilometern nähern. Dass tatsächlich ein unmittelbarer Zusammenhang besteht, scheint gegenwärtig aber nahezu ausgeschlossen. Die Entfernung von 2012 DA14 konnte in den letzten Wochen mit hoher Sicherheit bestimmt werden, was einen unerwarteten Einschlag äußerst unwahrscheinlich macht. Laut NASA-Angaben ist der Asteroid gegenwärtig noch rund 200.000 Kilometer und über neun Stunden von der größten Erdannäherung entfernt.

Zudem wurden u.a. auf der KAIRA-Homepage Daten für den scheinbaren Ursprung des Asteroiden veröffentlicht. Während 2012 DA14 aus dem südlichen Teil des Himmels kommt, liegt der Ursprung des Tscheljabinsker Meteoriten zwischen den Sternbildern Pegasus und Delphin auf der nördlichen Hälfte der Himmelskugel.

Derzeit gibt es noch kein geeignetes Frühwarnsystem für Gefahren aus dem All durch Asteroiden oder Kometen. Für die nächste Zeit sind aber verschiedene Weltraumteleskope geplant, die derartige Aufgaben übernehmen könnten. Außerdem existieren erdgestützte Durchmusterungsteleskope, mit denen immer wieder Entdeckungen gelingen. Vergleichsweise kleine Vagabunden, mit Durchmessern von einigen Metern, werden oft aber erst nach ihrem Vorbeiflug an der Erde gefunden, häufig genug auch gar nicht entdeckt, wie der heutige Einschlag beweist.

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