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Autor: Thomas Hofstätter / 21. Mai 2010, 12:20 Uhr

Entstehung von Doppelsternsystemen neu untersucht

Unsere Sonne ist zwar ein Einzelgänger, aber die meisten Sterne in der Milchstraße haben einen Partner mit dem sie um einen gemeinsamen Schwerpunkt rotieren. Wie diese Systeme entstehen, ist bis jetzt nicht restlos geklärt. Mit dem Spitzer-Weltraumteleskop wurden kürzlich Untersuchungen durchgeführt, die ein klareres Bild über diesen Vorgang liefern.

Quelle: NASA/JPL
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NASA/JPL-Caltech/Univ. of Michigan

Bild vergrößernDiese Aufnahmen von Spitzer zeigen Sternentstehungsregionen für Doppelsterne.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Michigan)
Möglich wurden die Beobachtungen nur aufgrund des feinfühligen Infrarotsensors des Spitzer-Weltraumteleskops (vor Ausgehen des Kühlmittels), das den Hintergrund der Milchstraße abbilden kann. Die entstehenden Sterne erzeugen daher Schatten auf den Aufnahmen. Darin lassen sich Form und Größe der Entstehungsregion ausmachen. Eine Neuerung hierbei ist, dass die Aufnahmen nicht mehr im langwelligen Infrarotbereich gemacht wurden. Daher war eine höhere Auflösung der Bilder möglich.

Eine große Frage, die derzeit die Wissenschaft beschäftigt, ist, wie sich Doppelsternsysteme bilden. Generell stehen der Wissenschaft derzeit zwei Varianten zur Verfügung:
  • Beide Sterne entstehen aus separaten Gaswolken, also aus zwei verschiedenen Kernen.
  • Die Sterne entstehen gemeinsam in einer Gaswolke und umkreisen sich in kurzer Entfernung.
Wissenschaftler nehmen derzeit an, dass beide Varianten in der Milchstraße vorkommen. Großräumigere Doppelsternsysteme entstehen demnach aus separaten Gaswolken, engere aus einer großen Gaswolke. Untersuchungen von NASAs Spitzer-Weltraumteleskop betrafen kürzlich in der Entstehung befindliche Systeme von Doppelsternen. Dabei kann im Infraroten der dichte Bereich der Gaswolke beobachtet werden, in dem sich die Sterne entwickeln. Dabei wurden bei allen 20 Sternen asymmetrische Formen festgestellt, die auf Doppelsternsysteme hinweisen.

Frühere Computersimulationen zeigten, dass bei solchen Formen Doppelsternsysteme entstehen. Direkte Beobachtungen oder Beweise gab es dafür bis jetzt aber nicht. Die jetzt vorliegenden Beobachtungen hatten eigentlich nicht das Ziel, dieses Szenario zu beweisen. Das Team der Wissenschaftler war daher überrascht, nur asymmetrische Formen von Materieverdichtungen zu finden. Weitere Untersuchungen mit Radioteleskopen laufen gerade und werden demnächst Ergebnisse liefern.

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