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Autor: Günther Glatzel / 16. August 2012, 14:06 Uhr

Fehleranalyse vom Proton-Start am 6. August

Am 6. August 2012 startete gegen 21.31 Uhr MESZ eine Proton-M-Trägerrakete mit Bris-M-Oberstufe und zwei Satelliten, die eigentlich für den Geostationären Orbit vorgesehen waren. Aufgrund eines Fehlers in der Oberstufe gelangten sie jedoch nicht auf die geplante Bahn.

Quelle: Roskosmos, RIA Nowosti, Skyrocket, Jakarta Post, Raumcon, SatObs
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Roskosmos via TV Zenki

Proton-M beim Start
(Bild: Roskosmos via TV Zenki)
Stattdessen bewegt sich der indonesische Telkom 3 zwischen 266 und 5.012 km Höhe bei einer Bahnneigung von 49,9 Grad und der russische Express-MD 2 nur knapp darunter (266 x 5.009 km) auf praktisch nutzlosen Erdumlaufbahnen. Aufgrund des niedrigen Perigäums werden sie innerhalb kurzer Zeit in dichtere Atmosphärenschichten eintreten und wahrscheinlich restlos verglühen. Die Raumfahrzeuge sind mit 1,6 bzw. 1,14 t eher Leichtgewichte.

Mit Telkom 3 besteht vonseiten des Herstellers Reschetnjow offenbar Kontakt, so dass man nach entsprechenden Tests hier sogar einen gesteuerten Wiedereintritt ausführen könnte. Zum Problem könnte allerdings die Oberstufe mit ihren noch weitgehend gefüllten Tanks werden. Erwärmen sich diese zu sehr, so könnten sie platzen und Bruchstücke auf ähnlichen Bahnen hinterlassen. Kommt es gar zu einer Explosion, dann würden sich gefährliche Teile über einen weiten Orbitbereich verteilen und die Raumfahrt wahrscheinlich jahrelang zusätzlich behindern.

Nach zunächst reibungslosem Start der Proton-M-Trägerrakete hatte sich die Oberstufe gelöst und ihren ersten Arbeitszyklus absolviert. Ein thorusförmiger Tank wurde abgetrennt, bevor die zweite Antriebsphase begann. Hier zündete das Triebwerk allerdings lediglich für etwa 7 Sekunden und schaltete sich anschließend wegen eines zu niedrigen Treibstoffdrucks selbstständig ab, um größeren Schaden zu vermeiden. Später wurden offenbar die beiden Nutzlasten automatisch abgetrennt.

Nach Analyse auf russischer Seite behinderte eine "Verunreinigung" in einer erst kurzfristig ummontierten Treibstoffzuleitung den korrekten Zufluss. Diese Leitung hatte zuvor bereits zu einer mehrtägigen Verschiebung des Starts geführt. Vermutet wird nun eine nicht korrekte Ausführung der Montagearbeiten und eine fehlende oder unzureichende Überprüfung.

Die Satelliten sind zwar versichert, die Versicherungssumme deckt aber offenbar nicht deren Wert. Der mit 32 C- und 10 Ku-Band-Transpondern ausgerüstete Telkom 3 hätte seinen seit 2005 im All befindlichen Vorgänger ersetzen sollen. Der Satellit basiert auf dem Ekspress-1000N-Bus von Reschetnjow, die Kommunikationsnutzlast stammt von Alcatel. Ekspress-MD 2 wurde von Chrunitschew in Auftrag gegeben und ist mit 8 C- sowie einem L-Band-Transponder von Thales Alenia Spazio ausgestattet.

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