Chinesische Raumstation CSS erstmals bemannt
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Autor: Karl Urban / 17. Juni 2010, 10:37 Uhr

Lunar X-Prize: Hell yeah, it's rocket science!

Die Part Time Scientists sind zuversichtlich, den Lunar X-Prize zu gewinnen. Raumfahrer.net sprach auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin mit den Mondsüchtigen über ihren neuen Rover.

Quelle: Raumfahrer.net, PTS
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Ihr Messestand auf der ILA 2010 strahlt durchaus Selbstbewusstsein aus. An den Wänden hängen schwarze Platten mit komplexen Formeln der Bahnmechanik. Mit dem Slogan „Hell yeah, it's rocket science!“ machen die Part Time Scientists keinen Hehl daraus: Sie werden bis 2012 auf dem Mond landen und der Gewinner des Wettbewerbs.

PTS

Bild vergrößernDas 1:1-Rovermodell Asimov 2 auf der ILA in Berlin.
(Bild: PTS)
Die Berliner Gruppe ist eines von 23 Teams, die am Google Lunar X-Prize teilnehmen. Schafft es eines von ihnen, bis zum 31. Dezember 2012 einen Rover auf dem Erdtrabanten zu landen, dort 500 Meter zurückzulegen und einen Videofilm zu übertragen, winken 20 Millionen Euro.

Die internationale Konkurrenz ist groß und der Druck immens, zum Termin fertig zu werden. Auf dem Chaos Communications Congress, einer jährlichen Hackerversammlung des Chaos Computer Clubs hatten die Teilzeitwissenschaftler im Dezember 2009 ihren ersten Rover-Prototypen Asimov 1 vorgestellt (Raumfahrer.net berichtete). Daraufhin erhielten sie viel Zulauf. Aus damals 33 Teammitgliedern wurden bis heute über 70, die über die Welt verteilt leben und zusammenarbeiten.

Mit dem gewachsenen Team gelang ein großer Sprung voran. Wenige Tage vor Beginn der ILA wurde Asimov 2 fertig. Anders als das im Dezember vorgestellte Modell, hat es bereits die Originalgröße erreicht.

Auf dem Rücken des Gefährts ist ein zur Sonne kippbares Solarpaneel montiert, das über die integrierte Antenne zugleich zur Kommunikation genutzt werden soll. Am etwa 20 Zentimeter aufragenden Roverhals befindet sich ein Kopf, in den drei Linsen integriert sind. Damit werden stereoskopische dreidimensionale Aufnahmen gemacht. Zugleich wird der Rover einen Videofilm in High Definition (HD)-Qualität aufzeichnen. Ein solcher Film von der Mondoberfläche ist ein Novum und Bedingung für die Ausschüttung des Preisgelds. Am Ende wird das Licht über Spiegel auf CCD-Sensoren geleitet, die im unteren Bereichs des Kopfs sitzen.

PTS

Bild vergrößernAsimov 2 ist bereits ein Modell in Maßstab 1:1. Noch ist es in Kunststoff gefertigt, in der nächsten Produktionsstufe wird daraus Carbon.
(Bild: PTS)
„Die Bewegung der Lichtsensoren selbst würde sehr viele Probleme verursachen, weil sich deren verschiedene Materialien unter Weltraumbedingungen schwer handhaben lassen und verkanten“, erklärte Teilzeitwissenschaftler Mario Kulczynski. „Wir leiten das Licht deshalb [aus der Linse im Kopf des Rovers] über Spiegel auf starr montierte Lichtsensoren. Das ist weniger fehleranfällig. Gleichzeitig können wir so die Gewichtsverteilung verbessern.“ Eine solche Konstruktion weckte selbst das Interesse langjähriger Raumfahrtprofis auf der ILA.

Als nächster Schritt sind die Räder an der Reihe. In einer Anlage der California Space Authority wird Asimov 2 durch eine Regolith-Testanlage rollen. Hier wurden eigentlich die Teilnehmer der Regolith Excavation Challange geprüft, einem Wettbewerb für lunare Schaufelbagger. Doch auch der Rover soll nicht einfach im feinen Mondstaub steckenbleiben, ein Schicksal, das dem Marsrover Spirit widerfahren ist.

Asimov ist aber zusätzlich deutlich kleiner als der NASA-Rover. Können die Teilzeitwissenschaftler verhindern, dass sich das vierrädrige Fahrzeug zwischen viel zu großem Geröll verkantet?

„Wir wollen uns nahe der Landestelle von Apollo 14 absetzen lassen“, sagte Teamleiter Robert Böhme. „Diese ist relativ gut untersucht und die Umgebung ist bekannt dafür, eben und gut befahrbar zu sein. Als Bonusprogramm wären zusätzlich die Überbleibsel von Apollo 12 in Reichweite, die wir vielleicht auch erreichen könnten.“

Bis es jedoch soweit ist, ist noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten. Die Elektronik – bisher noch nicht ins Modell integriert – muss verkleinert und optimiert werden. Gleichzeitig arbeitet das Team weiter an Comray, einer neuartigen, verteilten Kommunikationsanlage. Funkexperten werden im S- und X-Band-Bereich dringend gesucht.

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