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Autor: Raumfahrer.net Redaktion / 13. März 2021, 07:30 Uhr

Studie zur Zukunft des europäischen Raumtransports

ESA beauftragt OHB-Konsortium mit Studie zur Zukunft des europäischen Raumtransports. Start-up Rocket Factory Augsburg spielt eine führende Rolle. Eine Pressemitteilung der OHB SE Bremen.

Quelle: OHB SE
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RFA/ESA

Bild vergrößernAusblick auf die zukünftigen europäischen Raumfahrtlösungen.
(Bild: RFA/ESA)
Bremen, 11. März 2021. Die Rocket Factory Augsburg AG, ein Beteiligungsunternehmen des Raumfahrt- und Hightech-Konzerns OHB SE, wurde von der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit einer Studie zur Zukunft des europäischen Raumtransportsektors beauftragt. Der Microlauncher-Hersteller führt ein Konsortium an, dem auch die OHB-Unternehmen MT Aerospace AG und OHB System AG angehören. Im Rahmen der Studie werden New European Space Transportation Solutions (NESTS) für den Zeitraum nach 2030 untersucht.

Ziel der Studie ist es, den zukünftigen Bedarf an Raumtransportsystemen in Europa für den Zeitraum von 2030 bis 2050 abzuschätzen. Zu diesem Zweck werden verschiedene Ansätze entworfen und bewertet. Diese umfassen eine auf den künftigen Bedarf ausgerichtete Generation von Trägern sowie alle relevanten und erforderlichen Dienste, Technologien, Infrastrukturen und Organisationskonzepte. Die Studie ist auf vier Monate angelegt. Neben dem OHB-Konsortium sind parallel zwei weitere Konsortien beauftragt worden. "Die ESA legt mit ihrer Initiative New European Space Transportation Solutions die Grundlagen, um die Zukunft jenseits von Ariane 6 und Vega-C vorzubereiten. Diese Systemkonzeptstudien werden Dienstleistungen beinhalten, die den zukünftigen Bedürfnissen der europäischen Raumfahrtprogramme Priorität einräumen, aber auch erlauben, den globalen Marktbedürfnissen gerecht zu werden", kommentierte Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für Raumtransport.

"In der Studie geht es darum, welche Weichen Europa wann stellen muss, um bei der Kommerzialisierung der europäischen Raumfahrt zukunftssicher zu sein", sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE. "Jetzt gilt es zu untersuchen, welche unterschiedlichen Raumtransportsysteme und Lösungen private Initiativen vorschlagen können, um Europa auch für die Zukunft des Raumtransports zu einem weltweit gefragten Partner zu machen."

Die Studienpartner ergänzen sich in ihren Kompetenzen
Das OHB-Konsortium bündelt die Stärken des Start-ups Rocket Factory Augsburg (RFA), des Raumfahrtunternehmens OHB System AG und des Launcher-Zulieferers und Fertigungsexperten MT Aerospace AG. RFA bringt kreative und innovative Perspektiven ein und setzt auf kosteneffiziente und wettbewerbsfähige Lösungen. Flankiert und unterstützt wird es in allen Bereichen durch die breit gefächerte Expertise und jahrzehntelange Erfahrung der beiden Konsortialpartner. "Die ESA hat uns mit dieser Studie in den Kreis der relevanten industriellen Anbieter aufgenommen, die New Space aus europäischer Perspektive vorschlagen sollen", sagt Jörn Spurmann, Chief Commercial Officer der Rocket Factory Augsburg, die beweisen will, dass eine konsequente Serienfertigung die Kosten für den kommerziellen Raumtransport drastisch senken kann. "Damit eröffnen sich auch für staatliche Raumfahrtprogramme attraktive Formen der Zusammenarbeit auf Basis kommerziell entwickelter Dienstleistungsangebote."

"Wir haben mit rund zehn Prozent Fertigungsanteilen an jeder Ariane-5-Rakete bewiesen, dass wir erstklassige, hochpräzise Launcher-Strukturen und Tankkomponenten entwickeln und seriell fertigen können. Ohne umfassende Systemkompetenz wäre das nicht möglich gewesen", ergänzt Hans Steininger, Vorstandsvorsitzender der MT Aerospace AG in Augsburg, die auch im europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana vertreten ist und ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbietet. "Wir freuen uns, unseren Erfahrungsschatz aus mehr als 50 Jahren Geschäftstätigkeit in der Launcher-Entwicklung, Produktion und Erprobung in die Studie einbringen zu können und 'out of the box' zu denken!"

Über die Rocket Factory Augsburg
Die Rocket Factory Augsburg wurde 2018 von Jörn Spurmann und Stefan Brieschenk, dem Investor Hans Steininger und dem deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmen OHB SE gegründet. Das Ziel des Start-ups ist es, bis Ende 2022 einen Trägerraketen-Prototyp zu entwickeln, der Satelliten zu konkurrenzlos günstigen Preisen wöchentlich in erdnahe Umlaufbahnen transportieren kann. Rocket Factory strebt ein exponentielles Wachstum im boomenden New Space Markt an. Das Ziel des Start-ups ist es, maximale Leistung mit extrem kostengünstigen Herstellungsverfahren und Konstruktionsprinzipien zu verbinden.

Die Experten planen das Konzept der Rakete aus der Perspektive der Satelliten und der Kunden: Rocket Factory wird die Satelliten mit einer einzigartigen Orbitalstufe präzise in die gewünschten Umlaufbahnen bringen. Die Trägerrakete wird damit einen End-to-End-Lieferservice für die letzte Meile bieten. Die Trägerrakete kombiniert drei entscheidende Wettbewerbsvorteile: eine äußerst kosteneffiziente Architektur, eine präzise Zustellung im Orbit und eine überlegene Antriebstechnologie. Das Startup beschäftigt in Augsburg ein Team von 85 (Stand Februar 2021) New-Space-Experten aus 25 verschiedenen Ländern, die bereits Erfahrung in anderen Trägerraketenprojekten haben.

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