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Autor: Felix Herrmann / 29. Juli 2006, 19:00 Uhr

Methanregen nieselt auf Titan nieder

Neue Forschungsergebnisse der NASA wurden im Fachblatt Nature vorgestellt. Laut der Studie gibt es auf dem Saturnmond Titan einen ständigen Regen aus flüssigem Methan, der die Oberfläche nass und zermodert macht. Der Regen fällt ununterbrochen bei einem Jahresniederschlag von gerade einmal 5 cm.

NASA News Release
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Laut der aktuellen Ausgabe des Fachblatt Nature, das von der NASA und von einigen Universitätswissenschaftlern herausgeben wird, nieselt ständig ein Regen aus flüssigem Methan auf die Oberfläche von Titan, einem der Monde von Saturn.

Daten der Raumsonde Huygens von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) deuten darauf hin, das eine niedrige, kaum erkennbare Methan-Stickstoffwolke „Regentropfen“ auf die Oberfläche von Titan fallen lässt. Dies berichtet ein Team von Wissenschaftlern verschiedener Universitäten, Observatorien und der NASA. Die Sonde sammelte die Daten am 14. Januar 2005, als sie Titan erreichte und auf dem Mond landete.

NASA/ JPL /SSI

Ein Bild des Saturnmondes Titan
(Bild: NASA/ JPL /SSI)
„Der Regen auf Titan ist nur ein leichter Niesel, aber es regnet die ganze Zeit, tagaus, tagein. Es macht den Boden nass und schlammig, bedeckt mit flüssigem Methan. Darum ist auch die Huygens-Sonde so unsanft gelandet. Sie ist in Methanschlamm aufgekommen“, berichtet Christopher McKay, ein Wissenschaftler am NASA-Ames-Forschungszentrum im Kalifornischen Silicon Valley und Mitautor der Studie. Der Urheber des Berichts ist allerdings Tetsuya Tokano vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität Köln in Deutschland.

Auf Titan sind alle Wolken und jeder Niederschlag aus flüssigem Methan. Auf der Erde ist Methan ein hochentzündliches Gas, aber auf Titan gibt es keinen Sauerstoff in der Atmosphäre, sodass eine Verbrennung unmöglich ist. Auch die Temperaturen auf dem Trabanten sind extrem niedrig – Minus 300° Fahrenheit (Minus 149° Celsius) – so kalt, dass Methan flüssig wird. Die Landschaft auf Titan zeigt auch flussähnliche Strukturen, die möglicherweise durch den Methanregen enstanden sind.

Aber etwas trennt Wolke aus Flüssigmethan – die Quelle des Regens – laut der wissenschaftlichen Studie von höher positionierten Eismethanwolken. Experten sagen, das der Abwärtsfluss des Methans aufgrund des Regens eine Folge einer ausgedehnten atmosphärischen Zirkulation, die unter anderem Methangas in höhere Gefilde transportiert, ist.

Nach den Aussagen der Forscher sind die den Methanregen ausstoßenden Wolken sehr dünn. Die höheren Wolken bestehen aus gefrorenem Methan, die niedrigeren Wolken sind flüssig und bestehen aus einer Verbindung von Methan und Stickstoff. Computersimulationen sagen voraus, das diese dünnen, flüssigen Methanwolken über die Hälfte von Titan bedecken.

„Wir haben herausgefunden, dass der Jahresniederschlag an Methan ungefähr 2 inches (circa 5 Zentimeter) beträgt“, berichtet McKay. „Das ist vergleichbar mit der Menge im Death Valley. Der Unterschied ist, dass auf Titan der Regen durchgehend das ganze Jahr vom Himmel fällt.“

Die Wissenschaftler berichten, dass die Möglichkeit von Bodenerosionen sehr begrenzt ist, da es eben nur ein sehr leichter Methanniesel sei. Aber trotzdem ist der Regen ausreichend, um die Oberfläche zu durchnässen, und dies erklärt wahrscheinlich die generell feuchten, schlammigen Eigenschaften des Bodens.

Zusätzlich zu McKay waren an den Forschungen noch die Co-Autoren Fritz Neubauer vom Kölner Institut für Geophysik und Meteorologie, Sushil Atreya von der Universität von Michigan in Ann Arbor, Francesca Ferri von der Universität von Padua in Italien, Marcello Fulchignoni vom Pariser Observatorium und von der Pariser Denis-Diderot-Universität sowie Hasso Niemann von der NASA, Abteilung Goddard-Raumfahrtzentrum in Greenbelt beteiligt.

 
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