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Autor: Michael Stein / 14. Januar 2004, 09:41 Uhr

Spirit: "Running up that hill"

Während Spirit nach der Trennung der letzten Kabelverbindung zum Lander die ersten Bewegungen hinter sich gebracht hat sind mittlerweile ein Krater und die östliche Hügelkette als Ziele des Rovers ausgewählt worden.

NASA
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Die Vorderräder von Spirit sind in Vorbereitung der Drehung geschwenkt worden.
(Foto: NASA)
"We have a Rover"
Mit diesen Worten kommentierte Flugdirektor Chris Lewicki die Trennung der letzten Verbindung zwischen Spirit und seinem Lander. Die Sprengladungen Nummer 125 und 126 haben Messer aktiviert, die ähnlich einer kleinen Guillotine ein letztes Kabel erfolgreich gekappt haben. Danach fuhr Spirit die erste kurze Strecke nach der Landung auf dem Mars: Es ging zunächst 25 Zentimeter rückwärts, bevor der Rover seine Räder in die Konfiguration für eine Drehung auf der Stelle brachte und dann auf dem Lander eine 45 Grad-Drehung im Uhrzeigersinn vollführte. "Die gefährlichste Strecke, die wir auf der Oberfläche fahren werden, sind die ersten drei Meter", so Chris Lewicki. "Unser eigener Lander ist das gefährlichste Hindernis, daher müssen wir beim Herunterfahren sehr vorsichtig sein." Die Drehung des Rovers wurde durch mehrere Aufnahmen seiner Kameras dokumentiert, und nach Abschluss der Aktion stand er exakt so auf dem Lander wie die Rover-Kopie beim Jet Propulsion Laboratory (JPL), mit dessen Hilfe man vorher die Drehung geprobt hatte.
 
Am kommenden Mars-Tag (Sol 11) werden noch zwei weitere Drehungen in gleicher Richtung erfolgen, bis sich der Rover gegenüber seiner ursprünglichen Stellung um rund 115 Grad gedreht haben wird. Diese Drehung ist Voraussetzung dafür, um den Lander am Donnerstag von einer der drei Rampen verlassen zu können - der direkte Weg auf die Marsoberfläche über die vor ihm liegende Rampe war Spirit durch einen nicht vollständig zusammengefallenen Airbag verwehrt.
 
Die Landestelle von Spirit ist mittlerweile bis auf 30 Meter genau lokalisiert worden. Dieses Ziel wurde mit Hilfe des Orbiter Mars Odyssey erreicht, wobei die Funksignale vom Rover mit Hilfe einer Technik analysiert wurden, die der beim globalen Satellitennavigationssystem GPS ähnelt. Zusammen mit dem Vergleich von Aufnahmen der PanCam und der Abstiegskamera mit Fotos, die von den beiden Orbitern Mars Odyssey und Mars Global Surveyor angefertigt worden sind, war diese genaue Ortung möglich, so Joe Guinn vom Rover-Navigationsteam. Demnach kam Spirit nur etwa 250 bis 300 Meter südöstlich vom ersten Aufschlagspunkt zur Ruhe. Als die Verbindung zum Landefallschirm getrennt wurde befand sich der Rover im Inneren des Landers und von Airbags eingehüllt nur noch 8,5 Meter über der Marsoberfläche - besser, aber auch knapper hätte der Landevorgang kaum ablaufen können. Nach dem ersten Aufprall wurde der Rover wieder über 8 Meter in die Luft geschleudert, danach folgten noch 27 weitere Sprünge, bevor der Lander schließlich zur Ruhe kam und die Airbags entlüftet werden konnten.
 
Die Ziele stehen fest


vergrößernDie rund drei Kilometer östlich von Spirit liegende Hügelkette ist eines der Ziele des Rovers - so sie denn erreicht wird.
(Foto: NASA)
Wenn Spirit voraussichtlich im Laufe von Sol 12 (Donnerstag) den Lander endgültig verlassen haben wird folgt umgehend der erste Einsatz des Instrumentenarms. Gleich nachdem der Rover mit seinen Rädern erstmals Marsboden berührt haben wird sollen die am Instrumentenarm angebrachten zwei Spektrometer und die Microscopic Imager genannte Kamera den Boden unter dem Rover untersuchen - sollte sich ein geeigneter Gesteinsbrocken in Reichweite des Instrumentenarms befinden, dann wird auch er gleich untersucht werden.
 
Dann wird es zum ersten ausgewählten Ziel gehen, einem rund 250 Meter nordöstlich des Landers befindlichen Krater. "Wir werden bei der Annäherung vorsichtig sein", so Hauptexperimentator Dr. Steve Squyres von der Cornell University. Bei der Entstehung des rund 200 Meter durchmessenden Kraters könnten Gesteinsbrocken aus 20 bis 30 Meter Tiefe auf die Oberfläche rund um den Krater geschleudert worden sein, die Spirit untersuchen würde. "Sie werden uns ein Fenster in den Untergrund des Mars bieten", so die Hoffnungen von Steve Squyres.
 
Danach soll die Fahrt Richtung Osten zu einer etwa drei Kilometer entfernten Hügelkette gehen, wo man Gesteinsbrocken untersuchen möchte, die höher als rund um die Landestelle von Spirit liegen. Der höchste dieser Hügel erhebt sich rund 100 Meter über die umgebende Landschaft. Ob der Rover allerdings jemals bis zu der Hügelkette kommen wird ist angesichts einer Gesamtfahrstrecke von 600 Metern, die von der NASA als ein Kriterium für den Erfolg der Mission festgelegt worden ist, überhaupt nicht sicher.
 
So kommentiert denn auch Steve Squyres dieses ehrgeizige Ziel folgendermaßen: "Ich kann Ihnen nicht sagen, dass wir diese Hügel erreichen werden. [...] Unsere Anforderung, wie weit zu fahren wir während der Mission in der Lage sein sollten, war 600 Meter. Diese Hügel sind fünf Mal so weit entfernt. Also sitzen Sie nicht hier und denken 'Oh, wir fahren zu diesen Hügeln'. Wir fahren auf diese Hügel zu. Aber schon während wir das machen wird die Sicht besser und besser werden. [...] Wir werden in der Lage sein, mit der PanCam neue Details auf den Hügeln aufzulösen, wir werden in der Lage sein, ihre Zusammensetzung mit zunehmender Auflösung mit Mini-TES zu messen, wir werden den Hügeln näher und näher kommen, und dabei wird die Chance, auf dem Boden von den Hügeln stammendes Material zu finden, immer weiter zunehmen."
 
"Es gibt eine Vielzahl von Prozessen, die Material die Hügel hinunter transportiert haben können – bei der Entstehung von Einschlagkratern auf den Hügeln könnte Material in unsere Richtung geschleudert worden sein. Und wer weiß? Ich weiß nicht wie nah wir herankommen. Wir werden so nah wie wir können heranfahren und während wir durch die Landschaft fahren werden wir Material entlang des Weges untersuchen und hoffentlich immer mehr nicht nur darüber lernen, was auf diesen Ebenen liegt, sondern auch, was unter und sogar über ihnen liegt."
 
"Das ist unser langfristiger Forschungsplan. Es ist ein Plan, der wie ich denke ein sehr großes wissenschaftliches Potential hat. Er bietet darüber hinaus ein mit Vielen geteiltes Abenteuer, wie es meiner Meinung nach in der menschlichen Geschichte bisher nicht dagewesen ist. Ich denke, es wird viel Spaß machen."
 
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