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Autor: Thomas Weyrauch / 17. März 2013, 14:01 Uhr

1. indischer Navsat für IRNSS im Juni 2013 im All?

Nach derzeitigem Stand will die Indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) nach vielen Verzögerungen im Juni 2013 den ersten von zunächst sieben Navigationssatelliten für das eigene "regionale" Satellitennavigationssystem IRNSS auf einer Rakete des Typs PSLV starten.

Quelle: ISRO
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ISRO

Bild vergrößernPositionen der Satelliten des IRNSS über der Erde - Illustration
(Bild: ISRO)
IRNSS steht für Indian Regional Navigation Satellite System. Im zunächst angestrebten Ausbauzustand sollen drei Satelliten im Geostationären Orbit Positionen bei 32,5 (bzw. 34), 83 und 131,5 (bzw. 132) Grad Ost beziehen. Je zwei Satelliten sollen auf geosynchrone, um 29 Grad gegen den Äquator geneigte Orbits gebracht werden, auf denen sie den Äquator bei 55 und bei 111,75 (bzw. 111,5) Grad Ost kreuzen. Mit den sieben Satelliten will man eine sichere Abdeckung vom 40. bis zum 140. Längengrad und zwischen 40 Grad südlicher und 40 Grad nördlicher Breite erzielen. Als Reserve ist außerdem der Bau zweier zusätzlicher Satelliten vorgesehen.

Die in Indien entstehenden dreiachsstabilisierten Satelliten basieren auf dem indischen Satellitenbus I-1K. Ihre Leermasse soll im Bereich um 600 kg (nach anderen Angaben bei 575 kg) liegen, die Startmasse bei rund 1.425 kg (nach anderen Angaben 1.370 kg). Von den rund 1.600 W (1.525 W nach anderen Angaben) elektrischer Leistung, die die beiden Solarzellenausleger mit einer Fläche von je 1,8 m x 2,15 m eines solchen Satelliten bereitstellen können, benötigt die Navigationsnutzlast mit drei Rubidium-Atomuhren 901 W. Der Stromspeicherung an Bord des Satelliten dient ein Lithiumionen-Akkumulatorenpack mit einer Kapazität von 68 Ah.

ISRO

Bild vergrößernSatellit des IRNSS - Illustration
(Bild: ISRO)
Navigationssignale werden die Satelliten im L5- und im S-Band senden. Der der Allgemeinheit zugängliche Dienst unter der Bezeichnung SPS (für Standard Positioning Service) wird mit Mittenfrequenzen von 1.176,45 MHz (L5-Band) und 2.492,028 MHz (S-Band) arbeiten. Geschlossene Benutzergruppen (staatliche Institutionen, Militär, ...) können in den gleichen Frequenzbereichen spezielle Funktionen und Eigenschaften unter dem Titel RS (für Restricted Service) nutzen.

Die Genauigkeit des Systems soll auf jeden Fall besser als 20 Meter sein. Die horizontale Genauigkeit wird in Indien und angrenzenden Gebieten bis zu einer Entfernung von 1.500 km von der Landesgrenze nach Informationen der ISRO voraussichtlich bei rund 10 Metern liegen. Ein möglicher Ausbau des Systems mit einer Konstellation aus insgesamt 11 aktiven Satelliten wird in Betracht gezogen und würde zu einer Verbesserung der Genauigkeit führen.

Die Lebensdauer der Satelliten liegt für die im Geostationären Orbit stationierten bei 9,4 Jahren, die Äquatorkreuzer sollen sich 11 Jahre nutzbringend einsetzen lassen.

Mit den Starts wollte man nach ursprünglichen Planungen bereits im Jahr 2009 beginnen. Nach halbjährlichen Starts hätte dann 2012 eine vollständige Konstellation im All existiert.

Beim ersten Start wird es mit der PSLV-C22 wie üblich im Satish Dhawan Space Centre (SDSC), einem Gelände der ISRO auf der Insel Sriharikota, losgehen. Die Trägerrakete, voraussichtlich eine in der Version PSLV-HP, soll den Satelliten IRNSS-1A (auch IRNSS-R1A) in einem 240 x 25.000 km Orbit aussetzen. Ist der Satellit im All, wird sich eine zwischen drei und vier Monaten dauernde Test- und Inbetriebnahmephase anschließen.

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