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Autor: Ingo Froeschmann / 19. August 2004, 15:00 Uhr

Wann endet Hubble?

Es gilt als sicher, dass es keine Space Shuttle Mission geben wird, um die Lebensdauer des Weltraumteleskops zu verlängern. Aber was ist mit unbemannten oder robotischen Missionen? Diese Diskussion ist noch im Gang.

SpaceDaily
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NASA Chef Sean O’Keefe hat sich ausdrücklich gegen eine bemannte Reparaturmission ausgesprochen, da ein Space Shuttle im Falle einer Beschädigung des Hitzeschildes wie beim Columbia Unglück nicht in der Lage wäre, die Internationale Raumstation ISS zu erreichen. Die Entfernung zwischen dem Hubble Teleskop und der ISS ist dazu zu gross. Auch die Bereitstellung eines zweiten Shuttles für Rettungsmissionen ist bei einer Flotte von nur drei Schiffen zu kostspielig.


Das Weltraumteleskop Hubble (Quelle: NASA)
Die von Sean O’Keefe bevorzugte Alternative ist eine robotische Mission, die angeblich wenig zusätzliche Kosten verursachen würde. Zum einen muss zumindest eine weitere Rakete zum Hubble Teleskop geflogen werden, um einen kontrollierten und für Erdlinge ungefährlichen Absturz des Teleskops einleiten zu können. Zum anderen würden Roboter auch für die zukünftigen Mond- und Marsmissionen des NASA benötigt, so dass die Kosten nicht allein für die Hubble Mission anfallen würden. Der Vorschlag von O’Keefe lautet, die Rakete mit einem Roboter auszustatten, der die notwendigen Reparaturarbeiten ausführt.

Das Problem ist, dass die erforderlichen Reparaturen teilweise sehr komplex sind. Die Energieversorgung des Teleskops könnte mit einer automatischen Mission sichergestellt werden, indem das neuie Segment mit eigenen Sonnensegeln ausgestattet wird. Der Austausch der Gyroskope, die für die Ausrichtung des Teleskops im All notwendig sind, ist schon schwieriger. Am kompliziertesten ist aber der Einbau verbesserter wissenschaftlicher Instrumente, die nach über zehn Jahren Hubble Betrieb nun notwendig sind. Konzipiert wurden die Geräte aber für den Einbau durch Astronauten, die in der Lage sind einzelne Drähte zusammenzuschliessen.

Dazu kommt das Problem der Zeitverzögerung von etwa zwei Sekunden, wenn ein von der Erde aus gesteuerter Roboter diese Aufgaben an einem Gerät durchführen soll, das mit hoher Geschwindigkeit über der Erde kreist. All dies sind bislang ungelöste technische Schwierigkeiten.

Es gibt andere Alternativen, deren Attraktivität deutlich wird wenn man die Kosten genauer betrachtet. Die von O’Keefe vorgeschlagene Service Mission schlägt mit mindestens 1,6 Milliarden Dollar zu Buche. Seit das Hubble Teleskop in den Achtziger Jahren gebaut wurde, hat es viele Fortschritte und dadurch auch eine Senkung von Herstellungskosten gegeben. Ein Weltraumteleskop das leistungsfähiger ist als Hubble, wird von der NASA selbst mit 670 Millionen Dollar veranschlagt. Das europäische Infrarotteleskop Herschel, geplanter Start 2007, hat nur ein Drittel des Gewichts von Hubble, trägt drei Instrumente und einen Spiegel der doppelt so breit ist wie der von Hubble. Das ganze für etwa eine Milliarde Dollar.

Angesichts dieser Fakten wird es immer schwieriger, eine lebensverlängernde Mission für das alternde Teleskop zu rechtfertigen. Hinzu kommt dass am 3. August ein weiteres Gerät, der Space Telelsope Imaging Spectrograph, ausgefallen ist. Mit diesem Gerät konnten Aufnahmen im ultravioletten Licht gemacht werden.

Insgesamt würde eine Service Mission die Lebensdauer von Hubble um etwa dreieinhalb Jahre verlängern, spätestens dann wird ein Nachfolger benötigt.
 
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