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Autor: Karl Urban / 26. Januar 2004, 15:47 Uhr

Opportunity weckt große Erwartungen

Dem zweiten Rover der NASA eröffnen sich gigantische wissenschaftliche Möglichkeiten in seiner direkten Umgebung. Die nächste Woche wird aber erst einmal der "Rollof" vorbereitet.

NASA
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Nach einer perfekten Landung öffnete der zweite Mars Exploration Rover der NASA gestern früh seine Kamera-Augen in einer völlig unerwarteten und ungewöhnlichen Umgebung. Jetzt konnten die Missions-Wissenschaftler erklären, wo sich Opportunity überhaupt befindet und sind über die wissenschaftlichen Möglichkeiten begeistert.



vergrößernDiese Gesteinsfragmente sind das geologische Highlight in der direkten Umgebung von Opportunity.
(Foto: NASA)
Denn Opportunity landete vermutlich in einem kleinen Krater. Dies jedenfalls lässt sich nach den Bildern vermuten, die kurz vor der Landung von der Eintrittskapsel vom Landegebiet gemacht wurden: Der Rover steht in einem seichten Krater von 20 Meter Durchmesser.

"Wir haben ihn auf eine Strecke von 300 Millionen Kilometern eingelocht", sagte Dr. Steve Squyres von der Cornell Universität und Principal Investigator für die wissenschaftlichen Instrumente an Bord beider Rover.

Die NASA hatte die großflächige Landeregion für den Rover mit dem Namen Meridiani Planum ausgewählt, da sie dort mithilfe von Aufnahmen aus dem Orbit Spuren des Minerals Hämatit gefunden hatte, welches in seiner ursprünglichen Form entweder durch Vulkanismus oder durch fließendes Wasser entstehen kann. Die Planer der Mission hatten gehofft, an der Landestelle beides erforschen zu können: Das Material an der Oberfläche mit großem Hämatit-Anteil und untere Bodenschichten. Gerade der kleinere Krater scheint eben diese Möglichkeiten zu bieten.

"Wenn es noch besser gekommen wäre, hätte ich das nicht ausgehalten", sagte auch Dr. Doug Ming, Mitglied des Wissenschaftlerteams am Johnson Space Center der NASA in Houston. Mit den Instrumenten an Bord des Rovers dürften die Forscher relativ genau feststellen können, ob die bisherigen Theorien über die Vergangenheit der Region zutreffend sind, sagte er. Diese sind entweder vulkanische Aktivitäten und ein großer See.

Ein weitaus größerer Krater in der direkten Nähe könnte zudem Einblicke in noch tiefere Bodenschichten ermöglichen. Nach Auswertung der Bilder, die kurz vor der Landung aus der Luft geschossen wurden, hat der andere Krater einen Durchmesser von mehr als 150 Metern.

Dr. Steve Squires präsentierte gestern abend einen Ausblick auf die möglichen Aktivitäten für Opportunity in den kommenden Wochen und Monaten. Nach dem "Rollof" des Landers von seiner Landeplattform wird der Rover die Staubstrukturen in seiner direkten Umgebung erkunden, um dann zu den geschichteten Gesteinsstrukturen zu fahren, um diese eine längere Zeit zu erforschen. Dann könnte der Rover den kleinen Krater verlassen, um von weiter oben einen Rundumblick zu gewinnen und dann in Richtung des größeren Kraters aufbrechen.

Doch zuerst wird Opportunity, genauso wie Spirit, mindestens eine Woche lang seine Abfahrt vorbereiten. In dieser Zeit muss der Rover alle Kabelverbindungen von der Landeplattform trennen, seine Instrumente kalibrieren und seine Räder ausfahren.

Zudem werden die NASA-Techniker weiter versuchen, die Ursache für die derzeitigen Probleme mit dem Zwillingsrover Spirit ins Detail zu erforschen, der seit letztem Donnerstag nicht mehr einwandfrei funktioniert. Das Problem konnte mittlerweile auf den Flash-Speicher des Fahrzeugs eingegrenzt werden und die Einstufung der Schwere der Probleme von "kritisch" auf "ernst" verbessert werden.

Die NASA wird vielleicht auch noch etwas länger mit dem "Rollof" von Opportunity warten, weil die Ursachen der Spirit-Probleme noch nicht hundertprozentig feststehen. Damit möchte sie das Risiko reduzieren, dass auch Opportunity ähnliche Probleme widerfahren.
 
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