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Autor: Thomas Weyrauch / 28. April 2012, 15:00 Uhr

Chandrayaan 2 muss warten

Die zweite unbemannte indische Mondmission namens Chandrayaan 2 muss warten, bis sich die GSLV-Trägerrakete bei zwei erfolgreichen Flügen bewährt hat.

Quelle: IANS, Raumfahrer.net
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IKI/ISRO

Chandrayaan 2: Russischer Lander, indischer Minirover
(Bild: IKI/ISRO)
Nach dem erfolgreichen Start des indischen Radarsatelliten Risat 1 auf einer Rakete des Typs PSLV berichtete der Leiter der indischen Raumfahrtforschungsorganisation (ISRO) K. Radhakrishnan Journalisten, dass man plane, im Abstand von sechs Monaten zwei Raketen des Typs GSLV zu starten, bevor man Chandrayaan 2 auf den Weg zum Mond bringe.

Im Oktober 2008 startete die erste indische Mondmission mit dem Mondorbiter Chandrayaan 1 auf einer PSLV. Für die zweite indische Mondmission ist eine weiche Landung auf dem Erdtrabanten geplant, dabei arbeitet Indien mit Russland zusammen. Mit einem indischen Orbiter soll ein russischer Lander den Mond erreichen, dessen Aufgabe es unter anderem sein wird, einen indischen Minirover auf die Mondoberfläche zu bringen. Die schwerere Sonde Chandrayaan 2 wird voraussichtlich von einer GSLV gestartet werden. Eine derartige Rakete absolvierte zuletzt 2004 mit Edusat alias GSAT-3 einen erfolgreichen Flug.

Nach mehrfachem Versagen der GSLV leiden einige Programme der ISRO unter Verzögerungen. Die in Indien konstruierte kryogene Oberstufe mit einem in Indien gebauten Antrieb für die GSLV war bisher Bestandteil einer einzigen geflogenen GSLV (D3) und funktionierte dabei nicht. Derzeit arbeitet die ISRO intensiv an einer Flugertüchtigung der Stufe.

Laut Radhakrishnan ist der nächste Einsatz der indischen kryogenen Oberstufe auf einer GSLV im September oder Oktober 2012 vorgesehen. Zwei Bodentests des flüssigen Wasserstoff mit flüssigem Sauerstoff verbrennenden Triebwerks der Raketenstufe haben zwischenzeitlich stattgefunden.

Weil bei dem Versagen der GSLV-F06 im Dezember 2010 deren Nutzlastverkleidung mit einem Durchmesser von vier Metern eine wahrscheinliche Ursache für den Fehlschlag war, werde beim nächsten GSLV-Flug wieder die bewährte Verkleidung mit einem Durchmesser von 3,4 Metern zum Einsatz kommen, teilte Radhakrishnan außerdem mit.

Dass es schließlich gelingt, Chandrayaan 2 im Jahr 2013, wie es einmal geplant war, auf die Reise zum Mond zu schicken, ist mehr als unwahrscheinlich. Ein Start im Jahr 2014 scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt ebenfalls unrealistisch. Nicht unvorstellbar ist, dass eine Trägerrakete mit Chandrayaan 2 an Bord erst im Jahre 2016 abhebt.

Schwierigkeiten bei der Einhaltung des maximal möglichen Startgewichts von Chandrayaan 2 und der Absicherung der erforderlichen Zuverlässigkeit der russischerseits beigesteuerten Komponenten sind sicher grundlegendere Ursachen für erhebliche Verzögerungen. Auf jeden Fall werden neue GSLV im Herbst 2012 (voraussichtlich als GSLV-D5 mit GSAT-14) und im Frühjahr 2013 beweisen müssen, dass sich dieser Raketentyp mit einer gewissen Zuverlässigkeit einsetzen lässt, denn bis auf weiteres ist ein Start von Chandrayaan 2 auf einer solchen Rakete vorgesehen.

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