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Autor: Thomas Weyrauch / 17. Oktober 2008, 23:37 Uhr

Fermi findet besonderen Pulsar

Das am 11. Juni 2008 gestartete Gammastrahlen-Teleskop der NASA namens Fermi hat innerhalb der Überreste einer Supernova in einer Entfernung von über 4.600 Lichtjahren den ersten Pulsar entdeckt, der Richtung Erde ausschließlich Gammastrahlung aussendet.

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Bild vergrößernFermi im All - künstlerische Darstellung
(Bild: NASA)
NASA/S. Pineault, DRAO

Bild vergrößernCTA 1 mit Pulsar
(Bild: NASA/S. Pineault, DRAO)
Pulsare sind sich sehr schnell drehende Neutronensterne, die entstehen, wenn sehr massereiche Sterne nach wenigen Millionen Jahren in einer Supernova explodieren. Materieteilchen in der Nähe solcher Objekte bewegen sich entlang der Magnetfeldlinien und sorgen anschließend für eine gerichtete Aussendung von Strahlung. Durch die Drehung ergibt sich das leuchtturmartige Blinken. Bei den meisten Pulsaren wurden bisher mehrere Umdrehungen pro Sekunde festgestellt. Die Bezeichnung Pulsar resultiert aus dieser besonderen Art, wie die Strahlungsabgabe die Erde bzw. Beobachtungssatelliten wie Fermi im Erdorbit erreicht.

Bisher haben Astronomen fast 1.800 Pulsare katalogisiert. Das Alter der Mehrzahl dieser Objekte wird auf etwa eine Million Jahre geschätzt. Die meisten der Pulsare wurden auf Grund ihrer Radiowellenabstahlung aufgefunden. Einige Pulsare strahlen Energie jedoch auch in anderen Formen ab, so z. B. als sichtbares Licht oder als Röntgenstrahlung. Die Abstrahlung von Energie führt zu einer langsamen Herabsetzung der Umdrehungsgeschwindigkeit eines Pulsares.

In den Überresten der Supernova (SNR = supernova remnant) CTA 1 im Sternbild Cepheus (dt. Kepheus) wurde von Fermi nun ein Pulsar gefunden, der nur auf Grund seiner Gammastrahlenaussendung detektiert werden konnte. Möglicherweise strahlt dieser Pulsar auch auf anderen Wellenlängen. Der entsprechende Strahl ist vielleicht stärker gerichtet und zielt nicht direkt in Richtung Erde, so dass irdische Messinstrumente bzw. solche auf Erdsatellitenbahnen ihn niemals feststellen können.

Die Strahlung des Gamma-Pulsares erreicht uns alle 316,86 Millisekunden, also etwas öfter als jede drittel Sekunde. Die Zeit für eine Umdrehung des von Fermi entdeckten Pulsares dürfte alle 87.000 Jahre um etwa eine Sekunde zunehmen. Der wahrscheinlich vor etwa 10.000 Jahren entstandene, also vergleichsweise junge Pulsar, strahlt 1.000-mal mehr Energie ab als unsere Sonne.

Fermi tastet alle drei Stunden den gesamten Himmel ab. An Bord des Satelliten sind zwei zentrale Instrumente, das Large Area Telescope (LAT), welches die Strahlung des Gamma-Pulsares empfing, und der GLAST Burst Monitor (GBM), der vom Deutschen Max-Planck-Institut entwickelt wurde.

Fermis Mission ist es, nach der für das bloße Auge unsichtbaren Gammastrahlung aus Quellen wie vergangenen Sternen, schwarzen Löchern und der sogenannten dunklen Materie zu suchen.

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